Die tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft (tschechisch Československá fotbalová reprezentace) existierte von 1920 bis 1993 als Auswahl des Fußballverbandes der Tschechoslowakei.
Ihre größten Erfolge waren der Gewinn der Europameisterschaft 1976, zwei Vizeweltmeisterschaften (1934 und 1962), die von der Olympiaauswahl errungene olympische Goldmedaille 1980 sowie der Silberrang beim olympischen Fußballturnier 1964.
Teilnahmen an der Fußballweltmeisterschaft
Die tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft nahm achtmal an einer Weltmeisterschaft teil. Dabei wurde sie zweimal Vizeweltmeister.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (dort unter Ergebnisse für „Czech Republic“; PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien Finale Italien Vizeweltmeister Karel Petrů Oldřich Nejedlý Torschützenkönig 1938 Frankreich Viertelfinale Brasilien 5. Josef Meissner Aus im Wiederholungsspiel 1950 Brasilien nicht teilgenommen 1954 Schweiz Vorrunde Uruguay, Österreich 14. Karol Borhy 1958 Schweden Vorrunde Nordirland, Deutschland, Argentinien 9. Karel Kolský Im Entscheidungsspiel an Nordirland gescheitertDas 6:1 gegen Argentinien ist eine der höchsten Niederlagen Argentiniens und der höchste Sieg der Tschechoslowakei bei einer WM 1962 Chile Finale Brasilien Vizeweltmeister Rudolf Vytlačil 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal gescheitert 1970 Mexiko Vorrunde Brasilien, England, Rumänien 15. Jozef Marko 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert 1982 Spanien Vorrunde Kuwait, England, Frankreich 19. Jozef Vengloš 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und Portugal gescheitert 1990 Italien Viertelfinale Deutschland 6. Jozef Vengloš 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Belgien gescheitert
Teilnahmen an der Fußballeuropameisterschaft mini|Tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft (1966) Die tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft nahm dreimal an der Endrunde der Europameisterschaft der Nationalmannschaften teil, wobei immer mindestens Platz 3 erreicht wurde. Als größter Erfolg gilt der Gewinn des Titels 1976 im Endspiel gegen Deutschland. Sechsmal qualifizierte sich die Mannschaft nicht für die Endrunde der besten vier bzw. acht Mannschaften.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich Spiel um Platz 3 Frankreich Dritter 1964 Spanien nicht qualifiziert In der Vorrunde an der DDR gescheitert, die sich auch nicht für die Endrunde qualifizierte. 1968 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Titelverteidiger Spanien gescheitert, der sich auch nicht für die Endrunde qualifizierte. 1972 Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert, das sich auch nicht für die Endrunde qualifizierte. 1976 Jugoslawien Finale Deutschland Europameister Sieg im Elfmeterschießen; einziger Titelgewinn. 1980 Italien Spiel um Platz 3 Italien Dritter Sieg im Elfmeterschießen 1984 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert. 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark gescheitert. 1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert.
Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen Nachdem zunächst die A-Nationalmannschaft am olympischen Fußball teilgenommen hatte sowie später Olympiaauswahl und A-Nationalelf identisch waren, wobei nicht alle Begegnungen von allen Verbänden und Organisationen weiterhin als A-Länderspiele gewertet werden, entwickelten sich die beiden Teams später auseinander. Die Tschechoslowakei wurde 1980 Olympiasieger, aber konnte aufgrund des Boykotts der sozialistischen Länder ihren Titel in Los Angeles nicht verteidigen.
1908 in London nicht teilgenommen 1912 in Stockholm nicht teilgenommen 1920 in Antwerpen nach Abbruch des Endspiels disqualifiziert 1924 in Paris Achtelfinale 1928 in Amsterdam nicht teilgenommen 1936 in Berlin nicht teilgenommen 1948 in London nicht teilgenommen 1952 in Helsinki nicht teilgenommen 1956 in Melbourne nicht teilgenommen 1960 in Rom nicht qualifiziert 1964 in Tokio Zweiter 1968 in Mexiko-Stadt Vorrunde 1972 in München nicht teilgenommen 1976 in Montreal nicht qualifiziert 1980 in Moskau Olympiasieger 1984 in Los Angeles als Titelverteidiger qualifiziert, aber nicht teilgenommen 1988 in Seoul nicht qualifiziert
Rekordspieler Zdeněk Nehoda ist seit dem 29. April 1981 Rekordnationalspieler der ehemaligen Tschechoslowakei, der an dem Tag mit seinem 76. Länderspiel den Rekord von Ladislav Novák überbot und ihn auf 90 Spiele ausdehnte.
Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum WM-Spiele EM-Spiele 1. Zdeněk Nehoda 90 31 Angriff 1971–1987 3 6 2. Marián Masný 75 18 Angriff 1974–1982 2 6 Ladislav Novák 75 1 Abwehr 1952–1966 12 2 4. František Plánička 73 0 Tor 1926–1938 6 – 5. Karol Dobiaš 67 6 Mittelfeld 1967–1980 3 2 6. Josef Masopust 63 10 Mittelfeld 1954–1966 10 2 Ivo Viktor 63 0 Tor 1966–1977 2 2 8. Ján Popluhár 62 1 Abwehr 1957–1967 9 2 9. Antonín Puč 60Zudem ein Spiel für Böhmen und Mähren 34Zudem ein Tor für Böhmen und Mähren Angriff 1926–1938 5 – 10. Antonín Panenka 59 17 Mittelfeld 1973–1982 2 6
Rekordtorschützen Antonín Puč ist seit dem 27. Mai 1934 Rekordtorschütze, als er mit seinem 29. Länderspieltor im WM-Spiel gegen Rumänien den Rekord von Josef Silný überbot, der ihn seinerseits am 5. Mai 1929 mit seinem 17. Tor als Rekordtorschütze abgelöst hatte.
Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum WM-Tore EM-Tore 1. Antonín Puč 34 60 0,57 1926–1938 2 – 2. Zdeněk Nehoda 31 90 0,34 1971–1987 0 3 3. Oldřich Nejedlý 29 44 0,66 1931–1939 7 – 4. Josef Silný 28 50 0,56 1925–1934 0 – 5. Adolf Scherer 22 36 0,61 1958–1964 3 0 František Svoboda 22 43 0,51 1926–1937 1 – 7. Marián Masný 18 75 0,43 1974–1982 0 0 8. Antonín Panenka 17 59 0,29 1973–1982 2 1 9. Tomáš Skuhravý 14Zudem drei Tore für Tschechien 43Zudem sechs Spiele für Tschechien 0,35 1985–1993 5 0 Jozef Adamec 14 44 0,32 1960–1974 0 0 Quellen:rsssf.org: Czechoslovakia/Czech Republic – Record International Players (Stand: 29. Februar 2012)eu-football.info: Player Czech Republic
Trainer (Auswahlwww.transfermarkt.de)
Spieler In Klammern: Zeitraum Länderspiele (nur bis 1993 – Ende der Tschechoslowakei)
Länderspiele gegen deutschsprachige Mannschaften Länderspiele gegen Deutschland 3. Juni 1934 in Rom (Italien) 3:1 (1:0) WM-Halbfinale 26. Mai 1935 in Dresden 1:2 (0:1) 27. September 1936 in Prag 1:2 (1:0) 2. April 1958 in Prag 3:2 (1:1) 11. Juni 1958 in Helsingborg (Schweden) 2:2 (2:0) WM-Vorrunde 29. April 1964 in Ludwigshafen 4:3 (3:1) 28. März 1973 in Düsseldorf 0:3 (0:1) 20. Juni 1976 in Belgrad (Jugoslawien) 7:5 n. E. (2:1, 2:2, 2:2) EM-Endspiel 17. November 1976 in Hannover 0:2 (0:2) 11. Oktober 1978 in Prag 3:4 (1:4) 11. Juni 1980 in Rom (Italien) 0:1 (0:0) EM-Vorrunde 14. April 1982 in Köln 1:2 (0:1) 30. April 1985 in Prag 1:5 (0:4) WM-Qualifikation 17. November 1985 in München 2:2 (0:1) WM-Qualifikation 26. Mai 1990 in Düsseldorf 0:1 (0:1) 1. Juli 1990 in Mailand (Italien) 0:1 (0:1) WM-Viertelfinale 22. April 1992 in Prag 1:1 (1:1)
Länderspiele gegen die DDR 16. Juni 1957 in Brünn 3:1 WM-Qualifikation 27. Oktober 1957 in Leipzig 4:1 WM-Qualifikation 12. August 1959 in Leipzig 1:2 21. November 1962 in Berlin 1:2 EM-Qualifikation 31. März 1963 in Prag 1:1 EM-Qualifikation 2. Februar 1968 in Santiago (Chile) 2:2 25. September 1971 in Berlin 1:1 01. November 1972 in Bratislava 1:3 27. März 1974 in Dresden 0:1 25. September 1974 in Prag 3:1 06. September 1978 in Leipzig 1:2 08. Oktober 1980 in Prag 0:1 28. März 1984 in Erfurt 1:2 23. April 1986 in Nitra 2:0 13. Mai 1987 in Brandenburg a. d. Havel 0:2
