mini|260px|Übersicht: Bergbau im OdenwaldErläuterungen: Rote Punkte: Bergwerke; blau: Hammerwerke; grün: Schmelzen; orange Linie: Grenzlinie Grund-/Deckgebirge Im Odenwald ist Bergbau seit 795 urkundlich erwähnt, bestand aber schon zu römischen und keltischen Zeiten und hatte überwiegend nur regionale Bedeutung. Anfänglich wurde auf Eisen sowie auf Silber und Kupfer abgebaut. Im 19. Jahrhundert dominierten dann Mangan und Schwerspat, schließlich wurden Zinkvorkommen ausgebeutet.Friedrich Mößinger: Bergwerke und Eisenhämmer im Odenwald (= Schriften für Heimatkunde und Heimatpflege im Starkenburger Raum. Heft 21/22, ). Verlag der „Südhessischen Post“, Heppenheim 1957. Eine regionale Besonderheit war der untertägige Gipsabbau bei Obrigheim entlang der Neckarhänge.

Die Geschichte und Entwicklung der bergmännischen Aktivitäten in der Region werden im Artikel Bergbau und Hüttenwesen im Odenwald ausführlich beschrieben.

Es ergeben sich vorrangig folgende Abbaugebiete im Odenwald:

Entlang des südwestlichen Randes des Odenwaldes von Weinheim über Heidelberg bis Wiesloch Entlang der Weschnitz-Störung im mittleren OdenwaldJ.-U. Eder, J. Babist: Vermeidung von Schäden an Bergbaurelikten durch alternative Holzrücke-Technik am Beispiel des Bergreviers Weschnitz-Rohrbach. 2009. Online-Publikation des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald e. V.; www.geo-naturpark.net , abgerufen am 10. April 2014Grenzbereich zwischen kristallinem Odenwald und Buntsandstein-Odenwald Im nördlichen Odenwald

Westlicher Odenwald

Name Stadt/Gemeinde Bemerkung Lage Bild Bergwerk Auerbach Bensheim OT Auerbach Marmor; Marmoritwerk Dr. Link, zuletzt Knauf Marmorit GmbH, siehe auch Bergbau Hochstädten und Auerbacher Marmor. Tiefbau auf sieben Sohlen bis 140 m Teufe. Betrieb: 1865 bis 31. März 2008.Michael Fettel: Der Bergbau auf Marmor – Bei Bensheim Auerbach und Hochstädten, Seraprint Verlag 2011, 152 Seiten, ISBN 978-3-926707-15-4Das Bergwerk liegt direkt am westl. Ortseingang von Hochstätten, allerdings auf Auerbacher Gemarkung. 150x150px Grube am Gorxheimer Kopf Gorxheim KupferR. Fritsche, J. Schmitz: Bestandsaufnahme von Rückstandshalden aus Bergbau und Erzaufbereitung in Baden-Württemberg. Band I: Nördlicher Teil. Hauptabteilung Sicherheit, Projekt Schadstoff- und Abfallarme Verfahren, Forschungszentrum Karlsruhe, März 1996. .Bergwerke unbekannten Namens werden entsprechend nahe gelegener geographischer Merkmale oder Flurstücksnamen eingetragen; für Hessen, siehe: Flurstücksnachweis im Liegenschaftskataster des Landes Hessen; Grube Goldloch Gorxheim Kupfer; auch Goldloch-Schacht; erstmals urkundlich erwähnt 1486, Betrieb bis 1551; erneute Prospektion um 1700 und kurze Betriebsperioden um 1820, 1854 und 1873. Heutiger Zustand: Waldlichtung mit Halde, die in südöstlicher Richtung hangabwärts bis zum Scheitelpunkt der Kreisstraße K15 nachweisbar ist.Raimund Ditter: Die wirtschaftliche Entwicklung des Odenwaldes, insbesondere Kap. 3.3.1 Bergbau, Diplomica Verlag (2006), ISBN 