Dornheim (fränkisch: DoanaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 30. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dôəna“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Iphofen im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Die Gemarkung Dornheim hat eine Fläche von 11,101 km². Sie ist in 1000 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 11101,04 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Fischhof und die Hohlbrunnermühle. Ursprünglich befand sich auf Dornheimer Gemarkung auch die Siedlung Kleindornheim, die bereits im 14. Jahrhundert verlassen wurde. Sulzbach bestand noch bis ins 15. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert verschwand das Kellerhaus.
Geologie Dornheim gehört zur Hellmitzheimer Bucht. Diese schiebt sich tief in den Steigerwald hinein und öffnet sich westwärts zum Maintal.
Geografie Das Pfarrdorf liegt im Südosten des Iphöfer Stadtgebietes. Nördlich des Ortes verläuft der Zettelbach. Die Staatsstraße 2418 Führt nach Nenzenheim (3,3 km südwestlich) bzw. nach Hellmitzheim (1,7 km nördlich). Die Kreisstraße KT 3/NEA 29 führt zur Bundesstraße 8 bei Altmannshausen (5,2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt über die Nierenmühle nach Mönchsondheim zur Kreisstraße KT 1 (3,8 km nordwestlich).
Geschichte Die Stelle, an der sich heute Dornheim befindet, war bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. So grub man mehrere schnurkeramische Gefäße aus. Weitere Funde wurden in den Flurlagen Keilholz und am Hausberg gemacht. Dort entdeckte man vier Hügelgräber aus der Hallstattzeit. Die lange Siedlungsgeschichte wird außerdem durch die Funde einiger provinzialrömischer Gefäße inmitten des heutigen Ortes belegt.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 30.
Im Jahr 741 wurde Dornheim in den Quellen erstmals als „villa Tornhaim“ genannt, obwohl das Dorf zu diesem Zeitpunkt bereits einige Zeit bestanden hatte. Die Pfarrkirche St. Remigius war eines der Gotteshäuser, mit denen das neugegründete Bistum Würzburg im Jahr 741 ausgestattet wurde. Die Kirche war eine der vier Eigenkirchen im Iffgau. Es ist davon auszugehen, dass die Franken von Dornheim aus die Besiedlung weiter vorantrieben.A. Brombierstäudl: Iphofen, S. 357.
816 wurde Dornheim als „villa“ (Dorf) ein zweites Mal erwähnt. Das Dorf gehörte zur Grundausstattung des Benediktinerklosters Megingaudshausen, aus dem später die Abtei Münsterschwarzach hervorging. Im Jahr 822 wurde die Schenkung an das Kloster bestätigt. Noch im 9. Jahrhundert kam es zum Besitzerwechsel. Ein gewisser Ezzelo übergab sein Eigentum in „Kurnaha“ und Dornheim dem Kloster Fulda.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 30.
Eine weitere Nennung erfolgte in einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1182. Papst Lucius III. übergab den Nonnen von St. Theodor in Bamberg Besitz unter anderem in Dornheim. Im Mittelalter wechselten die Dorfherren häufig, zwischen 1300 und 1400 besaßen die Grafen von Castell, die Herren von Hohenlohe, das Kloster Ebrach und die Fuchs von Dornheim einige Güter im Dorf.
Mit dem Jahr 1435 kam Dornheim in den Einflussbereich der Herren von Schwarzenberg. Im Jahr 1462 belagerten die Truppen des Fürstbischofs Johann III. von Grumbach das Dorf während einer Fehde mit dem Markgrafen von Ansbach, Albrecht Achilles, und brannten den befestigten Kirchhof des Dorfes nieder.A. Brombierstäudl: Iphofen, S. 358. Um das Jahr 1723 wurde das Dorf „Dornau“ genannt. Damals besaßen die Herren von Limpurg-Speckfeld, das Iphöfer Spital und die Herren von Hutten Zehnrechte im Ort.
Mit der Mediatisierung kam das Dorf im Jahr 1806 zu Bayern. Die Herren von Schwarzenberg übten lediglich noch das Patronatsrecht aus. Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Dornheim gebildet, zu dem Fischhof und Hohlbrunnermühle gehörten. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Dornheim, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Burghaslach und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. 1850 kam Dornheim an das Landgericht Markt Bibart. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919 in Finanzamt Markt Bibart umbenannt), seit 1929 ist es das Finanzamt Kitzingen. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Bibart, von 1879 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig. Die Gemeinde Dornheim hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,091 km².
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der alte Ortskern vollständig zerstört und neben 20 Soldaten starben auch zwei Dorfbewohner. In der Nachkriegszeit wurde das Dorf wieder aufgebaut.
Am 1. Januar 1972 wurde Dornheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Iphofen eingemeindet. H. Bauer: Landkreis Kitzingen, S. 112.
Wappen
Einwohnerentwicklung Gemeinde Dornheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 399 456 440 431 416 450 458 465 475 457 432 442 418 420 419 405 374 362 375 357 403 400 386 398 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 95 74 83 85 82 82 84 69 77 Quelle Für die Gemeinde Dornheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Eselsmühle (S. 24) und Seehof (S. 85). Im Historischen Gemeindeverzeichnis werden hiervon abweichend 457 Einwohner für die Gemeinde Dornheim angegeben.
Ort Dornheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2000 2006 2013 Einwohner 387 439 416 440 441 390 362 387 369 381 325 335 332 322 Häuser 91 72 83 80 82 67 74 78 Quelle
Baudenkmäler In Dornheim gibt es zwölf Baudenkmäler: Evangelische Kirche (Dornheim) Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius entstand ursprünglich von 1791 bis 1793. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern ab. Lediglich der Turm blieb erhalten. Im Jahr 1960 entstand der Neubau des Gotteshauses. Von der Kirchenburg haben sich nur noch wenige Mauerreste erhalten. Die evangelische Filialkirche wurde im Jahr 1858 gebaut, die Ausstattung wurde im Stile der Neugotik geschaffen. Neben den zwei Gotteshäusern haben sich im Ort noch mehrere Gebäude erhalten, die sehenswert sind. Das Gasthaus entstand ursprünglich im 17. Jahrhundert, wurde im Jahr 1926 allerdings umgebaut. Mehrere Wohnhäuser stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Persönlichkeiten Nathan Hausmann (1839–1908), Professor in AnsbachJ. L. Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit, S. 193. Rudolf Hahn (1891–1967), Lehrer, Rektor und Seminarleiter, geboren in Dornheim, aufgewachsen in Hüttenheim, als Lehrer in Würzburg und Fröhstockheim, Hahn forschte über die Geschichte des Bezirksamtes KitzingenO. A.: Willy R. Reichert. Der fränkische Dichter aus dem Steigerwaldvorland. In: Im Bannkreis des Schwanbergs 1969. Heimat-Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen. Würzburg 1969. S. 21. Alois Schlögl (1893–1957), Politiker (CSU), Schlögl wurde zum Ehrenbürger von Dornheim ernannt
Literatur Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70. Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993. Andreas Brombierstäudl: Iphofen. Eine fränkische Kleinstadt im Wandel der Jahrhunderte. Iphofen 1983.
Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Kitzingen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kitzingen) Kategorie:Ortsteil von Iphofen Kategorie:Ersterwähnung 741 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kitzingen