Das 24. Separate Sturmregiment Ajdar (Militäreinheit Nr. A3488, , в/ч: A3488), auch bekannt als Ajdar-Regiment (ehemalig bekannt als Bataillon Aidar), ist ein im Mai 2014 gegründeter freiwilliger ukrainischer Kampfverband. Der Verband trägt den Namen des Flusses Ajdar in der Oblast Luhansk. Das Freiwilligenbataillon war eines der ersten, die 2014 entstanden, um die Separatisten im Osten der Ukraine zu bekämpfen.
Geschichte mini|150px|Freiwillige des Bataillon Ajdar während einer Übung Der Verband wurde im Rahmen des russisch-ukrainischen Krieges aufgestellt, um die prorussischen Separatisten in der Ostukraine militärisch zu bekämpfen. Der erste Kommandant war Serhij Melnitschuk.
Zu den finanziellen und politischen Unterstützern zählte der Oligarch Ihor Kolomojskyj. Im März 2015 tauchten Mitglieder der Aidar in der Zentrale der staatlichen Ölgesellschaft UkrTransNafta auf, nachdem die Regierung in Kiew den von Kolomojskyj eingesetzten Vorstandsvorsitzenden Oleksandr Lazorko entlassen hatte, um nach Aussage von Kolomojskyj das Unternehmen vor einer illegalen Übernahme zu schützen.
Anders als die meisten freiwilligen ukrainischen Kampfverbände, die dem Innenministerium der Ukraine bzw. der Nationalgarde unterstellt sind, ist das Bataillon Ajdar als 24. Sturmbataillon zur besonderen Verwendung in die ukrainische Armee eingegliedert.
Am 5. März 2022 gab die russische Militärführung an, das Hauptquartier des Bataillons sei durch Beschuss einer russischen Kampfdrohne zerstört worden.
Am 29. September 2023 erhielt der Verband die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit von Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Am 12. Dezember 2025 wurde offiziell bekannt gegeben, dass das Bataillon zu einem Regiment erhoben wurde.
Struktur und politische Ausrichtung Die Tagesschau berichtete im Jahr 2014:
Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Bataillons 2014 verfügten nur etwa 10 % der Angehörigen bereits über eine militärische Ausbildung. Die Freiwilligen durchliefen zunächst eine Grundausbildung von zwei Wochen, die meisten Mitglieder der Kampfeinheit stammten aus der Ostukraine bzw. aus dem Donezbecken und gehörten oft akademischen Berufen an.
Kriegsverbrechen Die Internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete im September 2014 über Kriegsverbrechen des Ajdar-Bataillons. Seinen Mitgliedern werden Entführung, Raub, Misshandlung, Erpressung und vorgetäuschte Hinrichtungen vorgeworfen. Im Dezember 2014 blockierte das Bataillon humanitäre Hilfe für die Bevölkerung im Osten der Ukraine. Amnesty International warf Ajdar deswegen vor, das Aushungern von Zivilisten als Kriegsmittel einzusetzen.
Mitgliedern des Verbands werden von ukrainischen Behörden und international agierenden Menschenrechtsorganisationen zahlreiche schwere Verbrechen, wie Morde und Entführungen, vorgeworfen.
Die ukrainische Berufssoldatin Nadija Sawtschenko kämpfte im Bataillon Ajdar, als sie im Juni 2014 in der Ostukraine von pro-russischen Separatisten festgenommen wurde, später wurde sie nach Russland verbracht. Die russische Justiz wirft Sawtschenko vor, sie habe einen Angriff koordiniert, bei dem zwei russische Journalisten getötet wurden. Im Mai 2016 kam sie wieder frei.
Siehe auch 425. Sturmregiment 59. Sturmbrigade
Weblinks
Auftritt des Bataillons Ajdar bei Facebook
Einzelnachweise
Kategorie:Militärischer Verband (Ukraine) Kategorie:Gegründet 2022 Kategorie:Krieg im Donbass