mini|Baierische Landtafeln, Blatt 14. Ingolstadt 1568 von Philipp Apian Die Burg Julbach ist eine abgegangene Höhenburg in der gleichnamigen Gemeinde im Landkreis Rottal-Inn von Bayern. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-2-7743-0001 im Bayernatlas als „Burgstall des hohen und späten Mittelalters“ geführt.

Geschichte Bereits 1078 wird ein hier ansässiger Raffolt de Jugilbahe erwähnt, dieser Raffolt wird als Zeuge einer Stiftungsurkunde des Klosters Ranshofen genannt. 1108 wird ein Werinhart de Julbahe als Zeuge bei einer Schenkung Herzog Welfs II. angeführt. 1142 ist dieser Wernhart mit dem Titel dominus und 1150 mit dem Titel nobilis ausgewiesen. Von einer Herrschaft Julbach ist um diese Zeit aber noch nicht die Rede. Dieser Wernhard stand in enger Beziehung zu den Grafen von Formbach. Wernhard von Julbach erscheint 1130 mit seinen Söhnen Heinrich und Gebhard als Zeuge in einer Formbacher Urkunde. Benedikta, die Gemahlin des Wernhard stammte aus dem Hause Formbach (ihre Mutter war Benedikta von Formbach, ihr Vater Gebhard von Ollersbach, ihre Onkel waren Gebhart und Dietrich II. von Formbach). Die Güter um Julbach sind offensichtlich als Heiratsgut in die Ehe mit dem Wernhard eingebracht worden. Der Sohn Heinrich des Wernhard nennt sich nach Julbach und nach Schaunberg und führt sogar den Titel eines comes (Henricus comes de Scounberch). Auch der zweite Sohn Gebhard des Wernhard und seine Nachfolger nannten sich nach Schaunberg. Dies wird ebenfalls durch das von Benedikta herstammende Erbe im Gebiet zwischen Wels und Kremsmünster erklärt. Der Grafentitel, mit dem die hohe Gerichtsbarkeit verbunden ist, taucht erstmals 1165 bei Gebhardus comes de iulbach auf, der als Zeuge einer Schenkung des Grafen Dietrich von Vichtenstein an das Kloster Formbach erscheint. Die Julbach-Schaunberger verfügten über ihre Mutter Benedikta († 1170) auch über die Vogtei über das Kloster Suben. Nachdem die Julbach-Schaunberger ihren Hauptsitz auf die Schaunburg verlegt hatten, waren auf Burg Julbach nur noch verwaltende Dienstmannen aus Winkelheim, Stall und Hitzenau ansässig. Julbach wird zum ersten Mal im Urbarbuch von 1371 als Grafschaft bezeichnet. mini|Markt Julbach nach einem Stich von Michael Wening von 1721 Am 9. Februar 1359 hatte Ulrich I. von Schaunberg Elisabeth, die Schwester des Burggrafen Friedrich von Nürnberg, geheiratet. Elisabeth erhielt die Feste und Herrschaft Julbach als Morgengabe; sollte Ulrich aber ohne Erben sterben, dann sollte die Morgengabe Elisabeths an die Schaunberger zurückfallen. Nach dem kinderlosen Tode des Ulrich († 1373) verpfändeten Burggraf Friedrich und seine Schwester Elisabeth am 23. Mai 1377 die Feste und Herrschaft von Julbach an die Wittelsbacher aus der Linie Bayern-Landshut. Am 2. März 1382 verkauften Graf Heinrich von Schaunberg und seine beiden Söhne Heinrich und Ulrich die verpfändete Feste und Herrschaft Julbach endgültig an die Wittelsbacher. In Julbach war auch ein Kastenamt eingerichtet, 1435 wird hier ein Kasten erwähnt, ebenso 1513 und 1578.

