mini|Lea Ruckpaul (2025) Lea Ruckpaul (* 1987 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin und Autorin.
Leben und künstlerische Karriere Lea Ruckpaul wurde in Ost-Berlin im Ortsteil Prenzlauer Berg in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) geboren. Als sie fast drei Jahre alt war, flohen ihre Eltern, die zuerst Schreiner waren und dann Bauingenieurswesen studiert hatten, 1989 mit ihr noch vor dem Fall der Berliner Mauer von Ungarn aus nach Westdeutschland. Aufgewachsen ist sie in Hamburg. Noch während ihrer Schulzeit absolvierte Ruckpaul eine klassische Tanzausbildung (Ballett, Flamenco, Tango). Daneben stand sie mit dem Schultheater auf verschiedenen Bühnen, so als Elaine Harper in Arsen und Spitzenhäubchen, im Workshop-Stück Lola rennt am Thalia-Theater und im Stück Schusschor am Kleinen Theater am Berliner Südwestkorso.
Nach dem Abitur plante Ruckpaul eine Berufslaufbahn als Tänzerin. Sie bewarb sich auch für ein Regiestudium, fiel jedoch bei der Aufnahmeprüfung durch. Nach verschiedenen Regieassistenzen und Hospitanzen am Theater Regensburg, am Deutschen Theater und an der Schaubühne am Lehniner Platz wechselte sie ins Schauspielfach. Hierfür studierte sie von 2009 bis 2013 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig., abgerufen am 28. Dezember 2023 Bereits ab 2011 war sie Mitglied des Schauspielstudios am Staatsschauspiel Dresden. Von 2013 bis 2016 gehörte sie dort zum festen Ensemble. Ab 2016 war sie zwei Jahre Mitglied im Ensemble des Schauspiels Stuttgart. Zur Spielzeit 2018/19 wechselte sie ins Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Das von ihr geschriebene Stück My Private Jesus wurde in der Spielzeit 2022/23 dort uraufgeführt. Seit der Spielzeit 2023/24 ist sie festes Ensemblemitglied des Residenztheaters München. 2025 erhielt sie dort den renommierten Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e.V. für herausragende künstlerische Leistung. Im selben Jahr wurde Ruckpaul im Rahmen des Deutschen Schauspielpreises der Therese-Giehse-Theaterpreis für ihre Rolle als Tessa Ensler in der Inszenierung "Prima Facie" am Residenztheater München verliehen.
Neben ihrer Tätigkeit am Theater trat Ruckpaul auch in verschiedenen Rollen im Fernsehen auf.
Ruckpaul spielt Cello. Neben Theaterstücken schreibt sie auch Gedichte und Essays. 2024 erschien ihr erster Roman Bye Bye Lolita. Hierin setzt sie sich kritisch mit Vladimir Nabokovs Lolita auseinander, indem sie Lolita zwei Jahrzehnte nach dessen Handlung berichten lässt. Diesen Roman bearbeitete Ruckpaul 2026 gemeinsam mit der Regisseurin Nora Schlocker für die Bühne des Residenztheaters München.
Ruckpaul lebt in München., abgerufen am 7. November 2024
Theater (Auswahl) Staatsschauspiel Dresden 2012: Nichts – Was im Leben wichtig ist (als Schülerin der Klasse 7 A). Von Andreas Erdmann nach dem Jugendroman von Janne Teller. Inszenierung: Tilmann Köhler 2012: Tschick (als Isa). Von Robert Koall nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf. Inszenierung: Jan Gehler 2012: Liliom (als Luise). Von Franz Molnar in einer Bearbeitung von Alfred Polgar. Inszenierung: Julia Hölscher 2012: Hamlet (als Ophelia, Tochter von Polonius). Von William Shakespeare. Inszenierung: Roger Vontobel 2013: Emilia Galotti (als Emilia Galotti). Von Gotthold Ephraim Lessing. Inszenierung: Sandra Strunz 2013: Der geteilte Himmel (als Das Mädchen Rita Seidel). Von Felicitas Zürcher und Tilman Köhler unter Mitarbeit des Ensembles nach dem Roman von Christa Wolf. Inszenierung: Tilmann Köhler 2013: Der Diener zweier Herren (als Smeraldina). Von Carlo Goldoni. Inszenierung: Bettina Bruinier 2013: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (als Cornelia Battenberg / Eva). Von Felicitas Zürcher und Julia Hölscher nach dem Roman von Erich Kästner. Inszenierung: Julia Höscher 