Sadowoje (, 1947 bis 2020 offiziell Sadowo, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Sadowoje liegt unweit der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) südlich von Alexejewka (Klein Kackschen/Kleinbirkenhain) und ist von Sowetsk (Tilsit) 31 Kilometer und von Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) 19 Kilometer entfernt. Eine Bahnanbindung gibt es nicht.
Geschichte Eine erste Aufzeichnung über den Ort Groß Kackschen liegt aus dem Jahre 1628 vor. Die Besiedlung des Ortes im 17. Jahrhundert war nicht einheitlich und wohl auch nicht gleichzeitig. Im Jahr 1785 wurde Groß Kackschen war königliches Bauerndorf mit 20 Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 62. 1874 wurde der Amtsbezirk KackschenRolf Jehke, Amtsbezirk Kackschen/Wedereitischken/Sandkirchen errichtet, der bis zum 15. Oktober 1909 bestand und zum Kreis Ragnit gehörte. Ab 1909 war die Landgemeinde Groß Kackschen ein Teil des neugebildeten Amtsbezirks Wedereitischken und gehörte mit diesem bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach bis 1945 zum (Land)kreis Tilsit-Ragnit. 1938 wurde Groß Kackschen in „Birkenhain (Ostpr.)“ umbenannt.
In Folge des Zweiten Weltkrieges kam das Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Sadowo und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Timofejewski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Von 2008 bis 2015 gehörte Sadowo zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije. Nach deren Auflösung gehörte der Ort seit 2016 zum Stadtkreis Krasnosnamensk. 2020 wurde Sadowo in Sadowoje umbenannt.Durch die Распоряжение Правительства Российской Федерации от 18 января 2020 г., № 23-р (Verfügung der Regierung der Russischen Föderation vom 18. Januar 2020, Nr. 23-r) Seit 2022 gehört der Ort zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Amtsbezirk Kackschen (1874–1909) Zwischen 1874 und 1909 bestand der Amtsbezirk Kackschen, bestehend aus 13 Landgemeinden und einem Torfmoor.:
Ortsname Alt Eggleningken Augskallen Bejehnen Groß Kackschen Groß Puskeppeln Groß Schillehlischken Klein Kackschen Klein Schillehlischken Köllmisch Kackschen Königshuld II Neu Eggleningken Pabuduppen Pötkallen Kacksche-Balis (Torfmoor)
Im Jahr 1909 wurden die Orte auf die Amtsbezirke Budwethen und Wedereitischken verteilt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 263 1871 281 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 431 davon 87 Juden 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 351 davon 79 litauischsprachige und 31 zweisprachige 1910 424 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 479 1939 453 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 180 2002Allrussische Volkszählung von 2002 253 2010Allrussische Volkszählung von 2010 288 2021Allrussische Volkszählung von 2021 271
Kirche Die fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung Groß Kackschens (Birkenhains) war vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche Wedereitischken (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Sandkirchen, heute russisch: Timofejewo) eingepfarrt. Sie war zuletzt Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Sadowo im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen). Sie gehört zur Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Schule In Groß Kackschen bestand vor 1945 eine zweiklassige Volksschule. Letzter Hauptlehrer war der aus Groß Kackschen gebürtige Erich Milkereit.
Weblinks Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Birkenhain (Ostpr.) Sadowo bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk