mini|Ausstellbarer Rollladen mini|Kunststoff-Rollladen vor einem Fenster. Oben sind die Lüftungsschlitze zwischen den Lamellen erkennbar, die noch sichtbar sind, solange der Rollladen nicht ganz herabgelassen ist. Ein Rollladen (Plural: Rollläden, seltener Rollladen; im Schweizer Hochdeutsch auch die Store oder der Storen, im Schweizerdeutschen meist Store(n) (mask.); im österreichischen Deutsch auch Rollbalken) ist ein Rollabschluss, der als zusätzlicher Abschluss einer Öffnung dient.

Er wird in der Regel von außen vor ein Fenster oder eine Tür montiert und kann je nach Ausführung verschiedene Schutzeigenschaften erfüllen, wie: Einbruchhemmung, Schallschutz, Schutz vor Licht-Einstrahlung (nachts: Straßenlaternen, Reklame, Ampeln wie auch tags), Schutz vor Sonneneinstrahlung, Sichtschutz und Wärmedämmung. Technisch ähnelt er einem Rolltor.

Geschichte mini|Historischer Rollladen mit Blechverblendung aus der Gründerzeit Die Ursprünge des Rollladens wurzeln in einfachen Klappläden aus Holz. Solche Klappläden wurden schon in der Römerzeit verwendet und dienten als Sichtschutz. Im 18. Jahrhundert entwickelten die Franzosen Jalousien, die zuerst starr, später mittels Bändern (nach oben) zusammenziehbar waren (Zugjalousien). In einem weiteren Schritt wurden Jalousien entwickelt, die mittels einer Welle aufrollbar waren (Rolljalousien). Daraus entstand der heutige Rollladen.

miniatur|Schreibschrank von David Roentgen, um 1780/90 Bereits im 18. Jahrhundert wurden Rollläden aus feinen Holzleisten an hochwertigen Möbeln (z. B. von David Roentgen) verwendet, etwa um an einem Sekretär das Schreibfach zu verschließen. Die Verwendung an Möbeln findet sich gelegentlich noch heute, vor allem an Aktenschränken in Büros, wo der Inhalt tagsüber häufig gebraucht wird, offen stehende Klapptüren (die geöffnet in den Raum ragen) oder Schiebetüren (die immer nur einen Teil des Schrankes freigeben) aber hinderlich wären.

Seit 1961 wird das heutige Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerk (früher Rollladen- und Jalousiebau) in Deutschland vom Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e. V. vertreten. Das Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerk ist darüber hinaus zuständig für außen- und innenliegenden Sonnenschutz wie Markisen, Jalousien, Raffstores, Fensterläden, Rollgitter, Rolltore, Verdunkelungen, Insektenschutz, Innenbeschattungen sowie dazugehörige Antriebe und Steuerungen.

Bestandteile Rollpanzer Der Rollpanzer oder Rollladenbehang besteht aus gelenkig miteinander verbundenen Rollladenstäben (auch Rollladenprofile genannt). Er ist das schützende Teil des Rollabschlusses, das die Öffnung schließt. Je nach Anforderungen kann er verschieden beschaffen sein. Die am häufigsten verwendeten Materialien sind Kunststoff, vorwiegend Hart-PVC, Aluminium, oft mit Polyurethan ausgeschäumt, Holz, in der Regel Kiefernholz, Stahl oder rostfreier Stahl.

Die Rollladenstäbe gibt es in verschiedenen Abmessungen. Man unterscheidet zwischen „linksrollenden“ und „rechtsrollenden“ Panzern. Um diese zu unterscheiden, muss man sich den Rollladen von der linken Seite gesehen (das „links“ ist von innen, soll heißen: vom Zimmer aus, gesehen gemeint) vorstellen. Wenn sich die Welle beim Aufrollen im Uhrzeigersinn dreht, ist es ein Rechtsroller, andersherum ein Linksroller. Die am häufigsten verwendeten Profile sind doppelwandig, mit Ausnahme von Holzprofilen und den selten vorkommenden einwandigen Aluminiumprofilen, und teilweise ausgeschäumt, was eine höhere Stabilität mit sich bringt.

Die Stäbe, ausgenommen Holzrollläden, werden ineinander geschoben. Im unteren Teil des Panzers (üblicherweise ¾ bis ⅔ der Panzerhöhe) werden Profile mit Lichtschlitzen versehen. Durch sie kann man den Lichteinfall und die Lüftung fast stufenlos regulieren. Die Hinterlüftung der Rollläden ist im Sommer wichtig, damit sich keine Hitze zwischen Fensterscheibe und Rollladen staut. Ein Hineinziehen des Rollladenpanzers in den Rollladenkasten bzw. Rollraum wird durch Anschlagstopfen an den Endstäben oder einen Winkelendstab verhindert. Bei einer Motorbedienung wird je nach Motortyp der Endpunkt am Motor eingestellt, so dass der Anschlag nicht benötigt wird. Moderne Motoren haben eine Endpunkterkennung, so dass kein Einstellen des Motors notwendig ist. Dadurch kann der Rollladen nicht mehr auflaufen, z. B. auf Terrassenmöbeln.