978-3-8324-9880-1 Grube bei Gorxheim Gorxheim Kupfer; Mundloch verschüttet 150x150px Grube Gorxheimertal OT Unter-Flockenbach Der Weiher bei Unter-Flockenbach (im Bereich Eichelberger Höfe) sei die Folge eines Tagebruchs alter Bergbauaktivität von etwa 1720 Bergwerk Mausbach Heidelberg Mangan; es bestand von 1890 bis 1919; zudem weitere Versuchsschächte südlich und westlich des Stollenmundlochs; sowie Versuchsstollen im unteren Mausbachtal (). Nördlich und östlich von Heidelberg weitere Versuchsstollen und Schurfe 150x150px 150x150pxKupfergrubeHemsbachKupferKupfergrube bei mindat.org Katharina I Heppenheim 19. JahrhundertRepertorien des Hessischen Staatsarchives Darmstadt, HStAB Bestand G 29 I, Grundbuchämter (Berggrundakten), 15 Amtsgericht Lorsch. S. 51; Gemarkung: Katharina II Heppenheim 19. Jahrhundert Hülfe Gottes Hirschberg OT Großsachsen Blei, Silber; erstmals 1551 in der Kurpfälzischen Bergordnung erwähnt, Hauptbetrieb 1773–1784. Während des Dreißigjährigen Krieges und bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Grube vermutlich nicht in Betrieb. Erneute Förderung ab 1773, 1776 wurde eine Gewerkschaft gegründet. Bis 1783/84 erbrachte die Grube nicht die erhoffte Ausbeute, sondern machte Verluste.Der Silbergehalt war gering, aus 5 bis 10 Tonnen Erz konnten maximal 2,5 kg Silber gewonnen werden. Zwischen 24 und 33 Personen wurden beschäftigt. Die Bewetterung der Grube gelang ohne Abteufen eines zusätzlichen Wetterschachtes, indem die beiden Stollen nach ihrer Verzweigung mit unterschiedlicher Steigung aufgefahren wurden, durch geringfügige Temperaturunterschiede entsteht so ein permanenter Wetterzug. Informationstafel Geo- und Naturpark Bergstraße-Odenwald, Geopunkt Grube Hülfe Gottes, vor Ort. 150x150px 150x150px Am Kelterberg Hirschberg OT Großsachsen 2 StollenNicoline Pilz: Diese Grabungsstelle ist sehr spannend, Rhein-Neckar Zeitung vom 23. Januar 2014. Link, abgerufen am 10. April 2014 Grube Hirschberg OT Großsachsen Koordinate ermittelt aus: DTK25 (1:25000) von circa 1930, fortgeschrieben bis 1950, Blatt 6418 Weinheim, Sammlung der Brigham Young University, (Online) Belzhohl Stollen Hirschberg OT Großsachsen Versuchsstollen, vor 1778Nicoline Pilz: Großsachsen – Ein „alter Versuchsstollen in einem hohlen Weg“, Rhein-Neckar Zeitung vom 7. Februar 2014. Bei Bergmeister Ludolph 1778 wird der Stollen als „alter Versuchsstollen in einem hohlen Weg“ erwähnt, vermutliche Entstehung 15. oder 16. Jh. Link, abgerufen am 10. April 2014 150x150px Beltzberg Stollen Hirschberg OT Großsachsen Förderstollen des Beltzberg-Schachtes ().Partielle Aufwältigung durch AG Altbergbau Odenwald, dokumentiert im Rahmen des 150x150px Bergwerk am Hohenstein Lautertal OT Reichenbach Kupfer; auch Blei und Silber; Betrieb: vor 1513 bis 1944; Schacht Mitte (), Schacht Ost () Gangbergbau, Betriebsperioden: 1513 bis 1565, 1590, 1600ff., 1687ff. Erneuter Betrieb ab 1841, der hessische Berginspektor Storch teufte je einen Schacht am Hohenstein und Borstein ab, dabei wurde