Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der schwedischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Die schwedische Nationalmannschaft nahm erstmals bei der zweiten Weltmeisterschaft teil, deren Endrunde 1934 in Italien ausgetragen wurde, und nahm 2026 zum dreizehnten Mal teil. Die beste Platzierung ist der zweite Platz bei der Heim-WM 1958. Der schwedische Verband ist der erste Verband, dessen Frauen- und Männernationalmannschaft Vizeweltmeister wurde, ohne dass eine von ihnen Weltmeister werden konnte.Brasiliens Männernationalmannschaft wurde sowohl Weltmeister als auch Vizeweltmeister, die brasilianischen Frauen nur Vizeweltmeister. Die Männer und Frauen des Deutschen Fußball-Bundes wurden sowohl Weltmeister als auch Vizeweltmeister. Mittlerweile ist auch der niederländische Verband bei Männern (1974, 1978 und 2010) und Frauen (2019) Vizeweltmeister geworden. In der ewigen Rangliste pendeln die Schweden zwischen Platz 13 und Platz 6 und liegen derzeit auf Platz 12.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien Viertelfinale Deutschland8. József Nagy (Kader) 1938Frankreich Spiel um Platz 3 BrasilienVierter József Nagy(Kader) 1950Brasilien FinalrundeBrasilien, Uruguay, Spanien Dritter (Kader) 1954Schweiz nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Belgien gescheitert 1958Schweden FinaleBrasilienVizeweltmeister Einzige Niederlage eines Ausrichters im Finale (Kader) 1962 Chile nicht qualifiziert - In der Qualifikation an der Schweiz gescheitert 1966 England nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Deutschland gescheitert 1970 Mexiko Vorrunde Uruguay, Italien, Israel9. Orvar Bergmark (Kader) 1974 Deutschland ZwischenrundePolen, Deutschland, Jugoslawien5. Georg Ericson (Kader) 1978 Argentinien Vorrunde Brasilien, Spanien, Österreich13. Georg Ericson (Kader) 1982 Spanien nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Schottland und Nordirland gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert - In der Qualifikation an Deutschland und Portugal gescheitert 1990 Italien Vorrunde Brasilien, Costa Rica, Schottland21. Olle Nordin (Kader) 1994 USA Spiel um Platz 3BulgarienDritter Tommy Svensson (Kader) 1998 Frankreichnicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland und Österreich gescheitert 2002 Südkorea/JapanAchtelfinale Senegal 13. Lars Lagerbäck/Tommy Söderberg Aus in der Verlängerung durch Golden Goal(Kader) 2006 Deutschland Achtelfinale Deutschland14. Lars Lagerbäck (Kader) 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und Portugal gescheitert 2014 Brasilien nicht qualifiziert In den Playoff-Spielen der Qualifikation an Portugal gescheitert. 2018 Russland Viertelfinale England 7.Janne Andersson In der Qualifikation wurde Schweden in einer Gruppe mit Frankreich, der Niederlande, Bulgarien, Belarus und Luxemburg Gruppenzweiter und setzte sich in den Playoffs der Gruppenzweiten gegen Ex-Weltmeister Italien durch. (Kader) 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation scheiterten die Schweden in den Play-offs an Polen. 2026 Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale Frankreich 27. In der Qualifikation setzten sich die Schweden in den Play-offs diesmal im Finale gegen Polen durch. (Kader)

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der schwedischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Teilnahmeverzicht: 1 × (4,3 %; 1930) Nicht qualifiziert: 9 × (39,1 %; 1954, 1962, 1966, 1982, 1986, 1998, 2010, 2014 und 2022) Sportliche Qualifikation: 12 × (52 % bzw. bei 55 % der Versuche) Teilnahme ohne Qualifikation (als Gastgeber): 1 × (4,3 %; 1958) Vorrunde: 3 × (13,6 %; 1970, 1978, 1990) Sechzehntelfinale: 1 × (4,3 %; 2026) Achtelfinale: 2 × (8,7 %; 2002, 2006) Viertelfinale und 2. Finalrunde mit 8 Mannschaften: 3 × (13 %; 1934, 1974, 2018) Spiel um Platz 3: Vierter: 1 × (4,3 %; 1938) Dritter: 2 × (8,7 %; 1950, 1994) Finale: Vizeweltmeister: 1 × (4,3 %; 1958)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay Wie die meisten europäischen Mannschaften nahm auch die schwedische nicht an der ersten WM teil.

