Der Marathonlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde am 2. Oktober 1988 ausgetragen. 118 Athleten nahmen teil, von denen 98 das Ziel erreichten. Start und Ziel war das Olympiastadion Seoul.
Olympiasieger wurde der Italiener Gelindo Bordin. Er gewann vor dem Kenianer Douglas Wakiihuri und Ahmed Salah aus Dschibuti.
Für die Bundesrepublik Deutschland ging Ralf Salzmann an den Start, der das Rennen auf Platz 23 beendete. Sowohl Jörg Peter aus der DDR als auch der Schweizer Bruno Lafranchi mussten das Rennen vorzeitig aufgeben. Läufer aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 1984Carlos Lopes ()2:09:21 hLos Angeles 1984Weltmeister 1987Douglas Wakiihuri ()2:11:48 hRom 1987Europameister 1986Gelindo Bordin ()2:10:54 hStuttgart 1986Panamerikanischer Meister 1987Ivo Rodrigues ()2:20:13 hIndianapolis 1987Zentralamerika und Karibik-Meister ausgetragen: ein Halbmarathon – Sieger: Alfredo Bolívar () 1:13:26 hSüdamerika-Meister 1987Osmiro Silva ()2:21:06 hSão Paulo 1987Asienmeister Marathonlauf nicht im MeisterschaftsprogrammAfrikameister 1988Dereje Nedi ()2:27:51 hAnnaba 1988
Bestehende Rekorde/Bestleistungen Offizielle Rekorde wurden damals in dieser Disziplin außer bei Meisterschaften und Olympischen Spielen aufgrund der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt. Weltbestzeit2:06:50 hBelayneh Dinsamo ()Rotterdam, Niederlande17. April 1988Track and Field Statistics, Records Progression - World Records, Men, Marathon, abgerufen am 28. November 2021Olympischer Rekord2:09:21 hCarlos Lopes ()Marathon von Los Angeles, USA12. August 1984 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der italienische Olympiasieger Gelindo Bordin blieb mit seinen 2:10:32 h um 1:11 min über diesem Rekord. Zur Weltbestzeit fehlten ihm 3:42 min.
Streckenführung Das Rennen wurde im Olympiastadion Seoul gestartet. Nach drei Runden verlief die Strecke aus dem Stadion heraus Richtung Süden und kurz darauf nach Westen. Sie überquerte den Fluss Tanjeon und gelangte in den Stadtteil Gangnam. Nach weiterem Verlauf in nordwestlicher Richtung erreichte die Route den Stadtteil Seocho und kam dort ans Südufer des Hangang. Der Kurs folgte nun der Uferstraße bis in den Stadtteil Dongjak. Nach Norden abbiegend ging es auf der Mapo-Brücke über den Fluss. Der Weg führte gleich darauf am Nordufer ostwärts durch die Stadtteile Mapo-gu und Yongsan-gu. Über die Benpo-Brücke ging es dann wieder über den Hangan ans andere Ufer des Flusses. Nun verlief die Strecke in östlicher Richtung parallel zum Südufer. Nahe der Einmündung in den Hangang wurde noch einmal der Tanjeon überquert, dann näherte sich der Kurs dem Olympiastadion von Norden her. Es gab jetzt noch einen Bogen um das Stadion herum. Von Süden her führte die Route wieder in das Olympiastadion hinein, wo nach einer letzten Runde auf der dortigen Laufbahn das Ziel erreicht wurde.Marathon / Race Walk Courses, Study And Measurement, Seoul Olympic Organizing Committee, archiviert bei wayback (Internet Archive), runscore.com, englisch (PDF; 7141 KB), abgerufen am 28. November 2021
