Adolf Helbling (* 15. September 1824 in BuchenDie Badischen Biographien nennen als Geburtsort Buchen, während in der Corpsliste der Franconia Karlsruhe Bretten angegeben ist.; † 14. August 1897 in Karlsruhe) war ein deutscher Bauingenieur, Architekt und großherzoglich badischer Eisenbahn-Baubeamter.

Leben Nach dem Besuch des Karlsruher Lyzeums und bestandenem Abiturientenexamen studierte Adolf Helbling an der Polytechnischen Schule Karlsruhe Bauwesen. 1844 wurde er Mitglied des Corps Franconia Karlsruhe und war am 6. Oktober 1845 einer der Stifter des kurzlebigen Corps Vandalia Karlsruhe.Corpsliste der Franconia Karlsruhe 1839–1929, Nr. 43 Nach Abschluss der vorgeschriebenen Kurse in Mathematik und Bauwesen war er im Büro für Hochbauten der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen bei Friedrich Eisenlohr praktisch und theoretisch tätig. Im Wintersemester 1848/1849 studierte er an der Bauschule der Münchner Kunstakademie. Nach bestandener Staatsprüfung wurde er im September 1850 badischer Baupraktikant. 1855 erhielt er für eine vom Fonds für Künste und Wissenschaften unterstützte Bildungsreise nach Italien einen einjährigen Urlaub. Nach seiner Rückkehr beaufsichtigte er für die Bezirksbauinspektion Karlsruhe die Arbeiten an der Schlosskirche und den Speichergebäuden in Pforzheim. 1858 wechselte er zur Eisenbahn-Hochbauinspektion Karlsruhe, wo er an der Errichtung der Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker mitarbeitete. 1859 wurde er zum provisorischen Vorstand der Eisenbahn-Hochbauinspektion Karlsruhe ernannt und 1860 mit Verlegung der Inspektion nach Pforzheim dorthin versetzt. 1861 wechselte er nach Heidelberg, um dort die für den Bau der Bahnstrecke Heidelberg–Mosbach erforderliche Hochbauinspektion einzurichten. 1862 wurde er Bauinspektor und Vorstand der Hochbauinspektion Heidelberg, die ab 1863 ihren Sitz in Mosbach hatte. Im Oktober 1867 erfolgte seine Beförderung zum Baurat und Ernennung zum technischen Rat bei der staatlichen Direktion der Verkehrsanstalten.

In den frühen 1870er Jahren schuf Helbling seine bedeutendsten architektonischen Werke, das Empfangsgebäude für den neuen Mannheimer Hauptbahnhof und das Gebäude der Generaldirektion der Badischen Staatsbahnen. 1876 wurde er zum Vorstand des hochbautechnischen Büros der Generaldirektion der Badischen Staatsbahnen und 1878 zum Vorstand der Baudirektion ernannt. 1880 wurde er zum Oberbaurat und 1883 zum Baudirektor ernannt. 1887 wurde er pensioniert. Von 1883 bis zu seiner Pensionierung gehörte er Baukommission für die Erhaltung des Heidelberger Schlosses an.

Auszeichnungen 1877: Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen

Bauwerke mini|Hauptbahnhof Mannheim 1872–1876: Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs MannheimHauptbahnhof Mannheim, Empfangsgebäude auf www.rhein-neckar-industriekultur.de 1870–1875: Gebäude der Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen in KarlsruheGeneraldirektion der Badischen Staatseisenbahnen mit dem Verwaltungsgebäude in der Datenbank der Kulturdenkmale in Karlsruhe 1882–1883: Pathologisches Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (zerstört)Hans-Dieter Nägelke: Hochschulbau im Kaiserreich. Historistische Architektur im Prozess bürgerlicher Konsensbildung. Ludwig, Kiel 2000, ISBN 3-933598-09-5, S. 311 f. (zugleich: Dissertation, Universität Kiel, 1997; books.google.de) 1887–1889: Kunstgewerbeschule Karlsruhe (ausgeführt von Josef Durm) stille-zeitzeugen.de

Anmerkungen

Literatur Adolf Helbling. In: Badische Biographien. V. Theil. 1906, S. 276–278; S. 276, blb-karlsruhe.de

Weblinks Katja Förster: Adolf Helbling. In: Stadtlexikon Karlsruhe, 2014; abgerufen am 4. August 2020.

Einzelnachweise

Kategorie:Bauingenieur Kategorie:Eisenbahningenieur Kategorie:Architekt (Baden-Württemberg) Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Stifter eines Corps Kategorie:Angehöriger des Fünferbundes Kategorie:Person (Badische Staatseisenbahnen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1824 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann