unterm durchschnitt war ein deutsches Independent-Label, das 1999 in Göttingen gegründet wurde und bis zu seiner Auflösung in Köln ansässig war.
Geschichte Der Name unterm durchschnitt ist einem ehemaligen, gleichnamigen Hamburger Plattenladen entliehen, der am unteren Ende der Straße „Durchschnitt“ in Hamburg-Rotherbaum residierte. Das Label genoss aufgrund seiner politischen wie stilistischen Pionierarbeit Bekanntheit.Interview in Intro Nr. 193 (Juni 2011), S. 128 Seine Bands wurden überwiegend den Genres Emo, Screamo und Post-Hardcore zugeordnet. Die Bands Katzenstreik, Captain Planet und Jet Black gelten als Wegbereiter für viele nachfolgende Bands sich später weiter ausdifferenzierender Stile. Labelbetreiber Andreas Wildner lehnte stilistische Festschreibungen hingegen ab:Intro Nr. 193 (Juni 2011), S. 128 Zum 31. Dezember 2011 löste sich das Label auf.Intro.de:
Positionierung unterm durchschnitt verstand sich als ein Plattenlabel, welches neben der Veröffentlichung von Musik auch das eigene Wirken reflektiert und kritisch betrachtet. Dies äußerte sich in kulturkritischen Statements, die das Label im Internet zur Diskussion stellte.http://www.unterm-durchschnitt.de/polaroid-plus/ Sammlung kritische Stellungnahmen von unterm durchschnitt, gesichtet am 28. Mai 2011 So kritisierte unterm durchschnitt 2010 Fanzines und Magazine für ihre zwar stets wohlwollenden aber doch unbefriedigenden Plattenkritiken. Damit würde das Gleiche auf Kosten des Neuen hervorgehoben. Im Fortschritt äußere sich aber die künstlerische Intention.http://www.unterm-durchschnitt.de/polaroid-plus/details/die-musikkritik-die-keine-ist/ Entkunstung der Kunst - Musikkritik die keine ist, 9. April 2010 Im Magazin Unclesally*s grenzte man sich gegenüber anderen Plattenfirmen wie folgt ab: Unclesally*s, Do It Noch Yourself, Heft Nr. 165, November 2010
Im Messereader der Pop Up Messe in Leipzig stellte sich das Unternehmen mit dem Satz Pop Up Messereader, 2006 dar. Dieses Zitat ist dem Philosophen Theodor W. Adorno entliehen.
Trotz teilweise verhältnismäßig hoher Auflagen entstanden die ersten Veröffentlichungen zum Teil in Handarbeit. Der Druck von Covern und Etiketten sowie Booklets und auch das Falzen und Kleben der Cover-Hüllen erfolgten unter Verzicht auf industrielle Fertigung.
mini|180px|Jet Black veröffentlichten ihre Debüt-7inch auf dem Label
Vertriebswege Bis 2004 vertrieb das Label seine Veröffentlichungen selbst. Ab Oktober 2004 gab es einen ergänzenden Deal mit dem Unternehmen „Broken Silence-Independentdistribution GmbH“ sowie darüber über „RecRec“ in der Schweiz, „Ixthuluh“ (Österreich) und „Interpunk“ (USA). Über „Zebralution GmbH“ wurden die Veröffentlichungen auch weltweit als digitale Alben in Download-Shops angeboten. Die labeleigene Edition „The Mensch Gap“ wurde von Freibank Musikverlage administriert.
Wichtigste Veröffentlichungen Als Veröffentlichungsträger dienten CD und Vinyl, welche durch spezielle Verpackungen auffällig waren. Die Veröffentlichung I Can’t Relax in Deutschland ist beispielsweise eine gebundene, 60-seitige Buch-CD zum Thema „Popkultur und Nationalismus“, zu welcher Autoren wie Martin Büsser, Roger Behrens und die Gruppe sinistra! Texte und Bands wie Tocotronic, Kante, Kettcar, Die Goldenen Zitronen, Mouse on Mars, Muff Potter, Die Sterne und viele mehr teilweise exklusive Songs beisteuerten. Die Initiative wurde in der bundesweiten Presse (Kulturzeit, Frankfurter Rundschau, Taz, Visions uvm.) auch als Gegenpol zur wenig später gestarteten „Du Bist Deutschland“-Kampagne diskutiert.
Musiker Adolar Captain Planet Clara Luzia Jet Black Katzenstreik Mikrokosmos23 Todd Anderson
Weblinks Offizielle Webpräsenz (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Musiklabel (Köln) Kategorie:Punk-Label Kategorie:Independent-Label Kategorie:Unternehmensgründung 1999 Kategorie:Aufgelöst 2011