Der Panzer muss gegen das Verschieben der einzelnen Stäbe gesichert sein, da dies die Funktion beeinträchtigen kann. Dies kann durch Klammern oder Arretierungsstücke verhindert werden, die an jedem zweiten Stab beidseitig befestigt werden und etwas über die Stabbreite überstehen, so dass die Stäbe nicht mehr auseinandergezogen werden können. Bei der Stiftarretierung werden kleine Stahlstifte in den Stäben platziert, welche die Profile verbinden. Diese Arretierung ist nicht ganz unproblematisch, da sich die Stifte mit der Zeit lockern können. Meist verwendet man Arretierungsstücke bei Aluminium- und Stahlprofilen, Powerclip und Klammerarretierung bei Kunststoffprofilen. Je nach Rollladentyp kann man auch Bleche („Rollraumabdeckung“ oder „Abweisblech“) seitlich in den Kästen platzieren.

PVC PVC-Stäbe sind leicht, günstig, bieten die beste Wärmedämmung und sind pflegeleicht. Nachteile sind ihre Biegsamkeit, die die Einsatzbreite begrenzt (bis zu 2 m ohne Verstärkung) und die fehlende Einbruchhemmung. Standardfarben sind Weiß, Grau, Beige oder Holzfarben, aber durch moderne Kunststoffe gibt es auch viele zusätzliche Farben wie Blau, Gelb und Rot. Ein schnelles Vergilben wird heute durch Zusatzstoffe in den Rezepturen verhindert.

Im Einsatz als Sonnenschutz sollten Kunststoff-Rollladen nie ganz geschlossen, sondern immer auf Lichtschlitz gestellt werden, damit eine Hinterlüftung des Rollladens gewährleistet ist. Durch diese einfache Maßnahme kann das Verziehen des Rollladenpanzers durch große Hitze vermieden werden. Durch Alterung wird der Rollpanzer härter.

Aluminium Bei Aluminiumstäben wird unterschieden zwischen rollgeformten und stranggepressten Aluminiumpanzern. Rollgeformte Profile haben eine dünne Wandung und sind deshalb generell ausgeschäumt, um ihnen ausreichend Stabilität zu geben. Durch den geringeren Materialeinsatz sind sie leichter und in der Regel günstiger als stranggepresste Profile. Stranggepresste Profile haben eine dicke Wandung, was sie sicherer und stabiler, aber auch teurer und schwerer macht als rollgeformte. Oft sind diese Panzer hohl, manchmal haben sie eine PVC-Einlage in der Kammer oder sind ausgeschäumt. Sie werden beispielsweise in Sicherheitsrollladen eingesetzt. Ausgeschäumte Aluminiumstäbe besitzen eine gute Schalldämmung. Sie bieten bei Abstimmung mit dem gesamten Rollladen und in Kombination mit einer Hochschiebesicherung eine gute Einbruchhemmung, sind recht biegefest, witterungsbeständig, aber auch relativ teuer und schwerer als PVC-Panzer.

Stahl Stahlpanzer sind sehr stabil und schwer, was sie als Schutz gegen Einbrüche interessant macht. Das ist auch ihr Haupteinsatzbereich, da sie im Vergleich zu ausgeschäumten Aluminiumpanzern sehr teuer sind.

Holz Holzrollläden werden nicht ineinandergeschoben, sondern zusammengekettet. Vor dem Einsatz als Rollpanzer müssen sie gegen Witterungseinflüsse geschützt werden. Dazu benutzt man Lasuren und Lacke. Sie können bis zu einer großen Breite verwendet werden und bieten eine gute Einbruchhemmung, sind aber auch sehr teuer, schwer, pflegeintensiv und witterungsanfällig. Sie besitzen zwar keine Lichtschlitze, können aber mit einer ausziehbaren Kettung hergestellt werden. Da Holzrollläden aus nachwachsendem Rohstoff gefertigt werden, sind sie unter ökologischen Gesichtspunkten sehr empfehlenswert. Sie werden heute nur noch von wenigen Herstellern gefertigt. Für die Verwendung im Denkmalschutz werden auch alte Stabformen produziert, so dass noch erhaltene historische Holzrollläden an Gebäuden aus der Gründerzeit oder dem Jugendstil durchaus restauriert und fehlende Teile originalgetreu ergänzt werden können.

