Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.
Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb mini|hochkant=2|Britische Erfolge beim Eurovision Song ContestDie schwarze Linie zeigt die Teilnehmerzahl und somit die schlechteste erreichbare Platzierung
Die erste Teilnahme Großbritanniens fand 1957 statt. Allerdings war das Debüt nur wenig erfolgreich. Patricia Bredin landete nur auf Platz 7 von 10. Nach diesem Misserfolg setzte das Land 1958 aus, kehrte aber 1959 bereits wieder zurück. 1959 war das Land auch deutlich erfolgreicher als beim Debüt. Schließlich erreichte das Duo Pearl Carr & Teddy Johnson Platz 2. Auch 1960 und 1961 landeten die britischen Beiträge jeweils auf Platz 2, womit Großbritannien das erste Land im Wettbewerb war, welches drei Mal in Folge Platz 2 erreichte. Die Teilnahmen 1962 und 1963 waren allerdings genauso erfolgreich, da die britischen Beiträge jeweils Platz 4 erreichten. In den Jahren 1964 und 1965 erreichte Großbritannien wieder jeweils Platz 2 im Wettbewerb und holte somit seinen bereits fünften zweiten Platz. Umso enttäuschender war die Platzierung 1966. Der Sänger Kenneth McKellar landete lediglich auf Platz 9 von 18 und damit nur im Mittelfeld, was Großbritanniens schlechteste Platzierung seit ihren Debüt darstellte. Umso erfolgreicher war das Land dann 1967, als Sandie Shaw mit dem Lied Puppet on a String den gesamten Wettbewerb gewinnen konnte. 1968 fand der Wettbewerb dann zum bereits Dritten Mal im Vereinigten Königreich statt, nachdem das Land bereits 1960 und 1963 Gastgeber war. Beinahe hätte das Land erneut gewonnen, allerdings landete am Ende Spanien einen Punkt vor Großbritannien. Somit erreichte das Land 1968 seinen bereits sechsten zweiten Platz. 1969 gewann Großbritannien dann erneut den Wettbewerb. Schließlich war die britische Sängerin Lulu mit ihrem Lied Boom Bang-a-Bang eine von vier Siegerinnen, neben den Teilnehmerinnen aus Frankreich, Spanien und den Niederlanden. 1970 landete der britische Beitrag dann erneut auf dem zweiten Platz. 1971 hingegen wurde mit Platz 4 erstmals seit 1966 keine Platzierung unter den besten Zwei geholt. 1972 war das allerdings schon wieder vorbei, da Großbritannien erneut Platz 2 erreichte. 1973 vertrat dann Cliff Richard erneut das Land, nachdem er bereits 1968 Platz 2 belegte. Dieses Mal erreichte er allerdings Platz 3, womit Großbritannien erstmals diese Platzierung erreichte. 1974 erreichte das Land, wie bereits 1971, Platz 4. 1975 erreichte die Band The Shadows dann erneut Platz 2 für das Land. Es war das bereits neunte Mal, dass das Land diese Platzierung erreichte. 1976 konnte Großbritannien dann seinen dritten Sieg im Wettbewerb einfahren, nachdem die Band Brotherhood of Man den Wettbewerb für sich gewinnen konnte. Mit 164 Punkten erreichten sie ebenfalls eine neue Höchstpunktzahl für das Land. 1977, als der Wettbewerb in London stattfand, erreichte der britische Beitrag erneut einen zweiten Platz. Erst 1978 endete Großbritanniens Serie an Platzierungen unter den besten Fünf.
So erreichte der britische Beitrag 1978 mit Platz 11 von 20 die schlechteste Platzierung seit über zehn Jahren. Auch 1979 konnte Großbritannien nur im oberen Mittelfeld landen mit Platz 7 von 19. Bereits 1980 befand sich das Land aber wieder unter den besten Fünf. So erreichte die Band Prima Donna 1980 Platz 3. 1981 war das Land sogar noch erfolgreicher, da die Gruppe Bucks Fizz den Wettbewerb gewinnen konnten. Es stellte den vierten Sieg des Vereinigten Königreichs im Wettbewerb dar. Ab 1982 begann aber Großbritanniens bis dahin schwächste Phase im Wettbewerb. So erreichte Großbritannien 1982, 1984 und 1986 jeweils nur Platz 7 im Wettbewerb, während 1983 Platz 6 erreicht wurde. 1985 wurde mit Platz 4 knapp eine Platzierung unter den besten Drei verpasst. 1987 erreichte der britische Beitrag sogar nur Platz 13 von 22, womit das Land erstmals in neuen Jahren keine Platzierung unter den besten Zehn erreichen konnte. 1988 und 1989 war das Land aber wieder sehr erfolgreich. So erreichten die britischen Beiträge in diesen Jahren jeweils wieder Platz 2, wobei 1988 die Schweiz nur knapp gewonnen hatte, da sie einen Punkt mehr hatten als das Vereinigte Königreich. Es war das bereits zwölfte Mal, dass das Land den zweiten Platz erreichte. 1990 erreichte die Sängerin Emma mit Platz 6 erneut ein gutes Ergebnis für das Land. Auch 1991 platzierte sich Großbritannien unter den besten Zehn mit Platz 10. 1992 und 1993 erreichte Großbritannien dann erneut Platz 2. 1994 und 1995 erreichten die britischen Beiträge dann jeweils Platz 10. 1996 erreichte das Land in der Vorrunde Platz 3, konnte sich am Ende im Finale aber nur auf Platz 8 positionieren. 1997 konnte Großbritannien dann seinen fünften Sieg im Wettbewerb verbuchen. Schließlich gewann die Band Katrina and the Waves mit 227 Punkten den Wettbewerb, was bis heute die Höchstpunktzahl im Wettbewerb für Großbritannien darstellt. Neben dieser Besonderheit wurde das Land 1997 Teil der eingeführten „Großen“ – Big Four (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien), seit 2011 Big Five (mit Italien), die größten EBU-Beitragszahler – und hat damit immer einen garantierten Finalplatz. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um die langfristige Teilnahme der großen Geldgeber (Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, ab 2011 auch Italien) und so das Überleben des Contests zu sichern. 1998, als der Wettbewerb zum bereits achten Mal im Vereinigten Königreich stattfand, erreichte die Sängerin Imaani einen erneuten zweiten Platz für das Land im Wettbewerb. Es war das fünfzehnte Mal, dass das Land Platz 2 erreichte. Nach diesen erfolgreichen Jahren ging es für Großbritannien allerdings steil bergab im Wettbewerb und seither hat Großbritannien insgesamt seine bisher schwächste Phase im Wettbewerb.
