Das 98. Indianapolis 500 fand am 25. Mai 2014 auf dem Indianapolis Motor Speedway in Speedway bei Indianapolis, Indiana, Vereinigte Staaten statt und war das fünfte Rennen der IndyCar Series 2014.
Hintergrund Erstmals fand einen Tag vor Trainingsbeginn der Grand Prix of Indianapolis auf einer Straßenkurs-Variante des Indianapolis Motor Speedways statt. Nach dem Grand Prix of Indianapolis 2014 führte Will Power in der Fahrerwertung mit einem Punkt vor Ryan Hunter-Reay und mit sechs Punkten vor Simon Pagenaud.
Mit Hélio Castroneves (dreimal), Jacques Villeneuve, Buddy Lazier, Juan Pablo Montoya, Scott Dixon und Tony Kanaan (jeweils einmal) traten sechs ehemalige Indianapolis-500-Gewinner an. Lazier war mit seiner 23. Teilnahme am Indianapolis 500 der erfahrenste Pilot. Mit Mikhail Aleshin, Carlos Huertas, Sage Karam, Kurt Busch, James Davison, Martin Plowman und Jack Hawksworth starteten sieben Piloten erstmals zum Rennen. Karam war mit einem Alter von 19 Jahren der jüngste Teilnehmer, Lazier mit einem Alter von 46 Jahren der älteste Starter. 34 Fahrer aus zwölf Nationen nahmen an der Veranstaltung teil. Mit elf Fahrern stellten die Vereinigten Staaten die meisten Teilnehmer.
Mit Busch startete erstmals ein Sieger des NASCAR Sprint Cups zum Indianapolis 500. Damit nahmen erstmals gemeinsam ein ehemaliger Formel-1-Weltmeister (Villeneuve), ein ehemaliger Sprint-Cup-Sieger (Busch) und ehemalige IndyCar-Champions (Sébastien Bourdais, Dixon, Hunter-Reay, Kanaan, Lazier, Montoya und Villeneuve) am Indianapolis 500 teil. Zudem waren Sieger des Großen Preises von Monaco (Montoya) und des 24-Stunden-Rennens von Daytona (Bourdais, Dixon, Charlie Kimball, Montoya, Graham Rahal und Justin Wilson) im Starterfeld.
mini|hochkant=0.7|In Erinnerung an Ayrton Senna verwendet Simon Pagenaud ein Helmdesign, welches an Sennas (Bild) erinnert Pagenaud trat in diesem Rennen mit einem Helmdesign an, welches an das des vor 20 Jahren tödlichen verunglückten Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna erinnerte.
Am 12. Mai starb Abraham Jacob „A. J.“ Watson im Alter von 90 Jahren. Watson gewann das Indianapolis 500 sechsmal als Konstrukteur und viermal als Chefmechaniker.
Zusammen mit dem Pocono IndyCar 500 und dem MAVTV 500 gehörte das Indianapolis 500 zur Triple Crown. Ein Fahrer, der alle drei Rennen gewonnen hätte, hätte eine zusätzliche Prämie in Höhe von einer Million US-Dollar erhalten. Für alle Rennen der Triple Crown wurden doppelte Punkte vergeben.
Ablauf Das Indianapolis 500 erstreckte sich inklusive der Trainingssitzungen über einen Zeitraum von 15 Tagen. Die Veranstaltung begann am 11. Mai mit dem freien Training. Alle Neulinge und Wiedereinsteiger, die längere Zeit keine Ovalrennen bestritten hatten, mussten bereits am 29. April bzw. 5. Mai am Rookie- und Refresher-Programm teilnehmen. Jeder Rookie und Refresher musste in diesem Programm am ersten Tag 10 Runden mit konstanter Geschwindigkeit zwischen 200 und 205 Meilen pro Stunde sowie 15 Runden mit konstanter Geschwindigkeit zwischen 205 und 210 Meilen pro Stunde fahren. Im restlichen Training musste jeder dieser Fahrer 15 Runden mit einer Geschwindigkeit von mindestens 210 Meilen pro Stunde fahren. Fahrer, die nicht am ersten Trainingstag einsatzbereit waren, absolvierten das Programm, sobald sie mit dem Training begannen. Bis zum 16. Mai fanden sechs freie Trainingstage mit je sechs Stunden Trainingszeit pro Tag statt. Ein siebter Trainingstag fand am 19. Mai statt.
Am 17. Mai begann das zweitägige Qualifying, in dem ein Fahrzeug und nicht der Fahrer qualifiziert wurde. Somit wären Fahrerwechsel nach dem Qualifying erlaubt gewesen. Allerdings war die Startposition an den Fahrer gebunden, sodass Piloten nach einem Fahrerwechsel ans Ende des Feldes gesetzt worden wären. Das Qualifying fand im Einzelzeitfahren-Format, in dem jeder Fahrer vier fliegende Runden fuhr, statt. Jeder Fahrer hatte mindestens einen Versuch. Weitere Versuche konnten jederzeit begonnen werden. Allerdings wurde dann die vorher erzielte Zeit gestrichen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es Änderungen am Modus. Bereits am ersten Tag wurden 30 Fahrzeuge, die am Rennen teilnehmen wurden, ermittelt. Am zweiten Tag ging es in zwei Gruppen um die endgültige Startposition. Die ersten neun Fahrer sowie die Fahrer vom 10. bis zum 33. Platz fuhren ihre Startposition im Einzelzeitfahren heraus. Die letzten drei Startplätze wären separat vergeben worden, wenn weiteren Fahrzeuge am 18. Mai gemeldet worden wären. Für diese Qualifikation zugelassen gewesen wären dann die drei Fahrzeuge, die am ersten Tag die Plätze 31, 32 und 33 belegt hatten, sowie alle weiteren Fahrzeuge, die erst am 18. Mai gemeldet worden wären.
Am 23. Mai war der sogenannte Carb-Day mit einem einstündigen freien Training. Das Indianapolis 500 fand schließlich am 25. Mai statt.
Im Gegensatz zu allen anderen Rennen erhielt beim Indianapolis 500 jeder Fahrer, der sich qualifiziert, Punkte fürs Qualifyingresultat.
Veränderungen im Starterfeld mini|Jacques Villeneuve kehrte nach 19 Jahren in die IndyCar Series zurück (Bild von 2010) Zum Indianapolis 500 gab es einige Veränderungen im Starterfeld. Acht zusätzliche Fahrzeuge – im Vergleich zum Grand Prix of Indianapolis – kamen zum Einsatz: Schmidt Peterson Motorsports setzte für den ehemaligen Formel-1-Weltmeister, IndyCar-Champion und Indianapolis-500-Gewinner Jacques Villeneuve ein drittes Fahrzeug ein. Villeneuves letztes IndyCar-Rennen war der Toyota Grand Prix of Monterey 1995. KV Racing Technology setzte ein drittes und viertes Fahrzeug ein. Townsend Bell und James Davison erhielten die Plätze. Bell nahm letztmals im Vorjahr am Indianapolis 500 teil, Davisons letztes IndyCar-Rennen war der GoPro Grand Prix of Sonoma 2013. Davison, dessen Cockpit zum Teil von IndyCar selbst finanziert wurde, absolvierte aus Kostengründen nur ein Teilzeitprogramm und stieg erst während der Trainingswoche in die Veranstaltung ein. Dale Coyne Racing verpflichtete Pippa Mann für ein drittes Fahrzeug. Der Einsatz erfolgte zusammen mit Muscle Milk Pickett Racing. Mann war die einzige Fahrerin im Starterfeld. Mann war zuletzt beim MAVTV 500 2013 am Start. Ed Carpenter Racing trat erstmals als Zwei-Wagen-Team an. J. R. Hildebrand erhielt den zweiten Wagen und kehrte damit in die IndyCar Series zurück. Sein letzter Einsatz war beim MAVTV 500 2013. Dreyer and Reinbold – Kingdom Racing kehrte fürs Indianapolis 500 nach einem Jahr Pause in die IndyCar Series zurück. Dennis Reinbolds Rennstall Dreyer & Reinbold wurde dabei finanziell von Chip Ganassi und Davey Hamilton unterstützt. Chip Ganassi Racing förderte Sage Karam, der als Einsatzpilot fungierte, in diesem Jahr. Es war das erste IndyCar-Rennen für den amtierenden Meister der Indy Lights. Davey Hamilton war unter dem Label Kingdom Racing an dem Einsatz beteiligt. Hamilton war somit sowohl bei einem Fahrer mit Chevrolet-Motor (Karam) und einem Fahrer mit Honda-Motor (Pagenaud) als Co-Eigner involviert. Sarah Fisher Hartman Racing setzte für Alex Tagliani ein zweites Fahrzeug ein. Tagliani nahm zuletzt am MAVTV 500 teil. Der Einsatz erfolgt in Kooperation mit RW Motorsports. Buddy Lazier nahm wie im Vorjahr mit dem familiären Rennstall Lazier Partners Racing an der Veranstaltung teil.
