mini|Logos internationaler Klimaschutzkonferenzen

Die UN-Klimakonferenz (er Originaltitel United Nations Climate Change Conference, auch (Welt-)Klimagipfel oder Welt-Klimakonferenz) ist die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) der UN-Klimarahmenkonvention.

Seit 2005 ist die Konferenz um das Treffen der Mitglieder des Kyoto-Protokolls ergänzt worden (Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Protocol, COP/MOP, kurz CMP), seit 2018 um das der Mitglieder des Übereinkommens von Paris (Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Paris Agreement, kurz CMA).

Im Mittelpunkt der Klimakonferenzen stand lange Zeit, ein Nachfolgeprotokoll für das im Jahr 2012 auslaufende Kyōto-Protokoll und damit ein neues völkerrechtlich verbindliche Instrument der Klimapolitik zu entwickeln. Im Kyōto-Protokoll selbst sind nur vergleichsweise geringe Verpflichtungen der Industriestaaten zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen festgeschrieben. Auf der UN-Klimakonferenz in Durban 2011 wurde beschlossen, dass das Kyōto-Protokoll um eine zweite Verpflichtungsperiode verlängert werden soll, Reduktionsziele und Dauer der zweiten Verpflichtungsperiode bis Ende 2020 wurden auf der 18. UN-Klimakonferenz in Katar 2012 festgelegt.

Eine globale Post-Kyoto-Regelung, an die viele nach dem Scheitern der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 nicht mehr glaubten, wurde auf der 21. UN-Klimakonferenz in Paris beschlossen. Der Vertrag trat am 4. November 2016 in Kraft.

Der Austragungsort des Klimagipfels rotiert zwischen den fünf UN-Ländergruppen: der afrikanischen, der asiatisch-pazifischen, der lateinamerikanisch-karibischen, der osteuropäischen und der westeuropäisch-nordamerikanisch-australischen.

Chronologie mini|Video: Geschichte der Klimakonferenz

Weltklimakonferenzen (WCC) 1979–1990 Eine erste „Weltklimakonferenz“ unter dem Dach der UN, die First World Climate Conference (WCC-1), fand vom 12. bis 23. Februar 1979 in Genf statt und wurde von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) organisiert. Hier berieten Experten von Organisationen der Vereinten Nationen über die Möglichkeiten der Eindämmung der durch den Menschen verursachten schädlichen Klimaveränderungen. Schwerpunkt und wichtiges Ergebnis war die hier ausgesprochene Warnung, dass die weitere Konzentration auf fossile Brennstoffe im Zusammenhang mit der fortschreitenden Vernichtung von Waldbeständen auf der Erde „zu einem massiven Anstieg der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration führen“ wird. Noch im selben Jahr erfolgte im Mai die Gründung des Weltklimaprogramms (WCP – World Climate Programme). Es enthält Empfehlungen zur weiteren Beobachtung klimatischer Phänomene und zur gezielten Klimaforschung in allen Regionen der Erde um weitere Erkenntnisse zu den Ursachen klimatischer Veränderungen zu gewinnen. Das betraf vor allem Untersuchungen zur Entwicklung des Anteils von Kohlendioxid und anderer Spurengase, die weitere Beobachtung des Ozonlochs und die Bewertung der Klimaanomalie El Niño im pazifischen Raum.

Der ersten Weltkonferenz in Genf folgten die Weltklimakonferenz 1988 in Toronto (World Conference on the Changing Atmosphere, auch Toronto-Conference) und die 1990 erneut in Genf tagende zweite Weltklimakonferenz (WCC-2). Die Toronto-Konferenz trug wesentlich dazu bei, den Klimawandel auf die internationale politische Agenda zu setzen. An ihr nahmen über 300 Abgesandte aus 40 Ländern und 24 internationalen Organisationen teil. Die Konferenz fand kurz nach Veröffentlichung des Brundtland-Berichtes statt und war stark beeinflusst von der Idee der nachhaltigen Entwicklung. Ergebnis waren die Toronto-Ziele, zu denen die Forderung einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 20 % bis 2005 und 50 % bis zum Jahr 2050 gegenüber den Werten von 1988 gehörte.