Ergebnis Datum: 2. Oktober 1988, 14.35 Uhr Ortszeit (UTC+9 h)Official Report : Games of the XXIVth Olympiad, Seoul 1988, Volume 2, Resultate Leichtathletik, S. 240f, englisch/französisch (PDF, 49.580 KB), abgerufen am 28. November 2021 Zwischenzeiten Zwischenzeit-Marke Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit 5 km 15:29 min große Gruppe 15:29 min 10 km 30:32 min große Gruppe 15:03 min 15 km 45:57 min große Gruppe 15:25 min 20 km 1:01:21 h große Gruppe 15:24 min 25 km 1:16:57 h 13-köpfige Spitzengruppe 15:36 min 30 km 1:32:49 h neunköpfige Spitzengruppe 15:52 min 35 km 1:48:25 h Wakihuri, Salah, Bordin, Nakayama, Spedding, Ikangaa 15:36 min 40 km 2:03:39 h Salah, Wakihuri, Bordin 15:14 min Platz Athlet Land Zeit (h) Datei:Gold medal icon.svg Gelindo Bordin 2:10:32 Datei:Silver medal icon.svg Douglas Wakiihuri 2:10:47 Datei:Bronze medal icon.svg Ahmed Salah 2:10:59 4 Takeyuki Nakayama 2:11:05 5 Steve Moneghetti 2:11:49 6 Charlie Spedding 2:12:19 7 Juma Ikangaa 2:13:06 8 Robert de Castella 2:13:07 9 Toshihiko Seko 2:13:41 10 Rawil Kaschapow 2:13:49 11 Jesús Herrera 2:13:58 12 John Campbell 2:14:08 13 Gerard Nijboer 2:14:40 14 Pete Pfitzinger 2:14:44 15 Marti ten Kate 2:14:53 16 Orlando Pizzolato 2:15:20 17 Hisatoshi Shintaku 2:15:42 18 Kim Won-tak 2:15:44 19 Gianni Poli 2:16:07 20 Dieudonné LaMothe 2:16:15 21 Dave Long 2:16:18 22 Henrik Jørgensen 2:16:40 23 Ralf Salzmann 2:16:54 24 Dick Hooper 2:17.16 25 Mirko Vindiš 2:17:47 26 Cai Shangyan 2:17:54 27 Joaquim Silva 2:18:05 28 Art Boileau 2:18:20 29 Ed Eyestone 2:19:09 30 Noureddine Sobhi 2:19:56 31 Yoo Jae-sung 2:20:11 32 Mehmet Terzi 2:20:12 33 Kevin Forster 2:20:45 34 Bigboy Matlapeng 2:20:51 35 Allaoua Khellil 2:21:12 36 Justin Gloden 2:22:14 37 Alex Gonzalez 2:22:24 38 Zhang Guowei 2:22:49 39 Pedro Ortiz 2:23:34 40 Ronald Lanzoni 2:23:45 41 Brad Camp 2:23:49 42 Adolphe Ambowodé 2:23:52 43 John Burra 2:24:17 44 Samuel Hlawe 2:24:42 45 Juan Amores 2:24:49 46 Peter Maher 2:24:49 47 Abdou Manzo 2:25:05 48 Diamantino dos Santos 2:25:14 49 Omar Moussa 2:25:25 50 Carlos Retiz 2:25:34 51 Gary Fanelli 2:25:35 52 John Woods 2:25:38 53 Gideon Mthembu 2:25:56 54 Baikuntha Manandhar 2:25:57 55 Karel David 2:26:12 56 Ivo Rodrigues 2:25:27 57 Martín Mondragón 2:27:10 58 Vusie Dlamini 2:28:06 59 Inni Aboubacar 2:28:15 60 Yohanna Waziri 2:29:14 61 Noheku Nteso 2:29:44 62 Benjamin Longiros 2:30:29 63 Vincent Ruguga 2:31:04 64 Alfonso Abellán 2:31:10 65 Vithanakande Lek Samarasinghe 2:31:29 66 Tika Bogati 2:31:49 67 Dave Edge 2:32:19 68 Luis López 2:32:43 69 Juan Camacho 2:34:41 70 Abbas Mohamed 2:35:26 71 Ahmet Altun 2:37:44 72 James Gombedza 2:38:13 73 Kamana Koji 2:38:34 74 João Carvalho 2:40:45 75 Aaron Dupnai 2:41:47 76 Binesh Prasad 2:41:50 77 Calvin Dallas 2:42:19 78 Telesphore Dusabe 2:42:52 79 Eugène Muslar 2:43:29 80 Hassan Karimou 2:43:51 81 Wallace Williams 2:44:40 82 Mohala Mohloli 2:44:44 83 Awadh al-Sameer 2:46:59 84 Derick Adamson 2:47:57 85 Krishna Bahadur Basnet 2:47:57 86 Fred Schumann 2:49:52 87 John Mwathiwa 2:51:43 88 Marlon Williams 2:52:06 89 Kaleka Mutoke 2:55:21 90 James Walker 2:56:32 91 Mohiddin Mohamed Kulmiye 2:58:10 92 Fred Ogwang 2:59:35 93 Naser Babapour 3:00:20 94 Ricardo Taitano 3:03:19 95 Baba Ibrahim Suma-Keita 3:04:00 96 Alassane Bah 3:06:27 97 Nguyễn Văn Thuyết 3:10:57 98 Polin Belisle 3:14:02 DNF Abdul Hadi Abdul Latheef Domingo Aguilar Paulo Catarino Mark Conover Hussein Haleem Honorato Hernández Ibrahim Hussein Ahmed Mohamed Ismail Joseph Kipsang Geir Kvernmo Kwon Seong-lak Bruno Lafranchi Alain Lazare John Maeke George Mambosasa El Mostafa Nechchadi Jörg Peter John Treacy Dirk Vanderherten Martin Vrábel
Rennverlauf Als Favoriten galten vor allem die afrikanischen Marathonläufer, die in den letzten Jahren immer stärker geworden waren, insbesondere Ahmed Salah aus Dschibuti als Inhaber der Weltbestzeit und der kenianische Weltmeister Douglas Wakiihuri. Weitere Medaillenkandidaten waren der Australier Robert de Castella, von 1981 bis 1984 Inhaber der Weltbestzeit, und der italienische Europameister Gelindo Bordin.
