mini|Marie Berkany mini|Marie Barkany im Jahre 1901 Marie Barkany (2. März 1852 in Kaschau, Kaisertum Österreich – 26. Juli 1928 in BerlinMarie Barkany dies in The Gazette Montreal vom 27. Juli 1928, S. 22.) war eine ungarische Theater- und Stummfilmschauspielerin.
Leben Die Tochter eines Fabrikbesitzers wurde in einem Ursulinenkloster erzogen. Während dieser Zeit wohnte sie den Aufführungen von Don Carlos und Maria Stuart bei und fortab beherrschte sie der sehnliche Wunsch, ebenfalls Schauspielerin zu werden. Als sie zur Vollendung ihrer Erziehung nach Wien kam, fand sie am Burgtheater die Verwirklichung ihrer Ideale.
Sie vertraute sich Carl von La Roche an, der ihre Eltern dazu bewog, sie zur Schauspielerin ausbilden zu lassen; Adolf Sonnenthal und Maurice Strakosch wurden ihre Lehrer.
1878 debütierte sie dann in Frankfurt am Main. Von dort ging sie nach Hamburg und wurde 1881 ans Berliner königliche Schauspielhaus berufen. Nachdem sie diese Bühne verlassen hatte, nahm sie kein festes Engagement mehr an, sondern reiste gastierend durch die Welt. 1892 begab sie sich nach Amerika, wo sie nicht minder gefiel als in St. Petersburg, Moskau und Riga. Auch in Holland war ihr reichlich Erfolg beschieden. Ihre Stimme wurde mit derjenigen Hedwig Raabes verglichen.
Zur Zeit der Weltausstellung 1900 ging sie mit einer eigenen Truppe nach Paris, um dort Goethe und Schiller einzuführen. Sie erwarb sich damit das Verdienst, das französische Publikum mit deutschen Bühnenwerken bekanntgemacht zu haben.
Als Jüdin war Barkany dem nach Ende der Gründerzeit wiederkehrenden Antisemitismus ausgesetzt. In Theodor Fritschs „Antisemiten-Katechismus“ von 1893 wird sie zusammen mit anderen jüdischen Theaterschaffenden gehannt, die „die deutsche Kultur zerstören“.
Filmografie 1913: Die schuldige Mutter
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 47 f. (Digitalisat im Internet Archive).Bei Eisenberg ist das Geburtsjahr fälschlich mit 1862 angegeben. Alice Gurschner: Marie Barkanys blauer Hut. Nachruf in: Neues Wiener Journal, 15. August 1928, S. 6 (Digitalisat bei ANNO).
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Einzelnachweise
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