Die Schulgeschichte von Cottbus lässt sich bis zu ersten Erwähnung einer Schule im Jahr 1435 zurückverfolgen. Den anfänglichen Einfluss der Kirche begrenzten immer mehr die Kommune und die preußische Regierung mit eigenen Zielen. In der Zeit des Nationalsozialismus trug die Paul-Werner-Oberschule den Namen „Adolf-Hitler-Schule“. In der DDR gab es die zehnklassige Einheitsschule, an die sich die zweijährige, selektive Erweiterte Oberschule anschloss. 1991 wurde das Bildungssystem umstrukturiert in Grundschulen, Gesamtschulen, Realschulen und Gymnasien. Zwischen 1990 und 2005 halbierte sich die Schülerzahl, viele Cottbuser Schulen wurden geschlossen.

Gegenwärtig gibt es in Cottbus 12 Grundschulen, zwei Gesamtschulen, fünf Gymnasien, drei Förderschulen, eine Waldorfschule, ein Oberstufenzentrum, ein Konservatorium soviel weitere private Aus- und Weiterbildungszentren. 21.828 Kinder und Jugendliche besuchen Schulen in Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße (Stand 2013).

Geschichte Geschichte der Schulentwicklung von der Ersterwähnung 1435 bis 1800 Im Stadtbuch von Guben wird Jac. Dominik als ältester Schulmeister von Cottbus benannt, Cottbus.de, abgerufen am 21. Juli 2014. In der Nähe der Oberkirche wurde 1583/84 ein neues Gebäude für das gelehrte Lyzeum gebaut. Dort befanden sich zwei Unterrichtsräume und eine Lehrerwohnung. Bei einem Stadtbrand 1600 wurde dieses Gebäude zerstört. In den ersten Jahren konnten nur Jungen am Schulunterricht teilnehmen. Die Blüte erreichte das Lyzeum im 17. Jahrhundert, offiziell wurde die Lateinschule nordwestlich der Oberkirche 1715 eingeweiht.

Erst 1579 eröffnete eine Mädchenschule. Die Kinder wurden hauptsächlich zu Gottesfurcht und Königstreue erzogen. Der Komptendorfer Pächter Krüger stiftete im Jahr 1744 Geld für eine Waisenschule. 1747 konnte ein eigener Bauplatz erworben werden und am 24. September 1749 wurde die Waisenschule in der späteren Wallstraße 55 feierlich eröffnet. Die Schüler wurden u. a. von Predigern, Küstern und Katecheten (Religionslehrerkräften) unterrichtet. Die enge Verbindung von Kirche und Schule blieb bis zum Ende der kirchlichen Schulaufsicht über die Volksschulen durch den preußischen Kulturkampf in den 1870ern bestehen.

Bildungsverbreiterung von 1800 bis 1933 mini|Gebäude des Gymnasiums Cottbus seit 1865

Am 20. März 1820 erhielt das Cottbuser Lyzeum den Status eines humanistischen Gymnasiums mit dem Namen „Friedrich Wilhelm III.“. Es zog in das Gebäude der heutigen Erich-Kästner-Grundschule. Nach den Plänen des Berliner Architekten Adolph Lohse begann der Schulbau im Juni 1865 im Zentrum von Cottbus in der Puschkin-Promenade. Ins neue Schulgebäude zogen 318 Schüler, neu waren die zwei Vorschulklassen. Da es in Cottbus keine Realschule oder Oberrealschule gab, wurden zwei Realschulklassen integriert. Eine dritte Vorschulklasse kam im Schuljahr 1867/68 hinzu. 1869 besuchten 508 Schüler die Schule, wofür Schulgeld zu zahlen war. Die Stadt Cottbus erwarb von dem damaligen Tuchfabrikanten G. Tutewohl ein Grundstück und ließ darauf eine Turnhalle errichten. Im April 1874 bezog die Augustaschule, eine Höhere Töchterschule, ihr Domizil in der heutigen Puschkinpromenade. Mädchen aus wohlhabenden Familien wurden hier unterrichtet. Zum 1. April 1895 wurde die Privatschule von der Stadt übernommen. Schon vorher errichtete sie 1875 eine Mädchenmittelschule.

Im Schuljahr 1883 gab es die bis dahin höchste Schülerzahl im Gymnasium. 419 Gymnasiasten, 45 Realschüler und 120 Vorschüler besuchten zu dieser Zeit die Schule. Im Januar 1886 gründete sich der erste genehmigte Schülerverein. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Übernahme der Schule durch die preußische Regierung. 1886 kam es zum Vertragsabschluss zwischen dem Provinzialschulkollegium und der Stadt. Nach dem Bau einer eigenen Realschule 1890 zogen die Realschüler dorthin um. 1904 wurde das physikalische Lehrzimmer elektrifiziert. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges baten viele Eltern um Freistellung ihrer Söhne für den Kriegsdienst. Im Schuljahr 1919 wurde nach dem demokratischen Schulgesetz zum letzten Mal ein Vorschulklasse eingeschult, weil diese Form abgeschafft wurde. 529 Schüler besuchten 1920 das Gymnasium und noch 97 Schüler die Vorschule.

