Das forum:autoren ist eine Literaturveranstaltung. Als fester Bestandteil des Literaturfests München wird es von jährlich wechselnden Schriftstellern kuratiert und nach freiem Ermessen gestaltet, das bedeutet, sie oder er wählt ein Motto, die Veranstaltungsformate und die Autoren, Künstler und Wissenschaftler, die nach München eingeladen werden.

2010 Ilija Trojanow mit „lokal:global“ Ilija Trojanow kuratierte vom 17. bis 25. November 2010 das erste forum:autoren. Als „Weltensammler“Der Weltensammler ist der Titel eines Romans von Ilija Trojanow. fokussierte er das Kosmopolitische, die Vielstimmigkeit und Mehrsprachigkeit in der Literatur: Unter dem Motto „lokal:global“ lud der deutsche Schriftsteller mit bulgarischen Wurzeln rund 60 Vertreter der zeitgenössischen Weltliteratur zu verschiedenen Veranstaltungen ein.

In der Reihe „Doppelter Boden“ diskutierten je zwei Schriftsteller über aktuelle (literarische) Themen. Zu Gast waren unter anderem Umberto Eco, Herta Müller, Juli Zeh, Ferdinand von Schirach und Rafael Chirbes.

Unter dem Motto „Östlich ist südlich von westlich“ zeigten Autoren wie Sherko Fatah, John Wray, German Sadulajew, László Krasznahorkai, Joseph Boyden oder Karl-Markus Gauß, wie globale Literatur die Welt als Ganzes begreift und geografische Grenzen überwindet.

„Chamissos Charme“ präsentierte mit Marica Bodrožić, Terézia Mora, Ilma Rakusa, José F. A. Oliver und Tzveta Sofronieva fünf Adelbert-von-Chamisso-Preisträger, die jeweils gemeinsam mit einem Autor aus ihrem Ursprungsland lasen. So traf beispielsweise Terézia Mora auf Péter Esterházy, dessen Werk sie teilweise selbst ins Deutsche übersetzt.

„Zugespitzt und aufgespießt“ hießen drei Abende im Münchner Volkstheater, an denen Satiriker, Kabarettisten und Wortkünstler wie Ralf König, Christoph Süß, Ben Lewis, Thomas Gsella und Pedro Lenz auftraten.

Weitere Veranstaltungsformate waren „Eine Geschichte, die weitergeht“ (zwei vierstündige Spaziergänge durch München mit fünf oder sechs Schriftstellern, die an ausgewählten Stationen aus ihren Werken lasen), „Word-Raga“ (eine elfstündige Echtzeitlesung), das Symposion „Ein Weltkanon im Zeitalter der Globalisierung“ und das „Literaturfest“.Das Programm des Literaturfestes 2010. (PDF; 5,0 MB) In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

2011 Matthias Politycki mit „Die Welt auf Deutsch“ Der Autor Matthias Politycki setzte auf die Vielstimmigkeit und Welthaltigkeit der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und unternahm vom 11. bis 18. November 2011 unter dem Motto „Die Welt auf Deutsch“ mit über 50 Schriftstellern eine Standortbestimmung der Literatur hierzulande.

In dem Programm „Backstage“ luden 20 Gymnasial-Oberstufen je einen beim forum:autoren auftretenden Schriftstellern zum Dialog an ihre Münchner Schule.

In der Reihe „Klartext“ diskutierten jeweils bis zu zehn Schriftsteller, Journalisten mit den Germanisten der Münchner LMU über die deutsche Gegenwartsliteratur. Den Ausgangspunkt der Diskussion bildeten fünfminütige Statements zweier Teilnehmer, die per Los ermittelt wurden.

Bei den Prosa-Lesungen präsentierten zehn Autoren-Duos im Literaturhaus München ihre Werke und diskutierten zu einem gesetzten Motto wie „Flucht in die Fremde“ oder „Familienrätsel“. Zu Gast waren Urs Widmer, Feridun Zaimoglu, Sibylle Lewitscharoff, Kathrin Schmidt und Michael Stavarič. Paul Nizon war in einem Soloauftritt in den Münchner Kammerspielen zu erleben.

Bei der „Samstagnachmittagserklärung“ debattierten acht Autoren in vier Diskussionsrunden über Fragen wie „Haben Sie das alles selbst erlebt?“, „Made in Germany – ein Auslaufmodell?“ und weitere grundlegende oder aktuelle Fragen zur Gegenwartsliteratur. Auf dem Podium waren unter anderem Annette Pehnt, Martin Mosebach und Dagmar Leupold.

In der vierstündigen „Lyriklounge“ trafen sich zehn Lyriker in je ungleichen Paaren auf der Bühne des Club Ampere., so beispielsweise F. W. Bernstein und Ulrike Almut Sandig, Nora Bossong und Steffen Jacobs.

