miniatur|Diptychon mit Lentulusbrief und Christusporträt, zwischen 1490 und 1499. Museum Catharijneconvent, Utrecht. Laut den Res gestae divi Augusti soll Publius Lentulus der römische Präfekt in Judäa und der unmittelbare Vorgänger von Pontius Pilatus gewesen sein.
Ursprung und Authentizität Die Existenz eines römischen Prokurators oder Präfekten in Judäa namens Lentulus gilt als fiktiv, sein Brief als apokryph, da kein judäischer Präfekt namens Lentulus bekannt ist und sich ein solcher zudem nicht an den Senat, sondern an den Caesar gewandt hätte. Ein römischer Schreiber hätte die Wendungen „Prophet der Wahrheit“, „Menschensöhne“ und „Jesus Christus“ nicht gebraucht. Bei den ersten beiden handelt es sich um hebräische Begriffe, der dritte stammt aus dem Neuen Testament. Der Brief übermittelt uns daher eine Beschreibung Jesu Christi, wie sie die christliche Frömmigkeit verstand.Catholic Encyclopedia. An International Work of Reference on the Constitution, Doctrine, Discipline, and History of the Catholic Church, Bd. 9 (1913).
Aus literatur- und kunstwissenschaftlicher Sicht trägt der Lentulus-Brief eindeutig Merkmale der Renaissance. Der Brief wird daher im Allgemeinen als Pseudepigraphie aus der Zeit der Renaissance oder Protorenaissance (11.–16. Jhd.) angesehen und seine Entstehungszeit fällt frühestensDer sog. 'Lentulus-Brief über Christi Gestalt'. In: Verfasserlexikon. Band V, Sp. 705 ff. in das 13. Jahrhundert.
Inhalt Die Beschreibung Jesu des Lentulus-Briefes:
Literatur Ernst von Dobschütz: Christusbilder. Untersuchungen zur christlichen Legende. Leipzig 1899 (Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur 18), Beilage VIII B 6, S. 308**–330** (Digitalisat). Cora E. Lutz: The Letter of Lentulus Describing Christ. In: The Yale University Library Gazette 50 (1975) 2, S. 91–97 ()
Anmerkungen
Kategorie:Werk über Jesus von Nazaret Kategorie:Pseudepigraphie Kategorie:Fiktive Person Kategorie:Personendarstellung (Jesus von Nazareth)