Piszewo () ist ein Dorf sowie Sołectwo (Schulzenamt) in der Stadt-und-Land-Gemeinde Jeziorany (Seeburg). Es liegt im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein) in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Nordosten Polens.
Geographie Geographische Lage Piszewo liegt am westlichen Ufer des Luterskiesees im Westen der Masurischen Seenplatte, die zum Baltischen Höhenrücken gehört. Charakteristisch für die Gegend sind zahlreiche Seen, Flüsse, sowie Nadel- und Mischwälder.
Die Entfernung nach Biskupiec beträgt 24, nach Czerwonka (Rothfließ) 16, nach Dobre Miasto (Guttstadt) 33 und nach Jeziorany sieben Kilometer.
Geologie Die Landschaft ist durch den Eisschild gestaltet worden und ist eine postglaziale, hügelige, bewaldete Grundmoräne mit vielen Rinnen-, Binnenseen und Flüssen. mini|Dorfstraße in Piszewo mini|Haus in Piszewo Geschichte Ortsgeschichte Ursprünglich lebten hier die heidnischen Prußen. Seit 1243 war das Bistum Ermland ein Teil des Deutschordenslandes. Nach dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahr 1466 wurde Ermland als autonomes Fürstbistum Ermland der Krone Polens unterordnet. Mit der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 wurde Ermland ein Teil des Königreichs Preußen und später der Provinz Ostpreußen.
Pissau gehörte von 1818 bis 1945 dem Landkreis Rößel an. Die Landgemeinde Pissau war ab Mai 1874 dem Amtsbezirk Elsau (polnisch Olszewnik) zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Elsau (abgerufen im August 2014) Zum 24. Oktober 1910 wurde die Landgemeinde Pissau in Waldensee umbenannt.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Waldensee gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Waldensee stimmten 280 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 110
Nach dem 20. Januar 1945 wurde Waldensee von der Roten Armee eingenommen. Nach Kriegsende kam das Dorf zur Volksrepublik Polen und wurde in Piszewo umbenannt.
Einwohnerentwicklung
Kirche mini|Die Kirche in Piszewo Römisch-katholisch In Piszewo steht eine im Jahre 1907 erbaute neugotische Kirche. Zuvor gehörte Pissau zur Pfarrei Seeburg im damaligen Bistum Ermland, das 1992 zum Erzbistum erhoben wurde.
Evangelisch Bis 1945 war Pissau resp. Waldensee in die Kirche Seeburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490 Heute sind die nächsten Kirchen weit entfernt: die Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn (Allenstein) bzw. die Kirche in Bartoszyce (Bartenstein), beide in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gelegen.
Persönlichkeiten Anton Eichhorn (1809–1869), deutscher römisch-katholischer Theologe und Kirchenhistoriker Ferdinand Schulz (1892–1929), deutscher Pionier des Segelflugs in OstpreußenInformationszentrum Ostpreußen: Umgebung von Seeburg: Piszewo - Pissau/Waldensee (Abgerufen am 3. Juli 2023)
Weblinks
Pissau (Landkreis Rößel) bei GenWiki Waldensee – Ortsinformationen nach D. Lange
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Jeziorany