In der Dresdener Straße wurde am 16. Mai 1887 der Neubau der Elementarschule IV eingeweiht. Dort konnten jeweils sechs Mädchenklassen und sechs Jungenklassen unterrichtet werden. Zwei Jahre später erfolgte der Anbau eines Gebäudeflügels und 1901 wurde der westliche Teil für die „Martin-Luther-Schule“ angebaut. Die Dörfer Sandow und Brunschwig, damals noch nicht eingemeindet, bekamen jeweils eine eigene Schule. In der Sandower Straße 19 entstand 1896 eine Gemeindeschule. Diese wurde zeitweilig als Knabenmittelschule genutzt. Später war dort die „Gewerbliche Berufsschule“ und heute ist es das „Kaufmännische Oberstufenzentrum“. In Sandow öffnete die 2. Realschule am 13. Oktober 1913, nach den Bauplänen des Berliner Architekten Arthur Mäkelt erbaut.

Mit Neuerungen im städtischen Bildungswesen begann das Jahr 1920. In der Augustaschule wurde im Januar die Volkshochschule eröffnet. Die Stadtverordneten beschlossen, für 1921 einen besoldeten Stadtschulrat einzusetzen. In diesem Jahr öffnete die erste Schulzahnklinik und das Schulessen wurde eingeführt.

Zeit des Nationalsozialismus Die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 machte sich sofort im Schulwesen bemerkbar. Im April 1933 wurden unter der Überschrift „Neue Schulmaßnahmen gegen Überfremdung unserer Schule“ erste Einschränkungen bekannt gemacht. Kinder, deren Eltern nach 1914 aus dem Osten nach Deutschland gekommen waren, durften das Gymnasium nicht mehr besuchen. Der nationalsozialistische Oberstudiendirektor Ulrich Heinemann wurde 1934 Leiter des Gymnasiums. Nach dem Fliegerangriff am 15. Februar 1945 verließen viele Familien die Stadt. Geregelter Schulunterricht lkam nicht mehr zustande, letzter Schultag war der 17. April 1945.

Lehrerbildung: Lehrerseminar, Pädagogische Akademie, Pädagogisches Institut Cottbus Zwischen 1875 und 1884 gab es in der Augustaschule Seminare für Lehrerinnen. Am 25. Juni 1910 wurde in der Sielower Straße ein neues Schulgebäude für eine Präparandenanstalt und ein Lehrerseminar eingeweiht. Zu diesem Gebäude gehörte auch eine Direktorenvilla und eine Turnhalle. 1925 wurde das Lehrerseminar geschlossen. Neu wurde 1930 die Pädagogische Akademie unter Peter Zylmann eröffnet, doch wegen der preußischen Sparpolitik bereits 1932 wieder geschlossen. Durch den NS-Staat wurde sie 1933 zur Hochschule für Lehrerbildung umbenannt und mit neuem Lehrpersonal versehen. Der Direktor war Max Momsen, ein Professor für „Körper- und Wehrerziehung“. Wegen des Zweiten Weltkrieges wurde sie 1939 erst stillgelegt, dann 1941 zur Lehrerbildungsanstalt abgestuft. Nach 1945 zog ein Pädagogisches Institut ein, um in der SBZ und DDR bis 1952 Neulehrer auszubilden. Heute ist im Gebäude das Niedersorbische Gymnasium untergebracht (s. u.).

Entwicklung von 1945 bis 1990 Im September 1946 trat durch die sowjetische Besatzung ein neues Schulsystem in Kraft. Am 1. September 1952 öffnete die Sorbische Oberschule im Gebäude des alten Lehrerseminars ihre Türen, heute das Niedersorbische Gymnasium. Ab 1960 wurde die sozialistische Schulreform durchgesetzt. Dies bedeutete die Einheitsschule mit der Unterstufe und der Polytechnischen Oberschule sowie nur für eine geringe Schülerquote weitere zwei Schuljahre in der Erweiterten Oberschule bis zum Abitur in der 12. Klasse.

