Der Grazer Athletiksport-Klub (abgekürzt GAK) ist ein Grazer Sportverein. Er wurde im Jahr 1902 als Fußballverein gegründet. Durch diese Sportart erlangte er internationale sowie vor allem im Tennis, der Leichtathletik und im Schwimmsport nationale Bekanntheit. Mit dem Fußballverein entstand durch weitere Sektionen schnell ein Allroundsportverein, der im Laufe seiner Geschichte Meisterschaftserfolge in insgesamt 17 Sportarten zu verzeichnen hatte.

Aktuelle Vereinsstruktur Bis 1975/77 wurden alle Sektionen vom Stammverein direkt geführt. Danach wurden sie in einzelne Vereine ausgegliedert; der Stammverein hat seitdem nur mehr eine Verwaltungsfunktion und trägt die Namensrechte.

Zurzeit gibt es folgende Vereine, die den Namen GAK aufgrund von Gestattungsverträgen des Stammvereins (ZVR-Zahl: 768300052) führen dürfen:

Grazer Athletiksport-Klub-Tennis, kurz GAK-Tennis (ZVR-Zahl: 390954616, 16. Juli 1975), Tennis wird seit 1902/03 betrieben GAK 1902, Grazer Athletiksport-Klub-Fußball, kurz GAK 1902 (ZVR-Zahl: 805567199, 20. Dezember 2012), am 14. März 2014 in den Stammverein eingegliedert Grazer Athletiksport-Klub Juniors, kurz GAK-Juniors (ZVR-Zahl: 153434814, 29. Oktober 2012), 2012 in den Stammverein eingegliedert, seit der Saison 2024/25 kein Spielbetrieb mehr, alle Jugendspieler beim GAK 1902 gemeldet Grazer Athletiksport-Klub Kangaroos-Klub, kurz GAK-Kangaroos oder GAK-Basketball (ZVR-Zahl: 431747526, 23. März 1977), Basketball wird seit 1950 betrieben Grazer Athletiksport-Klub-Wasserspringen, kurz GAK-Wasserspringen oder GAK-Diving (ZVR-Zahl: 957751564, 2. März 1994 – bis dahin einzig aktive Sektion des Stammvereins), seit 1911 betrieben

Grazer Athletiksport-Klub-Eishockey, kurz GAK-Eishockey

(ZVR-Zahl: 1721432309, 9. Juni 2026 – Neugründung der 1976 eingestellten Sektion, Eishockey wurde bereits von 1925 bis 1935 und von 1953 bis 1976 betrieben)

Der GAK, Grazer Athletiksport-Klub-Fußball, kurz GAK oder GAK-Fußball ist in der ZVR-Zahl: 467034528, seit 7. März 1977 zu finden. Sein Status als eigenständiger Zweigverein des Stammvereins ist verloren und seit 20. September 2022 aufgelöst.

GAK Juniors (als Sektion Jugend) mit dem GAK 1902 vereinigt.

Geschichte der GAK-Fußballsektion bzw. der Fußball-Zweigvereine 1902–1944: Hintergründe, Gründungsmythos, Serienmeister & erster nationaler Titel mini|hochkant|links|Gründungsmythos 18. August 1902: Am Geburtstag Kaiser Franz Josephs I. wurde demgemäß der Grazer Athletiksport Club aus der Taufe gehoben. Das erste Fußballtraining des neuen Klubs fand an diesem höchsten Feiertag der k. u. k. Monarchie statt. Die offizielle Gründung des Vereins war aber bereits am 14. Juli gewesen.

Im Jahr 1893 brachte der Medizinstudent Georg-August Wagner den Fußballsport von Prag nach Graz. Eine Gruppe von Allroundsportlern (Turner, Radfahrer und Bergsteiger) des Techniker Alpenklubs, die in Graz studierten, fand Gefallen am Fußballsport.

Im Zuge dieser Entwicklung soll im März 1894 in Graz das erste Fußballspiel auf dem noch heute existierenden Platz der Landesturnhalle im Grazer Stadtpark stattgefunden haben. Der Termin ist allerdings nicht zu halten. Das Spiel ist höchstwahrscheinlich im 3. Quartal 1895 über die Bühne gegangen. Gemutmaßt wird der 7. Juli.

Obwohl die Bevölkerung wenig bis gar kein Verständnis für diese neue Sportart zeigte, fand der Fußball nach und nach auch bei Mittelschülern Anklang und es bildeten sich „Gassenmannschaften“. Um den Lehrern nicht Anlass zu Ärgernis zu geben, wurden von den Mittelschülern sogar Decknamen für die Zeitungsberichte verwendet.

