Der Landkreis Heilbronn ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Er gehört zum Regionalverband Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart. Sein Gebiet umschließt den Stadtkreis Heilbronn, der mitten im Kreisgebiet liegt, jedoch nicht zum Landkreis gehört.
Geographie Lage Der Landkreis Heilbronn wird von Süden her im weiten Bogen nach Nordwesten vom Neckar durchflossen, der das Kreisgebiet in zwei etwa gleich große Teile teilt. Das vom Odenwald und Kraichgau eingefasste Neckarbecken füllt mehr als ein Drittel der Kreisfläche. In seiner Mitte liegen Heilbronn und Neckarsulm. Seine Braunerden aus lehmigem Sand auf Keuper mit reichlich Lössauflage sind fruchtbar. Der niedrigste Punkt des Kreises bei Gundelsheim mit liegt hier im sich verengenden Tal. Ansonsten dominieren Hügel die Landschaft. Der westliche Teil gehört überwiegend zum Kraichgau mit weiten Hochflächen und mit großen Feldern, der östliche Teil steigt in Richtung Hohenloher Ebene hin zu den Löwensteiner Bergen. Im Zabergäu ermöglicht die milde Witterung an Strom- und Heuchelberg ebenso den Weinbau wie in den Tälern des Neckars und seiner Seitenflüsse sowie in Teilen des Kraichgaus. Mit 564 m liegt der höchste Punkt im Südosten des Landkreises bei Wüstenrot im Mainhardter Wald. Zwischen Kocher und Jagst überragen im Osten wieder kargere Hochflächen die relativ tiefen Flusseinschnitte, die nur kleine, aber sehr fruchtbare landwirtschaftliche Flächen enthalten. Weitere Gewässer sind Bottwar, Brettach, Lein, Elsenz, Zaber, Seckach, Sulm und Schozach.
Orte Die Liste der Orte im Landkreis Heilbronn enthält die Orte (einschließlich Weiler, Wohnplätze und Wüstungen) des Landkreises Heilbronn im geographischen Sinne.
Nachbarkreise Der Landkreis Heilbronn grenzt, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Neckar-Odenwald-Kreis, Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall, Rems-Murr-Kreis, Ludwigsburg, Enzkreis, Karlsruhe und Rhein-Neckar-Kreis sowie an den Stadtkreis Heilbronn, eine Enklave des Landkreises.
Natur Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Naturschutzgebiete mini|Heilbronner Land im Herbst; Blick von der Burgruine Weibertreu. Im Vordergrund der Schemelsberg.
Der Landkreis Heilbronn besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 400,19 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,36 Prozent.
Altneckar Horkheim: 43,2 ha; Gemarkungen Lauffen am Neckar, Nordheim und Heilbronn Böttinger Baggerseen: 6,1 ha; Gemarkung Gundelsheim Brettachtal oberhalb Geddelsbach: 25,7 ha; Gemarkungen Geddelsbach (Hohenlohekreis) und Maienfels Brühl: 20,4 ha; Gemarkung Weinsberg Elsenzer Bruchgraben: 19,8 ha Enzwiese: 6,9 ha; Gemarkung Löwenstein Frankenbacher Schotter: 14,4 ha (davon 9,7 ha im Landkreis Heilbronn), Gemeinde Leingarten Gäßnersklinge-Hohberg: 13,7 ha; Gemarkung Heinsheim Haberschlachter Tal: 18,1 ha; Gemarkung Brackenheim Halbtrockenrasen im Gewann Fuchs: 4,3 ha; Gemarkung Jagsthausen Hörnle: 20,1 ha; Gemarkung Roigheim Knorrenwald: 4 ha; Gemarkung Obergimpern Lauffener Neckarschlinge: 60,7 ha; Gemarkung Lauffen am Neckar Prallhang des Neckars bei Lauffen: 2,96 ha; Gemarkungen Lauffen am Neckar, Talheim und Horkheim Schlierbach-Kohlrain: 40,0 ha; Gemarkungen Rappenau, Heinsheim und Siegelsbach Spitzenberg-Michelbach-Baiershälde: 45,9 ha Weinberg im Hergstbachtal: 3,8 ha; Gemarkung Möckmühl-Korb Wiesen im Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot: 12,8 ha; Gemarkungen Wüstenrot und Finsterrot Wildenberg: 49,4 ha; Gemarkungen Grantschen und Eberstadt Zaberauen von Meimsheim und Botenheim: 34 ha; Gemarkungen Brackenheim, Botenheim und Meimsheim
Geschichte Der Landkreis Heilbronn geht zurück auf das alte Oberamt Heilbronn, das nach dem Übergang der ehemaligen Reichsstadt an Württemberg nach 1803 errichtet wurde und dem 1926 mehr als die Hälfte der Gemeinden des aufgelösten Oberamts Weinsberg angeschlossen wurden. Am 29. Januar 1934 wurde das Oberamt Heilbronn in den Kreis Heilbronn (seit 28. November 1938 Landkreis Heilbronn) überführt, der zum 1. Oktober 1938 um Gemeinden der aufgelösten Oberämter Neckarsulm, Brackenheim, Marbach und Besigheim vergrößert wurde. Gleichzeitig wurde der Stadtkreis Heilbronn geschaffen. Seither gehört Heilbronn nicht mehr zum Kreisgebiet, blieb jedoch Sitz der Kreisverwaltung.
