Kampfstern Galactica ist eine von Glen A. Larson entwickelte und produzierte Science-Fiction-Fernsehserie aus den Jahren 1978 bis 1980, hergestellt von Universal Pictures. Die Originalserie besteht aus 24 Folgen (hier die Episoden 1–24), der Ableger Galactica 1980 aus 10 Folgen (hier die Episoden 25–34). Aus einigen dieser insgesamt 34 Episoden wurden drei Kinofilme zusammengeschnitten.
Serien Kampfstern Galactica (1978–1979) Die Serie startete im September 1978 im amerikanischen Fernsehen. Trotz akzeptabler Einschaltquoten setzte der Fernsehsender ABC die Serie nach nur einer Staffel wahrscheinlich wegen zu hoher Produktionskosten ab. Die erste deutsche Ausstrahlung der gekürzten Version des Pilotfilms erfolgte am 31. Januar 1981 in der ARD, die erste Komplettausstrahlung der Serie 1989 auf RTL plus. RTL Nitro sendete die TV-Serie Kampfstern Galactica ab dem 9. November 2013 restauriert in HD, beginnend mit der ungekürzten deutschen Fernsehpremiere des Pilotfilms Kampfstern Galactica.
Galactica 1980 (1980) Ein halbes Jahr nach Kampfstern Galactica erschien eine leichtgewichtigere Fortsetzung mit dem Titel Galactica 1980, bei der das deutlich geringere Budget im Vergleich zur Originalserie spürbar war. Auf aufwendige Tricktechnik wurde größtenteils verzichtet, da die Handlung fast ausschließlich auf der Erde spielt, und die meisten Originalschauspieler waren nicht mehr dabei. Die Raumkampfszenen bestanden hauptsächlich aus recycelten Effekten, die ursprünglich für die Vorgängerserie produziert worden waren. Da die Episoden im Kinderprogramm ausgestrahlt wurden, war der Anteil an Gewaltszenen stark reduziert. Galactica 1980 erhielt von den Fans wenig positive Resonanz und wurde beispielsweise im Projekt The Second Coming (1998/1999) vollständig ignoriert.Battlestar Galactica: The Second Coming Ab dem 24. August 2013 wurde Galactica 1980 bei RTL Nitro erstmals in HD ausgestrahlt, remastered und restauriert.
Deutsche Synchronisation Die deutsche Fassung der Serie wurde 1988 im Auftrag von RTL plus von Studio Hamburg und der Hamburger Synchron (Galactica 1980) erstellt. Adama wurde, wie auch in den Filmen, wieder von Friedrich Schütter gesprochen. Captain Apollo wurde von Wilfried Freitag synchronisiert und dessen Freund Starbuck von Sascha Draeger. Den Prolog sprach Hans Paetsch.
In der späteren Neusynchronisation des Pilotfilms (2014) sprachen für Adama, Apollo und Starbuck nun Jochen Striebeck, Philipp Moog und Pascal Breuer.
Kinofilme Kampfstern Galactica (Film, 120 Min., Battlestar Galactica, 1978) Um die hohen Produktionskosten besser zu amortisieren, wurde gleichzeitig mit dem Serienstart in den USA in einigen anderen Ländern (Kanada, Japan, Europa) eine leicht gekürzte Fassung des Pilotfilms im Kino gezeigt, die ebenfalls beachtlichen Erfolg hatte. Später wurden einige Episoden zu weiteren Filmen umgeschnitten. Seine Premiere erlebte der Kinofilm am 7. Juli 1978 in Kanada. Die deutsche Erstaufführung fand am 26. Oktober 1978 statt. Die erste deutsche TV-Ausstrahlung erfolgte am 31. Januar 1981 in der ARD.
Der Film Kampfstern Galactica ist eine alternative Schnittfassung des Pilotfilms. In Deutschland war die Langfassung des Pilotfilms Kampfstern Galactica (bzw. der für spätere Ausstrahlungen angefertigte Dreiteiler) erst am 9. November 2013 zu sehen. Zwischen der amerikanischen Fernsehfassung und der Kinoversion gibt es einige kleinere Unterschiede, der wichtigste aber ist, dass Baltar im Kinofilm von den Zylonen hingerichtet, im Pilotfilm aber begnadigt worden ist. Der Kinofilm Kampfstern Galactica war mit dem damals sehr innovativen Sensurround-Magnettonverfahren ausgestattet.
