Traditionell bestehen polnische Namen aus einem oder zwei Vornamen und einem Nachnamen.
Vornamen Die weiblichen Vornamen enden im Polnischen meist mit einem -a, wie bei Magdalena oder Justyna. Die männlichen Vornamen enden hingegen in der Regel mit einem Konsonanten.
Kennen sich Personen, so sprechen sie sich häufig mit dem Diminutiv des Vornamens an. Der Nachname wird generell nur bei förmlichen oder amtlichen Begegnungen benutzt. Es ist zudem üblich, sich mit dem Vornamen zu siezen. Dies trifft auch in Kombination mit dem Diminutiv zu (z. B. Panie Janku! dt. etwa Herr Hansi!).
Häufige Vornamen und ihre gängigen Diminutive Weiblich Vornamen: Verkleinerungsform: Agnieszka (dt. Agnes) Aleksandra (dt. Alexandra) Alicja (dt. Adelheid) Amanda Amelia (dt. Amelie) Anna Barbara Bożena Danuta Dorota (dt. Dorothea) Elżbieta (dt. Elisabeth) Emilia Ewa (dt. Eva) Ewelina (dt. Evelyn) Halina Hanna (dt. Hannah) Irena (dt. Irene) Iwona (dt. Yvonne) Izabela (dt. Isabella) Joanna (dt. Johanna) Jolanta (dt. Jolanthe) Julia Justyna (dt. Justine) Katarzyna (dt. Katharina) Krystyna (dt. Christine) Liliana Magdalena Maja Małgorzata (dt. Margarete) Maria Mariola Marta Marzena (dt. Marion) Milena Natalia (dt. Nathalie) Oliwia (dt. Olivia) Paulina Pola Wanda Zofia (dt. Sofia) Zuzanna (dt. Susanne) Aga, Agniesia Ola, Olka, Olunia Ala, Aleńka Ama, Amandzia Amelka Ania, Anka Basia, Baśka, Basieńka Bozia Dana, Danka, Danusia Dora, Dorotka, Dosia Ela, Elka, Elunia Emilka, Emileńka Ewka, Ewunia, Ewcia Ewelinka, Ewelunia Hala, Halinka, Halunia Hania, Hanka, Haneczka, Hanusia Ira, Irenka, Irenia Iwonka, Iwka, Iwcia Iza, Izunia Joasia, Joaśka, Asia, Aśka Jola, Jolka, Jolunia, Jolcia Julka, Jula, Juleczka Justynka, Justyneczka, Justysia Kasia, Kaśka, Kasieńka Krysia, Kryśka, Krysieńka Lila, Lilianka Magda, Madzia, Madziunia, Magdusia, Magdalenka Majka, Majeczka Małgosia, Małgośka, Gosia, Gośka Marysia, Maryśka, Marysieńka Mariolka Martusia, Tusia Marzenka, Marzenia Milenka, Mila, Lena Natalka, Nastia Olisia, Oliśka Paulinka, Paulińcia Polcia Wandzia Zosia, Zosieńka, Zośka Zuzia, Zuzanka
Männlich Vornamen: Verkleinerungsform: Adam Adrian Andrzej (dt. Andreas) Antoni (dt. Anton) Bartosz (dt. Bartosch) Bernard (dt. Bernhard) Bogdan Borys (dt. Boris) Bogumił (dt. Gottlieb) Bolesław Czesław Damian Edward (dt. Eduard) Filip (dt. Philipp) Franciszek (dt. Franz) Grzegorz (dt. Gregor) Henryk (dt. Heinrich) Jacek Jakub (dt. Jakob) Jan (dt. Johannes) Jerzy (dt. Georg) Józef (dt. Joseph) Kacper (dt. Kasper) Kamil Karol (dt. Karl) Kazimierz (dt. Kasimir) Konstanty (dt. Konstantin) Krzysztof (dt. Christoph) Leonard (dt. Leonhard) Łukasz (dt. Lukas) Maciej (dt. Matthias) Marcin (dt. Martin) Marek (dt. Markus) Michał (dt. Michael) Paweł (dt. Paul) Piotr (dt. Peter) Rafał (dt. Rafael) Stanisław (dt. Stanislaus) Stefan (dt. Stephan) Szymon (dt. Simon) Tadeusz (dt. Thaddäus) Teodor (dt. Theodor) Tomasz (dt. Thomas) Witold Wojciech (dt. Adalbert) Zbigniew Zenon Adaś, Adamek Aduś, Adrianek, Adek Andrzejek, Jędruś, Jędrek Antuś, Antek Bartek Bernardek, Bernaś Bodziuś Borsé Boguś Bolek Czesiek Damianek Ed, Edek, Edziu Filipek, Filipuś Franek, Franio, Franuś Grzesiu, Grześ, Grzesiek Heniu, Heniek Jacuś Jakubek, Kuba, Kubuś Jaś, Jasiu, Janek Jurek, Juruś Józek, Józio Kacperek Kamilek Karolek, Karolciu Kazik, Kaziu Kostuś Krzysiu, Krzyś, Krzysiek, Krzychu Leoś, Leosiek, Lolek, Loluś Łukaszek, Łukaś Maciek, Maciuś Marcinek Mareczek Michałek, Mikuś Pawełek, Pawlik Piotruś, Piotrek Rafałek, Rafcio, Rafi Stasiu, Staszek, Staś, Stachu Stefek, Stefcio Szymek Tadziu, Tadek, Tadzik Teoś, Tedzik Tomek, Tomeczek, Tomcio, Tomuś Witek Wojtek, Wojtuś Zbyszek, Zbychu Zenek, Zeniu, Zenuś
Rechtliches
In Polen werden die einem neugeborenen Kind vergebenen Vornamen gemäß dem Gesetz über Standesakte (pln. Prawo o aktach stanu cywilnego) gesetzlich geregelt: Es dürfen nicht mehr als zwei Vornamen vergeben werden (dies wurde 1952 eingeführt und betrifft nicht davor geborene Personen). Vornamen dürfen nicht grotesk oder derb sein. Kurz- oder Koseformen (Diminutive) sind keine zulässigen Vornamen (z. B. ist nur Maksymilian eintragbar, nicht jedoch Maks). Der Vorname oder die Vornamen müssen eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können.
