Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2014 wurden am 1. und 2. Februar im niederländischen Hoogerheide ausgetragen. Es war nach 2009 die zweite Austragung an diesem Ort.

Ablauf

Der Radsport-Weltverband UCI hatte Anfang 2012 die Weltmeisterschaften für 2014 und 2015 vergeben wollen. Die erwartete französische Kandidatur für 2014 blieb jedoch aus, weil sich der französische Radsportverband FFC mit potenziellen Organisatoren nicht rechtzeitig über die Finanzen einigen konnte, so dass die Entscheidung vertagt wurde. Hoogerheide, das sich zunächst erfolglos für 2015 beworben hatte, stellte sich daher erneut zur Wahl und erhielt einige Monate später den Vorzug gegenüber Nommay und dem Trentino.

Die Wettkämpfe fanden auf dem Parcours des GP Adrie van der Poel statt. Im Gegensatz zu 2009 wurde das Ortszentrum nicht mehr einbezogen, Start und Ziel waren auf dem Scheldeweg. Über die Länge des Rundkurses, der je nach Kategorie unterschiedlich oft befahren wurde, gab es unterschiedliche Angaben; er bemaß sich auf etwa 3,4 km, davon etwa drei Viertel auf Wiesen. Wie in den Vorjahren gab es Rennen für die Elite bei Frauen und Männern sowie zwei weitere für die jüngeren männlichen Altersklassen, Junioren und U23. Die Frauen fuhren nunmehr am Nachmittag des ersten Tags und tauschten so den Platz mit der U23. Die Junioren fuhren fünf, die Frauen vier, die U23-Fahrer sechs und die Männer acht Runden.

Es beteiligten sich 221 Fahrer aus 23 Nationen, darunter erstmals aus Serbien und Mazedonien. Der Österreichische Radsport-Verband blieb der Veranstaltung wie schon im Vorjahr fern. Am ersten Tag kamen 10.000 bis 15.000 Zuschauer zu den Rennen, am zweiten Tag 35.000 bis 40.000.

Ergebnisse

Junioren

Platz Name Zeit (min) 1 Thijs Aerts 45:55 2 Yannick Peeters + 0:10 3 Jelle Schuermans + 0:12 4 + 0:13 5 + 0:22 6 + 0:35 7 + 0:42 8 Yan Gras + 0:58 9 Sieben Wouters + 1:10 10 Hugo Pigeon + 1:19

Nach nächtlichem Regen war der Untergrund stark aufgeweicht. Beim Start kam es auf der nassen Fahrbahn zu einem Massensturz, der die Hälfte der Fahrer aufhielt und mehrere von ihnen zur Aufgabe zwang. Hauptakteure des Rennens waren der Niederländer Joris Nieuwenhuis und ein Quartett Belgier, nämlich Thijs Aerts, Kobe Goossens, Europameister Yannick Peeters und Jelle Schuermans. Durch Stürze und Defekte änderten sich mehrfach die Positionen. Zu Beginn der Schlussrunde lagen Aerts, Nieuwenhuis und Peeters zusammen in Front, etwa 10 Sekunden dahinter folgten Goossens und Schuermans. Aerts war in der Schlussrunde der stärkste und gewann vor Peeters, während Nieuwenhuis zurückfiel und auf der Zielgeraden noch von Schuermans überholt wurde.

Der Weltcup-Sieger Adam Ťoupalík war gesundheitlich nicht auf der Höhe und gab unterwegs auf, wie noch fünf weitere der 58 Teilnehmer. Ein britischer Fahrer wurde disqualifiziert, weil er den Materialposten durchfahren hatte, ohne sein Rad zu wechseln.

Frauen

Platz Name Zeit (min) 1 39:25 2 + 1:07 3 + 1:17 4 + 1:20 5 + 2:33 6 + 2:44 7 + 2:47 8 + 2:52 9 + 2:58 10 + 2:59

Als die Frauen mit 44 Fahrerinnen an den Start gingen, war es trockener geworden, doch war der Untergrund noch stets schwergängig. Zu den Favoriten gehörten die Titelverteidigerin Marianne Vos, die Europameisterin Helen Wyman sowie die Weltcupsiegerin Katherine Compton. Letztere hatte erst einen schlechten Start, verhakte sich dann noch mit dem Rad von Pavla Havlíková und musste das Rennen quasi vom Ende des Felds wieder aufnehmen. Vos machte schon zu Beginn Druck, nur Eva Lechner ging ihr Tempo mit, bis sie am Ende der ersten Runde abreißen lassen musste. Vos fuhr ein souveränes Rennen bis ins Ziel; sie wurde zum siebten Mal Weltmeisterin und zum sechsten Mal in Folge, eine Serie, die sie 2009 ebenfalls in Hoogerheide begonnen hatte.

