Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte der Ukraine als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.
Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb
mini|225px|Ruslana, die erste ukrainische Siegerin 2004 in Istanbul Die Ukraine nahm erstmals 2003 in Riga teil. Mit dem Sänger Oleksandr Ponomarjow erreichte das Land Platz 14 und somit eine Platzierung im Mittelfeld. Durch diese Platzierung musste die Ukraine allerdings 2004 am Halbfinale teilnehmen. Mit Platz 2 dort war das Land sofort erfolgreich und erreichte das Finale. Dort konnte die Sängerin Ruslana dann mit ihrem Lied Wild Dances Platz 1 erreichen und holte mit 280 Punkten eine neue Höchstpunktzahl für das Land. Nach diesem Erfolg war die Ukraine 2005 Gastgeber, konnte aber nicht an den Vorjahreserfolg anknüpfen. Das Duo Greenjolly landete lediglich auf Platz 20 von 24, was lange Zeit das schlechteste Ergebnis des Landes im Wettbewerb war. In den Folgejahren war das Land aber deutlich erfolgreicher.
Durch die schlechte Vorjahresplatzierung musste die Ukraine 2006 wieder am Halbfinale teilnehmen, konnte aber dort Platz 7 erreichen, womit das Land das Finale erreichte. Dort holte Tina Karol mit Platz 7 dann wieder ein gutes Ergebnis für das Land. 2007 und 2008 war die Ukraine dann sehr erfolgreich und holte jeweils Platz 2 im Finale. 2008 gelang es Ani Lorak sogar das Halbfinale zu gewinnen. 2009 hingegen belegte das Land lediglich Platz 12 im Finale und war somit zum ersten Mal seit 2005 nicht unter den besten Zehn vertreten. 2010 erreichte die Sängerin Alyosha dann mit Platz 10 wieder, wenn auch knapp, eine Platzierung unter den besten Zehn. 2011 konnte die Sängerin Mika Newton das Ergebnis sogar noch überbieten und belegte am Ende Platz 4 im Finale. 2012 endete dieser Erfolg aber wieder. Die Sängerin Gaitana landete am Ende lediglich im Mittelfeld auf Platz 15. Damit erreichte die Ukraine erstmals nach sieben Jahren wieder die rechte Tabellenhälfte. Umso erfolgreicher war die Ukraine im Jahr 2013, als die Sängerin Zlata Ohnjewitsch Platz 3 im Halbfinale und Finale erreichte und damit das beste Ergebnis seit 2008 holte. Auch 2014 war die Ukraine erfolgreich im Wettbewerb und belegte am Ende mit der Sängerin Marija Jaremtschuk Platz 6 im Finale. Am 19. September 2014 gab der Sender NTU allerdings bekannt, dass sich das Land vom Eurovision Song Contest 2015 zurückziehen werde. Als Gründe wurden die politische Lage sowie die schlechte finanzielle Lage angegeben. So kehrte das Land erst 2016 zum Wettbewerb zurück.
2016 war die Rückkehr dann ein voller Erfolg. Nachdem die Sängerin Jamala Platz 2 im Halbfinale erreicht hatte, konnte sie schließlich am Ende den Wettbewerb gewinnen. Es war der bereits zweite Sieg des Landes beim Wettbewerb, womit die Ukraine das bis heute einzige osteuropäische Land ist, welches bereits mehrfach gewinnen konnte. Zugleich stellte Jamala einen neuen Punkterekord für die Ukraine mit 534 Punkte auf und war die erste Siegerin beim ESC, die es über 400 Punkte schaffte. Geschuldet war dies allerdings auch dem neuen Abstimmungsverfahren beim Wettbewerb 2016. 2017 richtete die Ukraine dann zum zweiten Mal den Eurovision Song Contest aus, war aber, wie schon 2005, wenig erfolgreich im eigenen Land. Schließlich holte die Band O.Torvald nur den drittletzten Platz im Finale und damit die bis heute schlechteste Platzierung für die Ukraine beim Wettbewerb. Auch 2018 konnte das Land nicht an die vorherigen Erfolge anknüpfen. So landete der Sänger Mélovin lediglich auf Platz 17 im Finale, womit die Ukraine zum ersten Mal zwei Jahre in Folge keinen Platz unter die besten Zehn erreichte. Trotz dieser geringeren Erfolge wollte die Ukraine 2019 ursprünglich teilnehmen und hielt bereits einen Vorentscheid ab, zog sich Ende Februar 2019 aber vom Wettbewerb zurück. 2020 kehrte die Ukraine zum Wettbewerb zurück. Dieser konnte wegen der COVID-19-Pandemie aber nicht stattfinden, weshalb die Rückkehr zum Wettbewerb erst 2021 erfolgte.