Länderspiele gegen Luxemburg 9. Mai 1970 in Luxemburg 1:0 26. April 1972 in Pilsen 6:0 1. Mai 1979 in Luxemburg 3:0 (EM-Qualifikation) 24. November 1979 in Prag 4:0 (EM-Qualifikation) 18. Oktober 1988 in Esch-sur-Alzette 2:0 (WM-Qualifikation) 9. Mai 1989 in Prag 4:0 (WM-Qualifikation)
Länderspiele gegen Österreich 24. Mai 1925 in Prag 3:1 14. März 1926 in Wien 0:2 28. September 1926 in Prag 1:2 20. März 1927 in Wien 2:1 18. September 1927 in Prag 2:0 Dr-Gerö-Cup 1. April 1928 in Wien 1:0 Dr-Gerö-Cup 17. März 1929 in Prag 3:3 15. September 1929 in Wien 1:2 23. März 1930 in Prag 2:2 12. April 1931 in Wien 1:2 Dr-Gerö-Cup 22. Mai 1932 in Prag 1:1 Dr-Gerö-Cup 9. April 1933 in Wien 2:1 17. September 1933 in Prag 3:3 23. September 1934 in Wien 2:2 Dr-Gerö-Cup 14. April 1935 in Prag 0:0 Dr-Gerö-Cup 22. März 1936 in Wien 1:1 Dr-Gerö-Cup 24. Oktober 1937 in Prag 2:1 Dr-Gerö-Cup 27. Oktober 1946 in Wien 4:3 5. Oktober 1947 in Prag 3:2 31. Oktober 1948 in Bratislava 3:1 Dr-Gerö-Cup 25. September 1949 in Wien 1:3 Dr-Gerö-Cup 19. Juni 1954 in Zürich (Schweiz) 0:5 WM-Vorrunde 13. Oktober 1957 in Wien 2:2 Dr-Gerö-Cup 1. Mai 1960 in Prag 4:0 16. September 1962 in Wien 6:0 24. April 1963 in Wien 1:3 12. April 1970 in Wien 3:1 8. April 1972 in Brünn 2:0 7. Juni 1975 in Wien 0:0 1. Juni 1977 in Ostrava 0:0 28. April 1982 in Wien 1:2 20. September 1988 in Prag 4:2 11. April 1989 in Graz 2:1 15. Juni 1990 in Florenz (Italien) 1:0 WM-Vorrunde 19. August 1992 in Bratislava 2:2
Länderspiele gegen die Schweiz 28. Mai 1924 in Paris 1:1 Olympia – Achtelfinale 30. Mai 1924 in Paris 0:1 Olympia – Achtelfinale/Wiederholungsspiel 5. Mai 1929 in Lausanne 4:1 6. Oktober 1929 in Prag 5:0 13. Juni 1931 in Prag 7:3 17. April 1932 in Zürich 1:5 31. Mai 1934 in Turin 3:2 WM – Viertelfinale 14. Oktober 1934 in Genf 2:2 17. März 1935 in Prag 3:1 21. Februar 1937 in Prag 5:3 3. April 1938 in Basel 0:4 14. September 1946 in Prag 3:2 10. Oktober 1948 in Basel 1:1 20. September 1953 in Prag 5:0 10. Mai 1956 in Genf 6:1 20. September 1958 in Bratislava 2:1 3. Mai 1967 in Basel 2:1 24. September 1975 in Brno 1:1 24. Mai 1977 in Basel 0:1 26. März 1980 in Basel 0:2 24. März 1981 in Bratislava 0:1 7. September 1983 in Neuchatel 0:0 27. März 1985 in Sion 0:2 25. März 1987 in Bellinzona 2:1 7. Juni 1989 in Bern 1:0 WM – Qualifikation 25. Oktober 198- in Prag 1:1 WM – Qualifikation 21. August 1991 in Prag 1:1
Ende der tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft Da die Tschechoslowakei sich zum Jahreswechsel 1992/93 in Tschechien und die Slowakei aufspaltete, existiert keine gemeinsame Nationalmannschaft mehr. Die beiden neuen Länder besitzen seit 1994 eigene Verbände.
Die Mannschaft der ČSFR begann 1992 die Qualifikationsrunde zur WM 1994, die letzten Spiele der erfolglosen Qualifikation wurden 1993 als Auswahl der Tschechen und Slowaken bestritten.
Siehe auch Liste der Länderspiele der tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft Tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft (U-17-Junioren) Tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft (U-20-Männer) Tschechoslowakische Fußballnationalmannschaft (U-21-Männer)
Weblinks
Alle Spiele der tschechoslowakischen Nationalmannschaft
Einzelnachweise und Fußnoten
Kategorie:Ehemalige Fußballnationalmannschaft
Fussball Kategorie:Nationalmannschaftsgründung 1920 Kategorie:Aufgelöst 1993