Dieser Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der bolivianischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften.

Übersicht mini|Platzierung der bolivianischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Bolivien konnte sich bisher erst für eine Weltmeisterschaftsendrunde sportlich qualifizieren. An der ersten Endrunde nahm man auf Einladung teil und 1950 weil Argentinien nicht antrat.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay VorrundeJugoslawien, Brasilien 12. Ulises Saucedo Das Spiel gegen Jugoslawien war das erste gegen eine europäische Mannschaft. Auch gegen Brasilien hatte Bolivien zuvor noch nicht gespielt. 1934 Italien nicht teilgenommen 1938Frankreich nicht teilgenommen 1950Brasilien Vorrunde Uruguay13. Mario Pretto Nur 1 Spiel 1954Schweiz Anmeldung durch die FIFA abgelehntfifa.com: (PDF; 325 kB), S. 10 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Argentinien gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an Uruguay gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Argentinien gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Peru gescheitert 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Argentinien gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Brasilien und Peru gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Brasilien gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Brasilien gescheitert 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Uruguay gescheitert 1994 USA Vorrunde Deutschland, Südkorea, Spanien 21. Xabier Azkargorta 0:1 im Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland. 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die erstmals im Liga-System zwischen den südamerikanischen Bewerbern – außer Brasilien, das als Weltmeister direkt qualifiziert war – ausgetragen wurde, belegte Bolivien nur den 8. Platz. Die ersten Vier konnten sich qualifizieren. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die erneut im Liga-System ausgetragen wurde, belegte Bolivien nur den 7. Platz. Die ersten Vier konnten sich qualifizieren, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Australien. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation belegte Bolivien nur den 10. und letzten Platz. Die ersten Vier konnten sich direkt qualifizieren, Uruguay als Fünfter scheiterte diesmal in den Play-offs gegen Australien. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation belegte Bolivien nur den 9. Platz, konnte dabei Argentinien mit 6:1 eine der höchsten Niederlagen beibringen. Die ersten Vier konnten sich direkt qualifizieren, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Costa Rica. 2014 Brasilien nicht qualifiziert Nach zwei Siegen, vier Remis und acht Niederlagen in der Südamerika-Qualifikation hatte Bolivien bereits am 6. September 2013 keine Chance mehr, sich zu qualifizieren. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation hatte die Mannschaft bereits nach dem sechstletzten Spiel keine Chance mehr sich zu qualifizieren. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation belegte die Mannschaft den vorletzten Platz. 2026 Kanada, Mexiko und USA nicht qualifiziert In der im September 2023 begonnenen Qualifikation traten wieder alle zehn CONMEBOL-Mitglieder in Hin- und Rückspielen gegeneinander an. Die sechs bestplatzierten Mannschaften qualifizierten sich direkt für die WM-Endrunde 2026. Der Siebtplatzierte nahm als südamerikanischer Teilnehmer am WM-Play-off-Turnier im März 2026 teil. Diesen Platz sicherte sich Bolivien durch einen 1:0-Sieg im letzten Spiel gegen Rekordweltmeister Brasilien. Letztlich verloren sie aber mit 1:2 gegen den Irak und verpassen damit die WM-Endrunde.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) Teilnahmeverzicht: zweimal (8,7 %; 1934 und 1938) Nicht zugelassen: einmal (4,3 %; 1954) Nicht qualifiziert: 17-mal (73,9 %; 1958, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1998, 2002, 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 und 2026) Sportliche Qualifikation: einmal (4,3 % bzw. 5,0 % der Versuche) Teilnahme ohne Qualifikation: zweimal (8,7 %; 1930, 1950) Vorrunde: dreimal (13,0 %; 1930, 1950 und 1994)

Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Die WM 1930 mini|Die bolivianische Mannschaft vor dem ersten WM-Spiel gegen Jugoslawien

Bolivien nahm wie alle anderen südamerikanischen Mannschaften, die bereits Länderspiele ausgetragen hatten, an der ersten WM in Uruguay teil. Bolivien wurde in eine Gruppe mit Brasilien und Jugoslawien gelost und verlor beide Spiele mit 0:4. Ulises Saucedo, der bolivianische Trainer, hatte bei diesem Turnier auch einen Einsatz als Schiedsrichter: am 19. Juli 1930 im Vorrundenspiel zwischen den Mannschaften aus Argentinien und Mexiko (6:3), wobei ihm der rumänische Trainer als Linienrichter assistierte. In der Abschlusstabelle belegte Bolivien den 12. und vorletzten Platz.