auch silberhaltiger Bleiglanz und Fahlerze gefunden; Hauptrohstoff wurde jedoch Kupfer. Konkurs 1855, Wiederaufnahme der Förderung 1860 bis 1868. Nach mehreren erfolglosen Versuchen der Inbetriebnahme ab 1939 bis 1944 erneute Förderung, 13025 t Fördergut, entsprechend 171 t Kupfer.Ab 1851 Errichtung einer Schmelze, die auch die Kupfererze aus Roßdorf verarbeitete. Der geringe Kupferanteil der Erze brachte die Förderung an den Rand der Rentabilität, die Förderrechte wurden deshalb 1854 an C. Rhodius aus Köln verkauft, der verkaufte sogleich weiter an Ch. Rochaz aus Paris, dieser wiederum verpachtete an H. Simpson aus New York. Simpson ging bereits 1855 in Konkurs. Nach einigen Jahren Stillstand wurden die Förderung ab 1860 durch eine Gewerkschaft aus Reichenbach wieder aufgenommen, zunächst mit 17 Bergleuten, ab 1864 mit 45 Beschäftigten. Ab 1861 ersetze eine Laugerei die Hütte, die entstehenden Abwässer führten jedoch schon 1868 zur erneuten Stilllegung des Grubenbetriebes. Nach über 30 Jahren Unterbrechung wurde die Lagerstätte ab 1902 von L. Best erneut aufgeschlossen, weitere Versuche gab es 1914 und 1917, allesamt ohne das ein kontinuierlicher Betrieb resultierte. Erst 1939 startete eine erfolgreiche Wiederinbetriebnahme, die bis 1944 währte, seit dem 30. Juni 1944 ist die Grube endgültig stillgelegt. Förderung 1939–1944: 13025 t Fördergut, entsprechend 171 t Kupfer, da Kupfergehalt sehr gering.Michael Fettel: Die Blei- und Kupfererzvorkommen bei Reichenbach im Odenwald, in: Der Aufschluss, Heidelberg, Sonderband 27, 1975, S. 249–254, PDF (21 MB) Alfred Lautertal OT Reichenbach Gemarkung: In der Struth Lautertal OT Elmshausen Ab 1855 Bleierze; Gemarkung: Gottfried Stollen Schönau, OT Heddesbach Mangan; Ende des 19. Jahrhunderts; Versuchsstollen mit 213 m Länge, sowie mehrere Versuchsschächte bis 22 m Teufe, Grubenfeld betrieben durch die Firma Röchling, keine Förderung da Manganausbeute zu gering; mulmiges Erzlager von 6–25 cm MächtigkeitVerhandlungen des Naturhistorisch-medizinischen Vereines zu Heidelberg, Band 12, 1914 Digitalisat, abgerufen am 14. April 2015.Geologische Specialkarte des Grossherzogthums Baden, Geologische Landesanstalt 1896 Digitalisat, abgerufen am 14. April 2015.Erich Lehn im Bericht des Stadtteilverein Ziegelhausen online, abgerufen am 14. April 2015 Elisabethengrube Schriesheim OT Ursenbach Schwerspat, Eisen, Kupfer; heutzutage keine übertägigen Spuren sichtbar; Betriebszeit: 1780–1888Herausgeber: Stadtverwaltung Schriesheim, Autorin: Sonja Burst, Umweltbericht 2004 der Stadt Schriesheim, Februar 2005, S. 263 PDF (2 MB), abgerufen am 10. April 2014 Grube Anna-Elisabeth Schriesheim Schwerspat, Blei, Kupfer; Besucherbergwerk 150x150px Ferdinand Schriesheim Schwerspat, Wismut, Kupfer; auch Spatgrube Allmersbach genannt; betrieben 1800 bis 1805Grube Ferdinand bei mindat.orgM. Fettel: Bergbaugeschichte des Odenwaldes. Der Aufschluss – Sonderband 27 (Odenwald) 1975, S. 267–280, PDF (21 MB)M. Fettel: Der Schwerspatbergbau im