Föhrenreuth ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Konradsreuth im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Föhrenreuth liegt teils auf dem Gemeindegebiet der kreisfreien Stadt Hof, teils auf dem Gemeindegebiet von Konradsreuth. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Brand, Jägerhaus, Pirk, Pretschenreuth, Schödelshöhe, Stein, Stiftsgrün und Walburgisreuth.
Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur auf einem Höhenzug des Frankenwaldes. Westlich des Ortes entspringt der Göstrabach, ein linker Zufluss der Sächsischen Saale. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße HO 7 bei der Schödelshöhe (1,1 km südwestlich) bzw. nach Pretschenreuth (0,8 km nördlich). Ein Anliegerweg führt nach Jägerhaus (0,4 km westlich).
Föhrenreuth hat eine Fläche von 10,205 km² und ist in 632 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 16146,81 m² haben.
Geschichte 1495 wurden für Föhrenreuth elf Höfe mit 40 Untertansfamilien angegeben, die dem Spital Hof unterstanden.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 131. Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Föhrenreuth aus elf Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bayreuthische Stadtvogteiamt Hof. Grundherren waren das Hospitalamt Hof (10 Anwesen) und das Kastenamt Hof (1 Anwesen).J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 156.
Von 1797 bis 1810 unterstand Föhrenreuth dem Justiz- und Kammeramt Hof. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Föhrenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Konradsreuth zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Föhrenreuth mit den Orten Brand, Jägerhaus, Pirk, Pretschenreuth, Schödelshöhe, Stein, Stiftsgrün und Walburgisreuth. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Hof zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hof (1919 in Finanzamt Hof umbenannt). Ab 1862 gehörte Föhrenreuth zum Bezirksamt Hof (1939 in Landkreis Hof umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Hof (1879 in Amtsgericht Hof umgewandelt). Zum 1. Oktober 1954 wurden die Gemeindeteile Brand, Pirk und Stein an die Gemeinde Martinsreuth abgetreten.D_STATIS (Statistisches Bundesamt), Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.1954 (eingesehen am 16. Februar 2024) Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche der Gemeinde von 10,221 km² auf 6,849 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Föhrenreuth am 1. Januar 1972 nach Konradsreuth eingemeindet.
Baudenkmäler Zwei Markgrafensteine aus der Zeit des Markgrafen Georg Friedrich Karl von 1734. Die Grenzsteine markierten die Grenze zum Gebiet der von Reitzenstein, deren Wappen auf der Rückseite zu sehen sind. Die Steine wurden am Dorfanger aufgestellt. Am östlichen Ortsrand befindet sich ein spätmittelalterlicher Kreuzstein, bei dem Bauern aus dem Ort einen Schäfer erschlagen haben sollen. Neben Kreuzen sind auch zwei Schäferschaufeln abgebildet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Föhrenreuth Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 207 251 288 287 269 316 299 294 284 274 258 244 227 230 200 226 232 211 196 322 319 266 149 153HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 38 38 38 38 35 39 30 Quelle Für die Gemeinde Föhrenreuth zuzüglich Pirck mit Brand (S. 93), Pretschenreuth mit Jägerhaus (S. 96), Stiftsgrün (S. 119) und Walburgisreuth (S. 132).
Ort Föhrenreuth Jahr 1799 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2021 2025Einwohner 69 70 86 113 100 88 84 113 79 86 63 47 44Häuser 11 14 15 13 13 15 16 Quelle
Religion Föhrenreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach Selbitz gepfarrt. Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist die Pfarrei Leupoldsgrün zuständig.
Literatur Hans Bucka, Oskar Heland: Grenzsteine – Flur- und Kleindenkmäler im Landkreis Hof. Hoermann, Hof 1991, ISBN 3-88267-040-1, S. 47. Hans Bucka, Oskar Heland: Die Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Hof und in der Stadt Hof. Hof 1986. S. 15.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Konradsreuth) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof