Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der bosnisch-herzegowinischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Bosnien-Herzegowina nahm 2026 zum zweiten Mal an der Weltmeisterschaftsendrunde teil. Auf dem Gebiet des heutigen Bosnien-Herzegowina geborene Spieler standen bei früheren WM-Turnieren schon in der jugoslawischen Mannschaft. Die Erfolge der jugoslawischen Mannschaft wurden aber von der FIFA zunächst der nur noch aus Serbien und Montenegro bestehenden Bundesrepublik Jugoslawien, die im Jahr 1998 unter diesem Namen ebenfalls und im Jahr 2006 als Serbien und Montenegro teilnahm und nun Serbien zugerechnet, das erstmals im Jahr 2010 teilnahm.

Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF-Datei; 195 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und Kroatien gescheitert. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Serbien und Montenegro gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Playoffs der Gruppenzweiten an Portugal gescheitert. 2014 Brasilien Vorrunde ArgentinienNigeriaIran 19. Safet Sušić 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Belgien und Griechenland gescheitert 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an Titelverteidiger Frankreich, der Ukraine und Finnland gescheitert 2026 Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale USA 29. Sergej Barbarez In der Qualifikation setzten sie sich im Play-off-Finale im Elfmeterschießen gegen Italien durch. mini Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)

Teilnahme als Teil Jugoslawiens: 8× (34,8 %; 1930, 1950, 1954, 1958, 1962, 1974, 1982 und 1990) Nicht qualifiziert: 6× (26 %; 1998, 2002, 2006, 2010, 2018 und 2022) Sportliche Qualifikation: 2× (8,7 % bzw. bei 14 % der Versuche) Vorrunde: 1× (4,3 %; 2014) Sechzehntelfinale: 1× (4,3 %; 2026)

WM-Turniere Turniere mit 24 Teilnehmern WM 1994 in den Vereinigten Staaten Bosnien-Herzegowina hatte zwar 1992 die Unabhängigkeit erlangt, der 1992 gegründete Bosnisch-herzegowinische Fußballverband war aber erst 1996 in die FIFA aufgenommen worden und konnte daher nicht an der Qualifikation für die WM 1994 teilnehmen. Jugoslawien, das in Gruppe 5 gelost wurde, wurde vor Beginn der Qualifikation aufgrund von UN-Sanktionen ausgeschlossen.

Turniere mit 32 Teilnehmern WM 1998 in Frankreich Die Mannschaft nahm erstmals an der Qualifikation für die zweite WM in Frankreich teil und wurde in der Gruppe 1 mit Dänemark, Kroatien, Griechenland und Slowenien nur Gruppenvierter. Das erste WM-Qualifikationsspiel am 1. September 1996 fand in Griechenland statt und wurde mit 0:3 verloren. Am 10. November 1996 gelang dann mit einem 2:1 in Slowenien der erste Sieg in einem WM-Qualifikationsspiel. Ein 3:0 gegen Gruppensieger Dänemark und ein 1:0 im Heimspiel gegen Slowenien waren dann nicht genug um sich zu qualifizieren, da alle anderen Spiele verloren wurden.

WM 2002 in Japan und Südkorea Auch für die erste WM in Asien konnte sich Bosnien-Herzegowina nicht qualifizieren. Spanien, Österreich und Israel platzierten sich vor Bosnien-Herzegowina, das lediglich Liechtenstein noch hinter sich lassen konnte und nur gegen die Liechtensteiner gewann.

WM 2006 in Deutschland Etwas besser verlief die Qualifikation für die zweite WM in Deutschland. Nur Serbien & Montenegro und Spanien konnten sich vor Bosnien-Herzegowina platzieren. Belgien, Litauen und San Marino folgten auf den weiteren Plätzen. Gegen Spanien gelangen sogar zwei Unentschieden.

WM 2010 in Südafrika In der Qualifikation für die erste WM in Afrika belegte Bosnien-Herzegowina hinter dem in zehn Spielen siegreichen Europameister Spanien den zweiten Platz und erreichte damit die Relegationsspiele der Gruppenzweiten. Die früheren WM-Teilnehmer Türkei und Belgien sowie Estland und Armenien hatten das Nachsehen. Gegen Estland gelang dabei mit dem 7:0 einer der beiden höchsten Siege. In den Play-off-Begegnungen verlor Bosnien-Herzegowina dann zweimal mit 0:1 gegen Portugal.

