mini|hochkant|Connie Francis (November 2011)rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Connie Francis Connie Francis (* 12. Dezember 1937 als Concetta Rosa Maria Franconero in Newark, New Jersey; † 16. Juli 2025 in Pompano Beach, Florida) war eine US-amerikanische Pop- und Schlagersängerin, die Anfang der 1960er-Jahre auch einige deutschsprachige Hits hatte. Obwohl ihre Erfolge in den Popcharts in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre nachließen, blieb sie im Bereich der Adult Contemporary Music weiterhin erfolgreich und war bis in die 2010er-Jahre auf der Bühne aktiv. In Deutschland wurde Francis vor allem mit den Schlagern Schöner fremder Mann und Die Liebe ist ein seltsames Spiel, der deutschen Version ihres Nummer-eins-Hits Everybody’s Somebody’s Fool, bekannt.
Leben 1937–1955: Kindheit und erste Auftritte Connie Francis wurde 1937Das Achterbahnleben der Connie Francis, Boomermagazin vom 1. Dezember 2017 in einem Ironbound (auch Italian Down Neck) genannten multiethnischen Arbeiterviertel in Newark geboren. Sie war das erste Kind des Italoamerikaners George Franconero und seiner Frau Ida Ferrari-di Vito. Die ersten Lebensjahre verbrachte Francis im New Yorker Stadtteil Brooklyn, ehe die Familie zu ihren übrigen Verwandten nach Newark umsiedelte.Connie Francis: Who’s Sorry Now? St. Martin’s Press, 1984, ISBN 0-312-87088-4. (Autobiographie)
In ihrer Autobiografie Who’s Sorry Now? aus dem Jahr 1984 erinnerte sich Francis daran, dass ihr Vater sie bereits im Alter von drei Jahren dazu ermutigte, auf Nachbarschaftsfesten und bei Talentwettbewerben aufzutreten, wobei sie sang und Akkordeon spielte. 1951 und 1952 besuchte Francis zunächst die Newark Arts High School. Später zog ihre Familie nach Belleville, New Jersey, wo sie 1955 die dortige High School abschloss. Während dieser Zeit trat Francis weiterhin bei Festen und Wettbewerben auf; von Letzteren wurden einige im Lokalfernsehen übertragen. Dabei erschien sie abwechselnd als Concetta Franconero oder als Connie Franconero auf der Bühne. Unter dem letztgenannten Namen war sie zwischen 1951 und 1955 bei den Startime Kids engagiert, einer von NBC produzierten Unterhaltungssendung für Jugendliche.
Während der Proben für eine Fernsehshow im Jahr 1954 riet ihr der Moderator Arthur Godfrey, ihren Bühnennamen zu Connie Francis abzuwandeln, weil dieser sich leichter aussprechen ließ, und künftig auf das Akkordeon zu verzichten. Um dieselbe Zeit begann Francis, als Sängerin für Demoschallplatten zu arbeiten. Diese Schallplatten wurden aufgenommen und an die Managements bereits etablierter Stars verschickt, um diesen neues Musikmaterial vorzustellen.William Ruhlmann: Connie Francis 1955–1959. Begleitbuch zur 5-CD-Retrospektive White Sox, Pink Lipstick … and Stupid Cupid. Bear Family Records BCD 16 616 EI, Hambergen 1993.
1955–1957: Schallplattenvertrag und kommerzieller Misserfolg 1955 wurde Startime Kids abgesetzt. Im Mai desselben JahresRon Roberts: Connie Francis Discography 1955–1973. Fanclubprojekt von 1973, überarbeitete und erweiterte Ausgaben 1979 und 1983. brachten ihr Vater und ihr Manager George Scheck das Geld für die Produktion von vier Liedern auf, mit denen sie einen Vertrag als eigenständige Künstlerin bei einer Schallplattenfirma erhalten sollte. Doch jede wichtige Schallplattenfirma in New York lehnte sie als untalentiert oder nicht aus der Masse herausragend ab. Dies war der Tatsache geschuldet, dass Francis während ihrer Tätigkeit als Sängerin für Demoschallplatten Anweisungen erhalten hatte, beim Gesang den Stil jenes Stars zu imitieren, dem das jeweilige Lied zugedacht war, also damaligen Showgrößen wie Kitty Kallen oder Kay Starr. Dadurch hatte Francis noch keinen eigenständigen Stil entwickeln können.
