mini|Marianne Mendt (2016) Marianne Mendt (* 29. September 1945 in Wien als Marianne Krupicka) ist eine österreichische Sängerin und Schauspielerin. Sie ist stilistisch zwischen Jazz, Wienerlied und Popmusik einzuordnen und gilt mit ihrem Lied Wie a Glock’n als Begründerin des Austropop. Außerdem spielte sie als Gitti Schimek in der Fernsehserie Kaisermühlen Blues mit.

Leben Marianne Mendt bekam als Kind Einzelunterricht in klassischem Gesang und genoss sechs Jahre Klavierunterricht. Nach der Handelsschule arbeitete sie drei Jahre beim Waschmittelkonzern Henkel, folgte dann aber ihrer Berufung. Nach einer Gesangsausbildung und abgeleisteter Prüfung als „Vortragskünstlerin“ tourte sie mit ihrer Band The Internationals als Sängerin und Bassistin durch Europa.

1970 kehrte sie nach Wien zurück und wurde von Gerhard Bronner entdeckt. Er schrieb für sie den Text zum Lied Wie a Glock’n, das als Initialzündung für den Austropop und die österreichische „Dialektwelle“ gilt. Die Musik dazu stammte von Hans Salomon und war die Titelmelodie von Bronners satirischer Fernsehsendung Die große Glocke. Das Lied wurde in der am 30. Juni 1970 im ersten Programm des ORF ausgestrahlten 10. Folge dieser Sendung präsentiert. Auf dem Album Wie a Glock’n, das Mendt mit Bronner und Salomon unter Mitarbeit von André Heller und Werner Schneyder 1970 veröffentlichte, sind auch (Jazz-)Klassiker wie Mercy, Mercy, Mercy; Spinning Wheel und der Musical-Hit Aquarius enthalten, zu denen Bronner, Heller und Peter Orthofer einen „österreichischen“ Text schrieben.Wie a Glock'n – die EMI-Aufnahmen 1970–1972. In: buechereien.wien.gv.at, abgerufen am 20. Dezember 2020.The Very Best of Marianne Mendt. In: musicbrainz.org, abgerufen am 20. Dezember 2020.

mini|Marianne Mendt (2008)

Wie a Glock’n wurde im Jahr 2020 vom Popkulturmagazin The Gap im Rahmen des Austro-Top-Rankings auf Platz acht der „100 wichtigsten österreichischen Popsongs“ gewählt.

1971 vertrat sie Österreich in Dublin beim Grand Prix Eurovision de la Chanson (Eurovision Song Contest), erreichte mit ihrem Lied Musik aber nur den 16. und damit drittletzten Platz. Ein Jahr darauf nahm Mendt ihre erste Musicalrolle in Funny Girl in Essen an. 1972 veröffentlichte Mendt die Langspielplatte Gute Lieder sind wie Pistolen, die von André Heller produziert wurde. Außerdem waren an diesem Album Georg Danzer, Robert Opratko und Richard Oesterreicher als Textdichter bzw. Komponisten beteiligt.

Nach der Geburt ihrer Tochter Anna konzentrierte sich Mendt überwiegend auf die Arbeit in Wien und spielte zunehmend auch Theater, unter anderem am Wiener Raimundtheater und am Theater in der Josefstadt, und in Spielfilmen, veröffentlichte aber auch weiterhin Langspielplatten und trat als Sängerin in Fernsehsendungen in Deutschland und Österreich auf. Große Bekanntheit erlangte sie in den Jahren 1992 bis 2000 insbesondere in der Rolle der Gitti Schimek in der ORF-Fernsehserie Kaisermühlen Blues.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Mendt das Musikalbum Freunde und Propheten, auf dem sie einige ihrer frühen Lieder neu arrangiert als Duette mit einigen ihrer frühen Wegbegleiter wie André Heller und Georg Danzer neu interpretierte.