2014 in Brasilien miniatur|Startaufstellungen im ersten WM-Spiel der bosnisch-herzegowinischen Mannschaft

Vier Jahre später gelang die erste Qualifikation für ein großes Turnier. Im März 2010 hatte Safet Sušić die Mannschaft übernommen. In einer Gruppe mit Griechenland, der Slowakei, Litauen, Lettland und Liechtenstein setzte sich Bosnien-Herzegowina punktgleich mit Griechenland, aber der besseren Tordifferenz wegen, als Gruppensieger durch und qualifizierte sich für die zweite WM in Brasilien. Beim 8:1 gegen Liechtenstein erzielte die Mannschaft die meisten Tore in ihrer kurzen Länderspielgeschichte und einen der beiden höchsten Siege. Insgesamt erzielte die Mannschaft 30 Tore, von denen Edin Džeko ein Drittel erzielte, womit er zweitbester Torschütze in Europa war. Nur drei Spieler (Deon McCaulay (Belize), Robin van Persie (Niederlande) und Luis Suárez (Uruguay)) erzielten ein Tor mehr.

Die Auslosung bescherte dann zwar mit Ex-Weltmeister Argentinien einen dicken Brocken, aber die anderen beiden Gegner Iran und Nigeria erschienen als höchstens gleich stark. Das Auftaktspiel gegen Argentinien wurde dann auch mit 1:2 verloren, wobei Sead Kolašinac in der dritten Minute ein Eigentor unterlief und Vedad Ibišević das erste WM-Tor für Bosnien-Herzegowina erzielte. Aber mit einer 0:1-Niederlage gegen Afrikameister Nigeria wurden die Chancen auf den Achtelfinaleinzug verspielt. Mit einem 3:1 gegen den Iran gelang dann zumindest der erste WM-Sieg. Sušić blieb zunächst im Amt, wurde aber nach einer 0:3-Niederlage in der Qualifikation für die EM 2016 gegen Israel im November 2014 entlassen. Sein Nachfolger wurde Mehmed Baždarević.

2018 in Russland In der Qualifikation, die im September 2016 startete, traf die Mannschaft auf Belgien, Griechenland, Estland und Zypern. Nach drei Heimsiegen, einem Remis in Griechenland und einer Niederlage in Belgien lagen die Bosnier nach der Hälfte der Spiele auf dem dritten Platz. In der zweiten Hälfte konnte die Mannschaft dann nur noch in Faro/Loulé gegen Gibraltar und am letzten Spieltag in Estland gewinnen. Da die Griechen, mit denen die Mannschaft um den zweiten Platz hinter Belgien rang, aber zeitgleich gegen Gibraltar gewann, blieb es beim dritten Platz. Die Griechen konnten sich dann in den Playoff-Spielen der Gruppenzweiten nicht gegen Kroatien durchsetzen.

2022 in Katar In der Qualifikation waren Titelverteidiger Frankreich, die Ukraine, Finnland und Kasachstan die Gegner. Gegen Frankreich gab es zuvor zwei Remis und zwei Niederlagen, je eine in der Qualifikation für die EM 2012 und in Freundschaftsspielen. Finnland war zuletzt Gegner in der Qualifikation für die EM 2021. Beide konnten je ein Spiel gewinnen, aber nur die Finnen konnten sich erstmals für die Endrunde qualifizieren. Zuvor gab es noch einen Sieg in einem Freundschaftsspiel. Gegen Kasachstan und die Ukraine hatten die Bosnier zuvor noch nie gespielt. Die Bosnier starteten mit einem 2:2 in Finnland, verloren dann daheim mit 0:1 gegen den Weltmeister und erreichten in Frankreich ein 1:1. Nach einem 2:2 daheim gegen Kasachstan wurde in Kasachstan der erste Sieg mit 2:0 eingefahren. Nach einem 1:1 in der Ukraine hatten sie nach einer 1:3-Niederlage daheim gegen Finnland schon vor dem letzten Spiel keine Chance mehr sich für die WM-Endrunde zu qualifizieren, da der zweite Platz nicht mehr erreicht werden konnte und sie in der UEFA Nations League 2020/21 auch nur Gruppenletzte wurden. Das letzte Heimspiel gegen die Ukraine wurde dann auch noch verloren.