Familiennamen Nachnamen können im Polnischen, wie in den anderen slawischen Sprachen, bei Anwendung auf weibliche Träger ein angehängtes -a als entsprechende Endung erhalten. Die Ehefrau des Herrn Kowalski (dt. z. B. Schmidt) heißt also Kowalska (regional in Dtl. die Schmidten). Entsprechendes gilt für die Deklination. Am Türschild der Familie steht dann die Pluralform Kowalscy (dt. Schmidts). Zur distanzierten oder höflichen Anrede wird immer das Wort pan (pln. für Herr) bzw. pani (pln. für Frau) vorgesetzt.
Die Endungen -ski, -cki oder -dzki (bspw. bei Lewandowski, Kotecki, Zawadzki) sind adjektivische Ableitungen sog. Herkunftsnamen, d. h., sie geben einen Hinweis auf eine Ortschaft, eine Sippe, einen Stand oder eine historische Besonderheit. Der Familienname Podolski entspricht demnach aus Podolien stammend, der Podolische oder von Podolien. Diese Endungen weisen oft, aber nicht immer, auf ein Überbleibsel adeliger Wurzeln hin, da der polnische Adel oftmals einen Herkunftsnamen führte.
Die ebenfalls häufige Endung -wicz (bspw. bei Adamowicz oder Filipowicz) entspricht dem germanischen Suffix -son bzw. -sohn und stellt erstarrte Vatersnamen dar, wie sie noch heute im Russischen als Patronyme gebräuchlich sind.
Namen, die auf -ak und -ek (bspw. bei Kaczmarek) sowie -ik und -iak (bspw. bei Foreniak) enden, sind aus Adjektiven abgeleitete Personenbezeichnungen. So entspricht Nowak (von nowy für dt. neu) etwa dem deutschen Namen Neumann, Górniak (von górny entsprechend dem dt. Berg- oder Ober-) etwa Obermann. Das Suffix -ek kann allerdings auch ein Diminutiv darstellen, wie beim Vornamen Lech, aus dem Leszek wird.
Häufig sind auch Namensendungen wie -cik (bspw. bei Wójcik) und -czyk (bspw. bei Tomczyk).
Die häufigsten polnischen Nachnamen Die häufigsten Nachnamen in Polen waren 2009:Statystyka 50 najpopularniejszych nazwisk w Polsce. (polnisch), Aufgelistet Nachnamen mit mehr als 50.000 Angehörigen Nowak 207.348 Kowalski/a 140.471 Wiśniewski/a 111.174 Wójcik 100.064 Kowalczyk 98.739 Kamiński/a 95.816 Lewandowski/a 93.404 Zieliński/a 91.522 Szymański/a 89.698 Woźniak 89.015 Dąbrowski/a 87.304 Kozłowski/a 76.657 Jankowski/a 69.280 Mazur 68.090 Kwiatkowski/a 66.917 Wojciechowski/a 66.879 Krawczyk 64.543 Kaczmarek 62.399 Piotrowski/a 61.844 Grabowski/a 59.052 Pawłowski/a 55.877 Zając 55.706 Michalski/a 55.319 Król 54.918 Wieczorek 51.377 Jabłoński/a 50.873 Wróbel 50.820 Greń 50.548
Rechtliches
In Polen wird die Führung des Familiennamens durch das Familien- und Fürsorgegesetzbuch (pln. Kodeks rodzinny i opiekuńczy) von 1964 geregelt.
Wappen Namens- und Wappenführung sind in der polnischen Gesellschaft seit dem Mittelalter eng miteinander verwoben.
Eine Besonderheit der polnischen Heraldik liegt in der gemeinsamen Wappenführung mehrerer, oftmals nicht miteinander verwandter Familien, die sogenannte Wappengemeinschaften bilden. Dabei können sowohl bürgerliche als auch ehemals dem polnischen Adel angehörende Familien ein Wappen (pln. herb) führen.
Die Führung eines Wappens ist weder gesetzlich geregelt, noch begründet es jegliche Anrechte. Die Bezeichnung des Wappens ist kein Bestandteil des bürgerlichen Namens, denn dieser besteht nur aus den Vor- und dem Familiennamen. Teilweise haben die Wappen jedoch Einzug in die Familiennamen gefunden und wurden zu deren mit Bindestrich verbundenen Bestandteilen (bspw. bei Korwin-Mikke). Gängig ist des Weiteren auch der dem Nachnamen nachgestellte Zusatz herbu Pomian (bspw. für eine Person aus der Wappengemeinschaft Pomian).
Siehe auch Slawische Vornamen
Weblinks Onlineportal zu polnischen Vornamen inkl. Bedeutung (polnisch)
Fußnoten
Kategorie:Sprache (Polen) Name