Odenwald. Geschichtsblätter Kreis Bergstrasse, Bd. 20, S. 81–126, 1987E. Nickel, M. Fettel: Sammlung Geologischer Führer, Odenwald, 65, Bornträger, Berlin, Stuttgart 1985, 231 S. 150x150px Grube Wolf Schriesheim Schwerspat, Eisen, Kupfer. Im frühen 19. Jahrhundert Mördischbacher Stolln, dann Förderung über Lange Schaar Stollen, ab den 1920er Jahren wichtigster Betriebspunkt im Weiten Tal. Vor 1936 wurden ein neues Zechenhaus und ein Kompressorenhaus auf dem Haldenkopf errichtet, beide sind noch erhalten und dienen heute als evangelisches Freizeitheim. Der Lange Schaar Stollen hatte 1937 eine Länge von 381 m erreicht und ist heute im Bereich des Mundloches auf mindestens 25 m verbrochen und nicht mehr zugänglich (). 150x150px Obere Griet Schriesheim Schwerspat; frühes 19. Jahrhundert bis 1939 mit Unterbrechungen betrieben; zwei miteinander verbundene Schächte bis etwa 25 m Teufe; unregelmäßige Weitungen unter TageGeopunkt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald: Geopfad 150x150px Herrmannsgrund Schriesheim Feldspat; Tagebau und Stollen, 1860–1939. 150x150px 150x150px Spatschlucht/Oberer Stolln/Im Weiten Tal Schriesheim Schwerspat; oberirdischer Abbau entlang des Baryt-Hauptganges der vom Zins bis ins Pappelbachtal verläuft; Hauptabbau vom Weiten Tal bis ins Martinsbachtal als oberirdischer Abbau in einer Klamm seit etwa 1800, Betreiber: Carl Ludwig Roeder, 1813 bis ca. 1820 wegen der Napoleonischen Kriege eingestellt, 1826/27 sind 18 Bergleute und 80 Scheider beschäftigt, 1824 bis 1827 wurden 1250 t Baryt gewonnen, in der Schottersmühle in Schriesheim gemahlen und in Fässer abgefüllt, 1839 noch 50 Arbeiter beschäftigt, kurz danach Abbau eingestellt; später durch verschiedenste Firmen aus Mannheim, Düsseldorf, Hagen/Westfalen, Oberkirch im Schwarzwald, Dresden und Köln in geringerem Umfang weiterbetrieben; Mitte der 1930er Jahre eingestellt; seit 1937 Naturdenkmal. 150x150px Wilhelmstollen/Unterer Stolln Schriesheim Schwerspat; keine Halde; Mundloch vergittert; Stollen enthält Seismograph des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Baden-Württemberg 150x150px Bergwerk Schriesheim Schwerspat; verbrochener Stollen in nordwestl. bis nördlicher Richtung; Tagesbruch 2014 150x150px Grube am Zins Schriesheim Eisenerz, später auch Zink; Schacht ab 1825Adolf Schmidt: Die Zinkerz-Lagerstätte von Wiesloch (Baden), in: Verhandlungen des Naturhistorisch-Medicinischen Vereins zu Heidelberg, Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880, S. 369–490, Online, abgerufen am 10. April 2014 Grube an der Hohen WaidSchriesheimHohe Waid bei mindat.org Grube am HartenbühlSchriesheimMehrere Bergbaureste am Berg Hartenbühl, oberhalb Grube Ferdinand: Hütte auf Haldenkopf (), Stollenpinge (), Haldenkopf (), geebnete Fläche () Bergwerk Weinheim Kupfer; vor 1816 aufgegeben und bis heute als Brunnenanlage genutzt, nördlich der Weschnitz, gegenüber Seizenmühle,Helmina von Chézy: Gemälde von Heidelberg, Mannheim, Schwetzingen, dem Odenwalde und Neckarthale, 1816,