mini|hochkant|Stammwappen der Haunsperger nach Johann Siebmachers Wappen-Buch Die Haunsperger (oftmals auch Haunsberger geschrieben) gehörten zu den edelfreien Salzburger Adelsfamilien. Das 1670 in den Reichsgrafenstand erhobene Geschlecht ist 1724 im Mannesstamm erloschen.

Familiengeschichte Überblick Das Stammgebiet der Haunsperger war der nördliche Flachgau im Salzburger Land. Ihr Herrschaftsgebiet reichte von der Gegend des sogenannten Rinderholzes – der Grenzscheide bei Straßwalchen – im Osten, bis zur Salzach im Westen und dem Weilhartforst im Nordwesten (Tarsdorf) und schließlich bis in die Gegend der oberen Oichten bei Michaelbeuern in Norden. In ihrer Herrschaft befanden sich zahlreiche Rittersitze, wie etwa die in Nußdorf, Eberharten, Reitsberg, Eitelsberg, Willenberg, Riedlkam, Bruck, Lamprechtshausen, Schwerting, Stockham, Jedendorf, Elling, Eglsee, Nopping, Göming, Oberndorf, Eching, Holzhausen, Roding, Weidenthal, Weidach, Steinbach etc. Die dort ansässigen Ritterfamilien waren Ministerialen der Haunsperger.

Hans von Haunsperg kämpfte 1322 unter den Salzburger Adeligen in der Schlacht bei Mühldorf.

Die Familienchronik der Haunsperger, die im Jahr 1587 von Jakob von Haunsberg von Vachenlueg († 1590) verfasst wurde, befindet sich in der Bibliothek der Benediktinerabtei Michaelbeuern.Herbert Klein: Quellenbeiträge zur Geschichte der Salzburger Bauernunruhen im 15. Jahrhundert. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang 93, 1953, S. 2 ().

Stammsitze am Haunsberg Die Familie gliedert sich in drei Linien:Abweichende Meinung zu den drei Linien z. B. bei Viktor von Handel-Mazzetti: Das Gemärke von Wildberg im Jahre 1198. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 57, Linz 1899, S. 34, Anmerkung 3 ().

mini|Burg von St. Georgen an der Salzach um 1600 Eine Linie der Haunsperger hatte ihre Burg an der Grenze zum Innviertel, an der Stelle, wo heute die Pfarrkirche St. Georgen bei Salzburg steht. Der hier um 1100 erstgenannte Haunsberger ist Friedrich I. Auf ihn folgten Friedrich II. († um 1160), Gottschalk I. († 1167) und dann des Gottschalks Sohn Ulrich I. Die Kirche in Sankt Georgen wird bereits in der Notitia Arnonis erwähnt; die edelfreie Mechtild von Haunsperg stiftete diese Kirche vermutlich 1211. Im gleichen Jahr wurde diese Burg an den Salzburger Erzbischof Eberhard II. von Regensberg verkauft.Vgl. Im Jahr 1215 endete mit dem Tod Gottschalks II. diese Linie der Haunsperger. Die dortige Burg bestand weiter bis ca. 1600, die Hofmarksrechte gingen aber an die Kirche über.

Die zweite Linie besaß das sogenannte Obere Schloss am Haunsberg, in der Nähe des heutigen Wirtshauses von Au, nahe der Kaiserbuche. Dieses brannte jedoch 1500 ab und es blieb nur eine Ruine. Nach dem Aussterben der Grafen von Lebenau 1229 mussten sich die Haunsperger dem Erzbischof von Salzburg unterwerfen. 1211 wurde Gottschalk von Haunsperg zum Burgpfleger auf der oberen Burg Haunsperg eingesetzt, obwohl sie schon von seinen Vorfahren dem Stift Sankt Peter in Salzburg übergeben worden ist.

mini|hochkant|Plan der Burg Haunsperg (Unteres Schloss) Die dritte Linie hatte das Untere Schloss Haunsperg, oberhalb der Kirche Sankt Pangraz, inne. Dieses war Mitte des 12. Jahrhunderts Ort einer Übergabe der Haunsperger an das Stift St. Peter in Salzburg. Dabei waren Gotscakle von Haunsperg, Gerhart de Drum und sein Sohn Wolftrigil Zeugen. 1285 war ein Hartnid von Haunsperg Zeuge in einem Schiedsgericht zwischen dem Erzbischof Rudolf und Friedrich von Pettau. 1307 gab Erzbischof Konrad IV. von Fohnsdorf dem Ulrich von Haunsperg und seiner Frau Adelein ein Geldgeschenk als Morgengabe. 1306 war aber bereits ein Seibot von Noppingen Burggraf am Haunsberg, dem dann eine Reihe verschiedener Pfleger folgte.

