Brück () ist ein Gemeindeteil der Stadt Dettelbach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Brück hat eine Fläche von 1,369 km². Sie ist in 479 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2858,13 m² haben.

Bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Dettelbach am 1. Juli 1972 war Brück eine selbstständige Gemeinde. Historisch war das Dorf mit Dettelbach allerdings bereits wesentlich länger verbunden. Der Stadtrat von Dettelbach hatte seit 1484 die Entscheidungsbefugnis über die Bewohner, die gleichzeitig auch dem Amt Dettelbach im Hochstift Würzburg zugeordnet waren.

Brück ist heute ein ackerbautreibender Ort. Allerdings bestanden in der Vergangenheit mehrere Rebflächen in der Gemarkung, wobei die Weinlage Sonnenleite mit ihren 5 Hektar (1993) einen letzten Überrest darstellt. Bedeutsam war auch der Steinabbau in mehreren Brüchen um das heutige Dorf. Den Mittelpunkt von Brück bildet die katholische Filialkirche St. Jakobus, deren Turm romanische Überreste aufweist.

Geografische Lage Geografie und naturräumliche Gliederung Das Kirchdorf Brück liegt relativ zentral im Dettelbacher Gemeindegebiet und ist deshalb von allen Seiten von Dettelbacher Gemeindeteilen umgeben. Weiter im Norden liegt Schnepfenbach, während im Nordosten Neuses am Berg zu finden ist. Der Süden wird von Dettelbach selbst eingenommen, wobei die ehemaligen Dettelbacher Stadtmühlen Küffleinsmühle, Lamprechtsmühle und Kieselsmühle (von Norden nach Süden) die beiden Orte miteinander verbinden. Auch zwischen Brück und Schernau im Nordwesten steht mit der Schernauer Mühle ein ehemaliger Mühlenbetrieb.

Nächstgelegene größere Städte sind Volkach mit einer Distanz von etwa acht Kilometern und Kitzingen, welches ungefähr neun Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das etwa 16 Kilometer entfernte Würzburg.

Naturräumlich ist Brück in einem Talkessel innerhalb der sogenannten Gäufläche im nördlichen Maindreieck zu finden. Diese Untereinheit wird der Über-Haupteinheit Gäuflächen im Maindreieck der Mainfränkischen Platten zugerechnet. Die Landschaft zeichnet sich durch ihre kleinen Bäche aus, die ohne tiefe Kerbtäler zu bilden, in Richtung Main abfließen. Sie wird von ausgedehnten Ackerbauflächen geprägt.

Das Dorf liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Deutschlands zählt. Brück liegt am Mainzufluss Dettelbach, auch Brücker Bach oder Schnepfenbach genannt. Im Ortsgebiet mündet der Schernauer Bach von Westen kommend in den Dettelbach, zuvor wird der Schernauer Bach von einem unbenannten Gewässer verstärkt. Weiter nördlich der bebauten Fläche mündet der sogenannte Dietrichsgraben (im Oberlauf auch Gereutgraben) in den Dettelbach.

Dorfgliederung mini|hochkant|Brück von Südosten Im Zentrum der Gemarkung liegt das HaufendorfBauer, Hans: Dettelbach. S. 219. mit der Kirche im Norden und einem zweiten, alten Dorfteil im Süden des Schernauer Baches. Den Mittelpunkt des dörflichen Lebens bildete jahrhundertelang die Brunnengasse.Krammel, Leo: Die Brunnengasse. S. 44. Kleine Neubaugebiete entstanden im 20. Jahrhundert lediglich entlang des heute im Ortsgebiet kanalisierten Dettelbaches östlich und südöstlich des Dorfkerns. 1984 schrieb man weitere Baugebiete mit Ein- oder Mehrfamilienhäuser nördlich und nordwestlich der Kirche aus. Hier entstand wohl auch im 20. Jahrhundert der örtliche Friedhof.

Aufgrund der dichten Besiedlung entlang der Bachtäler besitzt Brück eine nur sehr kleine Gemarkung mit wenigen, benannten Flurstücken. Im Osten des Dorfes ist der sogenannte Hämmerlein zu finden, der früher mit Weinreben bestockt war. Die Flurlage Brücker Holz verweist auf einen früher hier befindlichen Wald, der allerdings im Zuge umfassender Rodungen um 1795 zugunsten von Ackerflächen verschwand. Am sogenannten Hofmanns- oder Jakobsberg im Nordnordosten der bebauten Fläche stehen heute die letzten Weinbergsflächen. Es existieren keine Schutzgebiete um Brück, lediglich Biotopflächen sind vor allem entlang des Dettelbaches ausgewiesen.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte Anders als in den angrenzenden Gemarkungen wurden auf dem Gebiet von Brück nur wenige, vor- und frühgeschichtliche Funde gemacht. Lediglich im Nordwesten und im Südosten des Dorfes konnten zwei Siedlungen ausgemacht werden, sodass davon auszugehen ist, dass die Umgebung des Dorfes bereits frühzeitig besiedelt war. Durch Lesefunde von Scherben, Klingenkratzern und einer Schnuröse machte man nordwestlich der Kirche eine Ansiedlung aus, die bereits in der Jungsteinzeit besiedelt worden war.