Im Mai 1939 lebten im Landkreis Heilbronn rund 107.000 Menschen in rund 30.000 Haushalten, die Fläche des Landkreises betrug rund 85.000 Hektar. Die Einwohnerzahl stieg während des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit bis Dezember 1945 trotz vieler Opfer stetig auf über 119.000 Personen an. Die männlichen Kriegs- und Verlagerungsverluste wurden durch Verlagerungsgewinne (Flüchtlinge aus den zerstörten Städten und Vertriebene) weitgehend ausgeglichen, die weibliche Einwohnerzahl wuchs dagegen stark an. Im Dezember 1945 hatte der Landkreis Heilbronn unter den männlichen Einwohnern einen Rückstand von rund 600 Personen (rund 1 %) zum Vorkriegsstand, während die weibliche Bevölkerung im selben Zeitraum um 14.000 Personen (rund 26 %) gewachsen war. Der deutliche Frauenüberschuss wirkte sich insbesondere auf die Beschäftigungsstrukturen aus.Mitteilungen des Württembergischen und Badischen Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung und Wohnsitzermittlung am 4. Dezember 1945 in Nordwürttemberg, Stuttgart 1946
Der Landkreis kam 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg. Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Heilbronn am 1. Januar 1973 um sieben Gemeinden des Landkreises Sinsheim, zwei Gemeinden des Landkreises Mosbach, drei Gemeinden des Landkreises Öhringen und die Gemeinde Finsterrot des Landkreises Schwäbisch Hall erweitert.
Bereits am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Korb des Landkreises Buchen aufgenommen und in die Stadt Möckmühl eingegliedert. Am 1. September 1971 kam Unterkessach hinzu, das in der Stadt Widdern aufging. Der Landkreis Heilbronn trat seinerseits die Stadt Kleingartach, die gleichzeitig nach Eppingen eingemeindet wurde, am 1. Dezember 1971 an den Landkreis Sinsheim ab; dreizehn Monate später kehrte Kleingartach, nun als Stadtteil von Eppingen, mit der Kreisreform jedoch wieder in den Landkreis Heilbronn zurück.
Gronau wechselte am 1. Januar 1972 in den Landkreis Ludwigsburg. Am 1. März 1972 wurde Ruchsen aus dem Landkreis Buchen übernommen und in die Stadt Möckmühl integriert. Kirchhausen kam am 1. Juli 1972 zum Stadtkreis Heilbronn. Einen Tag vor dem Wirksamwerden der Kreisreform wurde am 31. Dezember 1972 noch die Gemeinde Stein am Kocher – bisher im Landkreis Mosbach – aufgenommen und in die Stadt Neuenstadt am Kocher eingemeindet.
Die Gemeinden Biberach (am 1. Januar 1974), Frankenbach und Horkheim (beide am 1. April 1974) wurden an die Stadt Heilbronn abgegeben.
Am 1. Januar 1977 kam Brettach durch dessen Umgemeindung von Wüstenrot nach Bretzfeld zum Hohenlohekreis.