Unter Herzog Albrecht IV. wurde das Gericht Julbach an die drei Braunauer Bürger Hans Tegernseer, Georg Plattner und Hanns Waitzhover verpfändet, um Schulden aus dem Landshuter Erbfolgekrieg zu tilgen. Herzog Wilhelm IV. konnte 1512 dieses Pfand wieder einlösen. 1513 scheint dieser Herzog die Herrschaft mitsamt dem Kasten an Johann den Älteren und Johann von der Leiter mit dem Recht des Rückkaufs abgegeben zu haben. Es ist aber nicht sicher, ob dieser Vertrag je rechtskräftig wurde. Julbach wird auch unter den Wittelsbachern als Herrschaft bezeichnet. 1507 wird Julbach als Gericht benannt, 1578 ist Julbach noch Pflege und Herrschaft, 1588 nur mehr Pfleggericht. Als spätere Pfleger von Julbach fungierten 1515–1766 die Mautner von Braunau, 1766 wurde die Pflege Julbach (bis 1779) ganz der Pflege Braunau einverleibt, in Julbach verblieb nur mehr ein Pflegskommissar als Oberbeamter.

mini|Lageplan von Burg Julbach und Pflegschloss Julbach auf dem Urkataster von Bayern

Burgruine Julbach heute Die Burg Julbach dürfte nach vorliegenden archäologischen Befunden in zwei Bauphasen errichtet worden sein: Eine datiert aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und eine zweite, große Ausbauphase um 1500, also entweder kurz vor oder nach der Zerstörung von 1504 der Burg im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs. Zu der zweiten Großbauphase gehören die Errichtung eines Zwingers nach Westen und Süden und der Wiederaufbau des Hauptturms auf dem Haupthügel. In den Jahrhunderten danach wurden im gesamten Dorf (Friedhofsmauer, Gasthof etc.) Bausteine der Burg verbaut.

Philipp Apian berichtet als Einziger über das Aussehen der Burg, die er in den Jahren um 1560 auf dem Hügel oberhalb der Kirche gefunden hatte. Im Osten stand ein Turm mit Zinnen und westlich ein kapellenähnliches überdachtes Gebäude. Die Anlage dürfte aus einem quadratischen Wohnturm, den eine Ringmauer umfriedete, bestanden haben. Diese Hauptburg waren sichelförmig mit einer Vorburg umgeben. Der Verein der „Burgfreunde zu Julbach e. V.“Homepage der Burgfreunde Julbach. bemüht sich seit mehreren Jahren um die Erforschung und archäologische Sicherung der Burg Julbach.Grabungsbericht 2013 (PDF; 8,0 MB).Grabungsbericht 2008 (PDF; 31 MB).Grabungsbericht 2005 (PDF; 129 kB).

Die Reste der Burg Julbach liegen auf dem sogenannten Schlossberg auf einem langen Bergsporn. Das Burgareal wird von dem nördlich anschließenden Bergrücken durch einen Halsgraben abgetrennt, nördlich des Halsgrabens steigt ein mottenähnlicher Hügel auf, der als Vorburg bezeichnet wurde. Das eigentliche Burgareal umfasst ein knapp 75 Meter breites und 46 Meter langes Gelände. Gesichert wurde ein Mauerabschnitt von acht Metern Länge und einen Meter Breite. Zu den Überbleibseln der Burg zählt ein ausgemauerter, 57 m tiefer Brunnenschacht. Unter der Burganlage sowie unter der Julbacher Kirche liegt ein Erdstall, ein ausgeklügeltes Gangsystem mit einer Länge von 100 Meter.

Im Rathaus von Julbach können etliche Funde aus den Grabungskampagnen (Münzfunde, z. B. ein Friesacher Pfennig, Armbrustbolzen, Bronzearmreif, Keramikfunde von zerscherbten, spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Gebrauchsgeschirr) besichtigt werden.