Lechner wurde ungefährdet Zweite. Hinter ihr hatte sich zur Rennmitte ein Trio aus Compton, Wyman und Sanne Cant gebildet. Compton musste jedoch ihrer Aufholjagd Tribut zollen und fiel in der dritten Runde zurück. In der vierten und letzten Runde setzte sich Wyman gegen Cant um die Bronzemedaille durch. Die vierfache Ex-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, die mit 39 Jahren ihre letzte WM fuhr, hatte nach einem Sturz in der zweiten Runde aufgegeben.

U23

Platz Name Zeit (min) 1 49:35 2 + 0:50 3 + 1:17 4 + 1:19 5 + 1:26 6 + 2:09 7 David Menut + 2:24 8 Tomáš Paprstka + 2:37 9 Gert-Jan Bosman gl. Zeit 10 + 2:44

Am Vormittag des zweiten Tags war es sonnig, und der Parcours war noch etwas schneller als am Vortag. Mathieu van der Poel hatte in seinem ersten U23-Jahr den Weltcup gewonnen, Wout van Aert war sein ärgster Widersacher gewesen. Michael Vanthourenhout wiederum hatte die beiden bei den Europameisterschaften geschlagen. Titelverteidiger Mike Teunissen hingegen hatte eine unauffällige Saison hinter sich.

Im 58-köpfigen Feld dominierten von Beginn an die Belgier und Niederländer. Zunächst übernahm Toon Aerts die Initiative, doch zur Mitte der Runde attackierte van Aert, indem er auf einem schwierigen Wegstück an seinen Konkurrenten vorbeilief, die auf dem Rad geblieben waren. Am Ende der ersten Runde betrug sein Vorsprung bereits 20 Sekunden. Van der Poel schien einen schlechten Tag erwischt zu haben und musste nach und nach Vanthourenhout, Laurens Sweeck, Toon Aerts und seinen Bruder David ziehen lassen, allerdings stürzte letzterer bald darauf. Nach vier Runden bestand an den ersten beiden Plätzen kein Zweifel mehr: Van Aert wurde Weltmeister vor Vanthourenhout. Van der Poel, der zwischendurch schon aufgeben wollte, fing sich gegen Ende der vorletzten Runde, holte Aerts und Sweeck noch ein und wurde Dritter.

Männer

Platz Name Zeit (h) 1 1:05:29 2 + 0:12 3 + 0:40 4 + 0:59 5 + 1:07 6 + 1:22 7 + 1:43 8 + 1:53 9 + 2:04 10 + 2:11

Zu den Favoriten im Männerrennen gehörten von vornherein Titelverteidiger Sven Nys und Weltcupsieger Lars van der Haar. Der Weltmeister von 2010 und 2011, Zdeněk Štybar, hatte hinsichtlich seiner Straßensaison lange gezögert und erst sehr kurzfristig seine Teilnahme angekündigt.

Zu Beginn der zweiten Runde bildete sich ein Spitzenquartett aus Nys, van der Haar, Štybar und Francis Mourey. In der vierten Runde fielen van der Haar und Mourey zurück. Die zweite Rennhälfte sah ständige Attacken zwischen Nys und Štybar, die zunächst fruchtlos blieben. In der Schlussrunde setzte Štybar seinen Kontrahenten mit allen Kräften unter Druck, distanzierte diesen schließlich und wurde zum dritten Mal Weltmeister. Den Kampf um die Bronzemedaille führte van der Haar mit Kevin Pauwels und Klaas Vantornout, mit dem besseren Ende für Pauwels. Niels Albert, der die Weltmeisterschaften 2009 an gleichem Ort gewonnen hatte, kam nie ins Rennen und endete auf dem 20. Platz.

Weblinks

Berichte und Ergebnisse auf CyclingNews Aufzeichnungen im Youtube-Kanal der UCI: Junioren, Frauen, U23, Männer Zusammenfassung des Männer-Rennens auf Sporza

Cyclocross-Weltmeisterschaften 2014 in der Datenbank von ProCyclingStats

Einzelnachweise

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