Pugatschowo (, , ) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Pugatschowo liegt am östlichen Rand des Les Werchnenemanski (dt. Neu Luböhner Wald, 1938 bis 1945: Forst Memelwalde) an der Kommunalstraße 27K-104, welche die Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg, 9 Kilometer) mit Pogranitschny (Schillehnen/Waldheide, 7 Kilometer) verbindet. Die Straße verläuft unmittelbar an der russisch-litauischen Staatsgrenze, der Außengrenze der Europäischen Union. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte mini|Die Gemeinde Neu Skardupönen auf zwei Messtischblättern von 1927 und 1936 Der Ort wurde 1680 im Zuge der Schatullsiedlungstätigkeit unter dem Großen Kurfürsten auf abgeholztem Forstland als kölmisches Bauerndorf gegründet. Um 1780 wurde Neu Skardupöhnen, das auch Lusznen genannt wurde, als Schatulldorf bezeichnet. Im Jahre 1874 wurde die Landgemeinde Neu Skardupönen in den neu errichteten Amtsbezirk Jucknaten im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Jucknaten/Meißnersrode 1929 wurde die Försterei Grenzwald in die Landgemeinde Neu Skardupönen eingemeindet. Nach dieser Försterei wurde Neu Skardupönen 1938 in Grenzwald umbenannt.
In Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt er den russischen Namen Pugatschowo und gleichzeitig dem Dorfsowjet Nemanski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Später (vor 1975) gelangte der Ort in den Chlebnikowski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Pugatschowo zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 262 1871 243 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 256 in der Försterei Grenzwald zusätzlich 2 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 232 davon 113 litauischsprachige und 9 zweisprachige, in der Försterei Grenzwald zusätzlich 19 1910 224 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 216 1939 215 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-034 ~ 40 2002Allrussische Volkszählung von 2002 36 2021Allrussische Volkszählung von 2021 25
Kirche Mit seiner fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung war Neu Skardupönen resp. Grenzwald vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche Lasdehnen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946 Haselberg, heute russisch: Krasnosnamensk) eingepfarrt und gehörte so zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Pugatschowo im weitflächigen Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Persönlichkeiten Erika Eisenblätter-Laskowski (1908–2003), Malerin und Bildhauerin
Weblinks Pugatschowo bei bankgorodov.ru Pugatschowo bei prussia39.ru Neu Skardupönen bei wiki.genealogy.net Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Grenzwald
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk