mini|Sitz der Hauptverwaltung der Media-Saturn-Holding in Ingolstadt Die MediaMarktSaturn Retail Group GmbH (vormals Media-Saturn-Holding GmbH) mit Sitz in Ingolstadt ist Betreiber Europas größter Elektronikfachmarktkette. Das Unternehmen fasst die ehemals eigenständigen Elektrohandelsketten MediaMarkt und Saturn zusammen. Mit der Neuaufstellung der Metro AG gehört das Unternehmen seit 2017 der Ceconomy. Im Juli 2025 wurde bekannt, dass Ceconomy für rund vier Milliarden Euro mehrheitlich an den chinesischen Konzern JD.com verkauft wird. Im Dezember 2025 wurde bekannt, dass der Verkauf, unter Vorbehalt der Zustimmung der entsprechenden Behörden, definitiv stattfinden wird. Ende Juni 2026 genehmigte das Bundeswirtschaftsministerium unter Auflagen die Übernahme.

Unternehmensgeschichte und Beteiligungsverhältnisse Eigene Gesellschaften MediaMarkt und Saturn gibt es nicht mehr, lediglich die beiden Marken existieren unabhängig voneinander fort. Die Arbeitsteilung der Marken sieht vor, dass Saturn-Geschäfte häufig in Innenstädten platziert werden, während MediaMarkt-Geschäfte eher „auf der grünen Wiese“ liegend eingerichtet werden. Die Websites mediamarkt.de und saturn.de werden laut Impressum (Stand 2026) von der MMS E-Commerce GmbH betrieben.

Gesellschaftsstruktur Der MediaMarktSaturn-Konzern ist gesellschaftsrechtlich teils dezentral organisiert. Die einzelnen Märkte werden als rechtlich selbstständige Unternehmen geführt, deren Kapitalmehrheit jeweils der MediaMarktSaturn Retail Group gehört. Die Geschäftsführer der Märkte sind als Geschäftsführer in das Handelsregister eingetragen, haben aber durch die fortschreitende Zentralisierung kaum Entscheidungsbefugnisse bezüglich Warensortiment, Preise und Werbung. Die bekannten Werbekampagnen der Marken MediaMarkt, Saturn und redcoon werden von der internen Marketing-Organisation redblue Marketing GmbH in München konzipiert. Der Name bezieht sich auf die Hausfarben der beiden Marken. Die Werbeausgaben der MediaMarktSaturn-Gruppe beliefen sich 2007 auf rund 500 Millionen Euro.

1988 beteiligte sich der Kaufhof mit einer Mehrheit von 54 Prozent an der Holding der 1979 gegründeten Media-Märkte. MediaMarkt übernahm 1990 die konkurrierende Handelskette Saturn, an der Kaufhof bereits beteiligt war. Die Kaufhof Holding AG wurde 1996 mit der Metro Cash & Carry, der Deutschen SB-Kauf AG und der Asko Deutsche Kaufhaus AG (an denen eine Metro-Beteiligungsgesellschaft zuvor jeweils Anteile gehalten hatte) zur Metro AG verschmolzen. Seit der Verschmelzung zur MediaMarktSaturn Retail Group werden MediaMarkt und Saturn als eigenständige Marken in einem zentral gesteuerten Konzern geführt.

Der Metro-Konzern hielt nunmehr 75,41 Prozent am Kapital der Media-Saturn-Holding GmbH. Die Metro Holding ist ihrerseits als AG formal eigenständig, faktisch hielt zu der Zeit jedoch der Beteiligungskonzern Franz Haniel & Cie. die Fäden in der Hand und entscheidet bei strukturellen Fragen der Metro Holding. Ab Januar 2013 verfügte die Metro über rund 78 % der Anteile. Weitere 21,67 % gehören der Familie Kellerhals über ihre indirekt gehaltene Beteiligungsgesellschaft Convergenta Invest.

Bis zum 31. Dezember 2006 war Leopold Stiefel – einer der Gründer von MediaMarkt – Geschäftsführer und Gesellschafter der Media-Saturn-Holding. Seit dem 1. Januar 2011 fungierte Horst Norberg als Geschäftsführer. Er trat am 6. Mai 2014 mit sofortiger Wirkung zurück. Von 2014 bis 2018 war Pieter Haas Geschäftsführer. Dieser musste das Unternehmen mit sofortiger Wirkung nach einer dritten Reduzierung der Gewinnziele und einem damit verbundenem Kurssturz der Aktie im Oktober 2018 verlassen. Der ebenfalls entlassene Finanzchef Mark Frese übernahm bis zur Neubesetzung des Vorstandspostens mit Dieter Haag Molkenteller die Unternehmensleitung.

Im November 2018 wurde der ehemalige Spanien-Chef von Media-Saturn Ferran Reverter zum neuen Hauptgeschäftsführer berufen. Reverter wechselte 2021 zum FC Barcelona, woraufhin der neue Ceconomy-Vorstandsvorsitzende Karsten Wildberger zum neuen Geschäftsführer benannt wurde. Dieser legte sein Amt mit Wirkung zum 5. Mai 2025 nieder, da er am darauffolgenden Tag zum Digitalminister in der Bundesregierung ernannt wurde. Vorübergehende Nachfolger wurden der bisherige Finanzvorstand Dr. Kai-Ulrich Deissner, dessen Posten wiederum Remko Rijnders vorübergehend übernimmt.

Gesellschafterstreit Convergenta Invest, die Beteiligungsgesellschaft der Familie Kellerhals, befand sich seit 2011 in teils erbitterten Gesellschafterstreitigkeiten mit der Mehrheitsgesellschafterin Metro AG. Diese mündeten in Entscheidungen des OLG München und des Bundesgerichtshofs. Die Auseinandersetzungen zwischen den Gesellschaftern gingen danach aber weiter. Convergenta Invest schlug daher Ende 2016 vor, dass der Investor Clemens Vedder in den gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Convergenta Invest und Metro als Mediator aktiv wird. Vedder schlug nach Verhandlungen vor, dass Metro Kellerhals seine MSH-Anteile für rund 2,6 Mrd. Euro abkauft. Kellerhals stimmte dem Vorschlag zu, Metro lehnte ihn ab. Kellerhals starb am 25. Dezember 2017.

Der Gesellschafterstreit konnte im Dezember 2020 beigelegt werden, indem die Minderheitsbeteiligung von Convergenta in einen 29,9-Prozent-Anteil an Ceconomy umgewandelt wurde und Convergenta zudem 130 Millionen Euro erhielt.

Beirat Media-Saturn-Holding GmbH Vor dem Hintergrund einer schleppenden Geschäftsentwicklung bei Metro-Saturn, insbesondere im Online-Handel, beschloss die Gesellschafterversammlung der Media-Saturn-Holding GmbH mit den Stimmen der Mehrheitsaktionärin, der Metro AG, in 2011 einen Beirat einzurichten. In diesem konnten wichtige Gesellschafterentscheidungen nur noch mit einfacher Mehrheit getroffen werden. Zuvor konnten diese aufgrund besonderer Vetorechte von Kellerhals/Convergenta (für wichtige Entscheidungen bedarf es 80 % der Stimmen) nur mit Zustimmung beider Gesellschafter, nämlich Convergenta und Metro AG, getroffen werden. Über den neu eingerichteten Beirat konnte Metro AG nun diese Entscheidungen auch ohne Zustimmung von Kellerhals treffen. Die Einrichtung eines solchen Beirats war in der Satzung für den Fall vorgesehen, dass sich der letzte Gründer-Gesellschafter aus dem operativen Geschäft zurückzieht – dies war mit dem Rückzug von Leopold Stiefel Ende 2006 der Fall gewesen.

Convergenta sah darin eine unzulässige Umgehung ihrer Gesellschafterrechte und focht den Gesellschafterbeschluss dagegen zunächst vor dem Landgericht Ingolstadt und dann vor dem OLG München an. Sie verlor diese Klage, da das OLG München für die Einrichtung des Beirats eine ausreichende Grundlage in dem Gesellschaftsvertrag sah. Metro ließ im Anschluss daran in einem schiedsgerichtlichen Verfahren feststellen, dass der Beirat für bestimmte Geschäftsführungsmaßnahmen ausschließlich zuständig ist und für Beschlüsse des Beirats die einfache Mehrheit nach Köpfen ausreicht (also Kellerhals kein Vetorecht hat). Dazu gehören Entscheidungen über das Budget, den Kauf und Verkauf von Töchtern, Mietverträge sowie Personalien wie die Berufung von Geschäftsführern der Landesgesellschaften. Für andere Entscheidungen braucht Metro aufgrund des ursprünglichen Schiedsspruchs weiterhin eine Mehrheit von 80 Prozent, etwa für die Bestellung oder Abberufung von Geschäftsführern der Media-Saturn-Holding. Kellerhals/Convergenta klagte gegen die Vollstreckbarkeit dieses Schiedsspruchs, hatte damit aber nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 16. April 2015 keinen Erfolg.