Mit Gary Fanelli nahm erstmals ein Leichtathlet aus Amerikanisch-Samoa an Olympischen Spielen teil. Auch die Pazifikinsel Guam, für die Fred Schumann, Ricardo Taitano und James Walker antraten, war erstmals bei den olympischen Leichtathletikwettbewerben vertreten.
Das Feld blieb lange zusammen, erst bei Kilometer 25 hatte sich eine dreizehnköpfige Spitzengruppe gebildet, die sich bei Kilometer dreißig auf sechs Athleten reduzierte. Mitfavorit Bordin war zwischen Kilometer zehn und fünfzehn das Tempo nicht mitgegangen und zeitweise mit fast fünfzig Sekunden zurückgelegen. Aber er kämpfte sich wieder heran und hatte bei Kilometer zwanzig wieder aufgeschlossen. So war er bei Kilometer dreißig wie auch Salah und Wakiihuri in der Führungsgruppe dabei. Dazu kamen noch der Australier Steve Moneghetti, der Brite Charlie Spedding und der Japaner Takeyuki Nakayama, während de Castella zurückgefallen war. Bei Kilometer vierzig hatten sich Salah, Wakiihuri und Bordin von der Gruppe abgesetzt. Der nächste Kilometerabschnitt, der leicht bergab verlief, brachte die Vorentscheidung. Bordin übernahm die Führung, setzte sich von seinen beiden Begleitern ab und blieb bis ins Ziel vorn. Am Ende hatte Gelindo Bordin fünfzehn Sekunden Vorsprung – den kleinsten Vorsprung eines Marathon-Olympiasiegers seit 1920. Hinter ihm gewann Douglas Wakiihuri zwölf Sekunden vor Ahmed Salah die Silbermedaille.
Gelindo Bordin war der erste italienische Olympiasieger im Marathonlauf. Douglas Wakiihuri und Ahmed Salah gewannen die ersten Medaillen in dieser Disziplin für ihre Länder. Ahmed Salah war zudem der erste und bislang einzige Medaillengewinner Dschibutis – Stand 2026.
Weblinks 1988: Seoul: Dorando Pietri enfin vengé, Rosa Mota ou le couronnement d'une grande., marathoninfo.free.fr, abgerufen am 28. November 2021 Official Report : Games of the XXIVth Olympiad, Seoul 1988, Volume 2, Resultate Leichtathletik, S. 240f, englisch/französisch (PDF, 49.580 KB), abgerufen am 28. November 2021 Olympedia, Athletics at the 1988 Summer Olympics, Marathon, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 28. November 2021 Seoul 1988, Athletics, marathon men Results, Seite des IOC (englisch), olympics.com, abgerufen am 28. November 2021 Athletics at the 1988 Seoul Summer Games: Men's marathon, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 28. November 2021
Videolinks Seoul 1988 Olympic Marathon, Marathon Week, youtube.com, abgerufen am 24. Januar 2018 1988 Olympic Games - Mens Marathon - Part 1, youtube.com, abgerufen am 28. November 2021 1988 Olympic Games - Mens Marathon - Part 2, youtube.com, abgerufen am 28. November 2021 1988 Olympic Games - Mens Marathon - Part 3, youtube.com, abgerufen am 28. November 2021 1988 Olympic Games - Mens Marathon - Part 4, youtube.com, abgerufen am 28. November 2021
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1988 Kategorie:Marathonlauf