Weitere Funde belegen zwei Siedlungen der Hallstattzeit, wobei die jungsteinzeitliche Stelle kontinuierlich weitergenutzt wurde. So entdeckte man Keramikreste aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Einige Funde konnten als Vorratsgefäße identifiziert werden, weil sie die typische Schlickrauung aufwiesen. Andere Keramikreste waren mit einer Graphitierung überzogen, die zum Schutz des Materials oder als Schmuck aufgebracht worden war.Rummey, Hans: Siedlungen um Brück während der Hallstattzeit. S. 133.

Durch Bevölkerungsverdrängungen während der Wanderungszeit nach dem 4. Jahrhundert wurde die Gegend um Brück zunächst von Kelten bewohnt, die wohl keine dauerhafte Siedlung mehr hier bestehen ließen. Sie wurden später von den Thüringern verdrängt. Schließlich erreichten die Franken das Gebiet um Dettelbach und etablierten erstmals echte Verwaltungsstrukturen. So entstanden zwei Königshöfe in Prosselsheim und auf der Vogelsburg. Das Gebiet von Brück blieb allerdings zunächst noch unbesiedelt.

Mittelalter und Frühe Neuzeit Die Lage des Dorfes war entscheidend für seine Gründung. Dort führten zwei kleine Stege als Brücken über den Dettelbach und den Schernauer Bach. Das Dorf mit dem sprechenden Ortsnamen entstand um das Jahr 700. Es geht auf die Vorstöße der einwandernden Franken zurück, die dieses Gebiet im frühen Mittelalter nach und nach besiedelten. Während seiner Geschichte war Brück immer mit dem nahen Ort Dettelbach verbunden, der später zur Stadt aufstieg.

Erstmals erwähnt wurde Brück allerdings erst im 14. Jahrhundert. Vor dem Jahr 1321 waren die Herren von Hohenlohe in Brück begütert und übten sogar die niedere Gerichtsbarkeit über die Einwohner aus.Nöller, Winfried: Die Kirche St. Jakobus in Brück. S. 26. Dieser Anteil kam 1321 an Hans Ritter von Dettelbach, dessen Rechte mit einer weiteren Urkunde des Jahres 1357 verstärkt wurden. Gegen 1450 erhielt das Benediktinerkloster St. Stephan aus Würzburg die Güter der Ritter.

Nur wenige Jahrzehnte später stieg der Würzburger Fürstbischof allerdings zum mächtigsten Grundherren im Maintal auf. Rudolf II. von Scherenberg förderte insbesondere die Siedlung Dettelbach und erhob sie 1484 zur Stadt. Mit dieser Aufwertung ging zugleich die Bildung eines fürstbischöflichen Amtes als Verwaltungssitz einher. Brück und Schnepfenbach wurden Kernstücke des Amtes Dettelbach und blieben bis ins 19. Jahrhundert eng mit der Stadt verbunden.Bauer, Hans: „Brück – ein Dorf, bei Dettelbach gelegen“. S. 118.

Die Verbindung mit Dettelbach wurde auch durch die innerdörfliche Organisation unterstrichen. So wählte der Dettelbacher Rat einen sogenannten Dorfmeister für Brück. Er musste den Dettelbachern immer wieder Bericht erstatten und war durch einen Eid an den Rat gebunden. Auch kirchlich war das Dorf der Pfarrei Dettelbach zugeordnet. Der Dettelbacher Stadtrat und der fürstbischöfliche Schultheiß führten auch die Maße und Gewichte für das Dorf ein.Bauer, Hans: „Brück – ein Dorf, bei Dettelbach gelegen“. S. 120.

Die Nähe zu Dettelbach führte auch dazu, dass die Entwicklungen der Frühen Neuzeit in Brück, ähnlich wie in der benachbarten Stadt, zum Tragen kamen. So erlitt der Ort während des Dreißigjährigen Krieges ganz ähnliche Zerstörungen wie die nahe Stadt. Insbesondere seit dem schwedischen Einfall im Jahr 1631 litt die Bevölkerung unter häufigen Einquartierungen und Durchzügen. Vor allem dem im Ort betriebenen, pflegeintensiven Weinbau schadete die Kriegssituation.Bauer, Hans: Die kulturlandschaftliche Entwicklung des alten Amtes Dettelbach. S. 81 f.