1934 in Italien Für die erste WM in Europa mussten sich die Schweden durch zwei Spiele gegen Litauen und Estland qualifizieren, die weiteren Spiele fanden nicht statt und wurden mit 2:0 für Schweden gewertet. In Italien traf Schweden im Achtelfinale auf Vizeweltmeister Argentinien und gewann mit 3:2. Im Viertelfinale wurde gegen Deutschland mit 1:2 verloren.

1938 in Frankreich Für die erste WM in Frankreich konnte sich Schweden zusammen mit Deutschland gegen erneut Estland und diesmal Finnland qualifizieren. Dabei hatten Deutschland, Finnland und Schweden je zwei Heimspiele und ein Auswärtsspiel, während Estland dreimal auswärts antreten musste. Gegen Estland und Finnland wurde daheim gewonnen und in Deutschland verloren, die Niederlage konnte aber verschmerzt werden. Im Achtelfinale wäre Schweden auf Österreich getroffen, das aber nach dem Anschluss an das Deutsche Reich keine eigene Mannschaft mehr stellte. So kam Schweden kampflos ins Viertelfinale und traf dort auf Kuba, das überraschend Rumänien in zwei Spielen ausgeschaltet hatte. Das 8:0 gegen die Kubaner ist bis heute der höchste schwedische WM-Sieg und wurde erst 16 Jahre später von Ungarn beim 9:0 über Südkorea überboten. Im Halbfinale waren dann die Ungarn zu stark und Schweden unterlag mit 1:5. Auch das Spiel um Platz 3 gegen Brasilien wurde verloren und nach dem 2:4 kehrte Schweden als WM-Vierter heim.

1950 in Brasilien mini|Die Mannschaft bei der WM 1950

Für die Qualifikation zur zweiten WM in Südamerika sollte Schweden gegen Finnland und Irland antreten. Gegen Irland wurde zweimal mit 3:1 gewonnen und Finnland im ersten Spiel mit 8:1 besiegt. Da Finnland zum letzten Spiel gegen Schweden nicht mehr antrat, wurden alle Spiele der Finnen aus der Wertung genommen. Als Sieger gegen Irland reiste Schweden nach Brasilien und traf dort auf Titelverteidiger Italien sowie Paraguay. Nach einem 3:2 gegen Italien, das durch den Flugunfall von Superga geschwächt war, und dem 2:2 gegen die Südamerikaner erreichte Schweden die nur bei dieser WM durchgeführte Finalrunde der besten vier Mannschaften. Dort verlor Schweden gleich das erste Spiel gegen Südamerikameister und Gastgeber Brasilien mit 1:7 und auch gegen Uruguay wurde mit 2:3 verloren. Das letzte Spiel gegen Spanien, das quasi ein Spiel um Platz 3 war, wurde mit 3:1 gewonnen, so dass Schweden die WM als Dritter beendete und in der ewigen Rangliste erstmals Platz 6 erreichte.

1954 in der Schweiz Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 konnte Schweden sich erstmals nicht qualifizieren. In der Gruppe mit Belgien und erneut Finnland konnte nur das Heimspiel gegen Finnland gewonnen werden. Das Rückspiel endete remis und beide Spiele gegen Belgien wurden verloren. Belgien qualifizierte sich für die WM und schied dort in der Vorrunde aus. Durch die verpasste Qualifikation fielen die Schweden in der ewigen Rangliste aus den Top-10.

1958 in Schweden links|mini|Liedholm erzielt das 2:0 im Eröffnungsspiel gegen Mexiko mini|Die schwedische Mannschaft nach dem Halbfinale gegen Deutschland