Die rasche Entwicklung der Industrie führte zu steigenden Einwohnerzahlen. Neue Schulen wurden gebaut, allein im Stadtteil Sandow entstanden sechs Schulen. Im September 1969, mit der Eröffnung der Ingenieurhochschule für Bauwesen, begann der Aufbau des Bildungszentrums über die folgenden Jahre. Bis 1973 entstanden dort zahlreiche neue Bildungseinrichtungen, wie die Bauberufsschule, die Schule des Textilkombinates und zwei Pädagogische Schulen. Die Übergabe des gesamten Geländes erfolgte am 3. Oktober 1974. Die seit den fünfziger Jahren bestehende Musikschule wurde im Mai 1973 zum Cottbuser Konservatorium. Dieses zog 1982 in die Puschkin-Promenade, wo sie sich noch heute befindet. Neue Schulen entstanden auch in dem seit 1975 neu erbauten Wohngebiet Sachsendorf / Madlow.

Entwicklung von 1991 bis 2013 1991 wurde das Bildungssystem umstrukturiert, die Schulen wurden gegliedert in Grundschulen, Gesamtschulen, Realschulen und Gymnasien. Nach langjähriger Restaurierung öffnete am 13. März 1998 die denkmalgeschützte Bauhausschule wieder ihre Türen. Mit dem Bau der Carl-Blechen-Galerie im Jahr 2000 wurde die 1874/75 erbaute Mädchenmittelschule und spätere Carl-Blechen-Schule umgebaut. Da das Gebäude aus Denkmalschutzgründen nicht abgerissen werden durfte, musste eine andere Lösung gefunden werden. Die alte, schon nicht mehr für den Schulbetrieb genutzte Schule, wurde in den Neubau des Einkaufszentrums integriert. 1991 erfolgte die Gründung der Brandenburgisch Technischen Universität und im selben Jahr öffneten sich die Türen der Fachhochschule in Cottbus. Der Schulstandort Cottbus erlangte damit eine neue Qualität. Durch einen drastischen Schülerrückgang, bis 2005 im Vergleich zu 1990 um 50 Prozent, wurden viele Schulen geschlossen. Im Jahr 2013 lernten in Cottbuser Schulen und im Spree-Neiße-Kreis 21.828 Kinder und Jugendliche. Die größte Anzahl war in den Grundschulen mit 7.737 Kindern gemeldet. An den Gymnasien von Cottbus betrug die Schülerzahl 4.212. Die Zahl bei den Gesamtschulen war aktuell bei 1.320 Schülern. An den Förderschulen sank die Schülerzahl von 763 auf 718. Nahezu gleich blieben die Schülerzahlen in den Schulen des zweiten Bildungsweges mit 397 Schülern.

Grundschulen in Cottbus Brandenburger Schüler besuchen (ebenso wie in Berlin) die Grundschule von der ersten bis zur sechsten Klasse. Für begabte Kinder gibt es die Möglichkeit, bereits mit der fünften Klasse in ein grundständiges Gymnasium überzuwechseln. In den Klassenstufen 1 und 2 erfolgt anstelle einer Notenvergabe eine schriftliche Informationen zur Lernentwicklung, auf Beschluss der Schulkonferenz können allerdings bereits ab der 2. Klasse Noten vergeben werden. Das Erlernen einer Fremdsprache beginnt regulär in der dritten Klasse. Am Ende der sechsten Klasse wird ein Grundschulgutachten erstellt.

Regine-Hildebrandt-Schule

mini|Regine-Hildebrandt-Grundschule

Diese Schule befindet sich im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf / Madlow. Gegründet wurde sie 1981 als Polytechnische Oberschule. Nach der Schulreform 1992 wurde sie zur 2. Grundschule. Seit 1994 lernen dort auch Schüler mit Lese-Rechtschreib-Störungen. 1996 gab es erste Partnerschaftsverträge mit anderen europäischen Schulen. Dadurch erhielt die Schule drei Jahre später die Verleihung des Titels Europaschule. Unter der Trägerschaft des Schulfördervereins begann 2001 der Ausbau zur Ganztagsschule. Die Umbenennung zur „Regine-Hildebrandt-Schule“ erfolgte 2004.http://www.rhg-cottbus.de abgerufen am 21. Juli 2014. Ein Jahr später erhielt die Schule eine eigene Bibliothek, außerdem wurde ihr der Titel Umweltschule verliehen. Seit Jahren hatten Schüler sich mit Umweltprojekten beschäftigt. Zum Beispiel bauten sie einen Sonnenkollektor zur Warmwasserbereitung im Schulgarten und organisierten ein Klimafrühstück unter der Überschrift „Umwelt schützen mit Messer und Gabel“. Durch zahlreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wurde die Schule 2010 Bundessieger im Wettbewerb „Energiesparmeister“. Seit 2001 arbeiten Schüler der 1. bis 6. Klasse an Themen der regenerativen Energiegewinnung.

Christoph-Kolumbus-Schule