Mission Galactica: Angriff der Zylonen (108 Min., Mission Galactica: The Cylon Attack, 1979) Der zweite Film Mission Galactica: Angriff der Zylonen ist ein Zusammenschnitt der Serienfolgen The Living Legend, Part 1 und 2 und Galactica unter Feuer.
Die zweiteilige Episode Mission Galactica: Angriff der Zylonen ist nur als Kinoversion und nicht als Episode im deutschen Fernsehen zu sehen, da nur die für den Kinofilm verwendeten Szenen synchronisiert wurden. Daraus ergibt sich eine teils deutsche und teils englische Übersetzung. Die Episoden wurden dennoch auf DVD veröffentlicht. Galactica unter Feuer wurde hingegen vollständig synchronisiert und als Episode ausgestrahlt.
Der Film Mission Galactica: Angriff der Zylonen wurde ebenfalls in den deutschen Kinos mit Sensurround-Ton präsentiert. Die deutsche Erstaufführung fand am 9. August 1979 statt. Die TV-Premiere der Kinofassung erfolgte am 4. Juli 1981.
Galactica III: Das Ende einer Odyssee (Galactica III: Conquest of the Earth, 1980) Der dritte Film ist ein Zusammenschnitt der Folgen 25, 26, 31 und 32 des Relaunchs Galactica 1980. Die Handlung des Films spielt etwa drei Jahrzehnte nach Mission Galactica. Für diesen Film wurden kurze Szenen aus den Episoden 28 und 29, die Gespräche zwischen Adama und Dr. Zee zeigen, sowie Ausschnitte aus der Ursprungsstaffel-Episode Der Gegenangriff (The Young Lords) verwendet. Der Dialog zwischen Baltar, Lucifer und Spectre wurde leicht angepasst, um die Handlung rund um das abgedriftete ‚AB-Schiff‘ zu unterstützen. Für diesen Zweck sprach John Colicos (Baltar) seinen Text in drei neu eingesprochenen Passagen ein und synchronisierte sich quasi selbst. Bezüglich der Filmhandlung und der Serie Galactica 1980 ergibt sich jedoch ein logischer Bruch: In der letzten Episode der ersten Staffel, Die große Schlacht, ist in der Schlussszene die Apollo-Mondlandung von 1969 zu sehen, was darauf hindeutet, dass das Signal einige Zeit unterwegs war. Nach dieser Logik müsste Galactica 1980 frühestens um das Jahr 2015 spielen. Die deutsche Erstausstrahlung des Films fand am 4. September 1981 statt.
Deutsche Synchronisation Starbuck (Uwe Paulsen), Apollo (Lutz Riedel) und Adama (Friedrich Schütter) hatten in allen Filmen dieselben Synchronstimmen. Baltar dagegen erhielt in jedem Film einen anderen Sprecher: So sprach ihn Horst Schön im ersten, Hermann Ebeling im zweiten und Michael Chevalier im dritten Film. Auch Lucifer hatte drei verschiedene Sprecher (im zweiten Film sprach ihn Arne Elsholtz). Gleiches galt auch für die regulären Zylonen, deren Stimme außerdem in jedem Film anders verfremdet wurde.
Einige deutsche Sprecher sind in den Filmen mehrfach in verschiedenen Rollen zu hören: Der Sprecher des Prologs aus dem ersten Film, Michael Chevalier, lieh seine Stimme auch Baltar im dritten Film. Heinz Petruo (er synchronisierte u. a. auch Darth Vader), der den Imperious Leader im Teil 1 sprach, lieh im zweiten Teil Lloyd Bridges als Cain seine Stimme. Apollos Sprecher Lutz Riedel sprach im dritten Teil den Zylonenhumanoidenroboter Andromus (Roger Davis), da Apollo in diesem Film nicht auftritt. Riedel synchronisierte Jahre später Andromus auch in den beiden Serienfolgen Landung der Zylonen und Hetzjagd durch New York. Der deutsche Prologsprecher von Mission Galactica, Norbert Langer, bekannt als Stimme von Tom Selleck, war auch die Synchronstimme des Bordoffziers Tholen im selben Film sowie die deutsche Stimme von Dillon in Das Ende einer Odyssee.