Turniere mit 48 Teilnehmern 2026 in Kanada, Mexiko und USA In der Qualifikation traf die Mannschaft ab März 2025 auf Österreich, Rumänien, Zypern und San Marino. Die Bosnier starteten mit vier Siegen in die Qualifikation, verloren dann aber das Heimspiel gegen Österreich mit 1:2. Nach einem 2:2 in Zypern und einem 3:1-Sieg gegen Rumänien hatten sie vor dem letzten Spiel in Österreich zwei Punkte weniger. Die Bosnier gingen dort zwar in der 12. Minute in Führung, mussten aber in der 77. Minute den Ausgleich hinnehmen, so dass es beim Zweipunkte-Abstand blieb. Als Gruppenzweite hatten sie aber noch die Chance sich über die Play-offs zu qualifizieren. Hier trafen sie im Halbfinale auswärts auf Wales und konnten sich im Elfmeterschießen mit 4:2 durchsetzen. Im Finale hatten sie Heimrecht gegen Italien. Sie gerieten zwar in der 15. Minute nach einem Torwartfehler in Rückstand, ab der 41. Minute spielten sie aber in Überzahl, nachdem ein Italiener wegen einer Notbremse die Rote Karte erhalten hatte. In der 79. Minute gelang Haris Tabakovic der Ausgleich und da danach keine weiteren Tore fielen, kam es nach einer torlosen Verlängerung wieder zum Elfmeterschießen. Hier trafen die ersten vier Schützen für Bosnien und Herzegowina, aber nur einer von drei Italienern. Damit qualifizierten sie sich zum zweiten Mal für die Endrunde, die die Italiener zum dritten Mal in Folge verpassen. Gegner bei der Endrunde sind Co-Gastgeber Kanada, Katar und die Schweiz.

Die Mannschaft startete mit einem 1:1 gegen Co-Gastgeber Kanada in die Endrunde, wobei Jovo Lukić seine Mannschaft mit seinem ersten Länderspieltor in der 21. Minute in Führung brachte, die die Kanadier erst in der 78. Minute ausgleichen konnten. Nach einer 1:4-Niederlage gegen die Schweiz und einem 3:1-Sieg gegen Katar erreichte die Mannschaft als fünftbester Gruppendritter erstmals die K.-o.-Runde, schied in dieser aber gegen den zweiten Co-Gastgeber USA mit 0:2 aus und konnte dabei eine 26-minütige Überzahl nach einer Roten Karte für den ersten Torschützen der USA nicht nutzen.

Spieler Rangliste der bosnisch-herzegowinischen WM-Spieler mit den meisten Einsätzen 1. Safet Sušić, Zlatko Vujović: je 8 Einsätze bei 2 Turnieren (alle für Jugoslawien) 3. Edin Džeko, Enver Hadžiabdić, Josip Katalinski, Sead Kolašinac, Enver Marić, Vlatko Marković, Branko Stanković: 6 Einsätze bei 1 bzw. 2 (Džeko, Kolašinac, Marković und Stanković) Turnieren (Hadžiabdić, Katalinski, Marić, Marković und Stanković für Jugoslawien) 10. Faruk Hadžibegić und Davor Jozić: 5 Einsätze bei 1 Turnier (für Jugoslawien) 12. Kerim Alajbegović, Esmir Bajraktarević, Ermedin Demirović, Nikola Katić, Amar Memić, Refik Šabanadžović (für Jugoslawien), Ivan Šunjić, Benjamin Tahirović und Nikola Vasilj, : 4 Einsätze bei 1 Turnier 21. Dušan Bajević (für Jugoslawien), Ivan Bašić, Asmir Begović, Muhamed Bešić, Predrag Đajić (für Jugoslawien), Amar Dedić, Vedad Ibišević, Ermin Mahmić, Tarik Muharemović, Miralem Pjanić, Edhem Šljivo (für Jugoslawien) und Emir Spahić: 3 Einsätze bei 1 Turnier

Rangliste der bosnisch-herzegowinischen WM-Spieler mit den meisten Toren 1. Dušan Bajević – 3 Tore (für Jugoslawien) 2. Ermin Mahmić – 2 Tore 3. Kerim Alajbegović, Edin Džeko, Vedad Ibišević, Jovo Lukić, Miralem Pjanić und Avdija Vršajević – je 1 Tor

zudem: Mahmud Abunada () – 1 Eigentor

WM-Kapitäne 1962: Muhamed Mujić (1. Spiel, für Jugoslawien) 1990: Zlatko Vujović (für Jugoslawien) 2014: Emir Spahić 2026: Edin Džeko

Bosnisch-herzegowinische Spieler in der jugoslawischen Mannschaft 1930: keine 1950: Predrag Đajić (3), Branko Stanković (3) 1954: Lev Mantula (0), Branko Stanković (3) 1958: keine 1962: Vlatko Marković (6), Muhamed Mujić (1), Nikola Stipić (0) 1974: Dušan Bajević (3), Enver Hadžiabdić (6), Josip Katalinski (6), Enver Marić (6), Rizah Mešković (0), Franjo Vladić (0) 1982: Vahid Halilhodžić (2), Predrag Pašić (0), Miloš Šestić (2), Edhem Šljivo (3), Safet Sušić (3), Zlatko Vujović (3), Zoran Vujović (0) 1990: Mirsad Baljić (1), Faruk Hadžibegić (5), Davor Jozić (5), Fahrudin Omerović (0), Refik Šabanadžović (4), Safet Sušić (5), Zlatko Vujović (5)