Die Bundesautobahn 92 (Abkürzung: BAB 92) – Kurzform: Autobahn 92 (Abkürzung: A 92) – verbindet München mit Deggendorf und ist 134 Kilometer lang. Zwischen dem Autobahnkreuz Neufahrn und dem Autobahndreieck Flughafen München hat sie drei Fahrstreifen, ansonsten zwei mit Standstreifen. Das Verkehrsleitsystem reicht in Richtung Deggendorf bis kurz vor der Ausfahrt zur Flughafentangente Ost.
Verlauf Die A 92 folgt im Wesentlichen dem Verlauf der unteren Isar, sodass an ihr die Isarstädte München, Freising, Moosburg, Landshut, Dingolfing, Landau und Plattling liegen. Sie ist momentan der wichtigste Verbindungsweg zwischen München und den ostmitteleuropäischen Ländern wie Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Nach Fertigstellung der A 94 (München–Passau) wird sich ein Teil der Verkehrslast Richtung Osten auf diese Autobahn verlagern.
FFH-Gebiete Zwischen den Anschlussstellen Moosburg-Nord und Landshut-West quert die A 92 drei FFH-Gebiete:Regierung von Niederbayern: , online auf www.regierung.niederbayern.bayern.de, abgerufen am 9. März 2019.
Klötzlmühlbach (DE 7438-372) Isarauen von Unterföhring bis Landshut (DE 7537-301) Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen (EU-Vogelschutzgebiet DE 7537-401)
Gebietskörperschaften Bayern Landkreis Deggendorf Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Landshut Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis München
Geschichte Planung und Bau mini|Gedenkstein Bruno Güpner für seine Verdienste um die A 92
Der in der Weimarer Republik entwickelte Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands sah eine Verbindung zwischen München über Landshut nach Deggendorf nicht vor.Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands – Spitzennetz Obwohl der Autobahnbau unter der Herrschaft der Nationalsozialisten vorangetrieben wurde und die Pläne eine zunehmende Netzdichte aufwiesen, war eine solche Strecke weiterhin nicht enthalten.
Das Gesetz über den Ausbauplan für die Bundesfernstraßen vom 27. Juli 1957 legte zwar keine Autobahnverbindung zwischen München und Deggendorf fest. Doch die B 11 von München über Landshut bis zur B 8 bei Plattling wurde in das so genannte Blaue Netz der auszubauenden Bundesstraßen aufgenommen. Begonnen wurde daher zunächst mit dem Bau von Ortsumgehungen im Zuge der B 11 zwischen Moosburg und Landshut sowie 1968 mit der Umgehung von Wallersdorf.
mini|Planung von 1963 mit Führung durch den Münchner Westen zur heutigen A 95 In den 1960er Jahren entstand zudem die Planung, eine vierstreifige Staatsstraße 2342 unter Umgehung von Oberschleißheim über das heutige Dreieck München-Feldmoching hinaus im Sinne einer autogerechten Stadt bis zur Landshuter Allee in München zu verlängern, wo sie Anschluss an die Münchner Stadtautobahn finden sollte.Baureferat der Landeshauptstadt München (Hrsg.): Bauen in München 1960–1970. Harbeke Verlag, München 1970, S. 13 Diese Planung wurde aber später zurückgestellt und nicht verwirklicht.
Im Zusammenhang mit der Aufstellung des zweiten Ausbauplans, der in das am 30. Juni 1971 verabschiedete Gesetz über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 mündete, war ab März 1969 der Bau einer Autobahn zwischen München und Deggendorf vorgenommen. Im Oktober 1969 wurde das Raumordnungsverfahren für die gesamte Strecke beantragt, das im Januar 1971 abgeschlossen werden konnte. Im Mai 1971 wurde die Linie durch den Bundesverkehrsminister bestimmt. Der Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 enthielt folgende Maßnahmen:
Kurzform Abschnitt geplante Maßnahme DringlichkeitsstufeA 120Autobahndreieck mit der A 99 bei München-Feldmoching – AS Altdorf (B 299)vierstreifiger NeubauIA 120AS Altdorf (B 299) – westlich Plattlingvierstreifiger Neubau1. Fahrbahn: I; 2. Fahrbahn: IIA 120Wallersdorf – AK südlich Deggendorf (Autobahn Regensburg – Passau)vierstreifiger Neubau; Weiterführung ab AK südlich Deggendorf nach Deggendorf-Mitte als zweistreifige B 11laufendes Vorhaben; Weiterführung der B 11: II
Nicht enthalten war die Verbindung vom Dreieck München-Feldmoching bis zum Olympiastadion.
Die 1971 bestimmte Trasse der A 120 sollte ortsnah an Landshut geführt werden. Sie war südlich Münchnerau und südlich Altdorf geplant. Die Auswirkungen auf ein Wasserschutzgebiet, der notwendige Lärmschutz, der zwischen Altdorf und Landshut den Bau eines ein Kilometer langen Tunnels erfordert hätte, und die Beeinträchtigung der städtebaulichen Entwicklung der angrenzenden Orte führten dazu, dass die Trasse zugunsten der heute realisierten Variante nordwestlich Münchnerau, nördlich Eugenbach und nördlich Altdorf im September 1974 aufgegeben wurde.Dr. Volkmar Mair: Der Große Shell-Atlas. Neuausgabe 1971/72, Mairs Geografischer Verlag, Stuttgart 1971/72, S. 66Dr. Volkmar Mair: Der Große Shell-Atlas. Neuausgabe 1975/76, Mairs Geografischer Verlag, Stuttgart 1975/76, S. 66
Noch unter der Geltung des Bedarfsplans des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 wurde jedoch eine neue Nummerierung und Struktur des Autobahnnetzes 1974 vorgenommen. Die A 92 erhielt eine gegenüber der bisherigen A 120 abweichende Linienführung. Sie sollte östlich von Unterföhring vom Münchner Autobahnring abzweigen und Ismaning östlich umgehen, die B 388 östlich Ismaning-Fischerhäuser kreuzen, östlich Hallbergmoos-Erching sowie westlich Hallbergmoos vorbeiführen und beim heutigen Flughafenzubringer an die vom Dreieck Feldmoching über Kreuz Neufahrn führende, ebenfalls geplante Autobahn anknüpfen.
Mit dem Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 5. August 1976 ergaben sich folgende Maßnahmen:
Kurzform Abschnitt geplante Maßnahme DringlichkeitsstufeA 922AD München-Feldmoching – AS Oberschleißheimvierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenA 922AS Oberschleißheim – AK Neufahrnvierstreifiger Neubau1. Fahrbahn: Ib; 2. Fahrbahn: möglicher weiterer BedarfA 922AK Neufahrn – AD bei Hallbergmoosvierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenA 92 AD bei Unterföhring (A 99) – AD bei Hallbergmoosvierstreifiger NeubauIbA 92AD bei Hallbergmoos – AS Freising-Ostvierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenA 92AS Freising-Ost – AS Landshut/Essenbachvierstreifiger NeubauIaA 92AS Landshut/Essenbach – AS Wallersdorf-Westvierstreifiger Neubau1. Fahrbahn: Ib; 2. Fahrbahn: möglicher weiterer BedarfA 92AS Plattling-West – AK Deggendorfvierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenB 11AK Deggendorf – Deggendorf-Mittezweistreifiger Neubaumöglicher weiterer Bedarf
Das Zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 25. August 1980 brachte für die A 92 Veränderungen mit sich. Die Anbindung der Autobahn an den Münchner Autobahnring wurde nunmehr auf das Dreieck Feldmoching endgültig festgesetzt. Die bisherige Spange zwischen Unterföhring bzw. Ismaning nach Hallbergmoos erhielt die Nummer 921. Folgende Maßnahmen waren enthalten:
Kurzform Abschnitt geplante Maßnahme DringlichkeitsstufeA 921AD bei Unterföhring (A 99) – AD bei Hallbergmoosvierstreifiger NeubauIIA 92AS Freising-Ost – AS Moosburg-Nordvierstreifiger NeubauIA 92AS Moosburg-Nord – AS Landshut/Essenbachvierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenA 92AS Landshut/Essenbach – AS Wallersdorf-Westvierstreifiger NeubauIA 92AK Deggendorf – AS Deggendorf-Mittevierstreifiger NeubauIB 11AS Deggendorf-Mitte – Deggendorf-Nordzweistreifiger NeubauI
Die Strecke vom Dreieck München-Feldmoching bis zum Olympiastadion war erneut nicht vorgesehen.
Das Dritte Gesetz zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 21. April 1986 sah folgendes vor:
Kurzform Abschnitt geplante Maßnahme DringlichkeitsstufeA 921AD bei Unterföhring (A 99) – AD bei Hallbergmoosvierstreifiger Neubauweitere PlanungenA 92AS Freising-Ost – AS Moosburg-Nordvierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenA 92AS Landshut/Essenbach – AS Dingolfing-Mittevierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenA 92AS Dingolfing-Mitte – AS Wallersdorf-Westvierstreifiger Neubauvordringlicher BedarfA 92AK Deggendorf – AS Deggendorf-Mittevierstreifiger Neubaulaufendes VorhabenB 11AS Deggendorf-Mitte – Deggendorf-Nordzweistreifiger Neubaulaufendes Vorhaben
Die Verbindung zwischen dem AD München-Feldmoching zum Olympiastadion war erneut nicht enthalten.
