Marek Mintál [] (* 2. September 1977 in Žilina, Tschechoslowakei) ist ein ehemaliger slowakischer Profi-Fußball- und jetzt Amateur-Spieler sowie Trainer. Bis 2003 wurde er mit dem MŠK Žilina zweimal slowakischer Meister und zweifacher Torschützenkönig. Nach seinem Wechsel zum 1. FC Nürnberg wurde er zweifacher Torschützenkönig der zweiten Bundesliga, Torschützenkönig der ersten Bundesliga, DFB-Pokalsieger und spielte im Europacup. Zuletzt war er für Hansa Rostock und die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg aktiv. In der Slowakei wurde er zweimal zum Fußballer des Jahres und einmal zum Fußballspieler des Jahrzehnts ernannt, die Nürnberger Fans wählten „das Phantom“ zur Mittelfeldlegende des Jahrhunderts. Bis Ende März 2024 war er Trainer der SpVgg Bayreuth.
Karriere als Spieler Mintál war als Aktiver ein Mittelfeldspieler, der auch häufig als Stürmer eingesetzt wurde. Diese doppelte Begabung war wohl Ursache seiner hohen Torgefährlichkeit, die er vor allem als hängende Spitze erreichte. Seine Karriere war durch einige gewonnene Titel, zahlreiche Verletzungen und große Beliebtheit bei den jeweiligen Anhängern geprägt. In seiner aktiven Zeit beim 1. FC Nürnberg wurde er das Phantom getauft.
MSK Žilina (1996–2003) Mintál begann seine sportliche Laufbahn nach eigenen Angaben beim TJ Bytčica.Michael Postl: Bundesliga-Torschützenkönige im Interview • „Der beste Mitspieler? Die Mannschaft“. In: kicker Sportmagazin. 15. Mai 2023, Seite 9. Später wechselte er zum slowakischen Erstligisten MŠK Žilina. Sein erstes Spiel hatte der damals 19-Jährige am 20. Spieltag der Saison 1996/97. Er wurde in der 65. Minute eingewechselt und traf nach 15 Minuten zum 2:3-Endstand. Noch in der laufenden Spielzeit wurde er zum Stammspieler, was er auch in der nächsten Saison blieb, in der er zwei Tore schoss. Ferner kam er zu vier Einsätzen im UEFA Intertoto Cup 1997. Ein weiteres Jahr später wurde er bereits siebtbester Torschütze der Liga, danach erreichte er den vierten Platz. Beim UEFA Intertoto Cup 1999 gelangen ihm drei Tore in vier Spielen. Im Jahr 2000 befand er sich im Slowakischen Olympiakader bei den Sommerspielen in Sydney. Seinen einzigen Einsatz hatte er am 17. September gegen Japan. Die Slowakei schied als Gruppenletzter in der Vorrunde aus. 2000/01 schoss er sieben Tore, in der Saison 2001/02 wurde er schließlich Torschützenkönig und slowakischer Meister. In der UEFA Champions League 2002/03 wurde er in zwei Qualifikationsspielen eingesetzt, in der Spielzeit 2002/03 wurde er erneut Meister und Torschützenkönig. Mintáls Rückennummer bei Žilina war die 9.Mintal: „Mir gefällt es hier sehr gut“, 30. August 2007.
Am 6. Februar 2002 gab Mintál sein Debüt in der slowakischen Nationalmannschaft.
1. FC Nürnberg Im Sommer 2003 wechselte er für eine Ablösesumme von geschätzten 100.000 EuroNeuzugang Mintal lässt seine Quote sprechen, 3. Juli 2003. zum damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg, wo er die Rückennummer 11 bekam und am 4. August 2003 unter Trainer Wolfgang Wolf im Spiel gegen den Karlsruher SC debütierte.
Zweite Bundesliga (2003–2004) Sein erstes Pflichtspiel bestritt Mintál am ersten Spieltag der Saison 2003/04 gegen den Karlsruher SC, der besiegt wurde. Am 4. Spieltag gelang ihm bei einem Unentschieden gegen Energie Cottbus sein erstes Tor.Mintáls Saison 2003/04 auf weltfussball.de Mit seinen insgesamt 18 Treffern wurde er auf Anhieb TorschützenkönigMarek Mintal verlängert Vertrag bis 2008, 25. Mai 2004. und trug damit maßgeblich zum Aufstieg des 1. FC Nürnberg in die Erste Bundesliga bei. Mintál wurde von da an auch in der slowakischen Nationalmannschaft Stammspieler.