Die WM 1934 und 1938 An den Weltmeisterschaften in Italien und Frankreich 1934 und 1938 nahm Bolivien nicht teil. Durch den Teilnahmeverzicht fiel Bolivien auf Platz 25 in der ewigen Rangliste, war aber nun Drittletzter.

Die WM 1950 Für die WM im Nachbarland Brasilien sollte sich Bolivien durch Spiele gegen Argentinien und Chile qualifizieren. Da Argentinien zurückzog, waren Bolivien und Chile kampflos qualifiziert. In Brasilien wurden die Bolivianer in die einzige Zweier-Gruppe gelost und trafen auf den späteren Weltmeister Uruguay. Nach einem 0:8 konnte die vom Italiener Mario Pretto trainierte Mannschaft nach nur einem Spiel die Heimreise antreten und verschwand für 44 Jahre von der WM-Bühne. In der ewigen Rangliste fiel Bolivien auf Platz 26, blieb aber weiter Drittletzter.

Die WM 1954 Für die WM in der Schweiz hatte Bolivien wie zahlreiche andere Länder auch zu spät gemeldet und wurde nicht zugelassen. In der ewigen Rangliste fiel Bolivien auf Platz 30 und war nun Vorletzter.

Die WM 1958 Erstmals trat Bolivien zu WM-Qualifikationsspielen an und musste gegen Argentinien und Chile antreten. Bolivien gewann zwar beide Heimspiele in der Höhe von La Paz, verlor aber die Auswärtsspiele. Da Argentinien in Chile gewann, konnten sich die Argentinier qualifizieren. In der ewigen Rangliste fiel Bolivien auf den 34. und letzten Platz, da der bisherige Letzte Mexiko erstmals einen Punkt gewinnen konnte und um fünf Plätze klettern konnte.

Die WM 1962 Für die WM Chile musste Bolivien in zwei Spielen gegen Uruguay antreten. Nach einem 1:1 in La Paz wurde in Montevideo mit 1:2 verloren, womit sich Uruguay qualifizierte.

Die WM 1966 Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ sollte sich Bolivien durch Spiele gegen Argentinien und Paraguay qualifizieren. Bolivien konnte aber nur das Heimspiel gegen Paraguay gewinnen, die anderen Spiele wurden verloren und so schied Bolivien als Gruppenletzter aus.

Die WM 1970 Für die erste WM in Mittelamerika waren den Bolivianern Argentinien und Peru als Fußball-Weltmeisterschaft 1970/Qualifikationsgegner zugelost und Bolivien nutzte wieder den Höhenvorteil von La Paz und gewann beide Heimspiele. Da aber Peru gegen Argentinien in Lima gewann und in Buenos Aires ein Remis erkämpfte, fuhren die Peruaner nach Mexiko und Bolivien hatte sich sogar vor Argentinien platziert.

Die WM 1974 Für die erste WM in Deutschland musste Bolivien in einer Qualifikations-Gruppe mit Argentinien und Paraguay antreten, verlor alle vier Spiele und schied als Gruppenletzter aus.

Die WM 1978 Etwas besser verlief die Qualifikation zur WM 1978. In der ersten Runde setzte sich Bolivien überraschend gegen Uruguay und Venezuela durch. In der zweiten Runde wurden bei einem Turnier in Cali die beiden Spiele gegen Brasilien und Peru verloren, die sich damit für die WM in Argentinien qualifizierten. Bolivien hatte aber noch die Chance, sich im interkontinentalen Playoff CONMEBOL/UEFA gegen Ungarn zu qualifizieren. Im ersten Spiel in Budapest wurde aber mit 0:6 verloren, der höchsten Niederlage in einem interkontinentalen Playoff-Spiel. Und auch die Höhe von La Paz konnte nicht genutzt werden: das Heimspiel wurde mit 2:3 verloren.