Das letzte größere Teilstück zwischen Dingolfing und Wallersdorf, 21 Kilometer lang, wurde 1988 fertiggestellt.
1991 war der Bau der A 92 abgeschlossen. Das Vierte Gesetz zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993 beinhaltete lediglich bei Deggendorf noch ein laufendes Vorhaben im Zuge der B 11 in Deggendorf (vierstreifiger Aus- und Neubau). Die A 921 war gestrichen worden. An ihre Stelle trat lediglich der zweistreifige Neubau der B 301 zwischen Hallbergmoos und Ismaning im vordringlichen Bedarf. Das Fünfte Gesetz zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 4. Oktober 2004 umfasste keine weiteren Planungen zur A 92. Allerdings war zwischen dem AK Neufahrn und AS Freising-Süd der sechsstreifige Ausbau als laufendes Vorhaben enthalten. Der zweistreifige Neubau der B 301 zwischen Hallbergmoos und Ismaning im vordringlichen Bedarf war weiterhin geplant.
Eine Weiterführung der A 92 von Deggendorf zur deutsch-tschechischen Grenze fand sich in keinem der bisherigen Bedarfspläne des Fernstraßenausbaugesetzes.
Liste der Verkehrsfreigaben Die einzelnen Teilabschnitte der A 92 wurden wie folgt freigegeben: 1972: AS Wallersdorf-West – AS Plattling-West: 10,7 km 1978: AD Feldmoching – AS Oberschleißheim: 2,8 km 1978: AK Neufahrn – AS Freising-Süd: 5,8 km 1978: AS Freising-Süd – AS Freising-Ost: 9,6 km 1978: AS Plattling-West – AK Deggendorf: 10,1 km 1980: AS Oberschleißheim – AK Neufahrn: 9,8 km 1984: AS Moosburg-Nord – AS Landshut/Essenbach: 20,4 km 1987: AS Freising-Ost – AS Moosburg-Nord: 20,2 km 1987: AS Landshut/Essenbach – AS Dingolfing-Mitte: 22,5 km 1988: AS Dingolfing-Mitte – AS Wallersdorf-West: 21,3 km 1991: AK Deggendorf – AS Deggendorf-Mitte: 1,4 km
Sperre wegen Hochwasser im Juni 2013 Die A 3 zwischen Deggendorf und Hengersberg sowie die A 92 zwischen Deggendorf und Plattling wurden wegen eines Dammbruchs am 4. Juni 2013 im Zuge des Hochwassers in Mitteleuropa jeweils in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.
Neubau der Anschlussstelle Dingolfing-Höfen mini|BAB 92 nördlich von Dingolfing Richtung Westen
Am 27. Juni 2013 erfolgte der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Autobahnanschlussstelle Dingolfing-Höfen bei Betriebskilometer km 88,311 an der Kreisstraße DGF16. Die zusätzliche Anschlussstelle soll in erster Linie das BMW-Werk an die Autobahn anschließen, als auch die umliegenden Dörfer. Baubeginn für die Errichtung der neuen Anschlussstelle war am 1. August 2014. Im Dezember 2014 wurde die neue Anschlussstelle schließlich für den Verkehr freigegeben, jedoch statt Dingolfing-Höfen nun mit dem Namen Dingolfing-West, welchen jedoch zuvor schon eine andere Anschlussstelle trug. Die bisherige Anschlussstelle Dingolfing-West wurde infolgedessen in Dingolfing-Mitte umbenannt.
Kreuz Landshut mini|Verbindungsstraße LA 7 zwischen Essenbach und Ohu mit Blick in Richtung Ohu auf den Übergang über die A 92, mittels der die B 15neu an die A 92 provisorisch angeschlossen wurde
Mit Rodungsarbeiten begannen Ende November 2014 die Arbeiten am Autobahnkreuz Landshut, durch das die Bundesstraße 15n an die A 92 angebunden ist. Die B 15n wurde dabei mittels einer Grundwasserwanne unter der A 92 hindurchgeführt, deren Errichtung 2016 startete. War die Fertigstellung des Kreuzes zunächst für das Jahr 2019 vorgesehen, so verzögerte sich die Inbetriebnahme aufgrund eines Rechtsstreit mit der zunächst bauausführenden Firma, der im September 2018 von der Autobahndirektion Südbayern außerordentlich gekündigt wurde.Landshuter Zeitung: Auf der Verdrussbaustelle soll’s vorwärtsgehen, 12. September 2018