Teil der WCC-2 war ein Review des ersten Sachstandsberichts des IPCC, das die Gründung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen mit vorbereitete. Während die WCC-1 vor allem eine wissenschaftliche Konferenz war, fand im Rahmen der WCC-2 auch ein zweitägiges ministerielles Treffen unter Beteiligung aus 137 Ländern statt. Ergebnis war eine im Konsens verabschiedete Erklärung, die zu internationalem kooperativen Handeln angesichts des Klimaproblems aufrief. Im Jahr 2009 fand eine dritte Weltklimakonferenz in Genf statt (WCC-3).

1992: Umweltgipfel in Rio de Janeiro Im Juni 1992 wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im brasilianischen Rio de Janeiro („Erdgipfel Rio“) die UN-Klimarahmenkonvention vereinbart.

Seit 1995: Vertragsstaatenkonferenzen (COP) Seit 1995 finden als Institution der Klimarahmenkonvention die UN-Weltklimakonferenzen (United Nations Climate Change Conferences, UNCCC, Conference of Parties, COP) in aller Regel jährlich an wechselnden Orten statt. Erster Tagungsort war 1995 Berlin.

+ Ausgewählte internationale Konferenzen im Zuge der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen Konferenz/Abkommen Datum Ort Ergebnis Bemerkungen Umweltgipfel 3. bis 14. Juni 1992 Agenda 21, globale Klimarahmenkonvention Die Klimarahmenkonvention (1994 in Kraft getreten) ist der erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als eine ernsthafte Bedrohung einstuft und das Ziel der Staatengemeinschaft formuliert, eine gefährliche Störung des Klimas zu vermeiden. Die Konvention bildet den Rahmen für die Klimaschutz-Verhandlungen, die jeweils als Vertragsstaatenkonferenz der Konvention stattfinden. 1. Klimakonferenz (COP 1) 28. März bis 7. April 1995 „Berliner Mandat“ ist die Basis für Verhandlungen über ein Protokoll zur Verringerung von Treibhausgasemissionen. Auch als Nachfolgekonferenz zu Rio bezeichnet. Ziel der Konferenz war es, die Verpflichtungen der Konvention fortzuentwickeln und zu verschärfen. 2. Klimakonferenz (COP 2) 8. bis 19. Juli 1996 3. Klimakonferenz (COP 3) 1. bis 11. Dezember 1997 Kyoto-Protokoll beschlossen. Erstmals werden rechtlich verbindliche Ziele für Emissionshöchstmengen für Industrieländer international festgelegt. 4. Klimakonferenz (COP 4) 2. bis 13. November 1998 Arbeitsplan zur Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls. 5. Klimakonferenz (COP 5) 25. Oktober bis 5. November 1999 6. Klimakonferenz (COP 6) 13. bis 24. November 2000 Verhandlungen scheitern und werden ausgesetzt. 6. Klimakonferenz (COP 6-2) (Fortsetzung) 16. bis 27. Juli 2001 Fortführung der Verhandlungen der 6. Klimakonferenz. Einigung über Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls. 7. Klimakonferenz (COP 7) 29. Oktober bis 10. November 2001 Entscheidungen zu Ausgestaltung und Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Basis für internationale Ratifizierung des Kyoto-Protokolls auf dieser Konferenz festgelegt. 8. Klimakonferenz (COP 8) 23. Oktober bis 1. November 2002 9. Klimakonferenz (COP 9) 1. bis 12. Dezember 2003 Bestandsaufnahme des internationalen Klimaschutzes; Verabschiedung neuer Leitlinien für die Emissionsberichterstattung; Übereinkunft über Kohlenstoff-bindende Aufforstungsprojekte. (Clean Development Mechanism, CDM) 10. Klimakonferenz (COP 10) 6. bis 17. Dezember 2004 Maßnahmen zur Minderung der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen; Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels 10. Jahrestag des In-Kraft-Tretens der Klimarahmenkonvention im März 1994. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 11 / CMP 1) 28. November bis 10. Dezember 2005 Fortschreibung des Kyoto-Protokolls über 2012 hinaus; Aushandlung neuer Grenzwerte für Treibhausgasemissionen. USA akzeptieren Ergebnis der Konferenz, ratifizieren das Kyoto-Protokoll aber weiterhin nicht. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 12 / CMP 2) 6. bis 17. November 2006 Gespräche über das Kyoto-Nachfolgeregime. Einrichtung von Fonds besonders zur Unterstützung afrikanischer Länder. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 13 / CMP 3) 3. bis 15. Dezember 2007 Fahrplan von Bali: 2009 soll in Kopenhagen ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden; inhaltliche Anforderungen an dieses Folgeabkommen Deutschlands Forderungen an die Industriestaaten: 30 % CO2-Einsparungen UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 14 / CMP 4) 1. bis 12. Dezember 2008 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 15 / CMP 5) 7. bis 18. Dezember 2009 „Kopenhagener Erklärung“ (PDF-Dokument) wurde lediglich zur Kenntnis genommen. Ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll konnte mangels Einigkeit nicht verabschiedet werden. Im Copenhagen Accord (rechtlich unverbindlicher) „Minimalkonsens“: Erderwärmung soll auf maximal 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau begrenzt werden. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 16 / CMP 6) 29. November bis 10. Dezember 2010 Der Gipfel endet mit dem Minimalziel, das Kyoto-Protokoll bis 2012 fortzusetzen. Beschlossen werden außerdem ein Waldschutzprogramm sowie ein Hilfsfonds für Entwicklungsländer. Auf der COP-16 sollte der in Kopenhagen gescheiterte Versuch fortgesetzt werden, ein rechtlich verbindliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu beschließen. Dies gelang nicht. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 17 / CMP 7) 28. November bis 11. Dezember 2011 Verlängerung des Kyoto-Protokolls, zweite Verpflichtungsperiode ab 1. Januar 2013; Erarbeitung eines „Protokolls, rechtlichen Instruments oder sonstiges rechtsverbindlichen Ergebnisses“ für einen Klimavertrag für alle Mitgliedsstaaten bis 2015, Inkrafttreten ab 2020. Reduktionsziele und Dauer der zweiten Verpflichtungsperiode zum Kyoto-Protokoll sollen 2012 in Katar festgelegt werden. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 18 / CMP 8) 26. November bis 8. Dezember 2012 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 19 / CMP 9) 11. bis 23. November 2013 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 20 / CMP 10) 1. bis 14. Dezember 2014 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 21 / CMP 11) 30. November bis 12. Dezember 2015 Erarbeitung des Übereinkommens von Paris in Nachfolge des Kyoto-Protokolls. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 22 / CMP 12 / CMA 1-1) 7. bis 18. November 2016 Unterzeichnung der „Proklamation von Marrakesch“ und Verabschiedung der „Marrakesch-Vision“ durch 48 „arme“ Länder UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP 23 / CMP 13 / CMA 1-2) 6. bis 17. November 2017 Ein 200 Seiten langer Kompromiss für die Umsetzung des Pariser Abkommens wurde erarbeitet. Außerdem haben sich neben Großbritannien und Kanada 17 weitere Länder zu einem Kohleausstieg bekannt. UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP24 / CMP14 / CMA 1-3) 2. bis 15. Dezember 2018 Katowice UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP25 / CMP15 / CMA 2) 2. bis 15. Dezember 2019 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP26 / CMP16 / CMA 3) 31. Oktober bis 13. November 2021 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP27) 6. bis 20. November 2022 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP28) 30. November bis 12. Dezember 2023 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP29) 11. bis 24. November 2024 UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP30) 10. bis 21. November 2025

1995: Berlin (COP 1) mini|hochkant|Sonderbriefmarke zur 1. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention 1995