Der Cholmogorski rajon (, transkribiert Cholmogorski munizipalny rajon) ist eine Verwaltungseinheit innerhalb der Oblast Archangelsk. Er befindet sich südlich der Oblasthauptstadt Archangelsk und hat Einwohner (Stand ). Das administrative Zentrum ist das Dorf Cholmogory.
Geographie Der Rajon befindet sich im Zentrum der Oblast. An ihn grenzt der Primorski rajon im Nordwesten, der Pineschski rajon im Osten, der Winogradowski rajon im Südosten, die geschlossene Stadt Mirny im Süden und der Plessezki rajon im Westen. Fast der gesamte Rajon liegt im Einzugsgebiet der Nördlichen Dwina, die diesen von Osten nach Westen durchläuft. Die wichtigsten Zuflüsse der Dwina innerhalb des Rajons sind die Jemza, die Pukschenga und die Pinega. Den Norden des Rajons durchfließt die Kjolda, ein linker Zufluss der Kuloi. Wie auch die übrige Oblast Archangelsk gehört der Rajon zur Taiga und wird somit größtenteils von borealem Nadelwald bedeckt. Im südlichen Teil des Rajons, nordwestlich des Selo Jemezk, liegt das Naturreservat Siski sakasnik ().
Geschichte Das Gebiet des heutigen Rajon wurde ursprünglich von Finno-ugrische Völkern bewohnt, bevor es zuerst von slawischen Pomoren besiedelt und im 12. Jahrhundert Teil der Republik Nowgorod wurde. Nach dem Fall Nowgorods im 15. Jahrhundert gingen dessen Ländereien an das Großfürstentum Moskau über.
Der Ort Cholmogory wurde bereits im 12. Jahrhundert schriftlich erwähnt und war bis zur Gründung der Stadt Archangelsk 1584 eines der wichtigsten Handelszentren des russischen Nordens.Informationen auf der offiziellen Seite des Rajon (russisch); überprüft am 2. Juli 2017 Durch einen Ukas Katharinas der Großen wurde der Cholmogorski ujesd im Jahr 1780 gegründet. 1796 wurde der Ujesd Teil des Gouvernements Archangelsk. Im Jahr 1922 wurde das Verwaltungszentrum des Cholmogorski ujesd nach Jemezk verlegt und umbenannt. Bis 1925 trug der Ujesd den Namen Jemezki ujesd, bevor die Verwaltungseinheit 1925 Teil des Archangelski ujesd wurde. Durch eine weitere Verwaltungsreform wurde 1929 der Ujesd Teil des Nördlichen Krai und in zwei neue Rajone, den Cholmogorski rajon sowie den Jemezki rajon, aufgeteilt. Im Zuge weiterer Verwaltungsreformen wurde der Nördliche Krai 1936 zur Nördlichen Oblast und bereits im Jahr 1937 in die Oblaste Archangelsk und Wologda aufgeteilt. 1959 wurde der Jemezki rajon aufgelöst und mit dem Cholmogorski rajon vereinigt.rusarchives.ru: (russisch)
Bevölkerungsentwicklung Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen des Cholmogorski rajon. Jahr Einwohner 1959 47.196 1970 40.765 1979 36.727 1989 35.891 2002 30.797 2010 25.054 Anmerkung: 1959–2010 Volkszählungsdaten
Verwaltungsgliederung mini|Blick nach Nordosten über die Gemeinde Matigorskoje, etwa zwei Kilometer südlich von Cholmogory. Oben links ist die Auferstehungskirche von Matigory aus dem Jahr 1694 zu sehen. mini|Beinschnitzereien aus Cholmogory auf einer sowjetischen Briefmarke mini|Anton-Sijski Kloster mini|Peter- und Pauls-Kirche von Ratonawolok Der Cholmogorski rajon, mit Cholmogory als administrativem Zentrum, ist in 13 Gemeinden (, deutsch Munizipales Gebilde) unterteilt, die den Status einer Landgemeinden () besitzen. Im Cholmogorski rajon leben Einwohner (Stand ).Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen (PDF; 6,0 MB), S. 12–209; (PDF; 16,7 MB), S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation); Čislennost' naselenija po municipal'nym obrazovanijam i naselennym punktam Archangel'skoj oblasti, vključaja Neneckij avtonomnyj okru Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda (Bevölkerungsanzahl der munizipalen Gebilde und Ortschaften der Oblast Archangelsk einschließlich des Autonomen Kreisen der Nenzen Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010.) (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Oblast Archangelsk)