Rekordtorschützenkönig und erste Verletzung (2004–2005) In der Saison 2004/05 kam Mintál in allen 34 Spielen zum Einsatz. Sein Bundesliga-Debüt erlebte er am 7. August 2004 mit einem Sieg beim 1. FC Kaiserslautern. Seine ersten Tore erzielte er am dritten Spieltag in Form eines Dreierpacks, dennoch gewann der Gegner Hamburger SV. Einen weiteren Dreierpack schoss Mintál am zwölften Spieltag beim Sieg über Wolfsburg.Mintáls Saison 2004/05 auf weltfussball.de Am Ende wurde der Slowake mit 24 Treffern TorschützenkönigMintal ist der Top-Torjäger!, 21. Mai 2005. und hatte damit entscheidenden Anteil am Klassenerhalt des 1. FC Nürnberg. Er vollbrachte also das einzigartige Kunststück, in vier aufeinander folgenden Spielzeiten in drei verschiedenen Ligen (in der Slowakei, in der Zweiten und schließlich in der Ersten Bundesliga) erfolgreichster Torjäger zu sein. Es war außerdem erst das zweite Mal, dass ein Spieler zuerst in der Zweiten und im Folgejahr in der Ersten Bundesliga Torschützenkönig wurde (nach Rudi Völler 1982) und das erste Mal überhaupt, dass dies mit dem gleichen Verein gelang. Mintál ist außerdem sowohl in der Ersten als auch in der Zweiten Bundesliga der bislang einzige Torschützenkönig des 1. FC Nürnberg.
Wie wertvoll Mintál für den 1. FC Nürnberg war, zeigte die Vorrunde der Saison 2005/06, in der er ab dem dritten Spieltag wegen eines Mittelfußbruches pausieren musste,Mittelfußbruch: Club zwei Monate ohne Marek Mintal, 19. September 2005. was das Offensivspiel des Clubs massiv beeinträchtigte, auch weil durch Mintáls Ausfall seine kongeniale Zusammenarbeit mit Stürmer Róbert Vittek fehlte. Rechtzeitig zur Vorbereitung auf die Rückrunde kurierte Mintál seine Verletzung allerdings aus und galt damit als wichtiger Hoffnungsträger im Kampf um den Klassenerhalt.
Die zweite Verletzung (2006) mini|200px|Marek Mintál (2006) Das Comeback war jedoch nur von kurzer Dauer, da Mintál zum Auftakt der Rückrunde der Saison 2005/06 im Spiel gegen den Hamburger SV schon nach wenigen Minuten den Platz verlassen musste.Heroischer Kampf bringt Heimsieg gegen HSV, 28. Januar 2006. Mintál hatte einen weiteren Mittelfußbruch erlitten und fiel für den Rest der Saison erneut aus. In der ganzen Spielzeit war er nur auf vier Einsätze und ein Tor gekommen.Unsere Mannschaft in Wort und Zahl – Saison 2005/2006 Am 4. Juli 2006 wurde sein bis Sommer 2008 datierter Vertrag bis zum Ende der Saison 2009/10 verlängert. Sportdirektor Martin Bader meinte dazu: „Marek ist ein wichtiges Element in unserer Zukunft.“Club verlängert mit Mintal bis 2010, 4. Juli 2006.
Zu seiner Rückkehr auf das Spielfeld kam er in der Saisonvorbereitung am 1. August 2006 bei einem Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching, als er in der sechzigsten Minute eingewechselt wurde,0:2 in Haching, aber Mintal ist wieder da, 1. August 2006.Mintals Comeback: Ein bewegender Moment, 2. August 2006.Das Comeback im Bild, 2. August 2006. und am 5. August bei einem Freundschaftsspiel des 1. FCN gegen die PSV Eindhoven. In der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit wurde Marek Mintál eingewechselt und konnte ohne erneute Verletzung bis zum Ende des Spiels weiterspielen. Nürnberg siegte mit 3:0.3:0 gegen PSV! Die Saison kann losgehen, 5. August 2006.