Die Rückkehr 2021 war allerdings ein voller Erfolg. So holte die Band Go_A im Halbfinale Platz 2 und qualifizierte sich damit erneut für das Finale. Dort belegte das Lied Shum am Ende Platz 5 mit 364 Punkten, wobei davon 267 Punkte vom Televoting standen, wo die Band Platz 2 belegte. Es war das beste Ergebnis der Ukraine seit 2016.
2022 gewann der ukrainische Beitrag Stefania der Band Kalush. Der Beitrag stand im Kontext vom Ukraine-Krieg, welcher zu einem Ausschluss von Russland und Belarus führte. Für die Interpreten musste eine Sonderausreisegenehmigung wegen des in der Ukraine verhängten Kriegsrechts erteilt werden. Ursprünglich sollte Alina Pash zum ESC geschickt werden. Allerdings verzichtete sie am 16. Februar 2022 auf die Teilnahme, nachdem sie 2015 illegal die von Russland annektierte Halbinsel Krim besucht hatte. Ein Bandmitglied blieb in der Ukraine, um bei der Verteidigung gegen die Russische Invasion zu helfen.
2023 war die Ukraine als Titelverteidiger direkt für das Finale qualifiziert, wo man mit Platz 6 erneut eine Platzierung unter den ersten Zehn erreichen konnte. 2024 erzielte man nach erfolgreicher Finalqualifikation einen 3. Platz. 2025 und 2026 wurde der 9. Platz erreicht. Seit 2021 landeten alle Beiträge in der Top-Ten, wenn nicht in der Top Five.
Insgesamt landeten 16 von den 21 ukrainischen Beiträgen in der linken Tabellenhälfte. Dazu konnte das Land bisher drei Siege einfahren, zwei zweite Plätze und einen dritten Platz belegen. Ebenso platzierte sich das Land insgesamt dreizehn Mal unter den besten Zehn. Die Ukraine ist das einzige Teilnehmerland des ESC, die noch nie im Halbfinale, das 2004 eingeführt wurde, ausgeschieden ist. Bei erst 21 Teilnahmen am Wettbewerb gelang es der Ukraine bereits dreimal zu gewinnen. Somit gehört das Land zu den erfolgreichsten Teilnehmern beim Wettbewerb.
Liste der Beiträge Farblegende:
Jahr Interpret LiedMusik (M) und Text (T) Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/Qualifikation Nationaler Vorentscheid Platz Punkte Platz Punkte 2003 Oleksandr Ponomarjow Hasta la vistaM: Svika Pick; T: Mirit Shem Or Englisch Auf Wiedersehen 14 / 26 30 Direkt für das Finale qualifiziert interne Auswahl 2004 Ruslana Wild DancesM: Ruslana; T: Ruslana, Oleksandr Ksenofontov Englisch, Ukrainisch Wilde Tänze 1 / 24 280 2 / 22 256 interne Auswahl 2005 Greenjolly Rasom nas bahatoM/T: Roman Kalyn, Roman Kostyuk, Mikola Kulinich Ukrainisch, Englisch Zusammen sind wir mehr 20 / 24 30 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid 2006 Tina Karol Show Me Your LoveM: Tina Karol, Mikhail Nekrasov; T: Pavel Shilko Englisch Zeige mir deine Liebe 7 / 24 145 7 / 23 146 Ty-Zirka 2006 2007 Verka Serduchka Dancing Lasha TumbaiM/T: Andrei Danilko Englisch, Deutsch, Ukrainisch, Russisch Den Lasha Tumbai tanzen 2 / 24 235 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid 2008 Ani Lorak Shady LadyM: Filipp Kirkorow; T: Karen Kavaleryan Englisch Dubiose Dame 2 / 25 230 1 / 19 152 Nationaler Vorentscheid 2009 Switlana Loboda Be My Valentine (Anti-Crisis Girl)M: Switlana Loboda; T: Jewgeni Matjuschenko Englisch Sei mein Valentin (Anti-Krisen-Mädchen) 12 / 25 76 6 / 19 80 Nationaler Vorentscheid 2010 Alyosha Sweet PeopleM: Olena Kucher, Borys Kukoba, Vadim Lisitsa; T: Olena Kucher Englisch Liebe Leute 10 / 25 108 7 / 17 77 Nationaler Vorentscheid 2011 Mika Newton AngelM: Ruslan Kvinta; T: Maryna Skomorohova Englisch Engel 4 / 25 159 6 / 19 81 Nationaler Vorentscheid 2012 Gaitana Be My GuestM/T: Gaitana Englisch Sei mein Gast 15 / 26 65 8 / 18 64 Nationaler Vorentscheid 2013 Zlata Ohnjewitsch GravityM: Mikhail Nekrasov; T: Karen Kavaleryan Englisch Schwerkraft 3 / 26 214 3 / 16 140 Nationaler Vorentscheid 2014 Marija Jaremtschuk Tick-TockM: Marija Jaremtschuk; T: Marija Jaremtschuk, Sandra Bjurman Englisch – 6 / 26 113 5 / 16 118 Nationaler Vorentscheid 2015 Auf Teilnahme verzichtet 2016 Jamala 1944M/T: Susana Jamaladinowa Krimtatarisch, Englisch – 1 / 26 534 2 / 18 287 Widbir 2016 2017 O.Torwald Time M/T: O.Torwald Englisch Zeit 24 / 26 36 Direkt für das Finale qualifiziert Widbir 2017 2018 Mélovin Under the LadderM: Mélovin; T: Mike Ryals Englisch Unter der Leiter 17 / 26 130 6 / 18 179 Widbir 2018 2019 Maruv Siren Song M: Hanna Korsun, Mikhail Busin; T: Hanna Korsun Englisch, Deutsch Sirenen-Lied Teilnahme zurückgezogen Widbir 2019 2020 Go_A SolowejM: Taras Schewtschenko, Kateryna Pawlenko; T: Kateryna Pawlenko Ukrainisch Nachtigall Absage wegen der COVID-19-Pandemiedurch die EBU Widbir 2020 2021 Go_A SchumM: Taras Schewtschenko, Kateryna Pawlenko, Ihor Didentschuk; T: Kateryna Pawlenko Ukrainisch Lärm 5 / 26 364 2 / 16 267 interne Auswahl 2022 Kalush Orchestra StefaniaM: Ihor Didentschuk, Tymofij Musytschuk, Witalij Duschyk; T: Ywan Klymenko, Oleh Psjuk Ukrainisch − 1 / 25 631 1 / 17 337 Widbir 2022 2023 Tvorchi Heart of SteelM: Andrij Huzuljak; T: Jimoh Augustus Kehinde Englisch, Ukrainisch Herz aus Stahl 6 / 26 243 Direkt für das Finale qualifiziert Widbir 2023 2024 Alyona Alyona & Jerry Heil Teresa & MariaM/T: Aljona Sawranenko, Anton Tschilibi, Jana Schemajewa, Iwan Klymenko Ukrainisch, Englisch Teresa & Maria 3 / 25 453 2 / 15 173 Widbir 2024 2025 Ziferblat Bird of PrayM: Walentyn Leschtschynskyj, Danyjil Leschtschynskyj, Fedir Chodakow; T: Walentyn Leschtschynskyj Englisch, Ukrainisch Gebetsvogel 9 / 26 218 1 / 15 137 Widbir 2025 2026 Leléka RidnymM: Adama Cefalu, Jakob Hegner, Jaroslaw Dschus, Wiktorija Leleka; T: Adama Cefalu, Wiktorija Leleka Englisch, Ukrainisch Für meine Liebsten 9 / 25 221 6 / 15 147 Widbir 20262027
Kommentatoren und Punktesprecher
Diese Liste der Kommentatoren und Punktesprecher beginnt mit dem TV-Übertragungen in der Ukraine.