Handlung und Hintergrund Die Geschichte basiert auf der Annahme, das menschliche Leben habe auf dem Planeten „Kobol“ begonnen. (Eine Anspielung auf den von den Mormonen angenommenen Planeten Kolob.) Die 13 Stämme von Kobol verließen ihren sterbenden Planeten. 12 zogen aus und gründeten die in der Serie dargestellte menschliche Gesellschaft. Der dreizehnte Stamm gilt als verschollen und gründete laut alten Legenden die menschliche Zivilisation auf der Erde.
Nach einem tausendjährigen Krieg zwischen den menschlichen Kolonien und den Roboter-Modellen der Zylonen scheint ein Frieden in Sicht. Das Friedensangebot der Zylonen – vermittelt durch den Menschen Baltar, der aus Machtgier mit den Zylonen paktiert – erweist sich aber als tödliche Falle: die Raumstreitkräfte der Menschen, bestehend aus Kampfsternen (riesige flugzeugträgerartige Kampfraumschiffe bzw. „Riesenraumer“Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 621–622 (zu Mission Galactica: Angriff der Zylonen), hier: S. 621.), werden in einem Überraschungsangriff vernichtend besiegt. Einzig der von Commander Adama geführte Kampfstern Galactica – und, wie man aber erst später erfährt, der Kampfstern Pegasus unter Commander Cain – können dem Hinterhalt entkommen. Gleichzeitig können die Zylonen ungestört über die jetzt schutzlosen zivilen Kolonien der Menschen herfallen und diese vernichten.
Unter Führung von Commander Adama begibt sich der Kampfstern Galactica mit einem Konvoi von Flüchtlingen (englisch Ragtag fleet), die auf 220 kleineren Schiffen zusammengepfercht sind, auf die Flucht vor der Tyrannei der Zylonen und auf die Suche nach einer neuen Heimat: der verschollenen, sagenumwobenen 13. Kolonie, dem Planeten Erde. Dabei werden sie von zylonischen Basisschiffen verfolgt.
Eines dieser Basisschiffe steht unter dem Oberbefehl des Verräters Baltar, der durch sein Wissen über menschliches Denken meist erfolgreicher in der Verfolgung ist als die zylonischen Basisschiff-Kommandanten. Obwohl die Flucht vor den Zylonen im Zentrum der Serie steht, muss die Flotte der Galactica auch zahlreiche Abenteuer bestehen, die unabhängig von den Zylonen sind. Auf ihrer Flucht entdecken sie zudem den Ursprung der Menschheit: den Planeten Kobol.
Die Serie Galactica 1980 beginnt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Galactica die Erde der Gegenwart gefunden hat.
Zylonen Die Zylonen (engl. Cylons) waren ursprünglich eine Rasse von Reptiloiden, die auf dem Planeten Zylon lebte und irgendwann damit begann, intelligente Roboter zu konstruieren. Diese lehnten sich jedoch gegen ihre Herren und Erbauer auf und vernichteten sie. Die Zylonen wenden alle Mittel zur Vernichtung der Menschen auf. Zivilisten werden nicht geschont. Auch nach dem praktisch vollständigen Sieg über die Kolonien der Menschen lassen sie in diesem Bestreben nicht nach.
Zylonische Führung Herrscher über alle Zylonen ist der Erhabene Führer (engl. Imperious Leader), dessen Physiognomie den ursprünglichen, reptiloiden Zylonen nachempfunden ist. Der Zylonenführer selbst ist eine Maschine aus der gleichen Baureihe wie „Lucifer“. Lucifer ist der Name eines Zylons der IL-Serie, der direkt Baltar unterstellt wird. In der Folge 16 („Teuflische Versuchung – Teil 1“) wird deutlich, dass der Zylonenführer mit der Stimme des Teufels spricht. Damit sollte verdeutlicht werden, dass das Zylonenimperium durch das Böse gegründet oder beherrscht wurde.
Der reale Hintergrund dieser Tatsache ist jedoch, dass Patrick Macnee, welcher den „Teufel“ in dem Zweiteiler „Teuflische Versuchung“ darstellte, im englischen Original dem Führer der Zylonen seine Stimme lieh. Auch sprach Macnee im Original die Intros zu den ersten beiden Kinofilmen und zur Serie, in der das erste Intro, leicht gekürzt und verändert, verwendet wurde.
Zylonische Gesellschaft Die zylonische Gesellschaft ist völlig militarisiert und zylonische Zivilisten kommen nur einmal vor: Als Jubelkulisse beim Besuch des Erhabenen Führers auf Gamoray (in Mission Galactica: Angriff der Zylonen).