Burgen und Schlösser der Haunsperger im Land ob der Enns Die Besitzungen der Haunsberger reichten weiter über den Attergau und Traungau bis zur Donau, wo sie um die Mitte des 12. Jahrhunderts die Herrschaft Linz als passauisches Lehen erwarben. Um 1150 verschwanden die vorher hier ansässigen Herren von Linz aus den Urkunden, die ebenfalls als Lehensleute Passaus anzusehen sind, unter der Oberlehnsherrschaft der Baiernherzöge. Zur selben Zeit baute Passau Ebelsberg zu seinem Stützpunkt im Linzer Raum aus; um diese Zeit dürften die Haunsperger als Nachfolger der Herren von Linz das passauische Lehen Linz übernommen haben.Franz Pfeffer: Altwege und Altgrenzen auf dem Pöstlingberg und Lichtenberg bei Linz. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 100, Linz 1955, S. 173–176 (). Um 1205/1206 erwarb allerdings der Babenberger Herzog Leopold VI. von Österreich und Steiermark von Gottschalk II. die im Werden begriffene Stadt Linz mit ihrer Burg.

Im Mühlviertel gründeten die Haunsperger die Rodungsherrschaften von Burg Wildberg (in der Gemeinde Kirchschlag bei Linz) und Burg Riedegg, die von der Donau bis zur böhmischen Grenze, der Moldau, reichten. Der Beginn der dortigen Herrschaft Haunsperg im Mühlviertel liegt im Dunklen. Aber 1198 sandte Gottschalk II. die Herrschaft Wildberg dem Passauer Bischof auf, damit dieser seinen Schwager Gundaker II. von Steyr und Steinbach, der Gottschalks Schwester Adelheid geehelicht hatteVgl. die Starhembergische Genealogie: Ahnentafel der Starhemberg, damit belehnte. Dessen Familie nannte sich ab 1236 nach der Burg Starhemberg bei Haag von Starhemberg.

Riedegg wurde von Gottschalk II. dem Haunsperger ebenfalls dem Hochstift Passau aufgesandt, um das Erbe seiner Tochter sicherzustellen, und wieder als Passauer Lehen genommen. Aber bereits 1256 wurde Ulrich Lobenstein als pfandweiser Besitzer des Lehens zu Riedegg genannt.

Weitere Burgen und Schlösser der Haunsperger im Land Salzburg Im Salzburger Land wird 1211 die Stammburg Haunsberg an den Erzbischof von Salzburg, Eberhard II. von Regensberg, übergeben. 1215 wird mit dem Tod Gottschalks II. der Schlusspunkt in der Ahnenreihe der hier beheimateten Haunsberger gesetzt.

Die zerstreuten Besitzungen der Haunsperger reichten weit nach Bayern, Tirol, Kärnten, Steiermark und Oberösterreich. Auch im Pinzgau und im Pongau waren sie begütert. Sie waren auch Eigentümer vieler Zehentrechte und des Wildbades in der Gastein oder dem Heilprunner Mittereck (heute Hotel Straubinger) in Gastein. 1588 wurde Magdalena von Haunsperg mit dem Strasshof belehnt, 1599 erwirbt Sebastian von Haunsperg die Lehensgerechtsame von den Weitmosern (seine Mutter war eine Gertraud Weitmoserin),Gertraud, die Ehefrau des Wolfgang von Haunsperg (1534–1575). In: Hans Roth: Die Weitmoser als Inhaber der Hofmark Winkl am Chiemsee von 1539 bis 1659 und das Lebensschicksal zweier Weitmoser-Töchter. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang 149, 2009, S. 65–68 (). 1609 folgt ihm sein Sohn Ferdinand nach, ehe es auf dem Heiratsweg an die Maxlrain fällt.

In der Stadt Salzburg besaßen die Haunsperger einen Wohnturm. Dieser Haunspergerhof stand an der Stelle des Hauses Mozartplatz 4 (das spätere Stadtpalais Rehlingen). Es ist auf der Schedelschen Weltchronik von 1493 deutlich zu erkennen und war damals direkt an der Salzach gelegen. Er hob sich ebenso wie das mittelalterliche Rathaus durch seine wehrhafte Form deutlich von den bürgerlichen Häusern ab. Zur Salzach hin hatte der Haunspergerhof wegen der Hochwassergefahr kein Tor. Aber er hatte ein nicht von einer Wache besetztes großes Fenster, durch das „man bei Tag und Nacht ein- und ausgehet“. Der Verkehr durch dieses Fenster zur Salzach hin entzog sich somit der erzbischöflichen Stadtaufsicht. Das Fenster wird angebracht worden sein, um eigene Salzachschiffe beladen zu können. Die Haunsberger, zeitweise auch Stadtkommandanten auf der Festung Hohensalzburg, waren „Erbausfergen“ und durften das Halleiner Salz per Schiff nach Laufen verfrachten. Die Schiffe dieser Familie konnten somit an der Flussseite des Stadtsitzes anzulegen, damit das Frachtgut ohne Kenntnis der erzbischöflichen Behörden abgewickelt werden konnte. Der Haunsberger Wohnturm in der Stadt Salzburg besaß zudem das Recht der „Kaiserlichen Freiheit“, dies beweist das hohe Ansehen dieser Familie hatte. Das Privileg lautet: „Wer einen in das Haus Geflohenen heimsucht, das heißt, mit Gewalt dort eindringt, um ihn zum Duell zu fordern oder zu verhaften, dem sei die Hand abgehackt. Es soll auch kein Richter diesen aus dem Haus nehmen (abführen)“.