Jahr Kommentator Punktesprecher 2002 Pavlo Shylko & Mariya Orlova 2003 Pavlo Shylko & Dmytro Kryzhanivskyi Lyudmyla Hariv 2004 Rodion Pryntsevskyi Pavlo Shylko 2005 Yaroslav Chornenkyi Mariya Orlova 2006 Pavlo Shylko Igor Posypaiko 2007 Timur Miroschnytschenko Kateryna Osadcha 2008 Marysya Horobets 2009 2010 Iryna Zhuravska 2011 Timur Miroschnytschenko & Tetyana Terekhova Ruslana 2012 Oleksiy Matias 2013 2014 Zlata Ohnjewitsch 2015 Auf Teilnahme verzichtet 2016 Verka Serduchka 2017 Tetyana Terekhova & Andrii Horodyskyi Zlata Ohnjewitsch 2018 Timur Miroschnytschenko (alle Shows)Marija Jaremtschuk (Erstes Halbfinale)Alyosha (Zweites Halbfinale)Jamala (Finale) Natalija Schyschtschenko 2019 Timur Miroschnytschenko Auf Teilnahme verzichtet 2021 Tayanna 2022 Kateryna Pawlenko 2023 Zlata Ohnjewitsch 2024 Timur Miroschnytschenko (alle Shows)Vasyl Baidak (Finale) Jamala 2025 Timur Miroschnytschenko (alle Shows)Olexandr Pedan (Erstes Halbfinale)Vlad Kuran (Zweites Halbfinale)Alyona Alyona (Finale) Jerry Heil 2026 Timur Miroschnytschenko (alle Shows)Vasyl Baidak (Erstes Halbfinale)Switlana Tarabarowa (Zweites Halbfinale)Alyona Alyona (Finale) Danyjil Leschtschynsky
Nationale Vorentscheide Die Ukraine wählte den Großteil seiner Beitrage über eine Vorentscheidung aus. Lediglich 2003, 2004 und 2021 wurde der Beitrag intern ausgewählt. In allen anderen Jahren wurde jeweils ein nationaler Vorentscheid veranstaltet, mit wechselnden Modus:
2005 2005 war der Vorentscheid besonders aufwändig, er umfasste nicht weniger als 15 Halbfinalrunden mit je fünf Teilnehmern, von denen sich jeweils der beste für das Finale qualifizierte. Kurz vor dem Finale gab NTU jedoch bekannt, dass vier weitere Künstler eine „Wildcard“ für das Finale erhielten, von denen Greenjolly auch gewannen. Abgestimmt wurde per Telefonvoting.geocities.ws
2006 Mit Hilfe der Castingshow Ti-Zirka, an der jedoch auch professionelle Sänger teilnehmen konnten, sollte der ukrainische Vertreter 2006 bestimmt werden. Die drei Finalisten stellten jeweils einen eigenen Beitrag vor und durch eine Mischung aus Telefonabstimmung und einer professionellen Jury.geocities.ws
2007