Kersbach ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Forchheim im Landkreis Forchheim (Oberfranken, Bayern).

Geographie mini|hochkant=1.8|Panoramabild Kersbach Die Ortsmitte des Pfarrdorfes Kersbach liegt vier Kilometer südlich des historischen Ortskernes von Forchheim, im südlichen Teil von Oberfranken an der Grenze zu Mittelfranken im Norden von Bayern, am Fuße der Fränkischen Schweiz. Größere Städte in der Nähe sind Erlangen (≈ 11 km südlich), Nürnberg (≈ 26 km südlich) und Bamberg (≈ 27 km nördlich).

Die Gemarkung Kersbach hat eine Fläche von 5,801 km². Sie ist in 1813 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3199,60 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Sigritzau.

Nachbargemeinden Folgende Gemeinden grenzen an Kersbach (beginnend im Osten, im Uhrzeigersinn): Pinzberg, Effeltrich, Poxdorf, Baiersdorf und Hausen (bei Forchheim).

Geschichte mini|hochkant|St. Ottilien-Kirche

Herkunft und Geschichte des Namens Der Name Kersbach geht auf die althochdeutsche Bezeichnung für Kirsche zurück (Kîrsa, mhd. kyrse, kirse, kerse) und bedeutet Am Bach, an dem es Kirschen gibt. Erstmals erwähnt wurde „Kyrsebach“ in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom 26. Oktober 1017, gegeben zu Allstedt. Darin bestätigte Heinrich auf Bitten der Bischöfe Heinrich I. von Würzburg und Eberhard I. von Bamberg einen Tauschvertrag zwischen beiden Bistümern, mit dem die „abbaciam Erlangun (Erlangen), Forchheim, Eggolvesheim (Eggolsheim) und Kyrsebach (Kersbach)…, weiterhin die Zehnten der Dörfer die jetzt und einst zu Holevelt (Hollfeld) gehören …“ in den Besitz des Bistums Bamberg gelangten.

Frühe Geschichte Ursprünglich war die Kirche nur dem Heiligen Johannes der Täufer geweiht. Nachdem die Kirchengemeinde im Jahr 1356 durch eine Schenkung von Kaiser Karl IV. in den Besitz einer Reliquie der Heiligen Ottilie gelangt war, stellte man das Gotteshaus unter das Erst-Patrozinium der Schutzheiligen der Augenkranken und Blinden. In der Folge war Kersbach bis ins 20. Jahrhundert ein Ottilien-Wallfahrtsort.

Die ehemalige Gemeinde Kersbach und ihr Gemeindeteil Sigritzau wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern 1978 nach Forchheim eingemeindet. Am 2. März 2007 waren 2062 Einwohner mit Haupt- bzw. einzigem Wohnsitz gemeldet.

Jüngste Geschichte Kersbach war am 21. Juli 2007 von einem Hochwasser betroffen, das auch in mehreren Gemeinden in der Umgebung hohe Sachschäden verursachte.

Bevölkerungsentwicklung Im Jahr 1840 betrug die Einwohnerzahl 408 und sank in den folgenden Jahrzehnten leicht. Nach einer Phase der Stagnation in den 1870er und 1880er Jahren begann die Bevölkerungszahl allmählich anzusteigen.

Im frühen 20. Jahrhundert setzte ein deutlicher Anstieg der Einwohnerzahl ein, der sich bis zum Jahr 1970 fortsetzte. Besonders während der Nachkriegsjahre nach 1945 erlebte Kersbach einen sprunghaften Anstieg. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Wohngebiete erschlossen, was zu einem kontinuierlichen Bevölkerungswachstum führte.

Jahr Einwohner 1840 408 1852 374 1855 372 1861 383 1867 360 1871 360 1875 367 1880 387 1885 390 1890 397 1895 390 1900 362 1905 360 Jahr Einwohner 1910 395 1919 432 1925 443 1933 456 1939 454 1946 746 1950 753 1952 722 1961 715 1970 854 1987 1.412 2011Gemarkung Kersbach auf Geoindex 2.101 2016 2.202

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Altarraum der Ottilienkirche mini|links|hochkant|Kapelle an der Bahnhofsstraße Das markanteste Gebäude in Kersbach ist die katholische St.-Ottilien-Kirche im Ortskern, an die der Kirchenplatz mit einem Dorfbrunnen grenzt. Ebenfalls im Ortskern befindet sich die Gerichts- und Tanzlinde. Im Westen an der Straße in Richtung Bahn-Haltepunkt befindet sich eine Kapelle. Im Süden des Dorfes wurde das Backhaus vom Fränkischen Dorf- und Kulturverein e. V. mit Hilfe der Direktion für Ländliche Entwicklung Bamberg erbaut.