Die konstituierende Sitzung fand allerdings schon am 21. Juli statt und die Nichtuntersagung durch die k. k. Statthalterei erfolgte bereits am 14. Juli 1902. Der 18. August 1902 bleibt somit ein Mythos, der freilich über Jahrzehnte hinweg, v. a. durch die Jubiläumsschrift „25 Jahre GAK“ 1927, bis in die Gegenwart gerne befeuert wird. Die Vereinsgründer:   Anton Blaschek Robert Brodner Rudolf Brodner Franz Egger Cornelius Hoffer Fritz Köhler August Maggi Albert Maresch Carl Ludwig Markel Raimund Novak Max Pfeiffer Franz Seeger Fritz Schmiderer Franz Schreiner Julius Stanger Rudolf Stanger Fritz Starkel

Als Vereinsplatz wurde ein Areal zwischen Körösistraße und Mur im Bezirk Geidorf ausersehen (die „Hauptmühlwiese“), der für die folgenden 103 Jahre Heimstätte sein sollte. Besitzer war das Ältere Grazer Bäcker-Mühlenkonsortium. Der GAK-Platz (später Casino-Stadion GAK) war gefunden. Gespielt wurde anfänglich gegen die Kontrahenten vom ASV. Das erste internationale Vergleichsspiel fand, bereits auf eigener Heimstätte, gegen den FC Ödenburg statt (4:1-Erfolg des GAK). 1905 und 1906 bekam man mit den London Pilgrims erstmals Besuch vom Fußball-Mutterland. Der Platz wurde mit der Zeit auch für leichtathletischen Bewerbe adaptiert; u. a. gab es 1913 den Einbau einer elektrischen Zeitnehmung, dazu wurde auch am Westteil des Platzes eine Holztribüne errichtet, die erst 1969 durch einen Neubau ersetzt wurde. Auch die Anlagen für die Tennissektion entstanden in dieser Zeit. Heute wird noch das traditionelle Areal der Tennissektion, seit 1986 um eine Tennishalle erweitert, genutzt.

1911 zählte der GAK zu den Gründungsmitgliedern des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes (dem heutigen Steirischen Fußballverband) und stellte mit Eduard Krodemansch auch gleich den ersten Obmann, später u. a. Albert Gaischegg, Hermann Krauth und Franz Ircher (1934–1938, 1949–1951). Die erste große Bewährungsprobe des Vereins war der Erste Weltkrieg, durch den der Sportbetrieb in weiten Teilen eingestellt und zu befürchten war, dass auch die eigene Sportstätte für andere Zwecke verwendet wird. Anekdotisch berichtet Roman Posch später anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestandes über die Ereignisse:

Zunächst war der Grazer (Herbst-)Messepokal (1906–1911, 1913, 1914, 1924, 1925), den die Athletiker viermal gewannen, der wichtigste Wettbewerb. Meisterschaftsbetrieb im heutigen Sinn hatte es anfangs nur für zweitklassige Vereine (1912 bis 1914 und 1919) gegeben, ehe 1920/21 die erste steirische Meisterschaft (meist als 1. Klasse bezeichnet) eingeführt wurde, wobei die ersten drei Austragungen noch inoffiziell waren und die Mannschaften mehr oder weniger aus Graz und Umgebung stammten. Erst ab 1923/24 gab es eine gesamtsteirische Meisterschaft (1925 bis 1928 als Jahresmeisterschaft). Der Grazer (Herbst-)Messepokal 1906 bis 1914, 1924, 1925: Jahr Platz Bemerkungen 1906 1. Finale gegen GAK II 8:1 1907 2. Finale gegen Wr. Sportklub II 2:5 1908 2. Finale gegen Germania Schwechat 0:2 1909 3. Semifinale gegen GSV 2:3 1910 2. Finale gegen GSV 1:2 1911 1. Finale gegen DAC Eiche Cilli 5:0 1912 - keine Austragung 1913 1. Finale gegen 1. SC Wr. Neustadt 14:1 – der GAK erhieltnach dem 3. Sieg den von der Messe gestifteten Pokal 1914 ? möglicherweise wegen Ausbruch 1. Weltkrieg abgebrochen 1924 3. 1925 1. Finale gegen SK Sturm Graz 2:1

mini|hochkant|Rudi Hiden im April 1939. Der Torhüter wechselte vom GAK zum WAC, später nach Frankreich zum RC Paris. Er spielte für Österreich und Frankreich.

In den Jahren 1922, 1924 sowie zwischen 1926 und 1933 wurde der GAK jeweils Steirischer Meister. Mit dem Landesliga-Titel 2017/18 ist der GAK somit mit 11 Meisterschaften ex aequo Rekordmeister. 1929, 1932 und 1933 holte man mit dem Österreichischen Amateurstaatsmeister die ersten nationalen Titel in die Steiermark und ist Rekordmeister dieses ersten österreichweiten Fußballwettbewerbs. Überregionale Aufmerksamkeit erfuhr der Verein durch den jungen Torhüter Rudi Hiden. Dieser wechselte 1927 vom GAK zum ehemaligen Namensgeber und damaligen Spitzenklub Wiener AC. Er wurde der erste ÖFB-Nationalspieler aus der Steiermark und kurz darauf zum Tormann des Wunderteams.