Führungsschienen Die Führungsschienen dienen zur seitlichen Führung des Rollpanzers sowie zum Ableiten von außen auf den Panzer wirkender Kräfte, etwa von Winddruck. Sie sind in der Regel U-förmig und bestehen aus den bereits genannten Materialien. Früher waren auch ausstellbare Schienen üblich, die in ausgeklapptem Zustand den Rollladen in einem Winkel schräg nach außen lenkten, heute werden sie nur noch selten verwendet.

Kasten und Rollraumverkleidung miniatur|Querschnitt durch einen Rollladenkasten Der Rollladenkasten ist eine Umschließung um den Rollraum, in dem sich in hochgezogenem Zustand der Rollpanzer samt Welle befindet. Bei den bauseitig vorgesehenen Kästen (Spankästen, Fertigkästen) ist eine ausreichende Wärmedämmung sehr wichtig.

Spankästen bestehen aus Spanplatten, die mit Dämmmaterial ausgekleidet werden. Da sie vor Ort angepasst, gedämmt und befestigt werden, ist es schwer, eine wirklich gute Wärmedämmung zu erreichen, weil oft Zugluftlücken und nicht gedämmte Flächen entstehen. Daher verwendet man heutzutage bei Neubauten hauptsächlich Fertigkästen. Diese haben meist U- oder L-Form und sind von vornherein ganzseitig gedämmt. Kästen, die als Bestandteil des Fensters direkt auf diesem befestigt sind (Aufsatzkästen), bestehen hauptsächlich aus Kunststoff mit einer Innenverkleidung aus Dämmmaterial. Vorbaukästen, die vor dem Fenster oder auf dem Mauerwerk sitzen, bestehen in der Regel ausschließlich aus Aluminium und benötigen keine Wärmedämmung, da sie sich außerhalb der beheizten Hülle befinden. Ältere Rollladenkästen können zusätzlich abgedichtet und gedämmt werden.

Welle Die Rollladenwelle ist der den Rollpanzer tragende Teil des Rollladens, auf dem sich der Rollpanzer aufwickelt. Der Rollpanzer wird mittels Aufhängungen oder speziellen Schienen an der Welle befestigt. Die heutzutage am häufigsten verwendete Welle ist eine Achtkant-Stahlwelle. Allerdings gibt es auch Rundwellen und Sechskantwellen, sowohl aus Stahl als auch aus Holz. Es werden verschiedene Durchmesser angeboten, unter anderem 40 mm, 60 mm und 70 mm. Bei der Auswahl sollte vor allem auf die vom Hersteller empfohlenen Maße geachtet werden, da sonst Probleme beim Aufwickeln und dem Ballendurchmesser auftreten könnten. Bei schweren Rollpanzern können verstärkte Stahlwellen verwendet werden. Die Durchbiegung der Welle darf maximal 1/500 der Wellenlänge betragen, da sonst das problemlose Aufwickeln des Panzers nicht gewährleistet ist. Da die Stahlwellen hohl sind, können bei ihnen Rohrmotore verwendet werden, die in die Welle eingeschoben werden. Es gibt auch Federwellen, in denen sich eine Feder befindet, die beim Herunterlassen des Panzers gespannt wird, wodurch beim Hochziehen nur noch geringe Kräfte aufgebracht werden müssen.

Antriebs- und Bedienungselemente miniatur|Gurtscheibe miniatur|hochkant|Verkleideter Aufroller mit Gurt miniatur|hochkant|Aufroller ohne Verkleidung miniatur|Rohrmotor in eine 8-Kantwelle eingeschoben, zu sehen sind die Endschaltereinstellelemente und die Mitnehmer. miniatur|Rollladen eines Dachfensters

Es gibt verschiedene Methoden, einen Rollladen zu bedienen.

Beim Gurtzug wird ein Gurtband um eine Gurtscheibe gewickelt, die sich auf der Welle befindet, dann wird das Band in den Wohnraum geleitet. Beim Ziehen am Gurt dreht sich die Welle, und der Rollpanzer wickelt sich auf die Welle auf. Durch sein Eigengewicht wickelt sich der Panzer beim Loslassen des Gurtes wieder ab. Damit der Panzer in seiner aufgewickelten Position bleibt, befindet sich im Gurtwickler eine Bremse, die den Gurt festhält. Die Zugkraft am Gurt darf 90 N nicht überschreiten (nach DIN 13659). Um den Kraftaufwand zu verringern, ist es möglich, statt einer Gurtscheibe ein Getriebe einzusetzen. Dadurch wird allerdings das zu ziehende Gurtband entsprechend dem Übersetzungsverhältnis des Getriebes länger. Der Gurt muss gerade verlaufen, da er sonst schnell verschleißt.