Stammliste der Edlen von Julbach-Schaunberg (1288), resp. (1316) Grafen von Schaunberg mini|hochkant|Wappen derer von Julbach in Siebmachers Wappenbuch NNStammliste auf Basis von Detlev Schwennicke (Hrsg.): Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge (Band XVI). J. A. Stargardt, Berlin: 1995, Tafel 38. N.N.⚭ Hildegund, Tochter von Kuno von Mödling, Vogt von Kloster Au (⚭ 2. Dietrich von Baumgarten) Werinhart von Julbach, 1108/um 1165,⚭ Benedikta von Ollersbach, 1147, Tochter von Gebhard und Benedikta von Formbach Werinhard, 1137/1171 von Julbach, 1148/1151 von Stauf, Wernhard de Stove Heinrich I., 1140 von Julbach, 1161 de Scovvenburg, 1146/1182 von Stauf, † nach 27. Februar 1187, begraben im Kloster Formbach Hartwig de Scovenberg, um 1170 Tochter N.N.,⚭ Graf von Bening, 1143/1179 Gebhard von Julbach, 1172, de Schowenberch, 1140/um 1190,⚭ Sophia um 1190, † 15. Mai ??? Werinhard I. von Schaunberg, 1196, Vogt von Kloster Formbach, 1186/1221 Heinrich der Jüngere, 1231 Heinrich II., 1209/1277, † 25. Juli 1276/1281,⚭ Hedwig von Plain, 1249, † 15. Februar nach 1256, Tochter des Grafen Luitpold III. und(⚭ 2.) Agnes Heinrich III., 1275 der Jüngere, 20. Mai 1288 Graf von Schaunberg der Älter, 1248/1310 Wernhart III., 1252 der Jüngere, 1281 der Ältere, 1249/1286, † 2. Februar 1287 (?),⚭ Anna von Neuffen, † 1. Mai 1271 (?), Tochter des Heinrich von Neuffen Heinrich IV., 31. Oktober 1316, Graf von Schaunberg, 1291 der Jüngere, 1317 der Ältere, 1281/1321, † 1. März 1327,⚭ Agnes 1316, † 3. November 1319, Schwester des Ulrich von Neuhaus und Tochter des Ulrich II. und Mechtild Agnes (Anna), 1322⚭ 1. Vor 8. Dezember 1301 Hermann II. Graf von Ortenburg, 1292/1301,⚭ 2. vor 26. April 1321 Ulrich von Maissau, Marschall in Österreich, 1299/1326 Heinrich V., 1350 Johanniter Ordensmeister, † 12. Mai 1353/25. Februar 1357,⚭ 1. kurz vor 4. Januar 1321 Anna von Truhendingen, † 25. Mai 1331/25. Juni 1337, Tochter von Graf Ulrich I.,⚭ 2. Vor 24. Januar 1338 Elisabeth von Ochsenstein, Tochter von Otto von Ochsenstein Agnes,⚭ vor 26. Juni 1337, Heinrich Graf von Hohenberg Imagina, 1330/1376, † 5. November 1377 (?),⚭ (Nördlingen, vor 25. Juni 1337 / 23. April 1351) Ludwig X. Graf zu Oettingen, † 11. Mai 1370 Konrad, 1337, 1343 Domherr zu Passau, 1349 Propst von St. Andreas zu Freising, 1350/1357 Propst zu Ardagger, † 1357 Elisabeth, 1337 Ulrich I., 1355 zu Feste Kammer und Waasen, 1369/1372 Hauptmann im Land ob der Enns, † Schaunburg, 6. März 1373,⚭ 9. Februar 1353 Elisabeth von Nürnberg, 1379, † 1383 (?), Tochter des Johann Burggrafen von Nürnberg, begraben im Kloster Wilhering Heinrich VII., 1355, zu Feste Kammer und Waasen, 1382 zu Julbach, 1376 Pfandherr zu Weitra, 16. Juni 1361 Vasall der Herzöge von Österreich, † 9. Oktober 1390,⚭ vor 9. Januar 1362 Ursula von Görz