mini|Die Sure Āl ʿImrān in der Rezitation von Muhammad Siddiq al-Minschawi Āl ʿImrān (, auch „Das Haus ʿImrān“Der Koran (= RUB. Band 4206). Philipp Reclam, Stuttgart 1990, ISBN 3-15-004206-2, S. 65–88.) ist die dritte Koransure. Mit 200 Versen ist sie die viertlängste Sure. Sie wurde überliefert in Medina. In chronologischer Reihenfolge ist sie die 97. von 114 Koransuren.

Inhalt In den unmittelbar auf den einleitenden Teil der Sure folgenden Versen werden die Familie des Propheten ʿĪsā, seine Mutter Maryam, ihre Keuschheit, seine vaterlose Geburt sowie seine ermahnenden und rechtleitenden Aussagen – insbesondere zur Einheit Gottes (arab. Tauhīd) – dargelegt; zugleich werden dabei Informationen vermittelt, die in den Evangelien nicht enthalten sind. Inhaltlich dominiert die Auseinandersetzung mit den Polytheisten, den Juden und den Christen über den Glauben und die Echtheit der koranischen Offenbarung, sowie eine Würdigung der politischen Lage nach dem Sieg in der Schlacht von Badr und der Niederlage in der Schlacht von Uhud.Der Koran. Übersetzt und kommentiert von Adel Theodor Khoury. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2007, ISBN 978-3-579-08023-9, S. 102. Es ist zu beobachten, dass in der Sure al‑Baqarah Aspekte des Judentums stärker thematisiert werden, während in dieser Sure der Schwerpunkt u. a. auf dem Christentum liegt. In der Sure al‑Baqarah wird die Erschaffung des Propheten Ādam behandelt, wohingegen in dieser Sure die Erschaffung des Propheten ʿĪsā im Mittelpunkt steht; dabei wird ausdrücklich auf die Parallelen zwischen beiden Schöpfungsvorgängen aufmerksam gemacht. So heißt es zu Beginn der Offenbarung:

Adam wird an verschiedenen anderen Stellen im Koran kurz erwähnt (vgl. Adam im Islam). Für das spätere islamische Bild von dieser Figur war noch die Aussage in Sure 3:33 sehr wichtig, dass Gott Adam zusammen mit Noah, der Familie Abrahams und der Familie Amrams erwählt habe.

Im Koran ist Johannes der Täufer der drittletzte Prophet des einzigen Gottes Allah vor Isa ibn Maryam (Jesus) und Mohammed (Sure 3:39).

Im Koran wird Isa bin Maryam (Jesus von Nazaret, Sohn der Maria) als (‚der Gesalbte‘ = der Messias) betrachtet (Sure 3:44-49Sure 3. In: islam.de, abgerufen am 26. Juni 2026., 4:170-174Sure 4. In: islam.de, abgerufen am 26. Juni 2026.). Dabei soll Jesus weder der Sohn Gottes noch Teil einer Dreieinigkeit sein, sondern ein Prophet Gottes. Diese Stelle wird von Messianischen Bewegungen hervorgehoben.

Die Geschichte des Islam hat nach dem Koran nicht erst mit Mohammed begonnen, sondern schon mit Abraham. Er wird in Sure 3:67 und 3:95 als Hanīf und Muslim beschrieben.

Die „Wahrheit“ (al-ḥaqq) sei der Islam, oder – als Interpretationsvariante – die Person Mohammeds (vergleiche dagegen das biblische Zeugnis über den „Propheten“ Jesus, der von sich sagte, er sei der Weg und die Wahrheit und das Leben). „Lug und Trug“ (al-bāṭil – „was nichtig ist“) stehe dagegen für das Judentum und Christentum, die verfälscht worden seien und somit als bidʿa gelten. Dieser von der islamischen Theologie geprägte Stellenwert der nichtislamischen monotheistischen Religionen hat bis in die Moderne hinein uneingeschränkte Gültigkeit. In Sure 3:78 heißt es:

In Sure 3:96 findet sich die Aussage, dass das „Haus“ () in Mekka das erste war, das für die Menschen errichtet wurde. Hieran knüpft sich die islamische Vorstellung von der Kaaba als Ursprung und Ausgangspunkt der Schöpfung, die sich auf verschiedene Überlieferungen von Prophetengefährten stützt.Vgl. dazu Nagel 2008, 19.

Die Einschränkung der ritualrechtlichten Pflicht des Haddsch ist im Koran begründet:

Vers 3:99 tadelt die Ahl al-Kitab dafür, dass sie die Gläubigen vom Weg Gottes abhalten.Vgl. Ibn Hischām: Kitāb Sīrat Rasūl Allāh. Aus den Handschriften zu Berlin, Leipzig, Gotha und Leyden hrsg. von Ferdinand Wüstenfeld. 2 Bände. Göttingen 1858–1859, S. 385–387 ().

Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten () ist ein wichtiger islamischer Grundsatz koranischen Ursprungs: (Sure 3:110).

Zitate Mehrere Passagen aus der dritten Sure finden sich unter den Fassadeninschriften des Felsendoms: (Sure 3:6)Auch Sure 3, 18 und mehrfach in dieser Kombination. Siehe im Koran in der Kombination: al-ʿaziz al-ḥakīm bei: Muḥammad Fuʾād ʿAbd al-Bāqī: al-Muʿǧam al-mufahras li-alfāẓ al-Qurʾān al-karīm, S. 459 sub al-ʿazīz. (Sure 3:18) (Sure 3:19)

Einzelnachweise

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