Frangy-en-Bresse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Frangypans, resp. Frangypannes genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Frangy-en-Bresse liegt etwas über der Mitte des Arrondissements auf der Ostseite und liegt 18 Kilometer südsüdöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 14,27 Kilometer nordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.
Im Norden grenzt Frangy-en-Bresse an die Gemeinde Sens-sur-Seille, im mittleren Norden an Le Tartre und im Nordosten an die Gemeinde Cosges, die zum Département Jura gehört. Im Osten stößt die ebenfalls jurassische Gemeinde Bletterans an Frangy-en-Bresse, im Südosten Saillenard, im Süden Le Fay, im Südwesten Montcony und schließlich im Westen Saint-Germain-du-Bois.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa 20 % im Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 200 Hektar bewaldete Flächen auf, was 8,4 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 76 % Laubwald und 22 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Südosten – Bois des Génots –, im Süden – Bois de Suligny – und im übrigen Gemeindegebiet verstreut kleine Flächen. Im Norden der Gemeinde, entlang der Gewässer finden sich Flächen von Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 1736,5 Hektar (etwa 73,3 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 102,4 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 69 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 5 % wird Weichweizen und auf rund 11 % Körner- und Silomais angebaut. Auf 8 % werden zudem Ölpflanzen (Soja) angebaut.
Gewässer In der Gemeinde finden sich keine Stehenden Gewässer, lediglich Weiher und Teiche.
Bei den fließenden Gewässern ist vor allem La SeilleLa Seille, Länge 100,51 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie kommt aus Le Tartre in die Gemeinde und bildet ein kurzes stück die Gemeindegrenze zu Sens-sur-Seille. Sie durchfliesßt das nördliche Gemeindegebiet und nimmt beim Weiler Clémencey die Brenne auf. Später wendet sie sich südwärts und verlässt die Gemeinde nach Montcony.
Bereits beim Erreichen der Gemeindegrenze wird die Seille durch einen nördlichen Entlastungskanal erleichtert. La Seillette AvalLa Seillette Aval, Länge 5,4 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Sens-sur-Seille auf ca. 186 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 182 m, La Seillette Aval auf sandre.eaufrance.fr zieht nördlich durch die Gemeinde Sens-sur-Seille und mündet in die Brenne.
La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr kommt von Norden, durchquert die Gemeinde Sens-sur-Seille und mündet beim Weiler Curtil d'Essart in die Seille, nachdem sie den Canal aufgenommen hat. Nach anderen Meinungen nimmt der Canal die Brenne auf und mündet in die Seille.
Von Bletterans fließt La Seillette AmontLa Seillette Amont, Länge 17,557 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Ruffey-sur-Seille auf ca. 212 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 184 m, La Seillette Amont auf sandre.eaufrance.fr in die Gemeinde, die sie bei Haut de Charnay erreicht. Sie fließt südlich entlang einer Ebene, bis sie etwas außerhalb des Bourg in die Seille mündet.
Kurz nach Erreichen der Gemeinde, nimmt die Seillette den Ruisseau le JeanbonRuisseau le Jeanbon, Länge 7,56 km, Zufluss zu La Seillette Amont, Quelle bei in Courlaoux auf ca. 220 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 191 m, Le Jeanbon auf sandre.eaufrance.fr auf, der von Saillenard nach Norden fließt und auf seinen letzten 700 Metern die Grenze zu Bletterans bildet.
Schließlich kommt von Saillenard das Flüsschen Le TeuilLe Teuil, Länge 10,33 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 184 m, Le Teuil auf sandre.eaufrance.fr und erreicht die Gemeinde beim Weiler Vachetantot er mäandriert durch die Gemeinde, um westlich des Bourg in die Seille zu münden.
Da, wo der Teuil die Gemeinde erreicht, nimmt er den Bief du RenouillierBief du Renouillier, Länge 0,88 km, Zufluss zu Le Teuil, Quelle bei in Saillenard auf ca. 191 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 189 m, Bief du Renouillier auf sandre.eaufrance.fr auf, der auf seiner ganzen Länge die Grenze zu Saillenard bildet.
Am südlichsten Punkt der Gemeinde erreicht La Boissine (du Fay)La Boissine (du Fay), Länge 7,64 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Le Fay auf ca. 205 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 180 m, La Boissine auf sandre.eaufrance.fr Die Gemeinde und schlägt einen Bogen, um bei Les Chaudenots die Grenze zu Montcony zu bilden und bei Pré Mateau in die Seille zu münden.
Es bleibt festzustellen, dass die Gemeinde Frangy-en-Bresse eine ganz besondere Lage einnimmt. Sie ist sozusagen das Wassertor der Bresse. Die Seille entspringt im Jura, die Brenne und der Teuil am Fuß des Jura und alle diese Gewässer nutzen diese Lücke von etwa 500 Metern um in die Bresse einzudringen und gemeinsam als Seille ihren Weg fortzusetzen.
Verkehrswege Die Départementsstraße D87 erreicht die Gemeinde im Nordwesten, etwas östlich von Clémencey und durchquert das Gemeindegebiet bis zum Weiler Le Servin, wo sie ins Gemeindegebiet von Saillenard übergeht. Etwa in der Mitte ihres Weges kreuzt sie bei Le Tronchet die D23.
Die Départementsstraße D23 kommt von Norden und durchquert den Bourg, verläuft dann südwestlich, kreuzt bei Le Tronchet die D87 und bei der Brücke über La Boissine verlässt sie die Gemeinde nach Montcony. Diese Straße folgt dem Trassee der alten Römerstraße, die Bellevesvre mit Louhans verband.
Im Bourg von Frangy-en-Bresse zweigt die Départementsstrasse D423 nach Osten ab, verläuft südlich entlang der Seillette Amont bis zum Weiler Haut de Charnay. Sie überquert die Seillette Amont und verlässt die Gemeinde Richtung Bletterans.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: L'Abergement, Beauvoir, Les Bretins, Champrenay, Charnay, Clémency, La Communauté, La Cornillère, Le Couvent, Le Fay, Galarands, Les Mauperrins, Les Montots, Moulin-de-Clémency, Moulin-de-la-Boissine, Moulin-de-la-Ligue, Moulin-de-Servin, Moulin-du-Château, Moulin-du-Haut-de-Charnay, Les Pernins, Le Perriat, Le Saget, Le Servin, Suligny, Le Tronchet, Vachetantot, Vêvre, La Villeneuve.
Höhenprofil mini|400pxDas Profil beginnt im Westen der Gemeinde, beim Moulin de Clémencey auf 182,5 Metern Höhe. In der Folge schneidet die Profillinie zweimal den Lauf der Seille flaussaufwärts. Ein nächster Punkt ist die Départementsstraße D87, die auf 197 Metern liegt. Das Gelände sinkt erneut auf 186 Meter zu einem ehemaligen Bief, dessen Étang aufgelassen wurde. Auf einer nächsten Höhe liegt der Weiler Les Pommérates auf 200 Metern und die Départementsstraße D23 liegt wiederum auf 192 Metern. Nach einer Kuppe mit dem Weiler Villeneuve auf 199 Metern sinkt das Gelände ab auf 186 Meter, wo Le Teuil fließt. Nun wird das Gelände eben, der Weiler Bas de Charnay liegt auf 187,7 Meter Höhe und schließlich die Seillette Amont beim Moulin de la Lique auf 188 Metern. Bei der Gemeindegrenze im Pré Gerlans beträgt die Höhe 190,4 Meter. Das Gefälle zwischen dem Moulin de la Lique und dem Ausgangspunkt der Profillinie beträgt 5,5 Meter auf eine Distanz von 7 Kilometer Luftlinie.
Klima Das Klima in Frangy-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,4 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Name geht zurück auf die gallo-römische Bezeichnung Frangiacum, die seit 1065 bezeugt ist. Die Bezeichnung weist auf den Besitz eines Frangius hin, bei Grabungen wurde tatsächlich eine gallorömische Siedlung gefundenFrangy-en-Bresse auf der Base Mérimée. Den Zusatz en-Bresse trägt die Gemeinde seit 1952.
Geschichte Im Jahre 1111 ist Frangiacum eine Besitzung des Klosters Baume-les-Messieurs. Im 14. Jahrhundert hat eine Familie den Namen des Ortes angenommen, im 15. Jahrhundert gehört die Gegend zum Besitz der Familie der Bouton de Fay, im 17. Jahrhundert wird der Besitz aufgeteilt und gehört großteils den Fyot de la Marche. Der Weiler Clémencey ist ein strategischer Punkt, der die Verbindung zwischen der Schweiz und der Saône hart an der Grenze zur Freigrafschaft überwacht. Im Mittelalter kontrollierten die Herren von Sainte-Croix den Verkehr auf dieser Verbindungsstraße und auf der Seille, die hier schiffbar wurde. Seit 1404 wird die herrschaftliche Mühle erwähnt, vier weitere Mühlen bestanden an der Seillette. die Kirche, die Saint Denis geweiht ist, wurde im 16. Jahrhundert erbaut, vermutlich als Ersatz für eine ältere Kirche, die schon 1111 als Ecclesia de Frangeio erwähnt wurde. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute die Familie Courdier ihren Herrschaftssitz in Abergement, einem Lehen der Herren von Montcony, die Familie La Rodde erbaute ihrerseits ein Schloss in Charnay. Während der Revolution wurde der Sitz der Fyots zerstört. 1881 wurde die Mädchenschule erbaut, die heute die Mairie beherbergt, 1935 wurde eine Mairie-École erbaut. 1988 bestanden 80 Landwirtschaftsbetriebe auf dem Gemeindegebiet. Die Herren von Frangy Frangy-en-Bresse war ein Lehen der Herzöge von Burgund an die Herren Sainte-Croix-en-Bresse.
Der größte Teil des Gemeindegebiets war ein Afterlehen im Besitz eines Guyot de Frangy. 1381 wurde es durch Philippes Bouton übernommen, blieb aber weiterhin ein Afterlehen von Odo de Frangy.
Ein weiteres Lehen war Clémencey (das westliche Gemeindegebiet), wo sich ein Schloss befand, das 1794 zerstört wurde. Es war ein Afterlehen, das 1381 an Philippes Bouton gegeben wurde.
Beide Lehen gelangten 1525 an die de Brancion durch die zweite Ehe von Anne Bouton. Schließlich war es im Besitz der Fyot de la Marche, die schon lange mit den Boutons verschwägert waren. Im 18. Jahrhundert gehörte Frangy-en-Bresse Jean Philippe Fyot de la Marche, Marquis de la Marche, Graf von Bosjean und Dracy, Baron von Mervans und Montpont, der 1772 ohne Nachkommen starb. Die Erbschaft ging an seine Nichte, Marquise de Courteille, die Witwe von Dominique de Barberie.
In Frangy bestanden noch weitere Lehen, die teilweise erst später ausgeschieden wurden: L’Abergement gelangte von den de Brancion zur Familie Courdier (Claude und Antoine Courdier waren Kastellane der Kastellanei von Sagy). 1720 wurde das Lehen verkauft an Emiland Reynaud. Tronchet war Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz von Denis Courdier, dort bestand auch ein kleines Schloss.