zu Schöneck, Neuhaus und Uttenstein, † nach 1383, Tochter von Graf Meinhard VI. von Görz und Katharina von Pfannberg Anna, † 1396;⚭ 1377 Graf Hermann II. von Cilli, † 13. Oktober 1435 zu Pressburg Barbara, † 6. März 1398;⚭ vor 11. März 1380 Heinrich III. von Rosenberg, † 28. Juli 1412 Peter III. von Rosenberg † 1406 Kunigunde, † 1424;⚭ vor 12. November 1376 Johann II. Landgraf von Leuchtenberg und Graf von Hals, † 7. August 1390 Heinrich VIII., um 1380/82, † 17. Juli 1383 Ulrich II., 1382 → Grafen von Schaunberg (ab 1382) Agnes, † nach 10. August 1412;⚭ 9. April 1383 und vor 18. März 1386 Jobst Herr von Abensberg, † 29. August 1428 Ursula, † nach 10. August 1412;⚭ Albrecht IV. Graf von Werdenberg und Bludenz und Schallenberg, † 1420 Rudolf, 1367/1390, Archidiakon zu Straßburg, 1369 Pfarrer zu Gruscharn, 1380 Rektor der Universität Wien Wilhelm II., 1361/1377, † 1397 (?)⚭ vor 15. Juni 1366 N. von Wallsee, Tochter des Eberhard IV. Johann, 1353/1380, Geistlicher Dorothea, um 1350,⚭ Hadmar von Laber, 1364, † 1420 Wernhart VI., 1317, † 15. Dezember 1318 / 3. November 1319, Agnes, 1318/1319, Nonne im Kloster St. Bernhard zu Wien Konrad I., 1318 Graf, 1340 Vogt von Kloster Lilienfeld, † 7. Juni 1353, begraben in der Wiener Minoritenkirche,⚭ 1. vor 28. März 1317 Adelheid von Haigerloch, † 23. Februar 1333, begraben im Kloster Lilienfeld,⚭ 2. N.N., 1351/1353 Albert, 1327 Adelheid, † 4. Juli 1328/1334,⚭ vor 1. März 1327 Heinrich III. Graf von Ortenburg (Spanheim-Ortenburger), † 4. November 1347 Wernhart IV., 1281/1301,⚭ Kunigunde von Ortenburg, Tochter von Graf Friedrich II. von Ortenburg Wernhart V., 1318 Graf, † 26. Mai 1363/9. April 1366 Heinrich VI., 1341/1347, Johanniter Ordenskomtur, † 21. Dezember 1351,⚭ N.N. 1321 Ulrich, 1351 Heinrich, 1365 Katharina, Nonne zu St. Bernhard in Wien Wilhelm I. zu Aschach und Truchsen,⚭ 2. Februar 1323/20. März 1324 Elisabeth von Görz, 1322 zu Cilli und Truchsen, 1338 Witwe von Hermann Graf von Neunburg Leutold, 1318, immatrikuliert in Bologna, 1320 Domherr zu Freising, 1321/1325 Propst zu Ardagger, 1328 Domherr von Konstanz, 1336/1342, 1342/1347 Elekt von Freising, 1350/1355 Dompropst zu Konstanz, † Wien 26. Dezember 1355 Otto, 1318, 1336 Propst zu Ardagger, 1344 Domherr zu Passau, † 1. August 1344 Rudolf, 1318, † 17. August 1347/22. Juni 1348 Kind, 1348 Margareta, 1354/1380,⚭ 1. Wien 12. März 1354 bzw. vor 1. Mai 1355 Johann Graf von Pfannberg, † vor 25. November 1362,⚭ 2. vor 16. Juni 1368 Wilhelm II Graf von Montfort in Bregenz, † 16. Juni 1373/14. Juni 1374 Anna, 1394/1406, Äbtissin von Kloster Dürnstein Wilhelm, 1353 Heinrich, 1353 Leutold, 1284/1338, 1295/1338 Domherr zu Passau, Propst zu Mattsee, Pfarrer zu Grafenwerd, † 26. Dezember (?) Sophia, 1311/1349,⚭ vor 6. Februar 1311 Otto IV. Graf von Ortenburg, 1290/1342