Abstimmungsverhalten Metro in Gesellschafterversammlung In einem weiteren Gesellschafterstreit ging es um die (vermeintliche) Pflicht der Metro AG, in der Gesellschafterversammlung in einem bestimmten Sinne abzustimmen. Anlass war eine Abstimmung Ende 2012 über verschiedene Standortmaßnahmen wie die Eröffnung neuer Standorte von Mediamarkt/Saturn im In- und Ausland und dem Neuabschluss von Mietverträgen. In der Gesellschafterversammlung der Media-Saturn-Holding stimmte Metro in neun Fällen gegen die jeweilige Standortmaßnahme mit der Begründung, es sei hierfür kein Gesellschafterbeschluss notwendig, vielmehr könne dies die Geschäftsführung alleine entscheiden.

Kellerhals/Convergenta ging hiergegen mit einer Anfechtungs- und Feststellungsklage vor. Der Bundesgerichtshof wies diese Klage in einem Urteil vom 12. April 2016 jedoch ab. Metro sei als Gesellschafterin grundsätzlich in ihrem Stimmverhalten frei. Eine Pflicht zur Abstimmung in einem bestimmten Sinne bestehe nur dann, wenn zur Verfolgung der Interessen der Gesellschaft keine andere Stimmabgabe denkbar ist, andernfalls nur schwere Nachteile entstehen und die eigenen Interessen des Gesellschafters dahinter zurückstehen müssen. Dies sei im vorliegenden Fall bei der Ablehnung der geplanten neun Standortmaßnahmen angesichts der Größe der Mediamarkt/Saturn-Gruppe nicht ersichtlich gewesen. Metro habe mit ihrem Abstimmungsverhalten nicht rechtsmissbräuchlich gegenüber der Minderheitsgesellschafterin Convergenta Invest / Kellerhals gehandelt.

Aufspaltung der Metro 2016 wurde bekannt, dass die Dachgesellschaft der MediaMarktSaturn Retail Group, die Metro AG, ab Mitte 2017 in zwei eigenständige Unternehmen aufgeteilt wird. Kellerhals/Convergenta gab daraufhin bekannt, gegen diese Aufspaltung zu klagen. Kellerhals begründete dies damit, dass die Aufspaltung nur dazu diene, ihn zu schädigen, nur den Großaktionären der Metro AG nütze und steuerlich nachteilhaft sei. Das OLG Düsseldorf entschied am 22. Juni 2016, dass die von Kellerhals erhobenen Anfechtungsklagen einer Eintragung der Aufspaltung ins Handelsregister nicht entgegenstehen. Am 12. Juli 2017 wurde das übrige Geschäft der Metro Group als Metro Wholesale & Food Specialist abgespalten. Der Elektronikbereich mit den Marken MediaMarkt, Saturn und redcoon verblieb in der Metro, die mittlerweile als Ceconomy am Markt auftritt.

Marke „MediaMarkt“ mini|MediaMarkt-Logo mini|MediaMarkt in Weiterstadt mini|MediaMarkt in Goslar mini|Media-Markt-Verkaufsautomat am Hamburger Flughafen MediaMarkt wurde 1979 von den vier Unternehmern Leopold Stiefel, Walter Gunz, Erich und Helga Kellerhals in München gegründet. 1979 wurde der erste Markt im Euro-Industriepark in München eröffnet.Joachim Zentes, Dirk Morschett, Hanna Schramm-Klein: Strategic Retail Management – Text and International Cases. 2007, Springer, ISBN 978-3-8349-9272-7, S. 45. Bis 1985 entstanden neun weitere Märkte nahe München. 1989 – nach der Beteiligung des Kaufhofs – begann die Expansion zunächst ins benachbarte Ausland.

Im November 2010 wurde der erste MediaMarkt in der Volksrepublik China in der Huai Hai Road in Shanghai eröffnet. Bis 2012 folgten sechs weitere Märkte in Fernost, die zusammen mit Foxconn über ein Joint Venture realisiert wurden und den Einstieg in den chinesischen Markt vereinfachen sollten. Im Januar 2013 wurde bekannt, dass sich MediaMarkt aus der VR China zurückzieht, da die Metro-Gruppe das für die weitere Expansion notwendige Kapital nicht aufbringen könne. Der Rückzug vom chinesischen Markt dauerte nur wenige Monate: Die meisten Filialen wurden zum 11. März geschlossen, lediglich eine Filiale in Shanghai blieb noch bis zum 30. April geöffnet, um Kundenservice bieten zu können. Der telefonische Support wurde zum 30. Juni eingestellt.

Im Sommer 2018 gab Media-Saturn den Rückzug aus Russland bekannt. Die 63 vorhandenen Märkte sollten für 258 Millionen Euro an eine Holding verkauft werden, welche die Konkurrenten M.Video und Eldorado vereint. Die Umstellung sollte, vorbehaltlich der Genehmigung durch das russische Kartellamt, bis zum 2. Quartal 2019 abgeschlossen sein. Im März 2021 gab das Unternehmen die Schließung von 13 Märkten bis Herbst 2022 in Deutschland bekannt.