Am 18. August 2006, dem 2. Spieltag der Bundesligasaison 2006/07 und dem ersten Heimspiel des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Mönchengladbach kam er zu einem 28-minütigen Einsatz. Das von den Fans lautstark begrüßte „Phantom“ half dem Club (der 1:0 gewann) zum besten Saisonstart (zwei Siege) seit 1968.Schroths Blitz-Treffer sichert Sieg, 18. August 2006. Nach 385 Tagen traf er am 2. September beim Spiel der Slowakei gegen Zypern (6:1) auch wieder ins Tor, neben zwei eigenen Treffern fielen nach seinem Zuspiel auch noch drei weitere Tore.
Erneuter Ausfall (2006–2007) Nach einem Länderspieleinsatz gegen Malta klagte Mintál erneut über Schmerzen im rechten Fuß. Untersuchungen im November 2006 ergaben, dass Mintáls Metallschiene zur Stabilisierung des Fußes nicht korrekt saß und der Bruch deshalb nicht richtig verheilt war.Mintal droht erneute OP, 17. November 2006. Die Schiene musste entfernt werden und zum dritten Mal in Folge musste der Slowake zum Ausheilen des Mittelfußbruchs eine lange Zwangspause einlegen. Ab dem 13. Spieltag fiel er aus und kehrte am 17. April 2007, fünf Spieltage vor Saisonende, zurück. Er saß im DFB-Pokal-Halbfinal-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf der Bank und wurde in den letzten Minuten eingewechselt.Berlin, wir kommen!!!, 17. April 2007. Von da an ging es sehr schnell. Am 5. Mai kehrte er in die Bundesliga zurück,Trotz Niederlage: Europa wir kommen!, 5. Mai 2007. stand in den letzten beiden Saisonspielen 90 Minuten auf dem Platz und erzielte dabei am 19. Mai nach 21 Monaten wieder ein Bundesligator.0:2 – Doppelschlag besiegelt Niederlage, 12. Mai 2007.Schalter umgelegt – Finale kann kommen, 19. Mai 2007.
DFB-Pokal und internationale Einsätze (2007–2008) mini|Mintál verwandelt einen Strafstoß, Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am 26. September 2007Punktlos gegen Leverkusen, 26. September 2007. Im Finale um den DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (Endstand: 3:2) am 26. Mai 2007 wurde er zur tragischen Figur, nachdem er kurz nach dem von ihm erzielten 1:1-Ausgleichstor aufgrund eines schweren Fouls von Fernando Meira verletzt ausgewechselt werden musste.Traum wird wahr – Club holt den Cup!, 26. Mai 2007. Nach einer Untersuchung war er zur Siegerehrung wieder anwesend. Die Diagnosen ergaben einen Innenbandriss und eine Meniskusquetschung.Mintal: Verdacht auf Außenmeniskuseinriss, 28. Mai 2007. Die Verletzungen heilten jedoch schneller als erwartet. Mintál war bereits beim Trainingsbeginn zur Saison 2007/08 am 26. Juni wieder dabei.Rund 1.000 Fans kamen zum Auftakt, 26. Juni 2007.
Eine Umfrage unter den Fans, wen sie für den internen Torschützenkönig der neuen Saison halten, gewann Mintál.Mintal schlägt zurück, 28. Juli 2007. Mit fünf Toren, die er alle in Heimspielen erzielt hatte,Die Spieltermine der Saison 2007/2008 war er am Ende drittbester Schütze; sein wohl spektakulärstes Auftreten hatte er aber im UEFA-Pokal, als er das Heimspiel gegen AZ Alkmaar mit einem Doppelschlag in den letzten Minuten drehte und damit die Grundlage für das spätere Überstehen der Gruppenphase legte,2:1 gegen AZ: Meyers Joker stechen, 5. Dezember 2007. was Nürnberg schließlich mit einem 3:1-Sieg gegen AE Larisa gelang, woran Mintál mit seinem dritten UEFA-Pokal-Tor ebenfalls Anteil hatte.Geschafft: Club überwintert in Europa!, 20. Dezember 2007. Am 2. Februar 2008 spielte er sein hundertstes Ligaspiel für Nürnberg, das eine 0:2-Auswärtsniederlage gegen den Karlsruher SC wurdeAuftaktniederlage in Karlsruhe, 2. Februar 2008. und am Ende der Saison stieg Nürnberg wieder in die Zweite Bundesliga ab.0:2 gegen Schalke: Der Club trauert, 17. Mai 2008.
Wieder zweite Liga (2008–2009)