Neuzeit Mit der Auflösung des Hochstifts Würzburg durch die Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts, änderten sich die Strukturen des Dorfes zunächst nur wenig. Noch immer zählte man sich als königlich-bayerische Ruralgemeinde zum nun in Landgericht umbenannten Bezirk Dettelbach. Erst mit dem Niedergang des Weinbaus durch die Umstellung der feudalen Bewirtschaftung kam es zu einem tiefen Einschnitt. 1892 schaffte die Gemeinde eine Rebenspritze an, um den Befall der Stöcke von der Reblaus zu bekämpfen. Der Obstbau wurde Nachfolgekultur des Weinbaus.Bauer, Hans: „Brück – ein Dorf, bei Dettelbach gelegen“. S. 119.

Während des Ersten Weltkrieges starben insgesamt drei Männer aus Brück an der Front. Ihnen wurde 1938 ein Denkmal errichtet, dass 1972 um die 19 Toten des Zweiten Weltkrieges erweitert wurde. Während des Nationalsozialismus mussten auch in Brück viele Kriegsgefangene, vor allem Franzosen, auf den Feldern schuften. Zugleich nahm die Gemeinde viele Ausgebombte und Evakuierte aus dem Saarland und dem Ruhrgebiet auf. Vor dem Einmarsch der Amerikaner am 7. April 1945 schafften einige Brücker Frauen die am Dorfeingang errichteten Panzersperren weg.Ungemach, Gretel: Kriegs- und Nachkriegszeit. S. 81.

Nach dem Krieg erlebte der Ort durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Gebieten ein großes Bevölkerungswachstum. 1947 litt man sehr unter einer Missernte. Ab 1951 begann die Asphaltierung der Gemeindestraßen, 1963 wurde der Ort an die Fernwasserversorgung Franken angeschlossen. Nachdem bereits 1919 erste Pläne für eine Zusammenlegung der Orte Brück, Neusetz und Schnepfenbach am Widerspruch der Gemeinden gescheitert war, wurde Brück im Jahr 1972 im Zuge der Gebietsreform Teil der Großgemeinde Dettelbach.Bauer, Hans: Der Landkreis Kitzingen. S. 32.

Ortsname Der Ortsname Brück verweist auf die frühe Funktion des Ortes, der durch seine beiden Stege über die kleinen Bäche die beiden Zentralorte Dettelbach und Prosselsheim verband (quasi überbrückte). Der Name war in der Vergangenheit kaum Änderungen unterworfen. In einer Urkunde aus dem 18. Jahrhundert ist von Brückh die Rede.

Verwaltung und Gerichte Die folgenden Verwaltungseinheiten waren der Gemeinde Brück übergeordnet. bis 1804: Amt Dettelbach im Hochstift Würzburg bis 1862: Landgericht älterer Ordnung Dettelbach im Untermainkreis, ab 1837 Unterfranken bis 1872: Bezirksamt Volkach in Unterfranken bis 1972: Bezirksamt Kitzingen, ab 1939 Landkreis Kitzingen in Unterfranken ab 1972: Ortsteil der Stadt Dettelbach, Landkreis Kitzingen, UnterfrankenGerichtlich unterstand Brück folgenden Instanzen. bis 1803: Zentgericht Kitzingen im Hochstift Würzburg bis 1862: Landgericht älterer Ordnung Dettelbach bis 1879: Landgericht Dettelbach im Landgerichtsbezirk Würzburg bis 1943: Amtsgericht Dettelbach im Landgerichtsbezirk Würzburg ab 1943: Amtsgericht Kitzingen im Landgerichtsbezirk Würzburg

Politik Vom Dorfmeister zum Ortssprecher Jahrhundertelang wurde die Dorfgemeinschaft von einem sogenannten Dorfmeister geleitet, der allerdings gegenüber der Obrigkeit weisungsgebunden war. Er wurde vom Rat der Stadt Dettelbach und dem fürstbischöflichen Schultheißen in Dettelbach eingesetzt und vertrat ihre Positionen im Dorf. Anders als in vielen anderen Orten der Umgebung setzte man für Brück keinen eigenen Schultheißen ein, der eine Art direkter Vertreter des Fürstbischofs war.

Mit der Säkularisation fiel bald der Schultheiß von Dettelbach weg und die Dorfgemeinschaft bestimmte selbständig über den sogenannten Vorsteher der Gemeinde. Bemerkenswert ist, dass bereits aus dem 17. Jahrhundert der Nachname Dorsch für einen der Dorfmeister überliefert ist. Die Familie Dorsch stellte zweimal den Vorsteher und auch nach der Umbenennung des Amtes in Bürgermeister rekrutierte sich der Ortsvorstand häufig aus Mitgliedern der Familie.