Gorino (, bis etwa 2003 Garino, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Neman im Rajon Neman.
Geographische Lage Gorino liegt sechs Kilometer östlich der Stadt Neman (Ragnit) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) in Richtung Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg). Innerorts zweigt eine Nebenstraße nach Bolschoje Selo (Unter Eißeln) ab. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte Ober Eißeln mini|Die große Treppe in Ober Eißeln (Ansichtskarte)
Das einst Ober EißelnD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Obereißeln genannte Dorf ist eine der ältesten Siedlungen im Landkreis Tilsit-Ragnit und galt als eines der vier Musterdörfer im KreisgebietGorino - Ober Eißeln bei ostpreussen.net. Für das Jahr 1629 ist ein Krug urkundlich bestätigt, und es gab bereits das Gut Ober Eißeln. In der Vorordenszeit existierte hier eine Kultstätte der Prußen. Bis 1945 bestand der Ort neben dem Gut noch aus mehreren kleinen Höfen.
Zwischen 1874 und 1945 war Ober Eißeln Sitz und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Ober Eißeln/Obereißeln, der bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach – ab 1939 „Amtsbezirk Obereißeln“ genannt – zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Im Jahre 1910 zählte Ober Eißeln 381 Einwohner. Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Landgemeinde um den Gutsbezirk Karlsberg, der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl des Dorfes stieg bis 1933 auf 428 und – ab 1938 als „Obereißeln“ bezeichnet – belief sich 1939 noch auf 404. Der Ort war ein beliebtes Ausflugsziel für die Dampfer aus Tilsit.60 Jahre Ortsverein Tilsit, Verband deutscher Buchdrucker, Tilsit, 1928
Mattischken (Klingsporn) / Schurawlewo Der Ort Mattischken bestand aus einigen großen und kleinen Höfen,D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Klingsporn der bei der Bildung der Amtsbezirke im Jahr 1874 als Landgemeinde in den Amtsbezirk Tischken gelangte.Rolf Jehke, Amtsbezirk Tischken Sie gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
Im Jahre 1910 waren in Mattischken 190 Einwohner registriert. Ihre Zahl betrug 1933 133 und belief sich 1939 auf 125. Inzwischen war im Jahr 1938 der Ort in „Klingsporn“ umbenannt worden.
Wie alle Dörfer im nördlichen Ostpreußen wurde der Ort im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet. Er erhielt dann im Jahr 1950 die russische Bezeichnung „Schurawlewo“ und wurde gleichzeitig in den Dorfsowjet Bolschesselski im Rajon Sowetsk eingegliedert.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
Garino/Gorino Im Jahr 1950 erhielt Ober Eißeln die russische Bezeichnung Garino. Gleichzeitig wurde das Dorf in den Dorfsowjet Bolschesselski selski Sowet im Rajon Sowetsk eingegliedert, dessen Verwaltungssitz Garino vor 1967 selber übernahm. Schon 1947 war der Ort Karlsberg wieder eigenständig in Korobowo umbenannt und ebenfalls in den Bolschesselski selski Sowet eingeordnet worden.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Vor 1975 wurde dann Korobowo (wieder) an Garino angeschlossen.Gemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) Etwa um 1990 wurde der Ort Schurawlewo an Garino angeschlossen.Das ergibt sich aus dem Vergleich von Landkarten. Etwa 2003 wurde Garino in Gorino umbenannt.Bei der Volkszählung im Jahr 2002 war noch von „Garino“ die Rede, während der Ortsname bei einer OKATO-Anpassung im Jahr 2004 in „Gorino“ geändert wurde. Eine offizielle Umbenennung erfolgte allerdings (offenbar) erst 2020 durch die Распоряжение Правительства Российской Федерации от 18 января 2020 г., № 23-р (Verfügung der Regierung der Russischen Föderation vom 18. Januar 2020, Nr. 23-r) Von 2008 bis 2016 gehörte der Ort zur städtischen Gemeinde Nemanskoje gorodskoje posselenije, von 2017 bis 2021 zum Stadtkreis Neman und seither zum Munizipalkreis Neman.
Amtsbezirk Ober Eißeln/Obereißeln (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 bestand der bis 1922 zum Kreis Ragnit, dann zum Landkreis Tilsit-Ragnit gehörende Amtsbezirk Ober Eißeln (ab 1939: Amtsbezirk Obereißeln). Wurde er anfangs aus sechs Dörfern gebildet, waren es am Ende nur noch vier:
Name Änderungsnamevon 1938 russischer Namenach 1945 Bemerkungen Jautelischken Tehlen Kuprijanowo 1928 nach Tussainen eingegliedert Karlsberg Korobowo 1928 nach Ober Eißeln eingegliedert Klein Lenkeningken Kleinlenkenau Kustowo Ober Eißeln Obereißeln Gorino Tussainen Tschapajewo Unter Eißeln Untereißeln Bolschoje Selo
Bismarckturm Bismarckturm|mini
Es war der Oberpräsidialrat und spätere Landrat Graf Georg von Lambsdorff, der für Ober Eißeln den Bau des Bismarckturms () als Aussichtsturm mit Feuerschale anregte. Geplant war die Errichtung bereits 1899. Nördlich vom Dorf gelegen, entstand der Bau nach dem Entwurf des Baumeisters Schaffenhauer aus Wetzlar durch Kreisbaumeister Ewermann aus Ragnit. Das Bauwerk konnte erst am 17. August 1912 eingeweiht werden. Nach 1945 verfiel es. Heute stehen noch Ruinenreste.Башня Бисмарка - Der Bismarckturm bei prussia39.ru (mit Fotos von 2012)
Kirche Mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung war Ober Eißeln resp. Obereißeln bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche in Ragnit eingepfarrt. Sie gehörte zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Gorino im weitläufigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Gorino bei bankgorodov.ru Gorino bei prussia39.ru Ober Eißeln/Obereißeln bei GenWiki Der Bismarckturm in Ober-Eißeln beim Infoportal Bismarcktürme
Einzelnachweise
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