Darüber hinaus gab es drei Fahrerwechsel: Kurt Busch übernahm das fünfte Fahrzeug von Andretti Autosport von Franck Montagny. Das Fahrzeug wurde nur bei den beiden Indianapolis-Rennen eingesetzt. Busch nahm im Anschluss an das Indianapolis 500 am Coca-Cola 600, einem Sprint-Cup-Rennen in Charlotte, North Carolina teil. Busch schied bei diesem Rennen aus und erreichte den 40. Platz. Letztmals hatte Robby Gordon 2004 die beiden Rennen am Memorial-Day-Wochenende bestritten. Nach John Andretti, Tony Stewart und Gordon ist Busch der vierte Fahrer, der an beiden Rennen teilnehmen möchte. Bisher gelang es nur Stewart im Jahr 2001, beide Rennen über die volle Distanz zu absolvieren und somit insgesamt 1.000 Meilen zurückzulegen. Ed Carpenter übernahm den ersten Wagen seines Rennstalls von Mike Conway. Conway trat nur auf den Straßenkursen an, Carpenter fuhr die Ovalrennen. E. J. Viso vertrat James Hinchcliffe bei Andretti Autosport bis Donnerstag. Hinchcliffe erlitt im Grand Prix of Indianapolis eine Gehirnerschütterung und musste ein paar Tage pausieren.
Zu Beginn der Trainingswoche versuchten mehrere Fahrer, unter anderem Katherine Legge, erfolglos noch kurzfristig eine zusätzliche Meldung durchzuführen.
Meldeliste Alle Teams und Fahrer verwenden das Chassis Dallara DW12 mit einem Aero-Kit von Dallara und Reifen von Firestone. Team Nr. Fahrer Motor 2 Chevrolet 3 12 5 Honda 7 6 Chevrolet 33 8 Chevrolet 9 10 11 Chevrolet 14 Honda 41 15 Honda 16 17 Chevrolet 18 Honda 19 63 20 Chevrolet 21 22 Chevrolet 25 Honda 26 27 E. J. Viso übernahm das Fahrzeug #27 von James Hinchcliffe für die ersten Trainingstage, da Hinchcliffe wegen einer Gehirnerschütterung nicht einsatzbereit war. 28 – HVM 34 67 Honda 68 77 Honda 83 Chevrolet 91 Chevrolet 98 Honda Quelle:
Anmerkungen
Bis auf die Fahrzeuge #33 und #91 wurde noch je ein Ersatzwagen gemeldet.
Refresher- und Rookie-Testfahrten Bevor der Grand Prix of Indianapolis vom 8. bis zum 10. Mai ausgetragen wurde, fanden zwei Testfahrten im Rahmen des Rookie- und Refresher-Programms teil.
Refresher-Testtag (29. April) Platz Fahrer Team Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 0:40,7527 220,844 mph 2 0:41,3333 217,742 mph Am Refresher-Testtag nahmen die Piloten teil, die das Rookie-Programm bereits erfolgreich absolviert haben, aber noch nie bzw. längere Zeit nicht mehr am Indianapolis 500 teilgenommen haben. 2014 waren dies Jacques Villeneuve und Kurt Busch. Villeneuve fuhr letztmals beim Indianapolis 500 1995 – das er gewann – auf dem Ovalkurs. Busch hatte bereits 2013 ausreichend schnelle Runden auf dem Indianapolis Motor Speedway absolviert, ohne am Training oder Rennen teilgenommen zu haben.
Beide Refresher bestanden den Test, der aus der zweiten und dritten Phase des Rookie Orientation Programs bestand und erhielten damit die Zulassung zum Training des Indianapolis 500. Busch war der schnellere Pilot. Wegen Regens wurde der Testtag 50 Minuten vorm geplanten Ende abgebrochen.
Rookie-Testtag (5. Mai) Platz Fahrer Team Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 0:40,4878 222,289 mph 2 0:41,0640 219,170 mph 3 0:41,2057 218,416 mph Offizielles Ergebnis: Am 5. Mai nahmen bis auf James Davison alle Neulinge am Rookie Orientation Program teil. Zudem durften die Refresher Kurt Busch und Jacques Villeneuve mitfahren. Mikhail Aleshin, Jack Hawksworth, Carlos Huertas und Martin Plowman absolvierten alle drei Phasen des Programms erfolgreich und erhielten damit die Erlaubnis, am Training zum Indianapolis 500 teilzunehmen. Sage Karam schaffte nur die ersten beiden Stufen und musste damit die dritte Stufe am ersten Trainingstag nachholen.
Busch erzielte die schnellste Runde vor Aleshin und Karam.
Training 1. Training (11. Mai) Platz Fahrer Team Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 0:40,3485 223,057 mph 2 0:40,4490 222,502 mph 3 0:40,4726 222,373 mph Offizielles Ergebnis: Am ersten Trainingstag kam es zu einer Penske-Dreifachführung. Will Power lag auf dem ersten Platz vor seinen Teamkollegen Juan Pablo Montoya und Hélio Castroneves. Sage Karam absolvierte an diesem Tag die dritte Phase des Rookie Orientation Program erfolgreich, sodass er an den weiteren Trainingssitzungen teilnehmen durfte. Castroneves war mit 83 absolvierten Runden der fleißigste Pilot.
Das Training wurde wegen Kleinteilen auf der Strecke und wegen eines Gewitters in der Nähe jeweils einmal unterbrochen. Es blieb durchgängig trocken und gab keine Unfälle.