Gemeinde (munizipalnoje obrasowanije)Art der GemeindeVerwaltungszentrumEinwohnerIm Zuge einer Verwaltungsreform kam es 2014 und 2015 zu folgenden Änderungen: 1. Die Landgemeinde Lomonossowskoje (684) wurde mit der Landgemeinde Cholmogorskoje (4730) fusioniert. 2. Die Landgemeinde Leunowskoje (144) wurde mit der Landgemeinde Belogorskoje (761) fusioniert. 3. Die Landgemeinden Satschatschjewskoje (1310) und Selezkoje (608) wurden mit der Landgemeinde Jemezkoje (3030) fusioniert. 4. Die Landgemeinde Kopatschowskoje (759) wurde mit der Landgemeinde Matigorskoje (2705) fusioniert. Die Einwohnerzahlen berechnen sich aus der Summe der bei der Volkszählung 2010 erhobenen Daten für die fusionierten Gemeinden.Belogorskoje()selskoje posselenije()Belogorski ()905Chawrogorskoje()selskoje posselenije()Pogost ()769Cholmogorskoje()selskoje posselenije()Cholmogory ()5414Dwinskoje()selskoje posselenije()Dwinskoi ()1130Jemezkoje()selskoje posselenije()Jemezk ()4948Kechotskoje()selskoje posselenije()Markowskaja ()549Koidokurskoje()selskoje posselenije()Chomjakowskaja ()451Lukowezkoje()selskoje posselenije()Lukowezki ()2729Matigorskoje()selskoje posselenije()Charlowo ()3464Rakulskoje()selskoje posselenije()Brin-Nawolok ()1454Swetloserskoje()selskoje posselenije()Swetly ()1163Ust-Pineschskoje()selskoje posselenije()Ust-Pinega ()1052Uchtostrowskoje()selskoje posselenije()Gorka-Kusnetschewskaja()641
Kultur und Sehenswürdigkeiten Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert war die Region für ihre Beinschnitzerei bekannt. Bekannte Beinschnitzer aus Cholmogory arbeiteten unter anderem am Hofe des Zaren Peter der Große. Bei der Cholmogory-Beinschnitzerei werden traditionell Walrosselfenbein, Robbenknochen, Rinderknochen, sowie in seltenen Fällen Elefanten- und Mammut-Elfenbein verwendet. Heute besteht im Ort Lomonossowo eine Beinschnitzerei-Fabrik sowie eine Schule für Beinschnitzerei.Artikel über Beinschnitzerei auf dem offiziellen Tourismus-Webportal der Oblast Archangelsk (russisch); überprüft am 2. Juli 2017Artikel zu Beinschnitzereien auf der Seite des Lomonossow-Museums (russisch); überprüft am 2. Juli 2017
Im Cholmogorski rajon befinden sich etwa 40 Objekte, welche nach dem russischen Gesetz als kulturelle beziehungsweise historische Denkmäler föderaler Bedeutung klassifiziert werden.kulturnoe-nasledie.ru: (russisch) Bei den meisten dieser Objekte handelt es sich um historische Kirchengebäude, wie das 1520 erbaute Anton-Sijski Kloster (), die hölzerne Peter- und Pauls-Kirche () von Ratonawolok (heute Pogost) aus dem Jahr 1722, die hölzerne Kirche des Seligen Basilius () aus dem Jahr 1824, sowie die 1691 fertiggestellte Christi-Verklärungs-Kathedrale () von Cholmogory.
Im Rajon gibt es drei staatliche Museen: das Heimatmuseum des Cholmogorski rajon () in CholmogoryEintrag des Heimatmuseums von Cholmogory auf museum.ru (russisch); überprüft am 2. Juli 2017 das Lomonossow-Museum () in LomonossowoEintrag des Lomonossow-Museums auf museum.ru (russisch); überprüft am 2. Juli 2017 das Jemezker Heimatmuseum ()Eintrag des Heimatmuseums von Jemezk auf museum.ru in Jemezk (russisch); überprüft am 2. Juli 2017
Wirtschaft und Verkehr Die Holzwirtschaft ist der wichtigste Industriezweig des Rajon. Zudem spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle.Wirtschaftssteckbrief auf der offiziellen Seite des Rajon (russisch); überprüft am 2. Juli 2017 In der Viehwirtschaft wird unter anderem eine spezielle Rinderrasse (Cholmogory-Rind, russ. ) genutzt, welche besonders gut an die niedrigen Temperaturen des hohen Nordens angepasst ist.
Linksseitig der Nördlichen Dwina verläuft die Fernverkehrsstraße M8 durch den Rajon. Von Cholmogory und Jemezk aus bestehen regelmäßige Linienbusverbindungen nach Archangelsk. Rechtsseitig der Dwina durchläuft die Eisenbahnstrecke Archangelsk – Karpogory, mit den beiden Haltepunkten Kenizy und Lukowezki, den Rajon. Im Rahmen des Projektes BelKomUr ist geplant die bestehende Strecke bis Perm zu verlängern um eine Transportmagistrale vom Weißen Meer bis in den Ural zu schaffen. (russisch); überprüft am 2. Juli 2017
Über die Nördliche Dwina und die Pinega bestehen unregelmäßige Schiffsverbindungen.
Persönlichkeiten mini|Geburtshaus des Poeten Nikolai Rubzow in Jemezk Im Gebiet des heutigen Rajon Cholmogory wurden einige berühmte russische Persönlichkeiten geboren. Der bekannteste unter ihnen ist der Universalgelehrte, Dichter und Naturwissenschaftler Michail Lomonossow, der aus dem Dorf Denisowka (heute Lomonossowo) stammt. Weitere bekannte Persönlichkeiten sind unter anderem der Bildhauer Fedot Schubin, der Poet Nikolai Rubzow sowie der Armeegeneral Pjotr Luschew.
Anmerkungen
Weblinks
Offizielle Seite des Cholmogorski rajon () Der Cholmogorski rajon auf der offiziellen Seite der Oblast Archangelsk (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Rajon in der Oblast Archangelsk Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1929