Die Andenamazilie oder auch Weißkehlamazilie (Uranomitra franciae; Syn.: Agyrtria franciae und Amazilia franciae) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Peru, Ecuador und Kolumbien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.
Merkmale Die Andenamazilie erreicht eine Körperlänge von etwa 9,1 Zentimetern, wobei der gerade Schnabel etwa 22 Millimeter lang ist. Der blassrosa Unterschnabel ist an der Spitze dunkel gefärbt. Die Oberseite des Männchens schimmert grün, wobei der Oberkopf violett blau ist. Die Seiten des Kopfs und der Nacken glitzern grün. Die gesamte Unterseite ist weiß mit grünen Flanken. Die Oberschwanzdecken sind kupferfarben. Der leicht gegabelte Schwanz ist bronzegrün. Kurz vor dem Schwanzende sind die Steuerfedern von einem unscharfen dunklen Band durchzogen, welches ganz am Ende in einen blassen weißen Saum übergeht. Die Weibchen sehen sehr ähnlich aus, haben aber einen grünen Oberkopf.Steven Leon Hilty u. a., S. 273.
Verhalten Normalerweise fliegen Andenamazilien als Einzelgänger regelmäßig in rascher Folge ganz bestimmte Blüten an (Traplining). Gelegentlich versammeln sie sich an Baumblüten aber auch mit anderen Artgenossen und Kolibriarten.Robert Sterling Ridgely u. a.: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. 2001, S. 264. Während kurzer Ausfälle jagen sie im Fangflug Insekten, die sich oft in der Nähe von Pflanzen befinden. Gelegentlich singen sie auf freiliegenden Ästen sitzend.
Verbreitung und Lebensraum Andenamazilien bewegen sich gerne an feuchten bis nassen Waldrändern, in Sekundärvegetation und gerodetem Hochland mit nur vereinzelten Bäumen. In Kolumbien sind sie in Höhen zwischen 1000 und 2000 Metern anzutreffen. Die Unterart A. f. cyanocollis findet man am Oberlauf des Río Marañón in eher trockenem Gebiet mit Gestrüpp und an Waldrändern in Höhen zwischen 400 und 2750 Metern. A. f. viridiceps ist in Tumbes in Höhen zwischen 600 und 700 Metern präsent.Thomas Scott Schulenberg, S. 228 Ihr natürlicher Lebensraum ähnelt dem anderer Amazilia-Kolibris, doch scheint es, als ob sie mehr als andere Arten dieser Gattung von Wald abhängig sind.
Lautäußerungen Der Gesang der Andenamazilien ist eine eher piepsig klingende Serie, die dem Gesang des Zuckervogels (Coereba flaveola) ähnelt, aber weniger melodisch klingt. Bei U. f. cyanocollis klingt dies wie eine eindringliche Serie von tiih tjuh tjuh-Tönen. Dagegen klingt der Ruf von A. f. viridiceps wie ein lautes, wild durcheinander gestreutes Piepsen, sowie einer Reihe von ti ti ti ti-Tönen.
Unterarten mini|Verbreitung der Andenamazilie Bisher sind drei Unterarten der Andenamazilie bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds Uranomitra franciae franciae ( & , 1846)Jules Bourcier u. a., S. 324 – Die Nominatform kommt in Nordwest- und Zentralkolumbien vor. Hier findet man sie in den Westanden außer im Departamento de Nariño, in den Zentralanden im Tal des Río Magdalena und den östlichen Anden im Departamento de Cundinamarca. Uranomitra franciae viridiceps (, 1860)John Gould: Description of twenty-two new species of Humming Birds. 1860, S. 307. – Diese Unterart ist im Südwesten Kolumbiens über den Westen Ecuadors bis in die Region Tumbes in Peru verbreitet. In Ecuador reicht das Verbreitungsgebiet im Süden bis in die Provinz El Oro und westlich bis in die Provinz Loja. Wenige Beobachtungen gab es auch in der Provinz Zamora Chinchipe.Robert Sterling Ridgely: Birds of Ecuador Field Guide: Status, Distribution, and Taxonomy. 2001, S. 256. Der Oberkopf schimmert im Gegensatz zur Nominatform grün. Uranomitra franciae cyanocollis (, 1853)John Gould (1853), S. 61. – Diese Subspezies ist im Norden Perus verbreitet. Der Oberkopf und die Kopfseiten sind blaugrün.
Etymologie und Forschungsgeschichte Jules Bourcier und Étienne Mulsant beschrieben die Andenamazilie unter dem Namen Trochilus Franciæ. Das Typusexemplar stammte aus Bogotá.Jules Bourcier u. a., S. 325. 1854 führte Ludwig Reichenbach die neue Gattung Uranomitra u. a. für den Andenkolibri ein.Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 10. Das Wort ist griechischen Ursprungs und setzt sich aus den Worten „ouranos “ für „Himmel“ und „mitra “ für „Diadem, Kopfband“ zusammen.Uranomitra The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Franciae ist Susanne Françoise „Francia“ Athénaïs Bourcier (1834–1880), einer Tochter seines Bruders Joseph Marie Eugène Bourcier (1800–1875) gewidmet.Francia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling John Gould vermutete, dass es eine Tochter von Jules Bourcier sei.John Gould: A monograph of the Trochilidæ, or family of humming-birds. 1860, Tafel 287 plus Text. Eindeutig zu wissen scheint er es nicht. So schrieb er: M. Bourcier tells us that he has named this species in honour of Mademoiselle Francia Bourcier, who is, I believe, his amiable daughter. Das Wort cyanocollis ist ein lateinisches Gebilde aus cyanos für „blauglänzend, Lapislazuli“ und -collis, collum für „-halsig, Nacken, Hals“.cyanocollis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Viridiceps setzt sich aus den lateinischen Wörtern viridis für „grün“ und -ceps, caput für „-gekrönt, Kopf“ zusammen.viridiceps The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kolibris