mini|Friedenskirche mit Campanile, von Westen (2021) mini|Innenraum (2015) Die Friedenskirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Göttingen.

Lage Die Kirche befindet sich im Göttinger Ortsteil Weststadt auf dem Hagenberg, am südwestlichen Rand des Geländes der mittelalterlichen Pfalz Grona.

Geschichte Die Friedenskirchengemeinde entstand zum 1. Oktober 1951 durch Auspfarrung der evangelisch-lutherischen Einwohner des III. Seelsorgebezirks der Marienkirchengemeinde. 1954 wurde der Pfarrbezirk geteilt und der südliche Teil in die neu gegründete Christus-Kirchengemeinde überführt; die Bethlehemgemeinde auf dem Holtenser Berg wurde 1986 selbständig.

Kirchenbau, Turm und Gemeindezentrum Die 1951–52 nach Entwürfen des Göttinger Architekten Diez Brandi errichtete, schlichte Saalkirche entstand zunächst nur als Gemeindehaus, die als provisorische Kirche genutzt wurde.Eckart Rüsch: „Wo Troja war …“ Erinnerungsdenkmale für die Pfalz Grona in Göttingen. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 72, 2024, S. 259–277, hier S. 267. Sie gilt gleichwohl als der erste evangelisch-lutherische Kirchenneubau in der Stadt Göttingen seit Einführung der Reformation. Als sich ein eigenes Kirchenbauprojekt zerschlug, kam es 1966 zur südlichen Anbauerweiterung des Gemeindehauses nach Plänen des Göttinger Architekten Hans Hautsch, so dass daraus die heutige Friedenskirche entstand.Eckart Rüsch: „Wo Troja war …“ Erinnerungsdenkmale für die Pfalz Grona in Göttingen. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 72, 2024, S. 259–277, hier S. 267 f. Im Untergeschoss der am Hang liegenden Kirche befinden der Kindergarten und die Kinderkrippe der Gemeinde. Auch der Kirchenraum wird wochentags vom Kindergarten genutzt.

Der 1958 ebenfalls nach Entwurf von Hans Hautsch in der Art eines Campanile freistehend errichtete Glockenturm birgt im offenen Erdgeschoss einen Gedenkraum für die Königspfalz Grona, diente zusätzlich darüber im Innern als Stadtteilbibliothek und weist oben eine Aussichtsplattform auf.Eckart Rüsch: „Wo Troja war …“ Erinnerungsdenkmale für die Pfalz Grona in Göttingen. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 72, 2024, S. 259–277, hier S. 268 ff.

Direkt neben dem Kirchengebäude schließt sich das 1958–1966 errichtete Gemeindezentrums an, das u. a. eine Altentagesstätte, ein Studentenwohnheim und eine Gemeindeakademie („Gerhard-Mercker-Begegnungs-Zentrum“) umfasst.

Orgel mini|Orgel Die Friedenskirche besitzt heute eine 2006 durch die Firma Werner Bosch Orgelbau in Niestetal erbaute Orgel mit folgender Disposition:Göttingen, Friedenskirche, auf organindex.de, abgerufen am 23. März 2026. I Rückpositiv C–g3 1. Gedackt 8′ 2. Praestant 4′ 3. Rohrflöte 4′ 4. Nassat 3′ 5. Gemshorn 2′ 6. Terz ′ 7. Quinte ′ Tremulant II Hauptwerk C–g3 8. Principal 8′ 9. Hohlflaute 8′ 10. Viola da Gamba 8′ 11. Oktave 4′ 12. Flaute 4′ 13. Superoctave 2′ 14. Mixtur III ′ Tremulant Pedal C–f1 15. Subbass 16′ 16. Violonbass 8′ 17. Oktave 4′ 18. Trompete 8′ Koppeln: I/II, I/P, II/P

Persönlichkeiten Der spätere Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes Martin Junge absolvierte nach dem Göttinger Theologiestudium in den 1980er Jahren sein Vikariat in der Göttinger Friedenskirche auf dem Hagenberg.

Literatur Gerhard Mercker: Es begann 1952. Alpha Druck, Göttingen 2006 (2. Auflage), S. 40–42. Richard Engelhardt: Göttingens neue evangelische Kirchen. Vom Versammlungsraum zum Kultraum. In: Göttinger Jahresblätter 1987, S. 85

Weblinks

Webseite der Weststadtkirchengemeinde Friedenskirche

Einzelnachweise

Gottingen Kategorie:Kirchengebäude in Göttingen Gottingen Frieden Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Gottingen Frieden Gottingen Frieden Fried