2014: Antigone (als Antigone / Führer des Teiresias). Von Sophokles. Inszenierung: Sebastian Baumgarten 2014: Drei Schwestern (als Irina). Von Anton Pawlowitsch Tschechow. Inszenierung: Tilmann Köhler 2014: Mein deutsches deutsches Land (als Sarah / Journalistin / Psychologin / Polizistin). Von Thomas Freyer. Inszenierung: Tilmann Köhler 2015: Graf Öderland / Wir sind das Volk (als Hilde / Inge / Coco), Von Volker Lösch, Robert Koall und Stefan Schnabel nach Max Frisch mit Texten von Dresdnerinnen und Dresdnern. Inszenierung: Volker Lösch 2015: Rabenliebe (Ensemble). Nach dem Roman von Peter Wawerzinek. Inszenierung: Simon Solberg 2016: Unterwerfung (als Myriam / Marie-Françoise / Godefroy Lempereur). Nach dem Roman von Michel Houellebecq. Inszenierung: Malte C. Lachmann
Schauspiel Stuttgart 2016: Der Scheiterhaufen (als Emma). Nach dem Roman von György Dragomán. Inszenierung: Armin Petras (Koproduktion mit dem Vigszinhaz Theater Budapest/Ungarn, dem Nationaltheater Radu Stanca Sibiu/Rumänien und dem Staatsschauspiel Dresden) 2016: Kabale und Liebe (als Luise Miller / Lady Milford). Von Friedrich Schiller. Inszenierung: Wolfgang Michalek 2016: Bilder deiner großen Liebe (als Isa). Von Robert Koall nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf. Inszenierung: Jan Gehler 2017: Arsen und Spitzenhäubchen (als Elaine). Von Joseph Kesselring. Inszenierung: Jan Bosse 2017: Faust I (als Gott und Gretchen). Von Johann Wolfgang von Goethe mit Texten aus Faust In and out von Elfriede Jelinek. Inszenierung: Stephan Kimmig 2018: 1984 (als Julia). Nach George Orwell. Inszenierung: Armin Petras (in Kooperation mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus) 2018: König Lear (als Cordelia/Narr). Von William Shakespeare. Inszenierung: Claus Peymann
Düsseldorfer Schauspielhaus 2017: Die Dreigroschenoper (als Straßenbanditin). Von Bertolt Brecht. Inszenierung: Andreas Kriegenburg 2018: Don Karlos (als Elisabeth). Von Friedrich Schiller. Inszenierung: Alexander Eisenach 2018: 1984 (als Julia). Nach George Orwell. Inszenierung: Armin Petras (in Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart) 2019: Bilder deiner großen Liebe (als Isa). Von Wolfgang Herrndorf. Inszenierung: Jan Gehler 2019: Linda (als Alice). Von Penelope Skinner. Inszenierung: Marius von Mayenburg 2019: Ein Blick von der Brücke (als Alfieri). Von Arthur Miller. Inszenierung: Armin Petras 2020: Das Leben des Galilei (als Galileis Gehilfe). Von Bertolt Brecht. Inszenierung: Lars-Ole Walburg 2020: Fanny und Alexander (als Alexander, 10 Jahre). Nach dem Film von Ingmar Bergman. Inszenierung: Stephan Kimmig 2020: Ein Traumspiel (als Agnes, Tochter des indischen Götterkönigs Indra). Von August Strindberg. Inszenierung: Andreas Kriegenburg 2021: Bungalow (als Charlie). Nach Helene Hegemann. Inszenierung: Simon Solberg 2021: Minna von Barnhelm (als Franciska, Minnas Mädchen). Von Gotthold Ephraim Lessing. Inszenierung: Andreas Kriegenburg 2021: Kleiner Mann – was nun? (als Emma Mörschel). Nach Hans Fallada. Inszenierung: Tilmann Köhler 2021: Die Nibelungen - Kriemhilds Rache (als Kriemhild). Von Friedrich Hebbel – mit einem Nachspiel von Lea Ruckpaul. Inszenierung: Stephan Kimmig 2022: Mutter Courage und ihre Kinder (als Kattrin, die stumme Tochter von Mutter Courage). Nach Bertolt Brecht. Inszenierung: Sebastian Baumgarten 2022: Rückkehr zu den Sternen – Weltraumoper (als William T. Ortiz, First Officer). Von Bonn Park. Inszenierung: Bonn Park 2023: Johann Holtrop – Abriss der Gesellschaft (als Berag-Assistentin / Leffers / Berthold Assperg / Dr. Hayel). Nach dem Roman von Rainald Goetz – in einer Fassung von Stefan Bachmann und Lea Goebel. Inszenierung: Stefan Bachmann (Koproduktion mit dem Schauspiel Köln)
Salzburger Festspiele 2021: Das Bergwerk zu Falun (als Anna / Der Knabe Agmahd). Von Hugo von Hofmannsthal. Inszenierung: Jossi Wieler
