mini|Panorama über Ebersbrunn mini|Evangelisch-Lutherische Kirche St. Vitus
Ebersbrunn ist ein Gemeindeteil des Marktes Geiselwind im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Ebersbrunn hat eine Fläche von 5,608 km². Sie ist in 528 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10621,74 m² haben. In der Gemarkung Ebersbrunn liegt die Ortswüstung Oberwinkel. Das Dorf wurde wahrscheinlich im 15. Jahrhundert verlassen.
Geografische Lage Das Kirchdorf liegt an der Reichen Ebrach, die nordwestlich im Gotteswald entspringt. Die Kreisstraße BA 7/KT 47/SW 50 führt nach Schönaich (3,1 km nördlich) bzw. nach Kleinbirkach (2 km südöstlich). Die Kreisstraße KT 48 führt nach Gräfenneuses zur Staatsstraße 2260 (2,2 km südwestlich). Vier Einzelbäume wurden von der unteren Naturschutzbehörde zu Naturdenkmälern erklärt, weil sie aufgrund ihrer Größe und ihres Alters landschaftsprägende Elemente sind. So steht am sogenannten Kesselweg eine etwa 220 Jahre alte Rotbuche. In Richtung Hof ist eine alte Eiche zu finden. Außerdem haben sich zwei Holzbirnbäume erhalten, von denen einer auch ca. 200 Jahre alt ist.
Geschichte Ebersbrunn wurde als Haufenwegedorf angelegt. Im 9. Jahrhundert wurde dieses als „Eburenesbrunno“ erstmals urkundlich erwähnt. Später wandelte sich der Dorfnamen über „Eberhartzbrun“ im Jahr 1340 zu „Ebertsbrunn“ im Jahr 1583. Der Ortsname wurde in der Vergangenheit in zwei Richtungen gedeutet. Vielleicht verweist er auf einen Brunnen der Ebrach. Die Bezeichnung „Eberhartzbrun“ deutet dagegen auf den Namen Eberhardt hin, der in der Vergangenheit hier gesiedelt hatte.W.-D. Raftopoulo: Kulturführer Steigerwald, S. 121.P. Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau, S. 174.
Der Ort hatte während des Mittelalters wechselnde Besitzer. Die meisten Güter hatten die Fuchs von Bimbach, die Grafen zu Castell verkauften ihre Anteile 1290 an das Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald. Auch das Spital von Prichsenstadt war dort begütert.K. Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim, S. 63f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ebersbrunn aus 23 Anwesen, einer Kirche, einer Schule, einer Gemeindemühle und einem Hirtenhaus. Die Hochgerichtsbarkeit übte das würzburgische Cent Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Bimbach, wurde aber auch von Brandenburg-Ansbach beansprucht. Grundherren waren das Rittergut Bimbach: 8 Güter, 5 Sölden, 1 Hofhäuslein; das Amt Ebrach des Klosters Ebrach: 4 Bauerngüter; das Fürstentum Ansbach mittelbar für das Spital Prichsenstadt: 2 Höfe, 2 Gütlein, 1 Söldengütlein.E. Riedenauer: Gerolzhofen, Bd. 2, S. 1013.
Im Jahre 1806 kam Ebersbrunn zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts entstand der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Ebersbrunn. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit von 1804 bis 1812 dem Landgericht Ebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebrach. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der Ort dem Patrimonialgericht I. Klasse Bimbach. Von 1812 bis 1822 war das Landgericht Burgebrach und das Rentamt Burgwindheim zuständig, von 1822 bis 1853 das Landgericht Gerolzhofen, ab 1853 das Landgericht Wiesentheid. Ab 1862 war für die Verwaltung das Bezirksamt Gerolzhofen zuständig (1939 in Landkreis Gerolzhofen umbenannt) und ab 1822 für die Finanzverwaltung das Rentamt Gerolzhofen (1919–1973: Finanzamt Gerolzhofen, seit 1973: Finanzamt Kitzingen). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Wiesentheid, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Wiesentheid zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Kitzingen.E. Riedenauer: Gerolzhofen, S. 1234f. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,608 km².
Am 5. April 1945 erfolgte ein alliierter Fliegerangriff auf Ebersbrunn. Neunzehn Gebäude wurden zerstört, zwei Tote waren zu beklagen.
Am 1. Juli 1972 wurde Ebersbrunn im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geiselwind eingemeindet.
Baudenkmäler Die evangelisch-lutherische Kirche Sankt Vitus liegt auf einem Hügel am Ortsrand. Die Chorturmkirche geht mit den Turmuntergeschossen auf einen romanischen Vorgängerbau zurück, der 1713 im Stile des Barock erneuert wurde. Eine spitze Bekrönung schließt den Turm oben ab. Im Jahr 1717 kamen der Taufstein mit Akanthusdekoration und der Altar in die Kirche. Auf dem Altarblatt ist die Auferstehung dargestellt. Die Orgel wurde 1997 von Hey Orgelbau erbaut.
Einwohnerentwicklung Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2025Einwohner 198 211 219 219 217 204 197 204 206 212 202 193 182 174 169 178 170 154 142 215 210 188 153 130 131 130HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 49 34 33 32 32 29 28 29 32 Quelle
Bildung Ebersbrunn liegt heute im Sprengel der Drei-Franken-Grundschule im Hauptort Geiselwind. Ab der 5. Klasse besuchen die Kinder die Nikolaus-Fey-Mittelschule in Wiesentheid. Weiterführende Schulen können mit der Mädchenrealschule in Volkach, der Realschule in Ebrach und mit der Realschule in Dettelbach besucht werden. Gymnasien gibt es in Münsterschwarzach (Egbert-Gymnasium), Volkach-Gaibach (Franken-Landschulheim Schloss Gaibach), Wiesentheid (Steigerwald-Landschulheim) und Kitzingen (Armin-Knab-Gymnasium). Bereits in Mittelfranken liegt das Gymnasium Scheinfeld.
Religion Ebersbrunn ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Großbirkach) gepfarrt.
Persönlichkeiten Dieter Hoffmann (1934–2024), Schriftsteller, Hoffmann lebte zuletzt in Ebersbrunn und starb im Ort
Literatur Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.
Wolf-Dieter Raftopoulo: Kulturführer Steigerwald. Dokumentation einer alten Kulturlandschaft. Dettelbach 2003.
Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Kitzingen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kitzingen) Kategorie:Gemeindeteil von Geiselwind Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort im Steigerwald Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Haufendorf Kategorie:Ort an der Reichen Ebrach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kitzingen