So erreichte Großbritannien 1999 mit Platz 12 die erste Platzierung im Mittelfeld seit 1987. In den Jahren 2000 und 2001 erreichten die britischen Beiträge ebenfalls nur Platzierungen im Mittelfeld mit Platz 16 und 15. 2002 war das Land aber wieder erfolgreich im Wettbewerb, als Jessica Garlick Platz 3 erreichte. Umso schlimmer war die Platzierung 2003. Dort erreichte das Gesangsduo Jemini den letzten Platz ohne einen einzigen Punkt erhalten zu haben. Bis dahin war es Großbritanniens schlechteste Platzierung im Wettbewerb. Nach diesem Fiasko konnte auch 2004 der Erfolg nicht zurückkehren. So erreichte das Land lediglich Platz 16. 2005 landete die Sängerin Javine dann auf dem drittletzten Platz. Auch 2006 war Großbritannien wenig erfolgreich im Wettbewerb und landete im unteren Mittelfeld mit Platz 19. 2007 landete das Land dann auf dem vorletzten Platz im Finale, während 2008 Großbritannien zum bereits zweiten Mal Letzter wurde. Umso erfolgreicher war es 2009, dass das Land am Ende Platz 5 erreichte. Es war die beste Platzierung seit 2002. Im Folgejahr wurde das Land aber erneut Letzter, womit Großbritannien seinen dritten letzten Platz erreichte. 2011 verpasste die Band Blue dann knapp eine Platzierung unter den besten Zehn mit Platz 11. 2012 erreichte Engelbert Humperdinck dann einen vorletzten Platz. Auch Bonnie Tyler 2013 war wenig erfolgreich im Wettbewerb. Schließlich landete sie am Ende nur auf Platz 19. 2014 konnte sich Großbritannien wieder im Mittelfeld platzieren mit Platz 17, während das Land 2015 und 2016 nur auf dem drittletzten Platz landete. 2017 erreichte Lucie Jones mit Platz 15 die beste Platzierung seit 2011 für Großbritannien, während SuRie 2018 wieder nur auf dem drittletzten Platz landete. 2019 belegte Großbritannien zum ersten Mal seit 2010 wieder den letzten Platz. 2021 erreichte das Vereinigte Königreich dann zum zweiten Mal in Folge den letzten Platz. Der Beitrag erhielt weder vom Televoting, noch von den Jurys Punkte, was in dem Punktesystem, welches seit 2016 genutzt wird, das erste Mal auftrat. Gemessen an der höheren Wahrscheinlichkeit Punkte zu erhalten bei doppelten Punktesätzen, ist dies die schlechteste Platzierung des Landes im Wettbewerb. 2022 erreichte Sam Ryder für das Königreich mit einem zweiten Platz hinter dem Gewinner Ukraine das beste Ergebnis seit 1998. Beim Juryvoting wurde man sogar Erster. 2023 konnte man als Gastgeber nicht an den Vorjahreserfolg anknüpfen – mit Platz 25 erzielte man nur einen vorletzten Platz. 2024 erreichte man mit Platz 18 erneut eine eher niedrige Platzierung, wenn jedoch etwas besser als im Vorjahr. 2025 erreichte man mit Platz 19 eine eher schlechte Platzierung, während man im Folgejahr erneut Letzter (der einzige Jurypunkt kam aus der Ukraine) wurde. In allen drei Jahren bekamen die Beiträge nur die Punkte von der Jury – vom Publikum gab es keinen einzigen Punkt.
Insgesamt landeten also 42 von den 68 Beiträgen in der linken Tabellenhälfte. Mit fünf Siegen, 16 zweiten Plätzen, was einen Rekord im Wettbewerb darstellt und drei dritten Plätzen gehört das Vereinigte Königreich, trotz der eher schwachen Phase seit dem Jahr 1999, zu den erfolgreichsten Ländern im Wettbewerb. Mit 63 Teilnahmen gehört es zu dem zu den am längsten teilnehmenden Ländern im Wettbewerb. Schließlich verpasste das Land lediglich den ersten Song Contest 1956 und setzte sonst nur 1958 freiwillig aus. Den letzten Platz belegte man sechs Mal. Mit Ausnahme von 2022 und 2023 hatte das Vereinigte Königreich seit 2021 ausschließlich null Punkte von den Zuschauern erhalten, ab 2024 sogar drei Mal in Folge.
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