Denkmale mini|hochkant|Flurdenkmal in Kersbach Im Ortskern befindet sich an der Hauptstraße ein Kriegerdenkmal mit den Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Kersbacher Bürger. Am Ortsende in Richtung Effeltrich wurde 2005 im Rahmen der Flurbereinigung auf der rechten Seite neben dem Backofen ein Flurdenkmal aufgestellt.

Veranstaltungen Wochenende nach Christi Himmelfahrt: Kirchweih

Vereine Die DJK/TSV Kersbach bietet Fußball, Akrobatik, Tanzsport, Tischtennis, Mountainbiking sowie diverse Turn- und Gymnastiksportarten an. Die erste Mannschaft der Fußballabteilung spielte von 1996 bis 2002 in der Bezirksliga Nord. Derzeit spielt sie in der Kreisliga des BFV. Der Verein richtet seit 1986 jährlich den Dreikönigslauf aus.

Neben der DJK/TSV Kersbach besteht seit dem 22. April 2001 der Fränkische Dorf- und Kulturverein Kersbach e. V. Er widmet sich der Pflege fränkischen Brauchtums sowie der Ortsgeschichte und engagiert sich für die Ortsverschönerung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Erhalt der Backtradition. Hierzu errichtete der Verein 2002 einen Holzbackofen und 2003 ein Backhaus im fränkischen Baustil, das 2004 mit einem Backofenfest eingeweiht wurde. Das Backhaus wird für regelmäßige gemeinschaftliche Brotbackaktionen genutzt. Darüber hinaus bewahrt der Verein historische Gebrauchsgegenstände aus Handwerk, Landwirtschaft und dörflichem Alltag.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|S-Bahn-Haltepunkt Kersbach Über die A 73 hat Kersbach Anschluss an das Autobahnnetz. Knapp einen Kilometer außerhalb im Westen befindet sich ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg, der seit 2010 ein Haltepunkt der S-Bahn Nürnberg (Linie S1) ist. Der schienengleiche Bahnübergang wurde 2004 durch eine Brücke ersetzt.

VGN-Linie Strecke Takt Fahrzeugmaterial DB 1440

Der Ort ist an die Buslinie Neunkirchen am Brand–Forchheim (VGN 224) und der Bahnhaltepunkt an die Buslinie Oesdorf-Heroldsbach-Forchheim (VGN 216) angeschlossen. Seit 2021 gibt es eine weitere Busverbindung (VGN 260) von Kersbach nach Forchheim mit den Haltestellen Waldstraße, Wilhelmshöhe und Irrlrinnig. Kersbach ist in etwa 30 Minuten vom internationalen Flughafen Nürnberg aus zu erreichen.

Durch Kersbach verläuft der Fränkische Marienweg.

Ansässige Unternehmen In Kersbach haben Baumschulen eine lange Tradition. Heute gibt es jedoch nur noch eine Baumschule und zwei aus Baumschulen hervorgegangene Garten- und Landschaftsbauunternehmen. Ein Getränkevertrieb hat seinen Hauptsitz in das Gewerbegebiet Sandäcker verlagert. Eine elektrotechnische Fabrik ist nach einer Teilumsiedlung dort ebenfalls vertreten. Die gute Verkehrsanbindung führte zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben mit hohem Flächenverbrauch pro Arbeitsplatz: Obi zog in die Straße Am halben Weg um, drei Logistikdienstleister kamen dazu.

Seit September 2020 haben sich unmittelbar am S-Bahn-Halt zwei Supermärkte angesiedelt. Dies stellt eine bedeutsame Entwicklung dar, insbesondere in Anbetracht der Schließung einer Drogerie-Filiale im Dorfkern im März 2012. Durch die Errichtung dieser neuen Supermärkte stehen sowohl den Einwohnern als auch den Personen des Durchgangsverkehrs erneut Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung.

Öffentliche Einrichtungen Es gibt in Kersbach einen dreigruppigen Kindergarten und eine daran angegliederte Kinderkrippe mit 24 Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren. Die Grundschule mit vier Klassenstufen hat mit dem Schuljahr 2022/2023 die Eigenständigkeit erlangt, nachdem sie zuvor der Martinsschule in Forchheim angegliedert warhttps://martinschule-forchheim.de/kersbach/. Von September 1969 bis einschließlich des Schuljahrs 2008/2009 war sie Teil der Grund- und Teilhauptschule II Poxdorf. Nach der Grundschule haben die Schüler aus Kersbach die Möglichkeit, an eine weiterführende Schule in Forchheim zu wechseln.

Freizeit- und Sportanlagen In Kersbach gibt es neben der Schulturnhalle eine Mehrzweckhalle, die Außenanlagen der DJK-TSV Kersbach und drei Kinderspielplätze.

Söhne und Töchter von Kersbach David Lugert (* 1981), deutscher Sänger bei der Band Viva Voce

Weblinks

Private Website zu Kersbach Foracheim 1248, Infos zur Ortsgeschichte

Einzelnachweise

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