Die Endspiele um die österreichische Amateurstaatsmeisterschaft 1929, 1931 bis 1933:   Jahr Österreichischer Amateurmeister Vizeamateurmeister bzw. Finalist Spiel 1 Spiel 21929 GAK – FC Lustenau 07 2:2 3:01931 LASK – GAK 1:1 2:11932 GAK – LASK 2:0 4:21933 GAK – FC Lustenau 07 3:1 4:2

Sehr früh waren die Rotjacken ein gerne gesehener Gast im Ausland, insgesamt kam man so auf eine stattliche Anzahl von gut 150 Freundschaftsspielen bis 1945, aber auch in der Nachkriegszeit gab es immer wieder Auslandstourneen. Erst in den 1970er-Jahren ging diese Ära zu Ende. Bereits 1914 führte eine erste große Reise nach Split, in den 1920er- und 30er-Jahren u. a. nach Italien, auf den Balkan, Nordafrika, Polen. 1954 gab es eine große Fernosttournee, allerdings mit dem Wertmutstropfen der schweren Verletzung von Stefan Kölly, der daraufhin seine Karriere beenden musste. Weitere Ziele waren u. a. die britischen Inseln, Israel, Algerien oder der Sudan. 1927 waren mit Franz Nemschak, Othmar Keckstein, Konrad Reinthaler und Fritz Sartory vier GAK-Spieler beim zweiten Platz des österreichischen Teams bei der Universiade in Rom beteiligt. Sartory, der aufgrund einer im Turnier erlittenen Knieverletzung seine Karriere beenden musste, schoss 4 Tore im Spiel gegen die Schweiz.

Mitte der 1930er-Jahre war es allerdings mit der Dominanz der Roten im steirischen Fußball vorbei und der Verein musste sich mit Plätzen im vorderen Mittelfeld der steirischen Liga begnügen. 1944 musste wegen der Kriegswirren der Spiel- und Meisterschaftsbetrieb in der Steiermark eingestellt werden.

Zum Thema Antisemitismus, den „Arier“-Paragraphen, die Rolle im dritten Reich und den daraus erwachsenden Problemen bei der Wiedergründung nach Kriegsende gibt es hier Dokumente, die versuchen etwas Licht in diesen dunklen Teil der Vereinsgeschichte zu bringen. Insgesamt war die Situation bei einem Mehrspartenverein wohl ambivalent. Bekannt ist, dass z. B. die Handballer und Leichtathleten regimetreuer waren als andere Sektionen. Über das Verhalten der GAK-Fußballsektion gibt die Publikation Erst der Verein, dann die Partei Auskunft.

1945–1974: Neubeginn, Goldene Jahre & Zwangsabstieg mini|hochkant|Stellvertretend für viele Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien: Bernhard Vukas spielte von 1963 bis 1965 in der Körösistraße

Nach der Wiedererrichtung des Vereins nach Kriegsende nahm man den Spielbetrieb wieder auf und konnte sich schnell bis 1951 in die höchste österreichische Spielklasse, der damaligen Liga A hocharbeiten. In der ersten Saison wurde der GAK als Sechster bestes Bundesländerteam hinter den Wiener Großklubs. 1952 stellte der Verein mit Stefan Kölly und Paul Halla die ersten Aktiven für die österreichische Fußballnationalmannschaft nach 1945. In der Folge etablierte sich der Klub in der höchsten Spielklasse. 1962 wurde erstmals das Cupfinale erreicht, in dem man aber der Wiener Austria unterlag. Der Lohn war jedoch, erstmals als Verein außerhalb Wiens, für den Europacup spielberechtigt zu sein. Im Europacup der Cupsieger (Austria Wien wurde auch Meister und trat daher im Meistercup an) wurde man allerdings in der ersten Runde vom dänischen Vertreter B 1909 Odense aus dem Wettbewerb geworfen. Die Cupfinali 1962 und 1968:Cupfinale 1962: 30. Mai 1962, Wien, Praterstadion, 9.000 Zuschauer FK Austria Wien – GAK 4:1

Tore: Nemec (2), Ocwirk, Vargo; SchurschCupfinale 1968: 23. Mai 1968, Wien, Praterstadion, 7.200 Zuschauer SK Rapid Wien – GAK 2:0

Aufstellung Rapid: Gerald Fuchsbichler, Walter Gebhardt, Walter Glechner, Erich Fak, Walter Skocik, Ewald Ullmann, Anton Fritsch,Jörn 'Johnny' Bjerregaard, Leopold Grausam, Rudolf Flögel, Günter Kaltenbrunner, Coach: Rudolf Vytlačil

Aufstellung GAK: Gerfried Hodschar, Gerald Erkinger, Erich Frisch, Johann Klug, Erwin Ninaus, Heinz Schilcher, Walter Koleznik,Johann Geyer, Erwin Hohenwarter (75' Hermann Stessl), Ferdinand Eckhart (46' Johann Scharmann), Radoslav Slovic, Coach: Fritz Kominek

Tore: Fritsch, Kaltenbrunner (FE)