Schauspiel Frankfurt 2022: Die schmutzigen Hände (als Jessica). Von Jean-Paul Sartre. Inszenierung: Lilja Rupprecht
Burgtheater Wien 2025: Johann Holtrop – Abriss der Gesellschaft (als Berag-Assistentin / Leffers / Berthold Assperg / Dr. Hayel). Nach dem Roman von Rainald Goetz – in einer Fassung von Stefan Bachmann und Lea Goebel. Inszenierung: Stefan Bachmann (Koproduktion Düsseldorfer Schauspielhaus mit dem Schauspiel Köln)
Residenztheater München 2023: Jetzt oder Nie – Ein Liederabend von Florian Paul und Max Rothbart 2023: Peer Gynt (als Knopfgießer + Ingrid, Tochter des Bauern von Haeggstad). Nach Henrik Ibsen. Inszenierung: Sebastian Baumgarten 2023: Resi liest: „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen 2024: Prima Facie (als Tessa Ensler – Soloabend). Nach Suzie Miller. Inszenierung: Nora Schlocker 2024: #5 Wie spielst du das, Lea Ruckpaul? – Im Gespräch: Andreas Beck und Lea Ruckpaul 2024: Was ist Wahrheit? – Lesemarathon – Weltbühne 2024 – Festival für Internationale Gegenwartsdramatik 2024: Ein Sommernachtstraum (als Titania / Heidrun Hippolyta Klein). Nach William Shakespeare. Inszenierung: Stephan Kimmig 2024: Sommernacht. Alpen. Traum – Shakespeare für Kinder. Inszenierung Demjan Duran 2025: Welt/Bühne Salon Nr. 6. Mit der Autorin Carla Zuñiga Morales (Chile) 2025: Romeo und Julia (als Julia Capulet). Von William Shakespeare. Inszenierung: Elsa-Sophie Jach 2025: Im Dickicht der Stadt # Schmecken. Von Maximilian Grünewald, Alexander Eisenach und Fanny Brandauer.in Kooperation mit der Climate School der LMU München 2025. Der zerbrochne Krug (als Eve, Marthe Rulls Tochter). Von Heinrich von Kleist. Inszenierung: Mateja Koležnik 2026: Die Rückseite des Lebens (Ensemble). Von Yasmina Reza. Inszenierung: Nora Schlocker 2026: Ich. Und das, was ihr daraus macht (Ensemble). Von Delschad Numan Khorschid. Inszenierung: Daniela Kranz / Delschad Numan Khorschid (Im Rahmen des Welt Bühne-Festivals 2026) 2026: Reigen. Variationen (als Putzkraft Maro). Von Anja Hilling frei nach Reigen von Arthur Schnitzler. Inszenierung: Ran Chai Bar-zvi
Filmografie 2009: Kommissar LaBréa: Todesträume am Montparnasse (TV-Miniserie). Rolle: Marielou. Regie: Dennis Satin 2011: In aller Freundschaft (TV-Serie) – 1 Folge 2012: Der Turm (TV-Film). Rolle: Verena. Regie: Christian Schwochow 2012: Tatort: Todesbilder (TV-Film). Regie: Miguel Alexandre 2013: Polizeiruf 110: Der verlorene Sohn (TV-Film). Regie: Friedemann Fromm 2014: Dina Foxx – Tödlicher Kontakt (TV-Film). Regie: Max Zeitler 2015: Notruf Hafenkante (TV-Serie – Folge: Die unüblichen Verdächtigen). Regie: Samira Radsi 2016: Keine Ehe ohne Pause (TV-Film). Regie: Patrick Winczewski 2017: Die Hochzeitsverplaner (TV-Film). Regie: Christina Adler 2017: Der Kriminalist (TV-Serie – Folge: Schattenmädchen). Regie: Theresa von Eltz 2025: Hubert ohne Staller (TV-Serie)
Audio 2025: Karambolage (Hörspiel). Regie: Ulrich Lampen (für Bayerischer Rundfunk)
Literarisches Werk Bye Bye Lolita, Verlag Voland & Quist, Berlin 2024, ISBN 978-3-86391-422-6.
Auszeichnungen 2012: Max-Reinhardt-Preis als Teil des Ensembles von Nichts – Was im Leben wichtig ist am Staatsschauspiel Dresden 2012: Günther-Rühle-Preis als Teil des Ensembles von Tschick am Staatsschauspiel Dresden 2025: AZ-STERN DES JAHRES für ihre Rolle als Julia in "Romeo und Julia" am Residenztheater München 2025: Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e.V. für herausragende künstlerische Leistung 2025: Deutscher Schauspielpreis Therese Giehse Theaterpreis
Weblinks
Lea Ruckpaul bei der Agentur Hilde Stark Lea Ruckpaul beim Residenztheater München Schauspiel-Talent Lea Ruckpaul – Filmbeitrag von Christiane Lange (ZDF-Mittagsmagazin, 22. Mai 2025).
Einzelnachweise
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