Der Landkreis umfasst nach Abschluss der baden-württembergischen Gemeindereform noch 46 Gemeinden, darunter 17 Städte und hiervon wiederum drei Große Kreisstädte (Bad Rappenau, Eppingen und Neckarsulm). Die größte Stadt ist Neckarsulm, die kleinste Gemeinde ist Roigheim im Nordosten des Kreises.
Einwohnerstatistik 250px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Heilbronn (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Heilbronn, Alter und Geschlecht.)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dez. 1973 236.300 31. Dez. 1975 232.151 31. Dez. 1980 244.633 31. Dez. 1985 250.146 25. Mai 1987¹ 252.458 31. Dez. 1990 272.357 Datum Einwohner 31. Dez. 1995 303.513 31. Dez. 2000 320.955 31. Dez. 2005 329.503 31. Dez. 2010 328.364 31. Dez. 2015 334.388 31. Dez. 2020 346.363 Datum Einwohner 31. Dez. 2021 347.798 31. Dez. 2022 353.283
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 35,4 % der Einwohner evangelisch, 21,2 % katholisch, und 43,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 13. August 2024
Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.
Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis.
Parteien und Wählergemeinschaften %2024Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands26,022025,31936,72738,02943,93747,73838,23338,231FWFreie Wähler28,892323,618––––––––––––SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands11,991015,31220,11523,31822,31724,11829,12330,324GrüneBündnis 90/Die Grünen9,09914,81110,889,477,767,159,178,26AfDAlternative für Deutschland14,65127,863,73––––––––––FDPFreie Demokratische Partei4,5846,75––––––––––––ÖDPÖkologisch-Demokratische Partei3,0323,733,223,62––––––––LinkeDie Linke1,3212,922,522,51––––––––FDP/FWVFreie Demokratische Partei/Freie Wählervereinigung––––22,31723,21819,51515,41117,414––WNMWald, Natur und Mensch – –––0,7–––––––––––REPDie Republikaner––––––––3,522,724,235,03WGWählervereinigungen – –––––––––––––18,315Sonst.Sonstige0,43–––––––3,123,022,01––Gesamt100 %81100 %76100 %74100 %75100 %79100 %76100 %81100 %79 Wahlbeteiligung 61,56 % 59,0 % 49,6 % 52,0 % 53,3 % 56,2 % 69,0 % 65,8 % WG: Wählervereinigungen, da sich das Ergebnis von 1989 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt.
Landrat Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Die Landräte des Landkreises Heilbronn:
1933–1939: Walther Fuchs 1939–1945: Ernst Heubach 1945: Emil Beutinger 1945–1948: Hermann Sihler 1948–1966: Eduard Hirsch 1966–1989: Otto Widmaier 1989–2005: Klaus Czernuska 2005–2021: Detlef Piepenburg seit 2021: Norbert Heuser
Die ehemaligen Oberamtmänner sind im Artikel Oberamt Heilbronn dargestellt.
Hoheitszeichen Als Hoheitszeichen führt der Landkreis Heilbronn ein Siegel, ein Wappen und eine Flagge. Ferner verwendet der Landkreis ein Logo, das seit 2017 ein stark stilisiertes Logo darstellt.Landkreis Heilbronn mit neuem Logo. landkreis-heilbronn.de, 5. April 2017 Das Logo wird auf allen amtlichen Schriftstücken und Formularen verwendet.
Wirtschaft und Infrastruktur Im sogenannten Zukunftsatlas belegte der Landkreis Heilbronn im Jahr 2016 Platz 16 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 22 von 401 und in der Ausgabe von 2022 auf Platz 10.
Anfang 2026 wird der fortgeschriebene Nahverkehrsplan vom Landkreis Heilbronn gemeinsam mit der Stadt Heilbronn veröffentlicht.
Verkehr Straße Im Kreisgebiet kreuzen sich die Bundesautobahnen 6 Mannheim–Nürnberg und 81 Stuttgart–Würzburg am Weinsberger Kreuz. Durch den Landkreis verlaufen drei Bundesstraßen:
Bundesstraße 27
Bundesstraße 39 Bundesstraße 328 Bundesstraße 293
Schiene
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