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 musste sich Schweden nicht qualifizieren, da man als Gastgeber automatisch qualifiziert war. In der Vorrunde waren Mexiko (3:0), Vizeweltmeister Ungarn (2:1) und WM-Neuling Wales (0:0) die Gegner. Im Viertelfinale profitierte Schweden dann vom Modus, denn die Mannschaft des WM-Neulings Sowjetunion, gegen die Schweden 1954 und 1955 in Freundschaftsspielen mit 0:7 und 0:6 verloren hatte, musste ein zusätzliches Entscheidungsspiel gegen England bestreiten, um das Viertelfinale zu erreichen, und Schweden gewann mit 2:0 gegen die Sowjetunion, die nur einen Tag Pause hatte und von der West- an die Ostküste reisen musste. Im Halbfinale war dann Titelverteidiger Deutschland der Gegner und wurde mit 3:1 besiegt, so dass erstmals das Finale erreicht wurde. In diesem war Brasilien zu stark und zum bis heute einzigen Mal verlor der Gastgeber ein WM-Finale. Das 5:2 ist zudem das höchste Finalergebnis. Der zweite Platz ist aber bis dato die beste Platzierung der schwedischen Mannschaft. Geführt wurde die Mannschaft von fünf in Italien tätigen Spielern, von denen Nils Liedholm ebenso wie der noch in Schweden spielende Gunnar Gren schon beim Olympiasieg 1948 in der Mannschaft standen. Mit George Raynor hatte erstmals ein ausländischer Trainer eine Mannschaft ins Finale geführt, was 4 Jahre bzw. 20 Jahre später nochmals den Österreichern Rudolf Vytlačil und Ernst Happel mit der tschechoslowakischen bzw. niederländischen Mannschaft gelang. In der ewigen Rangliste kehrten die Schweden auf Platz 6 zurück.

1962 in Chile Zur Qualifikation für die dritte WM in Südamerika wurde die schwedische Mannschaft in eine Gruppe mit der Schweiz und Belgien gelost. Schweden und die Schweiz gewannen beide Spiele gegen Belgien und die Heimspiele gegeneinander, so dass beide am Ende 6:2 Punkte hatten. Da das bessere Torverhältnis der Schweden nicht berücksichtigt wurde, gab es ein Entscheidungsspiel in West-Berlin, das die Schweiz mit 2:1 gewann und damit zur WM fahren konnte.

1966 in England Auch vier Jahre später misslang die Qualifikation. Diesmal war Deutschland zu stark. Zwar wurde beim Auswärtsspiel in West-Berlin ein 1:1 erreicht und beide Spiele gegen den anderen Gruppengegner Zypern konnten gewonnen werden, da aber das Heimspiel gegen Deutschland mit dem erstmals eingesetzten Franz Beckenbauer verloren wurde, reisten die Deutschen nach England und Lennart Nyman wurde von Orvar Bergmark als Nationaltrainer abgelöst. Durch die erneut verpasste Qualifikation fielen die Schweden in der ewigen Rangliste wieder aus den Top-10.

1970 in Mexiko Nach zwei verpassten Qualifikationen konnten sich die Schweden wieder qualifizieren. In einer Gruppe mit Frankreich und Norwegen wurde der Nachbar zweimal besiegt und Frankreich einmal. Die Niederlage in Frankreich konnte verschmerzt werden, da die Franzosen ihr erstes Heimspiel gegen Norwegen verloren hatten. Bei der Endrunde in Mexiko traf Schweden im Auftaktspiel auf Europameister Italien und verlor mit 0:1. Mit diesem einen Tor wurde Italien Gruppensieger. Da Schweden zwar zum Abschluss ebenfalls mit 1:0 gegen Südamerikameister Uruguay gewann, aber gegen WM-Neuling Israel nur ein 1:1 erzielte, wurde nur der dritte Tabellenplatz erreicht und erstmals die Vorrunde nicht überstanden. Nationaltrainer Orvar Bergmark gab daraufhin sein Amt auf.

1974 in der Bundesrepublik Deutschland mini|Szene aus dem ersten Gruppenspiel gegen Bulgarien

Für die erste WM in Deutschland konnte sich Schweden Qualifikation in einer Gruppe mit Österreich, Ungarn und Malta qualifizieren, benötigte diesmal aber ein Entscheidungsspiel gegen Österreich, nachdem beide Spiele gegen Ungarn remis geendet hatten und gegen Österreich je ein Spiel gewonnen und verloren worden war und auch Ungarn und Österreich sich zweimal remis getrennt hatten, hatten alle drei Mannschaften 8:4 Punkte, aber Schweden und Österreich die gleiche Tordifferenz von +7, während Ungarn eine Tordifferenz von nur +5 hatte. Das Entscheidungsspiel in Gelsenkirchen konnte Schweden mit 2:1 gewinnen.