Braciszów (deutsch Bratsch, ) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Głubczyce im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie Das Angerdorf Braciszów liegt 12 Kilometer südwestlich von Głubczyce (Leobschütz) und 75 Kilometer südwestlich Opole (Oppeln) in der Schlesische Tiefebene. Nördlich des Dorfes liegt die Widnogóra (Hulberg) mit einer Höhe von 433 m.
Nachbarorte von Braciszów sind im Westen Mokre-Kolonia (Kolonie Mocker), im Südosten Chróstno (Saliswalde), im Süden Ciermięcice (Türmitz) und im Westen Pietrowice (Peterwitz).
Geschichte mini|Johann-Nepomuk-Kirche mini|Dorfpartie Der Ort gehörte zum Herzogtum Oppeln und wurde 1377 erstmals als Bratrisch erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Bratrzik ab, die Niederlassung des Bratrziks.Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 8 Digitale Version des Werkes
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Bratsch mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.
Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Bratsch ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf zwei Vorwerke, eine katholische Kirche, eine katholische Schule, eine Windmühle und 98 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 615, davon drei katholisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 54. 1861 zählte Bratsch 14 Bauern, 19 Gärtner-, 54 Acker- und 14 Anglerhäusler sowie zwei Windmühlen.Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 871 1874 wurde der Amtsbezirk Sauerwitz gebildet, dem die Landgemeinden Bratsch, Peterwitz, Sauerwitz und Türmitz eingegliedert wurden.Amtsbezirk Sauerwitz
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Bratsch 781 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und 0 für Polen. Bratsch verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich. 1933 zählte der Ort 919 Einwohner, 1939 waren es 868 Einwohner. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz. Bei Kriegsende 1945 floh die einheimische deutsche Bevölkerung von Bratsch am 22. März 1945 vor den heranrückenden Roten Armee, die am darauffolgenden Tag Bratsch einnahm. Durch Brandstiftung der russischen Soldaten wurden von 140 Wohnhäusern 100 Häuser zerstört.
1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Braciszów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Im Mai 1945 kam ein Teil der geflohenen Bratscher Bevölkerung zurück in den Ort. Im August 1945 wurde die einheimische deutsche Bevölkerung vertrieben. Ein Teil der Bevölkerung kam nach Bad Pyrmont sowie nach Aue im Erzgebirge. 1950 wurde Braciszów der Woiwodschaft Opole zugeteilt. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Gefallenendenkmal Die Römisch-katholische Kirche|katholische Kirche mit dem Patrozinium des böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk (Kościół św. Jana Nepomucena) wurde 1778 errichtet und 1863 umgebaut. Im Ersten Weltkrieg wurden zwei der drei Kirchenglocken eingeschmolzen. Die Kirche steht seit 1966 unter Denkmalschutz.Denkmäler Woiwodschaft Opole S. 22 (polnisch) Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs Wegekapelle mit Altar Flurkreuz mit barockem Giebel Statue des böhmischen Landesheiligen Johann Nepomuk
Literatur Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Gmina Głubczyce) Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Angerdorf Kategorie:Ersterwähnung 1377