Selbst als MGM Records ihr schließlich einen Vertrag anboten, geschah dies nur, weil der zuständige Manager der Plattenfirma, Harry A. Myerson, den von Francis aufgenommenen Titel Freddy für ein gelungenes Geburtstagsgeschenk für seinen gleichnamigen Sohn hielt.Connie Francis u. a.: Souvenirs. Begleitbuch zur 4-CD-Retrospektive Souvenirs. Polydor, New York 1995, Kat.-Nr. 314 533 382-2. Freddy wurde als Single veröffentlicht und ein kommerzieller Misserfolg – ebenso wie die folgenden acht Solosingles.
Im Herbst 1957 gelang Francis ihr erster Charterfolg, als The Majesty of Love, ein Duett, das sie mit Marvin Rainwater aufgenommen hatte, sich für eine Woche auf Platz 93 der Hot 100 des Musikmagazins Billboard platzieren konnte.
1957–1959: Letzte Chance und Durchbruch Der bescheidene Hit kam jedoch zu spät – der Vertrag zwischen Francis und MGM Records erstreckte sich auf zehn Solosingles und eine Duettsingle. Auch wenn der Erfolg sich mit The Majesty of Love nun eingestellt zu haben schien, ließ MGM Records verlauten, dass der Vertrag nach der letzten noch ausstehenden Solosingle enden würde.
Francis hatte bereits ein Medizinstudium erwogen und sich erfolgreich um ein vierjähriges Stipendium an der New York University beworben. Während ihrer vermeintlich letzten Aufnahmesitzung am 2. Oktober 1957 nahm sie eine Version des von Bert Kalmar und Harry Ruby geschriebenen Standards Who’s Sorry Now? auf. In ihrer Autobiografie berichtet Francis, dass dies nur aufgrund der Beharrlichkeit ihres Vaters geschah, der davon überzeugt war, dass das bereits 1923 geschriebene Lied ein Hit werden könnte, wenn man es nur in einem modernen Arrangement präsentierte.
Francis gefiel dieses Lied nicht, und sie hatte mit ihrem Vater hitzig darüber gestritten. Nun zögerte sie die Aufnahme der übrigen Lieder soweit hinaus, dass ihrer Meinung nach nicht mehr genügend Zeit auf dem permanent mitschneidenden Aufnahmeband vorhanden war, um Who’s Sorry Now? noch aufnehmen zu können. Doch ihr Vater ließ sich nicht beirren, daher kam es doch noch zur Aufnahme des Liedes, worauf am Ende nur noch wenige Sekunden auf dem Band übrig waren.
Wie alle vorherigen schien auch Who’s Sorry Now? als Flop zu enden – wie Francis es vorausgesagt hatte. Doch am 1. Januar 1958 spielte der Moderator Dick Clark die Platte erstmals in seiner täglichen Show American Bandstand, damals die einflussreichste Musiksendung im amerikanischen Fernsehen. Bis Jahresmitte 1958 waren über eine Million Exemplare von Who’s Sorry Now? verkauft, und Francis war unvermittelt zum Weltstar geworden – die Platte erreichte Platz 4 in den Vereinigten Staaten und Platz 1 in Großbritannien.
Umgehend bot ihr MGM Records einen neuen Vertrag an, den sie trotz anderer lukrativerer Angebote unterzeichnete, denn MGM bot ihr dank des Verhandlungsgeschickes ihres Managers einmalige Arbeitsbedingungen. Da MGM ihr gegenüber nicht weisungsberechtigt war, verfügte Francis über die alleinige Kontrolle über ihre Schallplattenproduktionen, besaß das alleinige Entscheidungsrecht über Veröffentlichung oder Nichtveröffentlichung ihrer Aufnahmen und durfte sich Songmaterial, Aufnahmestudios und beteiligte Musiker selbst aussuchen. Damit verfügte sie im Vergleich zu anderen Schallplattenkünstlern ihrer Zeit über einen ungewöhnlich hohen Grad an Unabhängigkeit.
Die Folgesingle I’m Sorry I Made You Cry war nur ein moderater Erfolg mit einer Höchstnotierung auf Platz 36, die nächste Single Heartaches verfehlte die Charts komplett. Erst die Single Stupid Cupid, geschrieben von Neil Sedaka und Howard Greenfield, brachte Francis den Erfolg zurück: Platz 14 in den Vereinigten Staaten und Platz 1 in Großbritannien. Während der restlichen 1950er-Jahre erreichten sieben weitere Singles die Top 40 der Vereinigten Staaten. Dabei wechselten sich moderne Fassungen älterer Songs – wie z. B. My Happiness, das Platz 2 erreichte – und neues Material wie Lipstick on Your Collar (Platz 5) oder Frankie (Platz 9) einander ab.