Nach den Lesungen lud an jedem Abend ein anderer Münchner Verlag zum „Salon der lebenden Schriftsteller“ in die Brasserie OskarMaria im Literaturhaus München.

Beim Abschlussabend „Wie geht’s weiter?“ im Münchner Volkstheater sprachen Jan Brandt, Kirsten Fuchs, Odile Kennel und Simon Urban über Themen, Formen, Sprache und präsentierten ihre Debüts.Das Programm des Literaturfestes 2011. (PDF; 3,4 MB) In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

2012 Thea Dorn mit „Hinaus ins Ungewisse!“ Unter dem Motto „Hinaus ins Ungewisse“ rief die Schriftstellerin und Moderatorin Thea Dorn vom 15. bis 24. November 2012 dazu auf, „das Leben wieder als das zu entdecken, was es im Kern geblieben ist: ein unvorhersehbares, teils beglückendes, teils schmerzliches Abenteuer“.Das Programm des Literaturfestes München 2012. (PDF; 3,5 MB) S. 7. In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

Es lasen unter anderem Martin Walser, Christoph Ransmayr, A. L. Kennedy, Marie Pohl, Karen Duve, Florian Weber, Vladimir Sorokin, Christian Kracht und Jenny Erpenbeck.

Bei „Die Lange Nacht der Nacht“ im Münchner Volkstheater präsentierte Franz Wittenbrink einen eigens fürs forum:autoren konzipierten Liederabend; Andreas Fröhlich las aus Walter Moers’ Käpt’n Blaubär; Elisabeth Bronfen, John Burnside, Albert Ostermaier und Christiane Rösinger präsentierten Texte und Lyrik über die Nacht.

Auf dem von Thea Dorn moderierten Symposion „Jenseits der Sicherheit?“ diskutierten die Theologin Petra Bahr, die Philosophen Rüdiger Safranski und Peter Sloterdijk und der Sozialpsychologe Harald Welzer; das korrespondierende Podium „Jenseits der Wirklichkeit?“ war besetzt mit den Autoren Clemens J. Setz, Felicitas Hoppe, John Burnside und Sibylle Lewitscharoff.

Den Abschluss bildete ein Abend in der Münchner Erlöserkirche zum Thema „Was ist Gott?“ mit Kurt Flasch und Wolfgang Rihm.Das Programm des Literaturfestes München 2012. (PDF; 3,5 MB) S. 70. In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

2013 Dagmar Leupold mit „Stadt Land Fluss. Geschichten von der Gegenwart“ Zu ihrem forum:autoren lud vom 7. bis 16. November 2013 die Münchner Schriftstellerin Dagmar Leupold über 50 internationale Autoren, Künstler, Architekten sowie Journalisten und Wissenschaftler ein. Unter dem Motto „Stadt Land Fluss. Geschichten von der Gegenwart“ erkundeten diese in Lesungen, Gesprächen, Diskussionen unterschiedliche reale und fiktive Lebenswelten. Zu Gast waren auch Henning Mankell, Teju Cole, Cees Nooteboom, Jeet Thayil, Assaf Gavron, Alain Mabanckou, Erri De Luca und Navid Kermani.

Die Schriftsteller Jurij Andruchowytsch, Julia Schoch und Ingo Schulze, sprachen in einer Diskussionsrunde über „Spielräume der Literatur“, die Architekten Diébédo Francis Kéré und Amandus Sattler und die Architektur-Journalisten Gerhard Matzig und Andreas Denk über „Spielräume des Alltags“.

Bei der Klassikermatinee im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz lasen Wiebke Puls, Fridolin Schley, Uwe Timm, Udo Wachtveitl und Axel Milberg aus berühmten Stadt- und Provinzromanen der klassischen Moderne.

Die Lyrikabende mit Titeln wie „Drunten am Fluss“ oder „Poetisches Wasserwerk“ verknüpften Texte mit Musik. Zu Gast waren beispielsweise Serhij Zhadan, Werwolf Sutra, Nico Bleutge, Anja Utler, Jeffrey Yang, marmar cuisine, Josef Brustmann, Robin Robertson, Jan Wagner, Christos Ikonomou und Nino Vetri.Das Programm des Literaturfestes 2013. (PDF; 4,0 MB) In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

2014 Clemens Meyer mit „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ Der Leipziger Autor Clemens Meyer inszenierte vom 20. bis 27. November 2014 acht Abende, in denen er Literatur, bildende Kunst, Theater, Film und Musik miteinander verknüpfte. Zentrale Spielstätte des forum:autoren 2014 war das Mixed Munich Arts (MMA) in einem ehemaligen Heizkraftwerk mitten in München.