Turniere mit 24 Teilnehmern Die WM 1982 In der Qualifikation zur WM 1982 scheiterte Bolivien am Endrundenteilnehmer Brasilien und konnte nur das Heimspiel gegen Venezuela gewinnen. In der ewigen Rangliste fiel Bolivien auf den 51. Platz, konnte die Rote Laterne aber an El Salvador abgeben, das durch eine 1:10-Niederlage gegen Ungarn die schlechtere Tordifferenz hatte.

Die WM 1986 Brasilien und Paraguay waren die Gegner in der Qualifikation zur WM 1986. Bolivien konnte kein Spiel gewinnen, aber immerhin in Rio de Janeiro einen Punkt gewinnen. Ein weiterer Punkt im Heimspiel gegen Paraguay brachte nur den letzten Platz in der Gruppe.

Die WM 1990 Die Qualifikation für die zweite WM in Italien lief zwar etwas besser, denn am Ende waren Bolivien und Uruguay punktgleich. Die bessere Tordifferenz hatten aber die Uruguayer, da Bolivien kein Spiel ohne Gegentor gewinnen konnte, während Uruguay bei seinen drei Siegen ohne Gegentor blieb. Peru war diesmal nur Punktelieferant.

Die WM 1994

In der Qualifikation zur WM 1994 belegte Bolivien in einer Fünfergruppe hinter Brasilien, aber vor Uruguay, Ecuador und Venezuela den zweiten Platz und war erstmals sportlich für eine WM qualifiziert. Dabei gelang mit dem 7:0 gegen Venezuela der höchste Sieg in einem Länderspiel.

Bei der Endrunde in den Vereinigten Staaten trafen die vom Spanier Xabier Azkargorta trainierten Bolivianer im Eröffnungsspiel auf Titelverteidiger Deutschland und waren die erste Mannschaft, die im Eröffnungsspiel gegen den Titelverteidiger verloren. Bolivien konnte aber bis zur 61. Minute das 0:0 halten, ehe Jürgen Klinsmann nach einem Missverständnis zwischen Torwart Carlos Trucco und Abwehrchef Gustavo Quinteros das 1:0-Siegtor für den Titelverteidiger gelang. In der 82. Minute verloren die Bolivianer dann noch Marco Etcheverry durch eine Rote Karte. Im zweiten Spiel erkämpfte Bolivien mit einem 0:0 gegen Südkorea den bisher einzigen Punkt bei einer WM und im letzten Spiel gegen die Landsleute ihres spanischen Trainers gelang beim 1:3 das erste WM-Tor durch Erwin Sánchez. Damit verabschiedete sich Bolivien für mindestens 36 Jahre von der WM-Bühne, konnte sich aber durch den Punktgewinn in der ewigen Rangliste um fünf Plätze verbessern, war nun aber schlechteste Mannschaft mit nur einem Punkt.

Turniere mit 32 Teilnehmern Die WM 1998 Außer Weltmeister Brasilien spielten alle übrigen CONMEBOL-Mitglieder in einer Neunergruppe vier Endrundenteilnehmer aus. Bolivien landete hier nur auf Platz 8 und verpasste dadurch die Qualifikation zur WM 1998. Dabei konnte in den Auswärtsspielen nur in Venezuela ein Punkt geholt werden. In den Heimspielen blieb Bolivien zwar ungeschlagen, konnte aber auch nicht alle gewinnen.

Die WM 2002 In der Südamerika-Qualifikation traten diesmal alle zehn CONMEBOL-Mitglieder gegeneinander an. Bolivien konnte kein Auswärtsspiel gewinnen und verlor in La Paz gegen Ecuador mit 1:5, so dass am Ende nur den 7. Platz belegt wurde.

Die WM 2006 In der Qualifikation zur WM 2006 belegte Bolivien in der Südamerika-Qualifikation, zu der wieder alle CONMEBOL-Mitglieder gegeneinander antraten, diesmal nur den letzten Platz, wobei die Heimspiele gegen Argentinien, Chile und Ecuador und alle Auswärtsspiele verloren wurden.

Die WM 2010 mini|Das Estadio Hernando Siles in La Paz