Ab 2002 war Mendt ein Jahr lang Vorsitzende von SOS Mitmensch.

Sie startete am 1. November 2004 in der Wiener Kulisse den Nachwuchswettbewerb „Take Your Chance“; dieser wurde am 13. Mai 2005 in Dornbirn beendet. Parallel dazu organisierte sie ein Jazzfestival. Dieses MM Jazzfestival fand erstmals vom 14. bis 18. September 2005 in St. Pölten statt, mit Teilnehmern wie Peter Wolf, Upper Austrian Bigband, Lungau Big Band, Karl Ratzer, Richard Oesterreicher und Viktor Gernot, und etablierte sich in den darauffolgenden Jahren, wobei auch junge Talente der MM Jazznachwuchsförderung präsentiert wurden. Seit 2004 gastiert „die“ Mendt zwischen Weihnachten und Neujahr regelmäßig und mit großem Erfolg mit ihrer Band – Thomas Kugi (Saxophon), Oliver Kent (Piano), Werner Feldgrill (Bass), Mario Gonzi (Schlagzeug) – im Wiener Jazzland.

Am 29. September 2025 feierte die „Mutter des Austropop“ ihren 80. Geburtstag.Sängerin und Schauspielerin Marianne Mendt wird 80 – ORF gratuliert mit Film, Doku, Talk und TV-Abend (19. September 2025)

Werk

Alben 1970: Wie a Glock’n… (LP) 1972: Gute Lieder sind wie Pistolen (LP) 1974: Wienerlieder (LP) 1975: Lieder Songs Schlager (LP) 1978: Neue Lieder (LP) 1994: Momendt (CD) 1997: Jazz Mendt Live (Live-CD) 2000: Freunde und Propheten (CD) 2003: Momendts (Live-CD) 2014: More… and more Jazz (CD) 2015: That’s Entertainmendt (Live-CD) 2025: I Wish You Love (Jazz-Balladen)

Singles 1970: Wie a Glock’n 1971: Musik 1972: Gute Lieder sind wie Pistolen 1972: I wünsch mir zu Weihnachten 1972: I bin in dir daham 1974: Komm, alter Pianospieler 1977: Ich lache Tränen, wenn du lügst 1981: Berlin 2000: Wie a Glock’n 2000: Wird schon werden, mit Georg Danzer

Soundtracks / Duette 1971: Die Sieben Sünden – Soundtrack „Die nackte Gräfin“ – 1 Titel 1990: Heasd Karli, du bisd a Wahnsinn, Duett mit Georg Danzer 1999: Kaisermühlen Blues – Soundtrack „Kaisermühlen Blues“ – 1 Titel 2000: Musical Höhepunkte von Seinerzeit – Ich steig’ auf Liebe nicht mehr ein (aus „Das Appartement“) – 1 Titel 2005: Austria for Asia, Benefiz-CD mit Marianne Mendt, Stürmer, Ambros, Fendrich, Danzer, Papermoon etc. 2008: Bleib da, Duett mit Georg Danzer – Danzer Live-Album „Und Manchmal Kanns Auch Regnen“ 2018: Gitti, Duett mit Voodoo Jürgens – Live-Album „Best Of Austria Meets Classics“ 2018: Wie a Glock’n – Live-Album „Best Of Austria Meets Classics“

