Die Flut ist pünktlich ist ein deutscher Fernsehfilm des Regisseurs Thomas Berger, der auf der gleichnamigenErstmals erschienen 1958, zusammen mit zwölf weiteren Kurzgeschichten, im Band Jäger des Spotts. Kurzgeschichte des Schriftstellers Siegfried Lenz basiert.

Handlung Am Strand der Nordseeinsel Farland wird die Leiche von Alexander Halbach angetrieben, der auf Farland ein Ferienhaus besaß. Die Polizistin Maike Harms vermutet hinter dem Ertrinken eine Suizid- oder gar Mordabsicht. Erschwert werden ihre Ermittlungen dadurch, dass sie mit allen Beteiligten gut bekannt ist.

Dass Alexanders Frau Bettina ein Verhältnis mit Tom unterhält, der auf Farland mit seiner Frau Ulrike eine Pension betreibt, ist allgemein bekannt, obwohl die zwei es zu verbergen versuchen. Alexander kam zu ungewohnter Zeit fast unangekündigt nach Farland, wo sich Bettina bereits seit Monaten aufhielt, und eröffnete ihr, dass seine Nierenkrankheit fortschreite und er sich nicht wohl fühle. Auf einer Wattwanderung wurde er dann von der Flut eingeschlossen, obwohl er das Watt gut kannte und einen Tidenkalender bei sich hatte. Maike Harms befragt Tom und Bettina wegen eines Anrufs von Alexanders Mobiltelefon kurz vor seinem Tod und wirft ihnen unterlassene Hilfeleistung vor. Warum Alexander Toms und nicht Bettinas Nummer angerufen hatte, bleibt zunächst ein Rätsel.

Alexander hatte Bettina seit Jahren ohne Erklärung den Sex verweigert und ihr kurz vor seiner tödlichen Wanderung mitgeteilt, dass er sich sechs Jahre zuvor bei einem Seitensprung mit HIV infiziert habe und sie davor schützen wollte. Entsetzt darüber, dass er sie so lange im Unklaren gelassen hatte, stellte sie seine Armbanduhr vor der geplanten Wattwanderung um eine Stunde zurück. Er bemerkte dies jedoch rechtzeitig; mit dem letzten Anruf teilte er ihr mit, dass er von ihrer Affäre wisse, ihr aber keine Vorwürfe mache. Dann stellte er seine Armbanduhr wieder richtig, um keine gegen Bettina sprechenden Indizien zu hinterlassen, und überließ sich der auflaufenden Flut.

Während Bettina und ihre Tochter Mia Alexanders Asche in der See verstreuen, beschließt Maike, in ihrem Bericht von einem Unfalltod zu schreiben und alle weiteren Aspekte für sich zu behalten, da offenbar alle in stillem Einvernehmen gehandelt hatten.

Produktion Die Flut ist pünktlich wurde von Network Movie produziert. Die Dreharbeiten fanden auf Sylt, Rømø, an der dänischen Nordseeküste und in Hamburg statt.

Rezeption Die Erstausstrahlung am 24. Februar 2014 im ZDF sahen 6,43 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 19,3 Prozent entspricht.

Kritiken Jens Müller von der taz lobt die Besetzung der Produktion, ist aber ansonsten weder von der Handlung noch von der Umsetzung angetan. Das Lexikon des internationalen Films schreibt, der Film sei „[e]her getragenes Drama als Krimi“, der „geschickt die Gefühle seiner Protagonisten aus[lote], die sich sehenden Auges emotional zerrütten.“ Oliver Armknecht findet den Stoff zu dünn für Spielfilmlänge und bewertet, trotz guter Darstellung des zwischenmenschlichen Dramas, das Ergebnis insgesamt als nur durchschnittlich.Oliver Armknecht: Die Flut ist pünktlich, 17. März 2026, abgerufen am 19. März 2026 Wohlwollender urteilt Rainer Tittelbach: Dadurch, dass zwischen den Figuren des Dramas keine echte Kommunikation stattfinde, sei das Publikum selbst mit vielen Fragen konfrontiert, die auch nach dem Ende noch nachklingen.Rainer Tittelbach: Die Flut ist pünktlich, abgerufen am 19. März 2026

Medien Am 28. März 2014 wurde Die Flut ist pünktlich auf DVD veröffentlicht.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2014 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Fernsehfilm (ZDF) Kategorie:Siegfried-Lenz-Verfilmung