Makijiwka (; ) ist die unmittelbare östliche Nachbarstadt von Donezk im Industriegebiet Donezbecken im Osten der Ukraine. Makijiwka hat 347.000 Einwohner (Stand 2016) Bevölkerungszahlen auf pop-stat.mashke.org und ist damit nach Donezk und Mariupol die drittgrößte Stadt der Oblast Donezk. mini|hochkant=1.6|links|Stadtansicht
Geografie Die Stadt liegt im Industrie- und Bergbaugebiet Donbass, geprägt von: Halden (Abraumberge) Bergbauinfrastruktur Industrieanlagen (Metallurgie, Kohlebergbau)
Das Umland besteht aus leicht hügeligem Steppenland mit Flussläufen und künstlichen Seen, die durch den Bergbau entstanden sind. Nordwestlich der Innenstadt befindet sich das Quellgebiet des Kalmius, dieser bildet im Westen teilweise die Grenze zur Stadt Donezk. Im Norden verläuft der Siwerskyj-Donez-Donbas-Kanal.
Verwaltungsgliederung Makijiwka gliedert sich in 5 Stadtrajone mit 17 Siedlungen städtischen Typs, 7 Dörfer und 8 Ansiedlungen:
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Makijiwka (Макіївська міська громада/Makijiwska miska hromada). Zu ihr zählen die 18 Siedlungen Hrusko-Lomiwka, Hrusko-Sorjanske, Husselske, Jassyniwka, Kolosnykowe, Krasnyj Oktjabr, Krynytschna, Lisne, Majak, Meschowe, Nyschnja Krynka, Proletarske, Semljanky, Swerdlowe, Welyke Orichowe, Wyssoke und Wuhljar, die 7 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer sowie die 8 Ansiedlungen Almasne, Cholmyste, Lebjasche, Monachowe, Nowomarjiwka, Nowomoskowske, Nowyj Swit und WassyliwkaКабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 710-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Донецької області", bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Makijiwka (Макіївська міська рада/Makijiwska miska rada) unter direkter Oblastverwaltung der Oblast Donezk.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons DonezkВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів".
Die administrative Umsetzung konnte jedoch de facto aufgrund der Besatzung durch die Volksrepublik Donezk bislang nicht erfolgen.
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Makijiwka Teil der Gemeinde: Gemeindeteile ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Almasne Алмазне Алмазное (Almasnoje) Cholmyste Холмисте Холмистое (Cholmistoje) Hrusko-Lomiwka Грузько-Ломівка Грузско-Ломовка (Grusko-Lomowka) Hrusko-Sorjanske Грузько-Зорянське Грузско-Зорянское (Grusko-Sorjanskoje) Husselske Гусельське Гусельское (Gusselskoje) Jassyniwka Ясинівка Ясиновка (Jassinowka) Kolosnykowe Колосникове Колосниково (Kolosnikowo) Krasna Sorja Красна Зоря Красная Заря (Krasnaja Sarja) Krasnyj Oktjabr (offiziell ukrainisch seit 2016 Lypske/ЛипськеВерховна Рада України; Постанова від 12.05.2016 № 1351-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів на тимчасово окупованих територіях Донецької та Луганської областей) Красний Октябр Красный Октябрь (Krasnyj Oktjabr) Krynytschna Кринична Криничная (Krinitschnaja) Lebjasche Леб'яже Лебяжье Lisne Лісне Лесное (Lesnoje) Lypowe Липове Липовое (Lipowoje) Majak Маяк Маяк (Majak) Meschowe Межове Межевое (Meschewoje) Molotscharka Молочарка Молочарка Monachowe Монахове Монахово (Monachowo) Nowyj Swit Новий Світ Новый Свет (Nowyj Swet) Nowomarjiwka Новомар'ївка Новомарьевка (Nowomarjewka) Nowoseliwka Новоселівка Новоселовка (Nowosjolowka) Nowomoskowske (offiziell ukrainisch seit 2024 Tyche/ТихеВерховна Рада України; Постанова від 19.09.2024 № 3984-IX Про перейменування окремих населених пунктів та районів) Новомосковське Новомосковское (Nowomoskowskoje) Nyschnja Krynka Нижня Кринка Нижняя Крынка (Nischnjaja Krynka) Orichowe Оріхове Орехово (Orjechowo) Proletarske (offiziell ukrainisch seit 2016 Pjatypillja/П'ятипілля) Пролетарське Пролетарское (Proletarskoje) Schewtschenko Шевченко Шевченко (Schewtschenko) Semljanky Землянки Землянки (Semljanki) Swerdlowe (offiziell ukrainisch seit 2016 Cholodne/Холодне) Свердлове Свердлово (Swerdlowo) Wassyliwka Василівка Васильевка (Wassiljewka) Welyke Orichowe Велике Оріхове Великое Орехово (Welikoje Orechowo) Werchnja Krynka Верхня Кринка Верхняя Кринка (Werchnjaja Krynka) Wyssoke Високе Высокое (Wyssokoje) Wuhljar Вугляр Вугляр (Wugljar)
