Unterperfuss ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Telfs.

Geografie Lage Unterperfuss liegt im Inntal, etwa 15 km westlich von Innsbruck, gegenüber von Zirl. Mit zwei Quadratkilometer Fläche und rund 200 Einwohnern ist es eine der kleinsten Gemeinden Tirols. Die Gemeindegrenzen sind im Norden gebildet durch den Inn und im Osten durch die vom Sellraintal hier mündende Melach.

Nachbargemeinden

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1312 im Inntaler Steuerbuch als „Niederpervens“. Die Bezeichnung „Unterperfuss“ erscheint erstmals 1453 in einer Urkunde, verwahrt im Tiroler Landesarchiv.Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols. Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs. Band 17). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0449-0.

Im Kataster des Gerichtes Hörtenberg gehörte Unterperfuss 1625 gemeinsam mit Ranggen zum Steuergemeindeverband Oberperfuss.

Eine der hl. Katarina geweihte Kapelle wird urkundlich 1648 erwähnt. Der spätbarocke Neubau der Filialkirche erfolgte 1761.

Unterperfuss wird im Jahr 1780 eine eigene Steuergemeinde. Im damaligen Kataster werden elf Häuser aufgeführt, davon zehn Landwirtschaftsbetriebe, die dem Kloster Stams unterstanden. Außerdem gab es zwei Mühlen und eine Säge. Als Gemeindeeigentum werden Wälder genannt, die für Wasserschutzbauten an Inn und Melach reserviert waren. Die damaligen Familiennamen lauteten Härtnagl, Mayr, Maizner, Wolf, Schiz, Hofer, Schaffenrath, Klaisner, Pranger und Fiz.

Politisch gehörte Unterperfuss 1840 noch zu Oberperfuss. Es bestand damals aus 12 Häusern und 107 Bewohnern. Pfarrlich versorgt wurde Unterperfuss von Kematen, ebenso befand sich dort die Schule.

Bevölkerungsentwicklung

mini|hochkant|Katholische Filialkirche hl. Katharina Kultur und Sehenswürdigkeiten

Barocke Filialkirche zur heiligen Katharina, erbaut 1761 von Franz Singer, Entwurf Johann Michael Umhauser zugeschrieben. Qualitätvolle Fresken von Anton Kirchebner. Rokokoeinrichtung.Gertraud Pfaundler-Spat: Tirol-Lexikon. Studienverlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2005. ISBN 3-7065-4210-2 Naturdenkmal Eichen an der Melach (ID ND_3_72)

Freizeit und Sport Die Gemeinde verfügt über zahlreiche Einrichtungen für den Reitsport.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Im Jahr 2011 gab es 133 Arbeitsplätze in Unterperfuss, fünf in der Landwirtschaft, keinen im Produktionssektor und 128 im Dienstleistungssektor. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen arbeiteten in sozialen und öffentlichen Diensten, zwanzig im Bereich Beherbergung und Gastronomie und fünfzehn im Handel.

Berufspendler Von den 73 Erwerbstätigen, die 2011 in Unterperfuss lebten, arbeitete ein Drittel in der Gemeinde, zwei Drittel pendelten aus. Aus der Umgebung pendelten 110 Menschen zur Arbeit nach Unterperfuss.

Verkehr Eisenbahn: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Arlbergbahn. Die Haltestelle Unterperfuss wurde 1968 aufgelassen, heute sind die nächsten Halte der Bahnhof Zirl im Westen und die Haltestelle Kematen in Tirol im Osten. Straße: Unterperfuss liegt an der Völser Straße L 11, von der die Oberperfer Straße L 233 und die Rangger Straße L 236 abzweigen. Die Autobahnauffahrt Zirl Ost der Inntal Autobahn A12 befindet sich im Nordosten telwiese auf Gemeindegebiet.

Politik Gemeinderat In den Gemeinderat werden 11 Mandatare gewählt. Im Jahr 2022 waren 208 Bewohner wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung betrug 70 Prozent. Partei2022201620102004ProzentStimmenSitzeProzentStimmenSitzeProzent Stimmen SitzeProzentStimmenSitzeGUT gemeinsam-unabhängig-transparent für Unterperfuss (GUT)33,10484Wir für Unterperfuss - Bürgerliste (WFU-BGL)30,34444Wir Unterperfer22,0732214,93201Unterperfuss Aktiv14,4821112,69171 Dorfliste Bürgermeister Norz Martin39,55535ÖVP Liste Unterperfuss – Bürgerliste32,8444448,3272543,90545ÖVP – Dorfliste27,5241331,71393 SPÖ – Allgemeine Liste Unterperfuss 24,16 36 324,39303 Bürgermeister Georg Hörtnagl wurde 2016 zum Bürgermeister gewählt. Im Jahr 2022 erreichte Josef Ginner im ersten Wahldurchgang 51,42 Prozent der Stimmen und wurde neuer Bürgermeister von Unterperfuss.

Wappen Blasonierung: Das Wappen ist in Silber und Blau durch Kurvenschnitt geteilt. In Silber liegt das achtspeichige rote Rad links.

Die blaue Woge symbolisiert den Inn, das rote Wasserrad steht für die Pfarrpatronin, die Hl. Katharina.

Weblinks

Website der Gemeinde Unterperfuss auf der Seite von www.tirol-info.at

Einzelnachweise

Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Ersterwähnung 1312 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land