Die Haunsperger sind im 14. Jahrhundert bis 1638 auf dem Ansitz in der Prenzingerau nachweisbar.

Um 1400 soll an der Stelle des heutigen Schlosses Goldenstein ein erster, von den Haunspergern errichteter Wehrbau gestanden haben. Michael Haunsberger („michel der Hawnsperger“) ist der 1417 der erste bekannte Besitzer aus diesem Geschlecht. Dieser Michael Haunsberger, „zu Oberalm und Goldenstein“, der bereits im Jahre 1388 urkundete, besaß nicht nur Goldenstein, sondern auch den Sitz in Oberalm, das heutige Schloss Haunsperg, den er 1388 erworben hatte. Bei einer Erbaufteilung 1418 fiel der Besitz in Oberalm an Hartwig von Haunsperg. Der Ansitz wurde dann 1596 von Juliana von Haunsperg in ihre erste Ehe mit Georg Trauner von Adelstetten eingebracht. Nach dem Tod des Michael wird sein Schwiegersohn Ritter Ulrich von Fladnitz als Eigentümer auf Goldenstein angeführt.

Kurzfristig war auch Schloss Kahlsperg im Besitz der Haunsperger; diese Herrschaft war 1612 von Wolf Sigmund von Haunsperg erworben worden. Franz Rudolf von Haunsperg verkaufte den Besitz 1637 an Katharina von Lodron.

Christof Theumer (Taimer) hat die Herrschaft Mühlheim am Inn an Sebastian und Magdalena von Haunsperg verkauft. Von diesen wurde für die dortige Pfarrkirche eine Jahrtagsstiftung errichtet. Die Erhebung von Mühlheim zu einer Hofmark fällt in die Jahre 1591–1608. Sebastian Haunsperg starb nach kurzer Zeit, sein Sohn Ferdinand übernahm die Herrschaft, starb aber auch schon bald. Ein Marmorstein in der Pfarrkirche Mühlheim aus dem Jahre 1616 enthält das Haunsperg’sche und Alt’sche Wappen und erwähnt die Geschichte von Ferdinands Tod und dem Tod seiner Mutter Magdalena: „Zu christseligster Gedächtnis hat der Gestreng und Edl Herr Ferdinand von Haunsperg zu Milhaim gewester Kammerer verlobt, diesen Thurm (Mühlheim) 40 Schuh (28- 32 cm pro Schuh, ca. 12 Meter) hoch über die Kirchen zu heben. Die weilen er aber hiernieder christlich gestorben, hat dessen Frau Mutter Magdalena von Haunsperg, geborne Althin, Wittib, dieses Werk verrichten lassen ein taussend sechshundert und sechszehn jar.“

Durch Heirat von Wolf Adam von Haunsperg kommt 1596 Schloss Seeburg bei Seekirchen am Wallersee bis 1605 in den Besitz der Haunsperger. Auf den Wolf Adam folgen Neidhart von Haunsberg und Christoph von Haunsberg, unter dem das dortige Urbaramt bereits 1600 aufgelöst wurde. 1605 heiratete Juliane von Haunsperg den Salzburger Kammerherrn Levin von Mortaigne und der Besitz ging an diesen und dann an ihren Sohn Johann Dietrich von Mortaigne über.

Das Johannesschlössl auf dem Mönchsberg in Salzburg kam durch die Tochter Magdalena des Salzburger Bürgermeisters Ludwig Alt 1586 an den fürstlichen Rat und Untermarschall Sebastian von Haunsperg. Von den Haunspergern erwarb es dann 1589 Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau.

Bayerische Besitzungen der Haunsperger Im 12. Jahrhundert war die Burg Kemnat (heute ist Kemnat ein Ortsteil von Burtenbach) im Besitz der Herren von Haunsberg. Der Name des Ortes Kemnat „Cheminata“ ist erstmals 1184 beurkundet und wird von dieser Burg abgeleitet (Kemenate). Von den Haunsbergern ging die Grundherrschaft an das Kloster Ursberg über. An der Stelle der Burg Kemnat steht heute am Burgberg die Katholische Pfarrkirche St. Georg. Ein „Von Haunsberg Weg“ erinnert in Kemnat noch an diese Zeit.