Wirtschaft und Infrastruktur Makijiwka und Donezk sind miteinander verwachsen und haben die gleiche industrielle Struktur: Metallurgie und Kohlebergbau. Seit den 1970er Jahren gab es Pläne, beide Städte zu vereinigen und ein neues gemeinsames Stadtzentrum zu errichten. Es war ein neuer großer Zentralbahnhof und eine U-Bahn-Verbindung geplant. Als Doppelstadt wäre Donezk-Makijiwka mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern nach Kiew die zweitgrößte Stadt der Ukraine gewesen. Diese Pläne sind bis heute (Stand 2022) nicht zur Ausführung gekommen. Die Stadt lebt seit dem 19. Jahrhundert vom Abbau von Steinkohle. Darüber hinaus haben sich Eisen- und Stahlwerke angesiedelt, die zu den bedeutendsten der Ukraine zählen. Kleinere metallverarbeitende und chemische Werke, Maschinenbau und Lebensmittelverarbeitung bilden weitere wirtschaftliche Grundlagen der Stadtbewohner. Die größten Unternehmen sind Makijiwugol, Makijiwskij Metallurgical Works, die Yasinowskij Coke-chemical Plant, die Aktiengesellschaft Makijiwcoke, Granit, Stroymash, Makijivsky Mine's Automatic Machinery plant, das Hüttenwerk Makijiwka. Die Stadt ist verbunden mit den Eisenbahnlinien Jassynuwata-Krynitschna-Linie (russisch: Ясиноватая-Криничная) sowie der Güterbahnlinie Mospyno-Makijiwka (russisch: Моспино-Макеевка грузовая). Sie verfügt über einen entsprechenden Hauptpersonenbahnhof Makijiwka-Pasashirska, einen Eisenbahnknotenpunkt Chanzhonkowo und einige kleinere Bahnhöfe (Krynichna, Monakhovo, Makijiwka-Gruzovaya). Von 1924 bis 2006 gab es eine Straßenbahnlinie. Seit 1969 erschließen vier Linien des Oberleitungsbusses die Stadt und es verkehren zahlreiche Stadtbuslinien.
Geschichte
Makijiwka hieß bis 1931 Dimitrijewsk, seine Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Im 19. Jahrhundert wurden die Kosakensiedlungen Jassyniwka, Nyschnja Krynka, Semljanky, Makijiwka und Schtschehlow zum Amtsbezirk Makijiwsk zusammengefasst; die Siedlung Dimitrijewsk entwickelte sich zum Kultur-, Handels- und Verwaltungszentrum des Bezirks. 1917 erhielt Dimitrijewsk den Status einer Stadt und wurde im April 1931 in Makijiwka umbenannt. Seit 1938 ist die Stadt in vier Stadtrajone aufgeteilt: Zentralno-Misto (Stadtzentrum), Kirow, Radjansk/Sowjet, Tscherwonohwardija; 1975 kam ein fünfter, Hirnyz, hinzu. In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 471, Makeevka, für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977. Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital 3099 versorgt.
Die Stadt befindet sich seit 2014 unter Kontrolle der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, welche von Russland materiell und personell unterstützt wird und gehört daher zu einem Gebiet, auf dem die Organe der ukrainischen Staatsmacht vorübergehend ihre Befugnisse nicht ausüben., 7. November 2014 N 1085-р (ukrainisch). Seit 2022 betrachtet Russland die gesamte Oblast und damit auch die Stadt Makijiwka völkerrechtswidrig als russisches Staatsgebiet (Russische Annexion der Süd- und Ostukraine).
Während des russischen Angriffs auf die Ukraine wurden Reservisten der Teilmobilisierung in der berufsbildenden Bauschule Nr. 19 untergebracht. Am 1. Januar 2023 wurde diese Schule durch einen ukrainischen Angriff komplett zerstört und laut russischen Angaben starben 89 Soldaten. Anhand von Berichten über Beerdigungen konnte BBC News bis im März 2023 den Tod von 139 Soldaten bestätigen.Потери России за 13 месяцев войны в Украине: скачок смертей заключенных. In: BBC News, 17. März 2023.
Bevölkerung
Als Beispiel dient die Verteilung nach Ethnien aus dem Jahr 2001:
Volksgruppe Einwohner Jahr 2001 (%)Statistik aus dem Jahr 2001, pdf. Russen 218.940 50,8 Ukrainer 194.057 45,0 Tataren 4.837 1,1 Belarussen 4.806 1,1 Griechen 1.139 0,3 Georgier 1.109 0,3
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Donezk
Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1917