Filmografie 1971: Das haut den stärksten Zwilling um 1974: Peter Alexander präsentiert Spezialitäten (TV-Serie, eine Folge) 1975: Im Paß steht Peter Weck (TV) 1976: Feuerwerk 1979: Träume kann man nicht verbieten (TV) 1983: Dalli Dalli (Fernsehserie, eine Folge) 1987: Ein Mann nach meinem Herzen (TV) 1990: Roda Roda (TV-Serie) 1992–2000: Kaisermühlen-Blues (TV-Serie, 65 Folgen) 1992: Vier Frauen sind einfach zuviel (TV) 1994: Parkplatz 1995: Polizeiruf 110 – Abgründe (TV-Serie) 1996: Der See 1997: Qualtingers Wien 1998: Black Flamingos – Sie lieben euch zu Tode 1999: Jahrhundertrevue (TV) 2001: Die Windsbraut (Bride of the Wind) 2001–2002: Dolce Vita & Co (TV-Serie, 10 Folgen) 2003: Kommissar Rex – Berühmt um jeden Preis (TV-Serie) 2003: Schlosshotel Orth – Ein unschlagbares Team (TV-Serie) 2003: Jetzt erst recht (TV) 2003: Dinner for Two (TV) 2004: Meine schöne Tochter (TV) 2008: Trautmann – Die Hanno-Herz-Story (TV-Serie) 2009: Annas zweite Chance (TV) 2010: Seine Mutter und ich (TV) 2012: Oma wider Willen (TV) 2012: Vatertag (TV) 2017: Schnell ermittelt (TV-Serie) 2020: Vier Saiten (TV) 2020: Nicht tot zu kriegen (TV) 2025: Bis auf Weiteres unsterblich (TV)

Theater/Musical Funny Girl (Musical, Deutsche Erstaufführung), Essen/Köln 1972/1973 Das Appartement (Musical), Theater an der Wien 1973/1974 Moral, St. Gallen 1974 Das Appartement (Musical), Zürcher Schauspielhaus 1976/1977 Richard’s Korkbein, Grazer Schauspielhaus 1977 Glaube, Liebe, Hoffnung, Theater in der Josefstadt 1977/1978 Pariser Leben, Schillertheater Berlin 1978/1979 Liebelei, Tournee 1981 Ich steig aus und mach ’ne eigene Show, Tournee 1984 Die Gigerln von Wien, Raimundtheater 1985 Die Landstreicher, Raimundtheater 1986 Alles Walzer, Kammerspiele 1988/1989 Duell/Duett, österreichische Bühnen 1988/1989 Besuchszeit, Rabenhof 1990 Wiener Totentanz, Rabenhof 1990 Gerüchte – Gerüchte, Kammerspiele 1991 Der Entertainer, Theater in der Josefstadt 1994 Lumpazivagabundus, Theater in der Josefstadt 1995/1996 Nonsens, Metropol 1998 Liebelei, Reichenau 1999 Die letzten Tage der Menschheit, Semmering 2000 Time Out (Musical), Stockerau, 2001/2002

Auszeichnungen Romy als beliebteste Schauspielerin (1994) Nestroy-Ring (1995) Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien (2005) Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (2005) Berufstitel Professor (2014)Marianne Mendt wurde „Frau Professor“ auf ORF vom 14. September 2014, abgerufen am 5. Oktober 2014. Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (2015) Amadeus Austrian Music Award für das Lebenswerk (2016)orf.at - Marianne Mendt erhält Amadeus Award für Lebenswerk. Artikel vom 21. März 2016, abgerufen am 21. März 2016. Ehrensenatorin der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (2025)

Weblinks

Wie a Glock’n (Ausschnitt) in der Österreichischen Mediathek (01:00)

Marianne Mendts Internetpräsenz Marianne Mendt bei Musik-Austria

Einzelnachweise

Kategorie:Popsänger Kategorie:Interpret eines österreichischen Beitrags beim Eurovision Song Contest Kategorie:Teilnehmer an der Prominenten-Millionenshow Kategorie:Dialektsänger (Bairisch) Kategorie:Künstler der Neuen Volksmusik Kategorie:Jazz-Sänger Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich Kategorie:Amadeus-Preisträger Kategorie:Johann-Nestroy-Ringträger der Stadt Wien Kategorie:Professor (Berufstitelträger) Kategorie:Musiker (Wien) Kategorie:Ehrensenator einer Universität in Österreich Kategorie:Person (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Frau