mini|Turkmenische Soldaten anlässlich der Parade zum Unabhängigkeitstag Die Turkmenischen Streitkräfte () sind in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Luftverteidigung sowie Marine gegliedert. Zudem existiert eine Nationalgarde () mit 700 bis 1000 Mann. Turkmenistan schloss 1992 ein bilaterales Verteidigungsabkommen mit Russland ab, rund 12.000 russische Soldaten einer Mechanisierten Division und der Luftwaffe waren für die Sicherung der Grenze zu Afghanistan und zur Islamischen Republik Iran stationiert.Stephen Foye: Russian-Turkmen Defense Accord. In: RFE/RL Daily Report. Nr. 109, 10. Juni 1992, S. 1, zitiert nach Janne E. Nolan (Hrsg.): Global Engagement. Brookings, Washington DC, 1994, S. 369. Mit der Verschlechterung der Beziehungen verließen 1999 die letzten russischen Truppen das Land.Sebastien Peyrouse: Turkmenistan. Strategies of power, dilemmas of development. Sharpe, Armonk, NY 2012, ISBN 9780765632036, S. 196f.
Die Waffensysteme der Streitkräfte Turkmenistans sind überwiegend russischer Herkunft und wohl in nur geringem Umfang einsatzbereit. Abgerufen am 25. Mai 2014.
Heer Das Turkmenische Heer mit geschätzten 30.000 Angehörigen (Stand: 2022) gliedert sich in ein Armeeoberkommando, dem fünf Militärbezirke unterstehen.
Es besteht aus drei mot Schützendivisionen, zwei mot Schützenbrigaden, einer Ausbildungsdivision, einem selbständigen Luftlandebataillon, einem Panzerabwehrregiment, einem Pionierregiment, einer Artilleriebrigade, einem Mehrfachraketenwerferregiment, einer R-17-Brigade und zwei Flugabwehrregimentern.
Die Ausbildungsdivision wird im Falle einer Mobilmachung zu einer mot Schützendivision mit Reservisten verstärkt.
Ausrüstung mini|T-90S-Kampfpanzer während einer Parade Das turkmenische Heer verfügt über 670 T-72-Kampfpanzer, 10 T-90S-Kampfpanzer (weitere 30 bestellt), 170 BRDM-2-Spähpanzer, 930 BMP-1-/2-Schützenpanzer, 12 BRM-Schützenpanzer sowie 829 Mannschaftstransportpanzer (BTR-60/-70/-80).
An Artillerie verfügt das Heer über 180 122-mm-D-30-Geschütze, 17 152-mm-D-1-Geschütze, 72 152-mm-D-20-Geschütze, 40 122-mm- 2S1-Selbstfahrlafetten, 16 152-mm-2S3-Selbstfahrlafetten, 17 120-mm-2S9-Panzermörser (Nona), 9 122-mm-9P138-Mehrfachraketenwerfer, 56 122-mm-BM-21-Mehrfachraketenwerfer, 60 220-mm-Mehrfachraketenwerfer 9P140 „Uragan“, 6 330-mm-Mehrfachraketenwerfer BM-30 „Smertsch“, 10 R-17-Raketen, 31 82-mm-Granatwerfer, 66 120-mm-PM-38-Granatwerfer und 72 100-mm-Panzerabwehrkanonen MT-12/T-12.
Zur Flugabwehr strhrn 48 23-mm-Flugabwehrkanonen ZSU-23-4, 22 57-mm-Flugabwehrkanonen S-60, 40 9K33-Osa-Flugabwehrraketensysteme und 13 9K35-Strela-10-Flugabwehrraketensysteme zur Verfügung.
Des Weiteren werden vom Heer 73 mm RPG-7-Panzerbüchsen, 9K11-Maljutka-Panzerabwehrlenkwaffen, 9K111-Fagot-Panzerabwehrlenkwaffen, 9K113-Konkurs-Panzerabwehrlenkwaffen, 9K114-Schturm-Panzerabwehrlenkwaffen und 9K32-Strela-2-Fliegerabwehrlenkwaffen eingesetzt.
Luftwaffe mini|Turkmenische Mi-8 anlässlich der Parade zum Unabhängigkeitstag mini|Wachboot der turkmenischen Marine vor Türkmenbaşy Die 3.000 Mann starke Luftwaffe unterteilt sich in zwei Jagdbomberregimenter (mit Su-25), das 67. Abfangjägerregiment (mit MiG-29) und die 47. gemischte Staffel (An-24, Mi-8 und Mi-24).Länderinformation des österreichischen Verteidigungsministeriums
Marine Der turkmenischen Marine gehören 1.000 Soldaten (Stand: 2022) an. Sie umfasst ein Schnellboot der 1-MERJEN-WPB-Klasse (PB-129), vier Schnellboote der KALKAN-PBI-Klasse und fünf Schnellboote der GRIFT-PB-Klasse.
Eine Korvette der TURKMEN-Klasse, gebaut von einer türkischen Werft, ist die letzte Errungenschaft der turkmenischen Marine.Turkmenistan – erste Korvette der TURKMEN-Klasse in Dienst gestellt. In: Headlines › Magazin › Marinen aus aller Welt. 19. Oktober 2021. Auf Marineforum.online, abgerufen am 20. November 2022.
Es besteht noch eine Küstenwache mit fünf KALKAN-M-Schnellbooten, die ihren Stützpunkt in Türkmenbaşy haben. Deren Aufgabe ist die Überwachung des Kaspischen Meeres auf turkmenischer Seite. Es ist geplant, die Seestreitkräfte mit der Küstenwache zusammenzulegen.
Militärpolitik Anders als die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken bevorzugt Turkmenistan eine neutrale Militärpolitik und gehört keinem regionalen Militärbündnis an. Das Land ist lediglich im Rat der Verteidigungsminister der GUS-Staaten als Beobachter vertreten. Die erste Militärdoktrin des Landes wurde 1994 unter Saparmyrat Nyýazow verabschiedet. Die neutrale Haltung Turkmenistans hat sich auch unter Gurbanguly Berdimuhamedow nicht geändert. 2016 wurde die zweite Militärdoktrin verabschiedet. Der Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag 2019 bei 1,9 % und somit 1,54 Mrd. US-Dollar.
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Einzelnachweise
Kategorie:Streitkräfte