1959–1973: Internationaler Star Einem weiteren Vorschlag ihres Vaters folgend, (Transkription; englisch) nahm Connie Francis im August 1959 das Album Connie Francis sings Italian Favorites auf, das im November 1959 veröffentlicht wurde, Platz 4 der Albumcharts erreichte und bis heute das erfolgreichste Album von Francis ist.Geschichte und US-Albumdiskographie des Labels MGM Records Die daraus ausgekoppelte Single Mama erreichte Platz 8 in den Vereinigten Staaten und Platz 2 in Großbritannien.
Dieses Album, das sowohl Klassiker der italienischen Musik wie etwa Santa Lucia als auch moderne Schlager wie Volare enthielt, markierte für Francis den Übergang vom teenagerorientierten und schnelllebigen Rock ’n’ Roll zum beständigeren erwachsenen Entertainment, was nach Meinung ihres Vaters angebracht war, wenn sie eine dauerhafte Karriere im Musikbusiness anstrebte.
Auch im Jahre 1959 veröffentlichte Connie Francis ein Weihnachtsalbum mit 13 sehr populären englischen Weihnachtsliedern, wobei das 13. Lied das bekannte Ave Maria in Latein ist.
Dennoch nahm Francis weiterhin Singles für den Teenagermarkt auf. Zu ihren großen Hits in den Vereinigten Staaten zählen unter anderem Breakin’ in a Brand New Broken Heart (1961, Platz 7), When the Boy in Your Arms (Is the Boy in Your Heart) (1961, Platz 10), Second Hand Love (1962, Platz 9) und Where the Boys Are (1961, Platz 4). Das letztgenannte Lied wurde zu ihrem Markenzeichen im englischsprachigen Raum und war gleichzeitig das Titellied des ersten Spielfilmes, in dem sie mitwirkte. Obwohl sie in drei weiteren Spielfilmen mitspielte, sah Francis sich selbst nie als ernsthafte Schauspielerin und lehnte nach einem letzten Auftritt 1966 in einem Fernsehfilm weitere Angebote ab.
Der Erfolg von Connie Francis sings Italian Favorites und den Nachfolgealben Connie Francis sings Spanish and Latin American Favorites, Connie Francis sings Jewish Favorites sowie More Italian Favorites (alle 1960) führte dazu, dass Connie Francis neben Eartha Kitt (C’est si bon, Johnny, wenn du Geburtstag hast, Rosenkyssar) zu den ersten amerikanischen Künstlern gehörte, die regelmäßig in mehreren Sprachen aufnahmen. Weitere Stars wie Brenda Lee, Peggy March und Wanda Jackson sollten ihr folgen. In ihrer Autobiografie erklärte Francis, dass sie in den frühen Jahren ihrer Karriere in einigen Ländern Schwierigkeiten hatte, mit ihren Platten erfolgreich zu sein, da man dort lieber Musik in der eigenen Sprache hörte. Als Beispiel führte sie Deutschland an, wo Freddy Quinn regelmäßig bis zu drei Millionen Exemplare einer Single verkaufte, was etwa zwölf Millionen auf dem US-Markt entsprach.
Nach diesen Überlegungen nahm Francis im April 1960 das Lied Everybody’s Somebody’s Fool auf. Es orientierte sich klar an Guy Mitchells Hit Heartaches by the Number von 1959, der in der deutschen Version Ich zähle täglich meine Sorgen ein Riesenerfolg für Peter Alexander gewesen war. Doch obwohl Everybody’s Somebody’s Fool der erste Nummer-1-Hit für Francis in den Vereinigten Staaten wurde, hinterließ die Single in Deutschland keinen bleibenden Eindruck.
Francis ließ sich einen deutschen Text schreiben, und nach einigen Misstönen zwischen Francis selber und den verantwortlichen Managern auf beiden Seiten des Atlantiks, die das Unternehmen für „Karriereselbstmord“ hielten, wurde die deutsche Aufnahme Die Liebe ist ein seltsames Spiel schließlich veröffentlicht und avancierte zu Deutschlands erfolgreichster Single des Jahres.Jan Feddersen: Connie Francis. Begleitbuch zur 5-CD-Retrospektive Lass mir die bunten Träume. Bear Family Records BCD 15 786 EI, Hambergen 1994.
Anders als allgemein angenommen, hat Francis keine weiteren fremdsprachigen Versionen von Everybody’s Somebody’s Fool aufgenommen.Richard Weize: Connie Francis. Begleitbuch zur 8-LP-Retrospektive Connie Francis in Deutschland. Bear Family Records BFX 15 305, Hambergen/Vollersode 1988. Die deutsche Version ist die einzige, die von ihr selbst stammt, auch wenn andere Künstler das Lied in z. B. schwedischer, portugiesischer und finnischer Sprache aufgenommen haben.