Hier fand der Eröffnungsabend im Geiste von Louis-Ferdinand Céline, Jean Genet, Hubert Fichte und Jörg Fauser statt – mit Gästen wie Ulrich Peltzer, Aurel Manthei, Franz Dobler und der bildenden Künstlerin Kerstin Schiefner. Jonathan Meese feierte sich und die „Diktatur der Kunst“. Einen Lyrik-Abend bestritten der Leipziger Lyriker Andreas Reimann, der dänische Autor und Klangkünstler Morten Søndergaard und sein Drummer Klaus Q Hedegaard Nielsen.

In den Münchner Kammerspielen zeigte Clemens Meyer das von ihm entwickelte und moderierte Cut-up-Theaterstück „Danton oder Tod im Dschungelcamp“, ebenfalls auf der Bühne zu sehen waren unter anderem der Schriftsteller Jürgen Ploog und der Historiker Thomas Kuczynski. Die Schriftsteller Sten Nadolny und Thomas Rosenlöcher trafen sich in einem „Sonntagssalong“; und der Filmemacher Roland Klick zeigte in den City-Kinos Auszüge aus seinen Lebenswerk.Das Programm des Literaturfestes 2014. (PDF; 4,3 MB) In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

2015 Albert Ostermaier mit „front:text“ Der Münchner Schriftsteller Albert Ostermaier stellte vom 18. bis 27. November 2015 engagierte und politische Literatur in den Mittelpunkt. Idee und Ziel seines Mottos „front:text“ war es, mit Flüchtlingen in den Dialog zu treten und ihre Geschichten über Texte und Bilder neu zu vermitteln. Internationale Gäste aus Literatur, Kunst und Politik lasen, sprachen über Flucht- und Exilerfahrungen und erörterten die Asylpolitik. Die rund 25 Veranstaltungen fanden an verschiedenen Münchner Orten statt.Das Programm des Literaturfestes 2015. (PDF; 4,7 MB) In: literaturfest-muenchen.de, abgerufen am 2. November 2022.

Salman Rushdie trat im Cuvilliés-Theater auf, Karim Miské im Münchner Volkstheater, Jenny Erpenbeck im Club Milla, Zeruya Shalev im Marstall München, Ilija Trojanow im Ampere im Muffatwerk, Scholastique Mukasonga in der Import Export Kantine, Ala al-Aswani und Najem Wali im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst.

Bei den „Autorenreisen“ lasen Sandra Hoffmann, Nuran David Calis, Davide Enia und Vyacheslav Kupriyanov Texte über eigens für „front:text“ unternommene Reisen an Brennpunkte wie Lampedusa oder das türkisch-syrische Grenzgebiet.

In Kooperation mit Refugio München und dem Allitera Verlag entstand die Anthologie „Die Hoffnung im Gepäck“, für die Münchner Autoren die Erlebnisse Geflüchteter aufschrieben. In der Reihe „Fluchtgeschichten“ wurden diese im Lyrik Kabinett präsentiert.

Das dreiteilige Symposion „front:text:kontext“ erkundete Handlungs- und Spielräume innerhalb der Flüchtlingsthematik, mit dabei waren Martin Roth, Markus Kaim, Mekonnen Mesghena und Nizaqete Bislimi.

Auf dem von Bas Böttcher zusammengestellten Poetry-Abend „We are Slamily“ in der Muffathalle im Muffatwerk traten Dalibor Marković, Sulaiman Masomi, Jacinta Nandi und Temye Tesfu auf. Bei „Heimat International“ präsentierten sechs Jugendliche eigene Texte, die im von Pierre Jarawan geleiteten Workshop entstandenen; bei „Fußball ist unser Leben“ kickte Albert Ostermaier unter den Augen von Felix Magath mit Mitgliedern der Autorennationalmannschaft und einer Auswahl der interkulturellen Straßenfußball-Liga Bunt kickt gut. Und zum „front:text:finale“ in der Bar Gabanyi kam Herbert Grönemeyer als Überraschungsgast.Christopher Schmidt: Literaturfest: Letzte Runde. In: Süddeutsche.de, 29. November 2015, abgerufen am 2. November 2022.

2016 Elke Schmitter mit „ein wort gibt das andere“ Unter dem Motto „ein wort gibt das andere“ erkundete die Journalistin und Schriftstellerin Elke Schmitter vom 10. bis 19. November 2016 gemeinsam mit internationalen Gästen aus Literatur, Poesie, Musik, Theater, Wissenschaft, Journalismus die Möglichkeiten und Grenzen der Sprache. Die Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Sprechgesänge, Performances und Konzerte fanden teils im Literaturhaus München, teils an anderen Orten statt.